Würzburg (POW) Vor 81 Jahren, am 16. März 1945, wurde die Stadt Würzburg bei einem Bombenangriff der Alliierten nahezu komplett zerstört. Der 20-minütige Angriff entwickelte sich zu einem Feuersturm. Rund 3000 Menschen kamen nach Angaben der Stadt Würzburg damals ums Leben. Mit einem Gedenkgottesdienst, Führungen und weiteren Veranstaltungen gedenken die Kirchen in Würzburg zusammen mit der Stadt Würzburg am Montag, 16. März, an den Jahrestag der Zerstörung Würzburgs sowie an das Ende des Zweiten Weltkriegs.
Domkapitular Dekan Stefan Gessner feiert um 9 Uhr im Kiliansdom eine Messe zum Gedenken an die Opfer des 16. März 1945 und alle Opfer von Krieg und Gewalt. Um 10 Uhr spricht Oberbürgermeister Martin Heilig beim Totengedenken am Hauptfriedhof und legt am Massengrab einen Kranz nieder. Gegen 10.20 Uhr beginnt dort der Versöhnungsweg der Ökumenischen Nagelkreuzgemeinschaft. Das Wandernagelkreuz und die Versöhnungsstatue werden bis März 2027 in den Einrichtungen der Diakonie einen Platz finden. Der Weg steht unter dem Motto „Versöhnung – Den Menschen im Blick“. Die Veranstaltung endet gegen 12 Uhr. Um 17.30 Uhr wird im Neumünster eine weitere Messfeier zum Gedenken angeboten. Ein Gedenkkonzert zur Zerstörung Würzburgs findet um 20 Uhr in der evangelisch-lutherischen Kirche Sankt Johannis statt. Das Kammerorchester Sankt Stephan, die Cappella Sankt Stephan und der Bachchor Würzburg sowie Solistinnen und Solisten unter der Leitung von Christian Heidecker und Hae-Kyung Jung gestalten es mit „Wie liegt die Stadt so wüst“ von Rudolf Mauersberger, „Trauermusik für Streichorchester mit Solobratsche“ von Paul Hindemith und „Requiem KV 626“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Darüber hinaus werden verschiedene Führungen angeboten. Führungen über das Mutterhausareal der Erlöserschwestern mit Besichtigung des ehemaligen Luftschutzkellers gibt es um 13.30 und 15.30 Uhr. Treffpunkt ist jeweils am Empfang in der Domerschulstraße 1. Der Eintritt ist frei. Um 19 Uhr gibt es zudem eine Führung mit Orgelkonzert. Der Eintritt kostet pro Person fünf Euro. Für alle Veranstaltungen ist eine Anmeldung per E-Mail an veranstaltungen@erloeserschwestern.de erforderlich.
Um 17 Uhr beginnt am Kiliansbrunnen am Bahnhofsvorplatz die Führung „Der schwärzeste Tag Würzburgs“ mit Markus Schäfer. Er zeigt, wo sich das Stadtbild durch den Wiederaufbau verändert hat und wo nicht. Eine weitere Führung mit Schäfer mit dem Titel „Bunker, Bomben, Flächenbrand“ startet um 20 Uhr am gleichen Ort. Für diese Führung ist eine Anmeldung bei der Volkshochschule Würzburg erforderlich. Ein Audiowalk mit dem Titel „Codename Bleak“ beginnt um 17 beziehungsweise 19 Uhr am Vorplatz des Mainfranken Theaters. Das Schauspielensemble hat dazu Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Bombenangriffs eingesprochen. Die Stadtführung „Nie wieder! – Jedenfalls nicht gleich“ mit dem Journalisten Wolfgang Jung beginnt um 19 Uhr am Mozart-Areal. Gruppen ab 15 Personen können einen „Literarischen Stadtrundgang 1944/45“ buchen: Sonja Weichand liest ab 9.30 Uhr an den Spielorten ihres Romans „schuld bewusstsein“, der die letzten Kriegsjahre aus der Sicht einer jungen Nationalsozialistin erzählt. Weitere Informationen unter www.sonjaweichand.com.
Um 21.20 Uhr läuten die Glocken in Würzburg 20 Minuten lang zum Gedenken an den Zeitraum des Luftangriffs am 16. März 1945. Bis Mitternacht besteht in der Marienkapelle die Möglichkeit zum stillen Gedenken und Gebet.
In den Tagen vor und nach dem 16. März finden weitere Veranstaltungen statt. Eine tagesaktuelle Übersicht über das gesamte Programm sowie Informationen zu Anmeldung und Eintrittspreisen gibt es auf der Homepage der Stadt Würzburg (www.wuerzburg.de/16maerz).
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