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Kirchliche Wirklichkeit als Wachstumsangebot

Bischof Jung feiert Gottesdienst zum Jahresschluss und stellt das Jahr 2021 unter ein Wort aus dem Epheserbrief

Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung lädt für das Jahr 2021 dazu ein, die kirchliche Wirklichkeit als „Wachstumsangebot“ und nicht als Problemfall zu sehen. Das hat er beim Pontifikalgottesdienst zum Jahresschluss am Silvestertag, Donnerstag, 31. Dezember, im Würzburger Kiliansdom betont. Er stellte das neue Jahr unter den Satz aus dem Epheserbrief: „Wir aber wollen, von der Liebe geleitet, die Wahrheit bezeugen und in allem auf ihn hin wachsen. Er, Christus, ist das Haupt.“ Für 2021 seien es im Bistum Würzburg die großen Herausforderungen, die 40 Pastoralen Räume zu entwickeln, die Sozialraumorientierung anzuschieben, die Finanzen zu ordnen und den Missbrauch aufzuarbeiten.

Wie der Bischof in seiner Predigt erklärte, wachse die Kirche seit der Menschwerdung Christi und strebe nach der Fülle, die in Christus als dem vollkommenen Menschen verwirklicht ist. „Das geht nur in Gemeinschaft, denn nur in der Fülle der Charismen wird man dem Maß des Gottmenschen gerecht werden. Ein Einzelner kann es nicht.“ Das sei auch dem Apostel Paulus bewusst, der die Kirche als lebendigen Organismus betrachte und dem fraglos klar gewesen sei, dass die Kirche noch im Wachsen begriffen sei. „Wir erleben derzeit eher das Gegenteil“, attestierte Bischof Jung. Kirchliches Leben gehe zurück, Kirchenaustritte nähmen zu. „Aber das gehört zu Wachstumsphasen im Leben: Eine bestimmte Gestalt wird abgebaut, damit Neues wächst.“ Krisensymptome machten offenbar, dass Wachstum anstehe und sich Neues entwickeln wolle.

Auch Paulus betone im Epheserbrief, dass Liebe wichtig sei. „Ohne Liebe kein Wachstum“, erklärte der Bischof. Liebe wolle Wachstum, sonst verknöchere sie. Sie fühle, was noch fehle, und leide an dem Fehlenden. „Insofern ist Liebe missionarisch und drängt über die eigenen Grenzen hinaus, ohne sich zurückzuziehen oder sich selbstzufrieden zurückzulehnen.“ Genau darum geht es laut Bischof Jung auch bei den Pastoralen Räumen: „Sie sollen unser Denken weit machen und die Augen dafür öffnen, wo wir als Kirche gebraucht werden.“ Die finanziellen Engpässe zwängen zu Kreativität, die Dinge anders zu machen, Altes zu lassen und Neues auszuprobieren. „Die Teamarbeit fordert uns heraus, neu Gemeinschaft einzuüben und sie glaubhaft vorzuleben für und mit den Gemeinden.“ Liebe gebe Zeit, dränge aber auch zur Verwirklichung.

Die von Paulus angesprochene Wahrheit mahne, dass sich jeder Gläubige eingestehen müsse, der Wahrheit Christi noch nicht gerecht geworden zu sein. Wichtig sei auch, im Blick zu behalten, dass „die Wahrheit zu tun ist“ und keine theoretische bleibe. „Wo die Liebe antreibt zum Wachsen, legt die Wahrheit umgekehrt alle Lieblosigkeit offen: die unbewusste, die strukturelle, nicht zuletzt die bewusste, persönlich zurechenbare Lieblosigkeit als Schuld und Versagen“, sagte der Bischof. Das verlange den selbstkritischen und wahrhaftigen Blick auf die Kirche. Damit verbunden seien die Frage nach der Ehrlichkeit in Sachen Aufarbeitung des Missbrauchs und die Fragen nach Mitbestimmung und Unabhängigkeit der Gremien, die jetzt sichergestellt sei durch die neuen Satzungen und die Bestellung neuer Gremien für die Verwaltung der Bistumsfinanzen.

Zugleich ist die Kirche nach den Worten des Bischofs gefordert, die Wahrheit Christi in der Welt anwaltschaftlich zu vertreten: durch Kritik am assistierten Suizid, durch die Mahnung, die Alten, Kranken, Trauernden und Sterbenden in Coronazeiten nicht allein zu lassen und durch den Einsatz für weltweite Gerechtigkeit, beispielsweise durch Adveniat und die Sternsingeraktion. „Die Wahrheit Christi ist noch nicht ausgeschöpft – weder in der Kirche, noch in der Welt“, sagte der Bischof. Auch wenn die Christen immer hinter der Fülle zurückblieben, heiße das keineswegs, dass sie sich nicht bewegen müssten.

Christus stifte seiner Kirche durch den Heiligen Geist die Kraft zum Wachstum. „Er zieht sie an sich, und damit über sich hinaus. Das ist unsere Hoffnung und unser Trost“, betonte der Bischof. Unbestritten sei der damit verbundene Wachstumsprozess bisweilen mühsam und schmerzlich. „Voraussetzung ist es, immer neu die Bindung an Christus zu vertiefen im Gebet und so in der Liebe zur Wahrheit und in der wahrhaftigen Liebe zu wachsen.“ Vor allem in der Eucharistie wüchsen die Gläubigen in die je größere Liebe Christi hinein. „So wird Eucharistie im wahrsten Sinn des Wortes zur ‚Wegzehrung‘ für den Weg der Kirche und unseres Bistums zur je größeren Fülle und Erfüllung“, sagte Bischof Jung. Die Gottesmutter Maria sei wichtige Fürsprecherin auf diesem Weg. Sie habe sich dem Ruf Gottes zur größeren Liebe gestellt und sei der Wahrheit nie ausgewichen, „auch wenn sie wehtut“.

(0221/0049; E-Mail voraus)

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