Kloster Oberzell (POW) Sie haben genäht, gepflegt, unterrichtet, begleitet und geleitet: Die Oberzeller Franziskanerinnen, die am Samstag, 25. April, oder Samstag, 2. Mai, ihr Professjubiläum in der Klosterkirche Sankt Michael des Kloster Oberzell gefeiert haben, blicken auf viele Jahrzehnte im Dienst am Menschen zurück. Das schreibt die Gemeinschaft in einer Pressemitteilung. Fünf Schwestern das Gnadenvolle Jubiläum nach 70 Jahren Ordensleben, drei feierten die Eiserne (65 Jahre) und weitere drei die Diamantene Profess (60 Jahre).
Beide Festtage standen im Zeichen der Dankbarkeit für ein langes Leben in der Nachfolge Christi und für vielfältige Dienste an Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Die Jubilarinnen erneuerten ihre Profess und bekräftigten damit ihr „Ja“ zu Gott und zur Gemeinschaft. Die Feiern seien geprägt gewesen von festlicher Musik, persönlichen Begegnungen und der gemeinsamen Dankbarkeit für ein langes und erfülltes Ordensleben. Zahlreiche Verwandte, Wegbegleiterinnen und -begleiter sowie Mitschwestern feierten mit den Jubilarinnen. Generaloberin Schwester Juliana Seelmann beschrieb die unterschiedlichen Lebenswege der Jubilarinnen, die von Aufbrüchen, Veränderungen und der Bereitschaft geprägt seien, sich immer wieder neu senden zu lassen.
Gnadenvolle Profess (70 Jahre)
Beim Gottesdienst am 25. April standen die fünf Schwestern im Mittelpunkt, die vor 70 Jahren ihre Profess ablegten. Generaloberin Seelmann würdigte die Lebenswege der Jubilarinnen, die als Erzieherinnen, Altenpflegerinnen, Schneiderinnen und Krankenschwestern tätig waren. Viele von ihnen seien über Jahrzehnte in der Jugendhilfe, in der Pflege oder in hauswirtschaftlichen Bereichen tätig gewesen. Hausgeistlicher Oberstudienrat Achim Wenzel würdigte sie in seiner Predigt als Frauen, die dem Evangelium ein Gesicht gegeben hätten. Ihr Glaube sei in ihrem konkreten Tun sichtbar geworden – in ihrem Dienst, in ihren Begegnungen und in ihrer Haltung gegenüber den Menschen. Sein Wunsch an sie lautete: „Schenken Sie uns weiterhin Ihr Lächeln.“ Alexandra und Stefan Meusert begleiteten die Feier musikalisch.
Schwester Ambrosiana Hierl stammt aus Stadl in der Oberpfalz (Landkreis Regensburg). Sie war als Handarbeitslehrerin, Heimerzieherin und Altenpflegerin tätig. Sie wirkte unter anderem im Elisabethenheim in Nürnberg, in Sankt Ludwig, Kirchschönbach sowie im Raphaelsheim und in Mohnheim.
Schwester Animata Ort aus Schneeberg (Landkreis Miltenberg) arbeitete als Damenschneiderin und viele Jahre als Handarbeitsschwester in der Fürsorge im Heim in Schnaittach. Später war sie in Sankt Hildegard und im Konvent Sankt Burkhard tätig, wo ihre handwerklichen Fähigkeiten weiterhin gefragt waren.
Schwester Berthilde Weiß aus Steinberg in der Oberpfalz (Landkreis Schwandorf) wurde zur Handarbeitslehrerin, Damenschneiderin und Erzieherin ausgebildet. Sie wirkte an verschiedenen Orten, darunter Schnaittach, Sankt Hildegard und viele Jahre in München-Thalkirchen. Auch im Raphaelsheim übernahm sie Aufgaben im Haushalt und Fahrdienste.
Schwester Hermosila Müller aus Rannungen (Landkreis Bad Kissingen) arbeitete als Krankenschwester in verschiedenen Orten wie Rattelsdorf, Wiesenfeld und Ebensfeld. Später war sie viele Jahre im Haus Klara tätig, wo sie sich in der Hauswirtschaft und in der Betreuung der Gäste einbrachte.
Schwester Winifred Eckel wuchs in Castell (Landkreis Kitzingen) auf und ließ sich zur Damen- und Herrenschneiderin ausbilden. Nach langjähriger Tätigkeit im Mädchenheim arbeitete sie später im Mutterhaus und im Antoniushaus als Schneiderin.
Eiserne Profess (65 Jahre) und Diamantene Profess (60 Jahre)
Auf 65 Jahre Zugehörigkeit zum Orden blickten die Schwestern Christophora Bieberle, Gregoria Lutter und Kunihild Stemmler zurück, auf 60 Jahre die Schwestern Petra Körner, Serafine Nickl und Walburg Giesel. Die Lebenswege der Jubilarinnen seien ebenfalls geprägt von großer Vielfalt, betonte Generaloberin Seelmann bei der Feier am 2. Mai. Sie führten unter anderem in die Krankenpflege, die Verwaltung, die Erziehung und in Leitungsverantwortung – und für manche Schwestern über viele Jahre ins Ausland nach Südafrika oder in die USA. In seiner Predigt stellte Benediktinerbruder Isaak Grünberger von der Abtei Münsterschwarzach die Sehnsucht des Menschen nach Heimat in den Mittelpunkt. Die Jubilarinnen hätten durch ihr Leben vielen Menschen ein Stück Heimat gegeben und Räume eröffnet, in denen sie angenommen und begleitet wurden. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm Johannes Grötzner mit dem Collegium Vocale.
Schwester Christophora Bieberle stammt aus Grünau (Landkreis Mährisch-Trübau) und war als Krankenschwester und Köchin tätig. Viele Jahre verbrachte sie als Missionarin in Südafrika, wo sie vor allem in der Küche wirkte.
Schwester Gregoria Lutter aus Ehringsfeld (Landkreis Neumarkt) arbeitete als Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin und war viele Jahre in den USA tätig, wo sie unter anderem Verantwortung als Regionaloberin übernahm. Später führte ihr Weg ebenfalls nach Südafrika.
Schwester Kunihild Stemmler aus Unterwittighausen (Main-Tauber-Kreis) prägte als Verwaltungsfachkraft die Arbeit der Gemeinschaft an verschiedenen Orten. Sie leitete unter anderem das Haus Antonie Werr und engagiert sich bis heute im Oberzeller Kreis.
Schwester Petra Körner aus Nußloch (Rhein-Neckar-Kreis) war als Sonderschullehrerin tätig, davon viele Jahre in Sankt Ludwig. Später übernahm sie Leitungsverantwortung als Oberin. Sie bringt sich bis heute unter anderem in der Gestaltung von Blumenschmuck ein.
Schwester Serafine Nickl aus Letzgau (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) arbeitete über viele Jahre als Krankenschwester, unter anderem im Juliusspital Würzburg, und übernahm später die Pflegedienstleitung im Antoniushaus sowie Verantwortung als Oberin.
Schwester Walburg Giesel aus Pobutsch (Landkreis Hohenstadt) wirkte als Hauswirtschafts- und Handarbeitslehrerin. Viele Jahre unterrichtete sie in der Haushaltungsschule in Oberzell und arbeitete anschließend in der Wäscherei der Gemeinschaft.
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