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„Gründungsfest“ der Kirche

Christen feiern am 24. Mai das Pfingstfest – Pontifikalamt mit Bischof Dr. Friedhelm Hofmann im Würzburger Kiliansdom – Kollekte für Pfingstaktion „Renovabis“ – Pfingstliches Orgelkonzert am 23. Mai

Würzburg (POW) An Pfingsten feiert die Kirche weltweit die Sendung des heiligen Geistes. Bischof Dr. Friedhelm Hofmann zelebriert am Pfingstsonntag, 24. Mai, um 10 Uhr im Würzburger Kiliansdom ein Pontifikalamt zum Hochfest Pfingsten. „Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes, da er uns in die Geheimnisse der Liebe Gottes einführt und sie uns verstehen hilft“, sagt Bischof Hofmann. Der Konzert- und Aufbauchor der Mädchenkantorei und die Camerata Würzburg bringen die „Messe de pêcheurs de Villerville“ von Gabriel Fauré und André Messager zur Aufführung. Die Pontifikalvesper mit Bischof Hofmann am Pfingstsonntag im Dom beginnt um 17 Uhr. Es singt die Schola Cantorum. Am Pfingstmontag, 25. Mai, singt um 10 Uhr die Frauenschola „Vox anima“ die Choralmesse „De Angelis“ und ein Choralproprium.

Zum Pfingstfest bittet Bischof Hofmann um großzügige Spenden für die Solidaritätsaktion „Renovabis“. Sie steht unter dem Leitwort „An die Ränder gehen! Solidarisch mit ausgegrenzten Menschen im Osten Europas“. Die Kollekte findet in den Pfingstgottesdiensten statt. Besonders im Blick sind in diesem Jahr Angehörige von Minderheiten, Flüchtlinge und Asylbewerber, Opfer des Menschenhandels, Menschen mit Behinderungen, psychisch Kranke oder HIV-Infizierte.

Zur Einstimmung auf das Pfingstfest lädt die Würzburger Dommusik am Samstag, 23. Mai, um 19 Uhr zum Abschlusskonzert der „Orgel-Trilogie“ im Kiliansdom. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielt an der Klais-Orgel Werke von Dietrich Buxtehude, Jeanne Demmessieux, Johann Sebastian Bach und Improvisationen. Karten sind bei der Dom-Info sowie ab 18.30 Uhr an der Konzertkasse erhältlich.

Das Pfingstfest kann als das „Gründungsfest“ der Kirche verstanden werden: Die Jünger erfahren, dass der von Jesus zugesagte Heilige Geist tatsächlich spürbar wird. Durch die Geistsendung wächst in ihnen der Mut, von Jesus und seinem Handeln in aller Welt zu erzählen und nach seinem Vorbild zu leben. Dass die Christen das Pfingstfest 50 Tage nach Ostern – das Wort Pfingsten kommt vom griechischen Wort „pentecoste“ und bedeutet „50. Tag“ – feiern, ist kein Zufall: Sieben Wochen nach Pessach feiern die Juden „Shawuot“, das „Wochenfest“. Es findet seinen Ursprung in einem Erntefest, bei dem Gott für die erste Ernte gedankt wird. Gleichzeitig gilt es auch als Fest des Bundesschlusses Gottes mit seinem Volk. Nach dem Auszug aus Ägypten zog das Volk, geführt von Moses, durch die Wüste, um am Berg Horeb im Sinai-Gebirge mit Gott den Bund zu schließen und sein Volk zu werden.

„Shawuot“ ist mit Pessach und dem Laubhüttenfest eines der drei großen Wallfahrtsfeste im jüdischen Kalender. Tausende von Juden aus den umliegenden Ländern pilgerten zum Tempel nach Jerusalem. Daher hielten sich dort zur Zeit des christlichen Pfingstereignisses viele fremde Menschen auf. Das geistbegabte Reden der Jünger in fremden Sprachen, von dem die Apostelgeschichte berichtet, erhält vor diesem Hintergrund seinen Sinn. In historischen Quellen wird Pfingsten schon im zweiten Jahrhundert als christliches Fest erwähnt. Im Jahr 425 wurde es allgemein als Hochfest eingeführt und erhielt eine eigene Oktav, eine achttägige Festwoche, die am Sonntag nach Pfingsten, dem Dreifaltigkeitssonntag, endet.

Bei den Pfingstbräuchen, die sich im Laufe der Geschichte herausgebildet haben, steht vielfach die Bitte um den Heiligen Geist im Mittelpunkt. Zugleich imitieren und verdeutlichen sie in den „Heischebräuchen“, bei denen von Haus zu Haus gezogen und eine Gabe erbeten und daraufhin empfangen wird, das Jesuswort: „Wer bittet, dem wird gegeben werden.“ Im Bewusstsein der Menschen war Pfingsten zudem immer schon ein fröhliches Fest, wobei die Freude durch mancherlei Spiele zum Ausdruck gebracht wurde, mit Musik und Tanz, Jahrmärkten und Ritterspielen, Pfingstritten und -spielen.

(2115/0513; E-Mail voraus)

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