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Dokumenation

„Gottes Vermögen ist größer als all die Möglichkeiten, die wir sehen“

Predigt von Weihbischof Ulrich Boom bei der Gemeinschaftsmesse am Donnerstag, 14. Januar, im Würzburger Kiliansdom

Immer wieder stoßen wir im Markus-Evangelium auf das Gebot zu Schweigen. So heute bei der Heilung eines Aussätzigen, wenn Jesus den Geheilten wegschickt und ihn streng anweist: „Sieh, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis“ (Mk 1,44). Nichts davon. Er kann nicht schweigen über das, was er gesehen, gehört, am eigenen Leib erfahren hat. Das ist verständlich, zumal er sich endlich wieder als Totgeweihter unter den Lebenden aufhalten kann. Jesu Schweigegebot ist kein Redeverbot, sondern es verweist darauf, dass der Messias sich zeigen wird am Kreuz. Seine Nähe zu den hilfsbedürftigen Menschen zeigt sich in aller Tiefe erst in seinem Sterben und Auferstehen. Ein Heide, der Hauptmann bei der Kreuzigung Jesu spricht aus, wer der an Leib und Seele heilende Wanderprediger ist: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn“ (Mk 15,39).

Jesus ist kein politischer Messias, der schnelle und gesellschaftliche Lösungen herbeiführt. Er ist auch kein weltlicher Brotgeber, bei dem die Menschen sich im Dienst und Arbeitsverhältnis befinden. Er ist auch kein spektakulärer Wundertäter, der der Menge zeigt, was er so alles kann. In Jesus dem Messias, dem Christus ist Gott mit seiner Herrschaft und seinem Wirken gegenwärtig. Diese Herrschaft wird erst am Kreuz sichtbar. Im Leiden und Sterben zeigt Gott uns seine Liebe und Nähe. Dass der Gekreuzigte von den Toten auferstanden ist, versetzt die Gefolgschaft Jesu in „Schrecken und Entsetzen“ (Mk 16,8).

Gottes Liebe äußert sich nicht in spektakulären Großtaten, sondern im tagtäglichen Dasein, im Alltag. Von welcher Art die Pastoral Jesu ist, sein Hirte sein, finden wir gleich in den ersten Kapiteln des Markus-Evangeliums. Er stellt Gott in die Mitte seines Handelns. Der vom unreinen Geist Besessene weiß, wer da mit Vollmacht spricht. Das Fieber der Schwiegermutter Petri nimmt Jesus ernst. Er hat ein Ohr für die Not der Menschen, die vor der Haustür warten auf ein tröstendes und heilendes Wort. Er weiß auch, dass er sich immer wieder zurückziehen muss, um im Gebet in Kontakt mit Gott seinem Vater zu bleiben, weil er nur durch ihn, mit ihm und in ihm Kraft bekommt.

„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe“ (Mk 1,15). „Heute.Glauben.Leben“ - Im Jetzt, im Heute, wie das Leben nun einmal ist, erfahren: Du bist getragen und gehalten von dem, der dein Freuen und Hoffen, deine Traurigkeiten und Ängste nicht nur kennt, sondern alles mitlebt. Der ursprüngliche Schluss des Markus-Evangeliums war Furcht und Schrecken am leeren Grab. Aber Gott ist kein Gott des Todes, sondern ein Gott des Lebens. Gottes Vermögen ist größer als all die Möglichkeiten, die wir sehen. Trotz aller Zweifel und aller Fragen, die vor allem die Jünger haben, steht am Ende der Auftrag: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung“ (Mk 16,15). Mit Kreuz und Auferstehung des Herrn wird das Schweigegebot aufgehoben. Es gilt von Gottes großen Taten zu verkünden, immer wieder. Wie sagt dies der Hl. Franziskus es treffend und Papst Franziskus zitiert ihn: „Immer wieder das Evangelium verkünden. Immer wieder. Und, wenn es sein muss, mit Worten“. Amen.

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