Würzburg (POW) Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg ist zu Ende. Über die Großereignisse wurde ausführlich berichtet. Doch was war noch so los in den vergangenen fünf Tagen? Die Redaktionen des Medienhauses der Diözese haben gesammelt: Einblicke in spannende Workshops und besondere Gottesdienste, Blicke hinter die Kulissen und nette Begegnungen.
Ein Gänseblümchen für Bischof Jung
Mit einem Empfang im Innenhof des Hauses der Ausbildung in der Domerschulstraße hat Bischof Dr. Franz Jung am Sonntag, 17. Mai, den vielen Menschen gedankt, die durch ihren Einsatz den Katholikentag in Würzburg ermöglicht haben. Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, dankte ihrerseits für die Gastfreundschaft des Bistums Würzburg. „Der größte Blumenstrauß könnte meinen Dank nicht ausreichend widerspiegeln.“ Da sie als Bauerstochter auch „das Kleine“ sehr zu schätzen wisse, überreichte sie dem Bischof zu dessen Erheiterung ein selbst gepflücktes Gänseblümchen vom Innenhofrasen.
Weitere Fotos vom Bischofsempfang finden Sie hier:https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779025271L7VaXgR3skASMc
„Hab Mut – steig ein“: Der Weihbischof im Polizeihubschrauber
Bei seinem Besuch am Samstag, 16. Mai, in der Einsatzzentrale der Malteser während des 104. Deutschen Katholikentags in der Staatlichen Feuerwehrschule bekam Weihbischof Paul Reder spontan die Einladung, in einem Polizeihubschrauber Platz zu nehmen. Dort erfuhr er beispielsweise, dass nicht einmal eine Maus, die durch ein Feld läuft, vor der Technik sicher ist – sogar aus 350 Metern Höhe. Der Weihbischof dankte allen Einsatzkräften für ihren wertvollen Dienst beim Katholikentag.
70 Jahre Einsatz für Menschen mit einer Hörbehinderung
Bei der Feier zum 70-jährigen Bestehen der Katholischen Gehörlosengemeinschaft des Bistums Würzburg am Samstag, 16. Mai, im Pfarrsaal Sankt Josef im Stadtteil Grombühl beglückwünschte Weihbischof Paul Reder die Gründungsmitglieder Marga Christ und Katharina Gölz und überreichte ihnen im Namen von Bischof Dr. Franz Jung jeweils eine Ehrenurkunde. „Ich finde es ganz wichtig, dass wir Gemeinschaft pflegen und immer wieder erfahren, was uns im Glauben trägt“, sagte der Weihbischof. Die Gehörlosengemeinschaft hatte während des Katholikentags auch zwei Workshops angeboten.
Podium zum Thema Antifeminismus: Wider den Spaltpilz
„Wer hat das Wort? Wie Antifeminismus Diskursräume verengt. Und wie wir sie wieder öffnen können“: Darüber wurde bei einem Podium am Samstag, 16. Mai, in der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche Sankt Johannis diskutiert. Laut Katharina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, seien die „rechtsextremen Parteien inzwischen gut vernetzt und nutzen alle Themen, bei denen sich die demokratischen Parteien uneins sind, um als Spaltpilz zu wirken und uns auseinanderzudividieren. Das betrifft vor allem die Themen Umwelt- und Minderheitenschutz“. Bischof Dr. Peter Kohlgraf sah das Bistum Mainz inzwischen deutlich offener aufgestellt für geschlechtergerechte Themen. Zuletzt seien Stellen für queersensible Pastoral eingerichtet worden. Doch dauere es „keine fünf Minuten, bis online meine theologische Kompetenz angezweifelt oder mein Rücktritt gefordert wird“. Anna Klüsener, Bundesvorsitzende der Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg, möchte Räume bieten, in denen sich Mädchen und junge Frauen frei entfalten können, geschützt vor Geschlechterrollen und Leistungsdruck.
Der Tipp (nicht nur) für alle Ehrenamtlichen: „Gott fordert keinen Burnout von Dir“
Das machten Pastoraltheologin Philippa Haase und Benediktinerpater Wolfgang Siegler im Workshop „Gott fordert keinen Burnout von dir. Engagieren, ohne sich zu verlieren“ am Samstag, 16. Mai, im Siebold-Gymnasium klar. Sie gaben Tipps zur Burnout-Prävention. Sie rieten unter anderem dazu, vorhandenen Erwartungsdruck bewusst wahrzunehmen und zu den eigenen Grenzen zu stehen. Da auch Schönes belastend und energiezehrend sein könne, müsse jede zusätzliche Aufgabe abgewogen und eventuell abgelehnt werden.
„Orgel rockt“: Gänsehaut, Ehrfurcht, Weihnachten
Zweimal im Dom, einmal in der Kirche Sankt Michael, und immer wegen Überfüllung vorzeitig geschlossen: Das Format „Orgel rockt“ mit Organist Patrick Gläser und Sängerin Miriam Henkel aus Öhringen zog Tausende an. Gläser präsentierte Werke von den Rolling Stones, Metallica oder Queen. Bei „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen sangen alle mit. Per Handy konnte man Gefühle schicken, die als Wortwolke auf Bildschirmen angezeigt wurden, oder über die Auswahl der gespielten Stücke abstimmen.
„Danke fürs Erkennen“ – Promis einmal anders
Selten einen derart bescheidenen Promi erlebt: Auf dem Weg zwischen Residenz und Siebold-Gymnasium kam ZDF-Nachrichtensprecherin Gundula Gause entgegen. Markus Hauck bat sie um ein Foto, sie stimmte zu und sagte dann „Danke fürs Erkennen – und fürs Bild.“
Engagierte Menschen erkennt man an bunten Buttons
Birke Schmidt, Referentin für Ehrenamtsförderung im Bistum Würzburg, verteilte am Bistumsstand am Oberen Markt an Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, verschiedenfarbige Buttons, ganz nach Art der Tätigkeit. Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gab es eine andere Farbe als für den Einsatz für Senioren oder Umwelt. „Die Leute reißen uns die Anstecker förmlich aus den Händen.“ Auch sonst herrschte reger Betrieb an Bistumsbühne und -stand. Passanten lauschten der Musik, informierten sich am Stand vom Verein Würzburger Partnerkaffee über die Vorzüge fair gehandelten Kaffees und ließen sich am Bistumsstand ein Gläschen Frankenwein kredenzen.
Ein bisschen Luft schnappen im Trubel des Katholikentags…
… das war am Spirituellen Rastplatz im Innenhof des Kiliansdoms mit Liegestühlen und Palettensofas möglich. Es gab Impulskarten, Kaffee und Brezen. „Man merkt schon, dass die Leute eine Viertelstunde, eine halbe Stunde ausruhen wollen“, sagte Objektleiter Alexander Schmidt. „Man geht in den Dom rein, geht hier nach hinten und hat einfach Stille, Ruhe“, beschrieb Claudia Jörder vom Katholischen Sportverband in Freiburg die Atmosphäre. Sie war mit ihrem Mann auf ein Getränk zum Rastplatz gekommen – um dem „Jubel und Trubel“ in der Stadt einen Moment zu entfliehen. Philipp Koch (14) aus Bremen hatte mit drei Freundinnen und Freunden hier einen Platz zum Mittagessen gefunden. „Wenn man den ganzen Tag rumläuft, weil es ja viel zu sehen gibt, ist es ein schöner Ort, um sich auszuruhen.“
Wegen Überfüllung geschlossen…
… war am Freitag, 15. Mai, das Neumünster beim Gottesdienst unter dem Motto „Wer Mut zeigt, macht Mut. Wie Adolph Kolping: Vorangehen und Andere mitnehmen“. Die Audiospur des Gottesdienstes musste sogar auf den Kiliansplatz übertragen werden, wo nochmals 200 Personen mit Kolping-Bezug Platz genommen hatten.
„Wir haben es geschafft und die Wolken vertrieben.“
Angela M. Lixfeld, Leiterin des Chors des Diözesan-Caritasverbands, nach dem gelungenen Auftritt auf der Bistumsbühne am Oberen Markt am Freitag, 15. Mai. Der Auftritt begann im Regen, der aber schon nach wenigen Minuten versiegte. Rund 150 Menschen lauschten unter anderem „With a little help from my friends", „Keinen Tag soll es geben“ und „May the road rise to meet you".
„Das ist die erste Veranstaltung, bei der es von oben trocken ist.“
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag, 14. Mai, beim Podium „Wir sind die Demokratie“ in der Posthalle. Beim Rundgang mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender und Weihbischof Paul Reder auf der Kirchenmeile hatte es auf den letzten Metern noch dicke Tropfen geregnet. Was Steinmeier trocken kommentierte mit: „Es regnet nicht!“
Was „materialbasierter Distanzunterricht“ mit dem Katholikentag zu tun hat
Bischof Dr. Franz Jung besuchte nach dem Eröffnungsgottesdienst auf dem Residenzplatz am Donnerstag, 14. Mai, gemeinsam mit Schulreferent Leitender Schulamtsdirektor im Kirchendienst Jürgen Engel und den unterfränkischen Ministerialbeauftragten Marcus Ramsteiner (Realschulen) und Dr. Robert Christof (Gymnasien) das Siebold-Gymnasium, um der dortigen Schulleitung stellvertretend für alle Würzburger Schulen Danke für die Erlaubnis zu sagen, die Räumlichkeiten als Orte für den Katholikentag nutzen zu können. Möglich war das unter anderem, weil am Freitag „materialbasierter Distanzunterricht“ stattfindet – ein Wort, das der Bischof so deutsch fand, dass er es vor Ort gleich zweimal wiederholte. Schulleiter Oberstudiendirektor Hansgeorg Binsteiner freute sich, dass so viele nette Leute während des Katholikentags in das Schulhaus kämen. Bischof Jung schaute im Anschluss noch bei Angeboten für Jugendliche im Schulhaus und dem angrenzenden Ringpark vorbei.
Clowns an die Macht
Clowns und Kirche? In der Kirche Stift Haug passte das am Donnerstag, 14. Mai, bestens zusammen. Bei „Übermütig und aufrecht – ein Gottesdienst von und mit Clown*s“ tummelten sich etwa 15 Clowns um den Altar. Pantomimisch stellten sie Botschaften dar wie: „Zusammen ist man stärker“, „Hab Mut“ oder „Jeder Mensch ist wertvoll“. Beim Singen eines Psalms strömten sie bei „Das Wort verbreitete sich in die Welt“ in den Kirchenraum aus. Der erste Clown wisperte einem Besucher etwas ins Ohr, der drehte sich zu seinem Sitznachbarn und flüsterte etwas in dessen Ohr. Per Flüsterpost verbreiteten sich Botschaften: „Du bist ein Geschenk Gottes“ – „Freude“ – „Etwas Wunderbares ist passiert“. Es sei nicht einfach gewesen, zu entscheiden, wie die Clowns den Gottesdienst gestalten, sagte eine Darstellerin später. Aber eines wollten sie weitergeben: Freude und Heiterkeit. „Clowns bringen Verspieltheit mit, und das ist das Allerwichtigste: Loslassen und ein bisschen kindliche Verspieltheit an alle weitergeben.“
„Eine Kirche, die in der Tradition von Jesus steht, der sich für die Armen, Bedrängten und Ausgestoßenen eingesetzt hat, muss sich deutlich für die Menschen- und Bürgerrechte aller positionieren.“
Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, beim politischen Nachtgebet „Aufstehen für Menschenrechte“ am Donnerstag, 14. Mai, in der Augustinerkirche. „Wir dürfen Meinungsfreiheit nicht mit Gewissensfreiheit gleichsetzen. Mit Meinungsfreiheit geht die Verpflichtung einher, die Menschenwürde jedes Einzelnen zu achten.“ Es gehe nicht darum, die Position derer zu teilen, die gegen etwas protestieren, sondern darum, dass die Freiheitsrechte von Mitbürgern nicht eingeschränkt werden dürften.
Ein Wimmelbild-Truck für das Erzbistum Berlin
Der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch segnete im Innenhof des Areals der Erlöserschwestern den neuen Truck der „Jubiläums-Pastoralley“ des Erzbistums Berlin. 2030 feiert die Erzdiözese ihr 100-jähriges Bestehen. Der Fläche nach ist sie mehr als drei Mal so groß wie das Bistum Würzburg. Um besser präsent zu sein, haben Mitarbeiter des Bereichs Pastoral die Idee eines Trucks entwickelt. Foliert ist das Fahrzeug mit Wimmelbildern im Scribble-Style, welche die drei Bistumsteile Berlin, Brandenburg und Vorpommern zeigen: von der Hedwigs-Kathedrale in Berlin bis zum Ozeaneum in Stralsund. Dargestellt sind unter anderem das Benediktinerinnenkloster Sankt Gertrud und eine Feier zu Ehren des heiligen Otto von Bamberg, der vor 900 Jahren Pommern missionierte.
Eine Auszeit bei Knoblauchsrauke und Vogelstimmen…
…boten die spirituellen Naturerlebnisexkursionen am Nikolausberg mit Moraltheologe Professor Dr. Michael Rosenberger und Karl-Georg Schönmüller, Leiter des Forstbetriebs der Stadt Würzburg. Die jeweils rund 35 Teilnehmer entdeckten die Schöpfung mit allen Sinnen, fühlten die Rinde von Bäumen, rochen an Knoblauchsrauke, lauschten Wind und Vogelstimmen. Dazu gab es inspirierende Texte und den Hinweis auf die Enzyklika Laudato Si', in der Papst Franziskus zur Bewahrung der Schöpfung aufruft. Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, segnete einen frisch gepflanzten Amber-Baum.
Für die Solidarität mit und die Gebete für das ukrainische Volk…
… dankte Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh, Apostolischer Exarch für die katholischen Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien, bei einem Abendgebet im byzantinischen Ritus am Donnerstag, 14. Mai, in der Franziskanerkirche.
Bischöflicher Segen für die Rettungskräfte
Am Mittwoch, 13. Mai, begrüßten die Malteser Bischof Dr. Franz Jung in der Helfendenunterkunft an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. Der Bischof nahm an der morgendlichen Stabsbesprechung teil und erhielt einen umfassenden Einblick in den Einsatz sowie in die vielfältigen Aktivitäten rund um den Katholikentag. Zum Abschluss spendete Bischof Jung den Segen und betete gemeinsam mit den Maltesern für einen sicheren und reibungslosen Verlauf des Einsatzes.
Auch die Eisheiligen packen ihre Koffer und verabschieden sich vom 104. Deutschen Katholikentag. Erstmals seit Beginn des Großereignisses heißt es am Sonntag, 17. Mai, kurz nach 14 Uhr in der Wettervorhersage: „Es wird wärmer…“
mh/sti/chd/seh/raru/ub/hela (POW)
(2126/0510; E-Mail voraus)
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