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„Heldentum gehört zur Bewegung des Menschen“

Stimmen zum Vortrag von Professor Dr. Dieter Thomä beim Diözesanempfang 2020

Würzburg (POW) Professor Dr. Dieter Thomä war Festredner beim Diözesanempfang am Montag, 13. Januar, in der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Im Anschluss hat die Pressestelle des Bischöflichen Ordinariats Würzburg Reaktionen der Gäste eingefangen.

Tamara Bischof, Landrätin des Landkreises Kitzingen: „Man ist gut eingeführt worden, darüber nachzudenken, was Heldentum eigentlich bedeutet, ob man Heldenverehrung braucht oder nicht und wer eigentlich ein Held ist und welche Voraussetzungen er erfüllen muss. Das ist eine ganz andere Sphäre, in die Professor Thomä uns eingeführt hat. Und da sollte man einfach mal selbst drüber kritisch reflektieren, wie man mit seinen persönlichen Helden umgeht. Ich selber habe Sporthelden. So ein Skiflieger zum Beispiel. Ich würde mich nie trauen, da oben runterzufahren und durch die Luft zu fliegen. Also Sporthelden, wenn man sie als Helden bezeichnen darf, die faszinieren mich schon in gewisser Weise.“

Michaela Brönner, Bundesvorsitzende der Kolpingjugend: „Man denkt auf jeden Fall nochmal über sein eigenes Handeln nach und auch darüber, wie man andere Menschen wahrnimmt. Da ich im Jugendverband tätig bin, in dem wir die Kinder und Jugendlichen in ihrem Tun stärken und sie bekräftigen, sich für die Demokratie und in der Politik einzusetzen und ihre Meinung zu vertreten, fand ich es sehr schön, dass er die Kinder so hervorgehoben hat. Denn Kinder können auch sehr viel bewirken.“

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Kerstin Celina, Landtagsabgeordnete: „Am spannendsten fand ich den Bereich Greta Thunberg: Ist sie eine Heldin, ist sie keine Heldin, ist sie eine Heldin auf Probezeit? Der ganze Vortrag lief darauf hin, auch die Rolle von Greta Thunberg in der Demokratie mitanzuschauen. Und das fand ich spannend, da nehme ich auch einige Gedanken mit. Ich bin nämlich nicht sicher, ob sie wirklich nur eine Heldin auf Probezeit ist oder ob sie für mich nicht doch schon eine Heldin ist, weil sie ganz klar ihre Ziele verfolgt, mit einer Klarheit Dinge äußert und jedem den Spiegel vorhält. Das ist auch eine Art von Heldentum. Ich habe heute damit begonnen, wieder darüber nachzudenken.“

Patrick Friedl, Landtagsabgeordneter: „Ich fand das war ein sehr anregender Vortrag. Herr Thomä hat es geschafft, uns ein bisschen aufzurütteln und auf das Denken als Stolpern hingewiesen. Bei manchen Einschätzungen, was Heldentum ist oder wie wichtig es ist, habe ich andere Blickwinkel als er. Trotzdem braucht es in einer Demokratie auch Helden. Denn die demokratische Kultur wird immer wieder bedroht, sie muss immer wieder neu errungen werden, und dafür braucht es Menschen, die sich einsetzen und oft auch über sich hinauswachsen. Dass Greta Thunberg eine Heldin auf Probe ist, denke ich nicht. Sie ist meiner Meinung nach ein Mensch, der sehr weit über sich hinaus denkt und Bedrohungen, die sie selber angehen, fast schon ignoriert. Da glaube ich, hat er eine Fehleinschätzung von ihr, weil sie die Bedrohung wahrnimmt, die auf ihr liegt, und damit sehr spielerisch umgeht.“

Pfarrer Armin Haas, Dekan des Dekanats Hammelburg: „Mir hat der Vortrag vor allem gezeigt, dass das Kämpferische zum Leben dazugehört. Es gehört zum Leben dazu, immer wieder für das, wovon ich überzeugt bin, auch aktiv einzutreten und dafür auch zu kämpfen. Wenn ich das einmal sein lasse, dann hab ich etwas wesentlich Menschliches beiseiteggelassen, und das wäre schade. Gut fand ich, dass dieses Heldentum eigentlich zur Bewegung des Menschen dazugehört. Und tatsächlich dran zu sein, dass ich mich bewege und vorankomme, das hat Professor Thomä mir heute wieder bestätigt.“

Clemens Lückemann, Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg: „Ich nehme für mich aus dem Vortrag mit, dass ich immer wieder versuchen sollte, über mich hinauszuwachsen. Vor allem aber finde ich es schön, dass ich nicht alt werde, sondern dass ich besser jung werden sollte. Das hat mir sehr gut gefallen. Eigentlich kann jeder Mensch darauf hoffen, unfertig zu sein, denn fertig zu sein, heißt, sich nicht mehr weiterzuentwickeln.“

Eberhard Nuß, Landrat des Landkreises Würzburg: „Heldsein ist eigentlich gar nichts Ungewöhnliches. Man muss nur zu den Tatsachen stehen, man muss eine klare Meinung haben und man muss sich den Herausforderungen auch stellen. Dann kann man ein Held sein. Aber man darf es auch nicht übertreiben, man darf sich nicht zu wichtig nehmen. Da muss man einfach nur das Mittelmaß finden. Helden dürfen auch Menschen sein und Menschen machen nun mal Fehler und das ist auch erlaubt. Das finde ich ganz hervorragend, der Vortrag war klasse.“

Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake, Würzburg: „Der Vortrag war so kurzweilig gemacht, man hätte durchaus noch länger zuhören können. Das mit den Stolpersteinen war sehr interessant. Stolperstein bedeutet, ich muss immer wieder über etwas nachdenken. Das fand ich ganz toll. Ich werde irgendwann mal vielleicht auch über mich hinauswachsen und etwas machen, wovon ich heute noch gar nicht weiß, was. Aber man hat einen Anstoß bekommen, darüber nachzudenken.“

Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Würzburg: „Ich nehme mit, dass wir auch Helden in unserer heutigen Zeit brauchen, dass man aber auch sehr genau hinschauen muss, was einen Helden ausmacht, ein Stück weit das gute vom falschen Heldentum zu unterscheiden, und dass die Zeit der Helden in einem gewissen Sinne auch nicht vorbei ist. Insofern, dass es sich bei Helden vielleicht um nachwachsende Rohstoffe handelt.“

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: „Aus dem Vortrag nimmt man mit, wie unterschiedlich der Begriff des Heldentums ist und letztendlich, dass jeder – auch im Kleinen – die Möglichkeit hat, im Alltag ein Held zu sein.“

Barbara Stamm, ehemalige bayerische Landtagspräsidentin: „Ich nehme aus dem Vortrag mit, dass man sich immer wieder selber fragt, was kann man dazu beitragen. Man muss sich da auch nicht unbedingt als Heldin bezeichnen, sondern sich einfach den Herausforderungen der Zeit stellen. Also das ist das, was für mich als Botschaft rübergekommen ist. Heldinnen sind für mich zum Beispiel Mutter Theresa, oder in der Politik Frauen, die auch in der Vergangenheit Verantwortung hatten, zum Beispiel in den Nachkriegsjahren Ellen Ammann, die Gründerin des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Bayern. Ich orientiere mich da natürlich an den Frauen.“

Aufgezeichnet von Rebecca Hornung (POW)

(0320/0060; E-Mail voraus)

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