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Pressekonferenz zum Jahresauftakt

Herausforderungen bringen neue Perspektiven

Pastoral der Zukunft und Haushaltskonsolidierung gehen Hand in Hand – Generalvikar Vorndran: Entlastung für Hauptamtliche und Kirchenverwaltungen durch Fachkräfte – Diözesanratsvorsitzender Wolf: Strukturen von unten her denken – Schrappe: Bildung bleibt ein Schwerpunkt

Würzburg (POW) „Wir waren und sind als Kirche vor Herausforderungen gestellt, die uns zugleich auch neue Perspektiven eröffnen.“ Was Bischof Dr. Franz Jung bei der diözesanen Pressekonferenz zum Jahresauftakt am Mittwoch, 3. Februar, vor allem im Blick auf Corona gesagt hat, trifft auch unter anderen Aspekten auf das Bistum Würzburg zu. „Vieles, was uns vor dem 17. März 2020 bestimmt und beschäftigt hat, ist weggefallen, manches Neue ist hinzugekommen. Wir haben neue Wege gefunden, den Menschen beizustehen und nahe zu sein. Wir haben erfahren, dass manche zeit- und kostenintensive Maßnahme viel einfacher, bescheidener, ohne Mobilität und sparsamer funktioniert. An diese Erfahrungen sollten wir anknüpfen – über 2021 hinaus.“

Wie Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran betonte, steht im Bistum Würzburg nach der geographischen Umschreibung der Pastoralen Räume jetzt deren inhaltliche Ausgestaltung im Fokus. „Die Anstrengungen, inhaltlich in der Pastoral der Zukunft neue Impulse zu setzen, gehen für mich einher mit den Bemühungen, den Diözesanhaushalt zu konsolidieren und die Verwaltung effizient aufzustellen“, sagte Vorndran. Letztlich seien die Anstrengungen in beiden Richtungen „die zwei Seiten ein und derselben Medaille“.

Ordinariatsrätin Dr. Christine Schrappe, Leiterin der Hauptabteilung „Bildung und Kultur“, erklärte, Bildung bleibe ein Schwerpunkt pastoralen Handelns im Bistum, auch wenn sich die Diözese auf Dauer nicht mehr den Unterhalt von zehn Tagungshäusern in eigener Trägerschaft leisten könne. „Offene Erwachsenenbildung, religiöse Familienbildung, Begleitung von Gremien und Gruppen und die theologische Auseinandersetzung bleiben auch in Zukunft fester Bestandteil unseres Auftrags.“ Geld, das bisher in den Etat von Tagungshäusern floss, könne in Zukunft direkt Familien und Gruppen als Unterstützung der pastoralen Arbeit zugutekommen. Zudem gebe es noch immer viele Tagungshäuser von Orden, der Caritas, Verbänden oder der evangelischen Kirche, die genutzt werden könnten.

Wie der Generalvikar in seinem Beitrag weiter ausführte, würden grundsätzliche Texte zur Konzeption der Pastoralen Räume, die auch die Frage nach einer partizipativen Leitung beinhalten, in den diözesanen Gremien von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern beraten und dem Bischof zur Entscheidung vorgelegt. „Die Veröffentlichung dieses Konzeptes ist für Ende Februar vorgesehen und ich hoffe, trotz Corona diesen Zeitplan einhalten zu können“, erklärte Vorndran. Zur Entlastung der Hauptamtlichen in der Pastoral und der Ehrenamtlichen in den Kirchenverwaltungen soll noch in diesem Jahr in jedem Landkreis mindestens eine kompetente Kraft für Anliegen der Kirchenstiftungen abrufbar sein. Als nächster Schritt stünden nun die Beratungsrunden in den diözesanen Gremien im März 2021 an. Diese haben als Schwerpunkt die Ausgestaltung der Mittleren Ebene zwischen Diözese und Pastoralen Räumen sowie die Satzung der Laiengremien in den Pastoralen Räumen.

Diözesanratsvorsitzender Dr. Michael Wolf erklärte, mit dem Programm „Gemeinsam Kirche sein – Pastoral der Zukunft“ stelle sich das Bistum der Realität in der katholischen Kirche: einer abnehmenden Zahl von Kirchenmitgliedern und gleichzeitig einem Rückgang der Zahl pastoraler Mitarbeiter. „Die Gründe dafür sind vielschichtig, es ist wohl an einigen Stellen eher eine Unzufriedenheit mit der Institution denn ein echter Glaubensverlust. Das sollte uns zu denken geben“, sagte Wolf. Nach der geographischen Umschreibung der Pastoralen Räume fehlten aber noch die wesentlichen Leitlinien zur Ausgestaltung. Derzeit würden diese durch eine Vielzahl von Arbeitsgruppen erstellt. „In einigen Fällen ist auch der Diözesanrat mit beteiligt und bringt seine Sicht der Dinge und Wünsche an die Gestaltung der Zukunft ein.“ Schon jetzt sei klar, dass mit der abnehmenden Zahl Hauptamtlicher mehr Aufgaben in Richtung der Ehrenamtlichen verschoben werden müssten. „Die Übernahme von Verantwortung beinhaltet in logischer Konsequenz auch die echte Teilhabe an und, wo notwendig, auch die Übernahme der Leitung“, erklärte Wolf. Zwar dürften kirchenrechtliche Überlegungen dabei nicht vernachlässigt werden, könnten aber nur als „Leitplanken für die Ausgestaltung“ dienen.

Den Änderungen bei den Räumen müsste auch die Rätestruktur angepasst werden. Der Diözesanrat arbeite derzeit an den passenden Satzungen. „Wenn sich durch die Vergrößerung der Räume die Leitungsprozesse verändern, dann werden die Räte entsprechend aufzustellen sein.“ Durch die Einführung der Pastoralen Räume würden Verantwortlichkeiten auf diese Ebene übertragen. „Eine relevante Mitsprache der nicht-geweihten und der nicht-hauptamtlichen Kirchenmitglieder muss sichergestellt werden“, forderte der Diözesanratsvorsitzende. Auf jeder Ebene, auf der Entscheidungen getroffen werden, müsse ein entsprechendes Gremium existieren. Deutlich sprach sich Wolf dafür aus, die Pfarreiengemeinschaften als Gliederungselement beizubehalten. „Eine zusätzliche Umorganisation sollte vermieden werden.“ Trier und Köln seien hier warnende Beispiele. „Subsidiarität als wesentlicher Bestandteil der Strukturdebatte denkt die Strukturen von unten.“

Kirche müsse vor Ort mit ihrem vielfältigen Leben präsent bleiben und Seelsorge und Caritas Hand in Hand arbeiten. Sie dürfe sich nicht auf das „sakramentale Kerngeschäft“ zurückziehen, betonte Wolf weiter. Kirche müsse umfassend agieren, um auch weiterhin gesellschaftlich relevant zu sein. „Die Jugend und die Familien sind hier aus unserer Sicht ein wichtiger Schwerpunkt der kommenden Jahre.“ Der Diözesanrat als „Stimme des Kirchenvolks“ werde seine Meinung klar vernehmbar vertreten. „Alles in allem wird der Diözesanrat ein kritischer und diskussionsbereiter Partner der Diözesanleitung und eine starke Vertretung aller Laien – einschließlich der Hauptamtlichen – sein“, versprach der Diözesanratsvorsitzende.

Im Blick auf das aktuelle „Jahr der Familie“ sei es das große Anliegen im Bistum, in der Pandemie-Zeit auch und gerade Familien zu unterstützen, die in der Mehrfachbelastung zwischen Homeoffice und Homeschooling besonders gefordert seien, sagte Bischof Jung. Papst Franziskus hebe in seinem Apostolischen Schreiben „Patris Corde“ zum Jahr des heiligen Josef hervor: „Der heilige Josef erinnert uns daran, dass all jene, die scheinbar im Verborgenen oder in der ‚zweiten Reihe’ stehen, mit ihrem Einsatz für die Kranken und für unseren Bedarf des täglichen Lebens in der Heilsgeschichte eine unvergleichliche Hauptrolle spielen. Ihnen allen gebührt Dank und Anerkennung.“ Zudem verwies der Bischof auf das Jahresmotto aus dem Epheserbrief, unter das er das Jahr im Bistum Würzburg gestellt hat: „Wir aber wollen, von der Liebe geleitet, die Wahrheit bezeugen und in allem auf ihn hin wachsen. Er, Christus, ist das Haupt.“

mh (POW)

(0621/0119; E-Mail voraus)

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