Würzburg (POW) Als „erfolgreich, engagiert und verlässlich“ ist bei einer Feierstunde im Würzburger Burkardushaus Matthias Schraud gewürdigt worden. Er geht nach mehr als 47 Jahren bei der Liga-Bank Würzburg, davon die letzten zwölf Jahre als Filialleiter, in den Ruhestand. Jörg-Peter Nitschmann, Vorstandsvorsitzender der Liga-Bank, bezeichnete ihn als „eine Persönlichkeit, die diese Filiale und darüber hinaus unser Haus geprägt hat“. Matthias Mark begrüßte er als Schrauds Nachfolger. An der Veranstaltung nahmen neben den Mitarbeitenden der Bankniederlassung unter anderem auch Vertreter von Bistum, Caritas, Stiftungen, Ordensgemeinschaften, Vereinen und universitären Einrichtungen teil.
„Ihr Erfolg hat auch viel mit Ihrer Haltung zu tun, mit Ihrer Ruhe, Ihrer Klarheit und Ihrer Fähigkeit, Dinge zusammenzuführen, die nicht immer selbstverständlich zusammenpassen“, erklärte Nitschmann in seiner Laudatio. Die Filiale in Unterfranken habe die Vorgaben aus der Oberpfälzer Zentrale in Regensburg unter Schraud „mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein, mit Unabhängigkeit im Denken und Handeln“ umgesetzt. Diese Balance habe der Würzburger Filialleiter durch Vertrauen, Klarheit und eine gewisse innere Unabhängigkeit gehalten. „Sie haben Verantwortung übernommen ‒ für die Filiale, die Menschen, die Entwicklung. Sie haben die Beratung geprägt, die im gesamten Bistum einen ausgezeichneten Ruf genießt. Und Sie haben ein Team geführt, das Ihnen vertraut hat und Ihnen gerne gefolgt ist“, attestierte Nitschmann. Der geschäftliche Erfolg liest sich in Zahlen so: Das Wertpapiervolumen stieg unter Schraud um über 500 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro, die Einlagen auf rund 600 Millionen Euro, eine Steigerung um mehr als 230 Millionen Euro. Das Kreditgeschäft wuchs um 154 Millionen Euro auf über 300 Millionen Euro an. „In den letzten zwölf Jahren hat sich das Geschäftsvolumen unserer Filiale in Würzburg mehr als verdreifacht.“ Nitschmann dankte Schraud für seine Haltung, Verlässlichkeit und Leistung und wünschte ihm und seiner Familie für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und Gottes Segen.
Für das Bistum Würzburg und den Diözesan-Caritasverband honorierte stellvertretender Generalvikar Monsignore Dr. Stefan Rambacher Schraud und dankte ihm für das langjährige und verdienstvolle Wirken. Alle Finanzdirektoren von Dr. Adolf Bauer bis Ordinariatsrat Gerald Düchs sowie die Direktoren und Vorsitzenden der Caritas, heute Domkapitular Monsignore Clemens Bieber, „konnten sich in all ihren herausfordernden Aufgaben nicht nur auf Ihre finanzwirtschaftliche Expertise verlassen, sondern hatten in Ihnen auch immer einen menschlich vertrauensvollen Partner“. Das liegt laut Rambacher nicht zuletzt daran, dass Schraud wirtschaftliche Fachkompetenz, christliche Ethik und kirchliche Identifikation in sich vereine. „Das Jahresmotto ‚Hab Mut, steh auf!‘ des Bistums, gleichzeitig das Motto des bevorstehenden Katholikentags, bringt in besonderer Weise zum Ausdruck, was auch Ihr berufliches Engagement gekennzeichnet hat: die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, Herausforderungen anzunehmen und immer wieder mit Zuversicht neue Schritte zu gehen ─ in Zeiten von starkem Wandel auch im Bereich von Wirtschaft und Bankenwesen.“ Die Tugenden Mut und Standhaftigkeit habe Schraud in beeindruckender Weise verkörpert. Zugleich sei ihm der besondere Geist der Liga-Bank als kirchlicher Bank immer am Herzen gelegen. Zudem habe er über sein hohes berufliches Engagement hinaus seine christliche Werteorientierung auch vielfach ehrenamtlich im Bereich von Kirche und Caritas eingebracht.
„Meine berufliche Motivation war nicht nur die Arbeit an Zahlen und Märkten. Es waren die Menschen und eine wertebasierte Arbeit“, erklärte Schraud. Die Identifikation mit christlichen Werten sei ihm schon im Elternhaus mitgegeben worden. „Daraus ist eine enge Verbundenheit zur Institution Kirche gewachsen.“ Vertrauen sei das Fundament der 47 Jahre seiner Arbeit gewesen. Er sei von der Ausbildung bis zum Filialleiter seinem Arbeitgeber verbunden geblieben. Zum einen, weil er sich innerhalb der Bank weiterentwickeln und qualifizieren konnte. „Es waren aber auch weiche Faktoren wie gegenseitiges Vertrauen, christliche Werte und der enge Kundenkontakt, die mich fest an die Liga-Bank gebunden haben.“ Schraud dankte seiner Frau Rosi, die ihm stets den Rücken freigehalten, ihn getragen und unterstützt habe. Seine Kinder hätten gedacht, die Bank habe bis 19 Uhr abends geöffnet, weil der Vater immer so spät nach Hause kam. „Die Überraschung war groß, als sie selbst die Öffnungszeiten an der Eingangstür lesen konnten“, sagte er schmunzelnd. Sein Haus als „Standesbank und verlässlicher Partner der Kirche“ übernehme Verantwortung und strahle auch in schwierigen Zeiten Stabilität aus. „Die Interessen unserer Kunden stehen immer im Vordergrund, der Genossenschaftsgedanke wird gelebt.“ Schraud dankte allen, die dazu beigetragen hätten, insbesondere seinem Team in Würzburg. Er sei sich sicher, dass die Grundwerte der Gründungsväter auch durch seinen Nachfolger Matthias Mark weitergetragen würden. „Auch wenn er noch jung ausschaut, 30 Jahre Erfahrung hat er schon.“
Als kirchlich verwurzelt stellte sich im Schlusswort der neue Filialleiter Matthias Mark vor. Er sei ehrenamtlich Kirchenrechner der Kirchenstiftung von Rittershausen im Ochsenfurter Gau und „Glöckner“ der Pfarrkirche Sankt Matthäus, sagte der 49-Jährige. Seit beinahe 33 Jahren arbeite er in der Ligabank. Zuletzt betreute er mehr als zehn Jahre die institutionellen Kunden und war ab 2014 stellvertretender Filialleiter. Wenn man eine Filialleitung übernehme stelle man schnell fest, „dass kein Papier der Welt einen auf den ganz normalen Wahnsinn des Alltags vorbereitet“. Die aktuellen Zeiten, in denen sich unter anderem die Märkte immer schneller veränderten und Entscheidungszyklen sich verkürzten, erforderten Finanzpartner, die auch in partnerschaftlicher Beratung und Betreuung Orientierung geben und zur Seite stehen. Er dankte den Kolleginnen und Kollegen, die der Bank Gesicht, Stärke und Zukunft gäben. „Ihr seid das wertvollste Kapital.“ Seinem Vorgänger Schraud dankte er für das Vertrauen, das er in den zwölf Jahren an der Spitze der Filiale bei den Kunden aufgebaut habe. „Vertrauen ist die einzige Währung, die auch in volatilen Zeiten wie diesen stabil bleibt“, betonte Mark. Schraud habe die Gabe besessen, schwierige Zusammenhänge in einfachen und klaren Worten zu transportieren. „Viele unserer Kunden waren Dir dafür sehr dankbar.“ Vorstandsvorsitzender Nitschmann bezeichnete Mark als „bestens qualifiziert“ für die neue Aufgabe. Seine Ernennung zum neuen Würzburger Filialleiter sei „eine gute Wahl“. Dadurch werde deutlich, dass in guten Händen weitergeführt werde, was Schraud aufgebaut habe. „Ich freue mich auf die weitere, gute Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihrem Team.“
Aus Anlass des Amtswechsels kündigte Nitschmann eine Spende über 2500 Euro an die Stiftung „Miteinander für das Leben“ an. Diese unterstützt in Not geratene Frauen und Familien besonders während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kinds.
mh (POW)
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