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Kiliani-Wallfahrtswoche 2019

Liebe als das Wesen der Kirche

Kiliani-Wallfahrtstag der Priester, Diakone und pastoralen Kräfte – Ehrendomherr Bischof em. Dr. Hofmann feiert Goldenes Priesterjubiläum nach – Kardinal Woelki unter den Konzelebranten

Würzburg (POW) Das Wesen der Kirche besteht nicht im Beachten von Ge- und Verboten, „sondern in der Verkündigung und Praktizierung von Liebe“. Das hat Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann am Dienstag, 9. Juli, im Kiliani-Gottesdienst für Priester, Diakone und pastorale Kräfte betont. Bischof Dr. Franz Jung begrüßte rund 900 Gläubige zu der Feier im Kiliansdom. Er zeigte sich erfreut, dass die im Februar wegen dessen Erkankung ausgefallene Feier seines Vorgängers zum Goldenen Priesterjubiläum in der Kiliani-Wallfahrtswoche nachgeholt werden kann. Bereits am Sonntagnachmittag in der Vesper hatte das Würzburger Domkapitel Bischof Hofmann zum Würzburger Ehrendomherrn ernannt. Konzelebranten beim Pontifikalgottesdienst waren unter anderem der Kölner Kardinal Rainer Woelki, Bischof John C. Ndimbo aus dem Partnerbistum Mbinga, die emeritierten Bischöfe Heinz Josef Algermissen (Fulda), Dr. Walter Mixa (Augsburg) und Norbert Trelle (Hildesheim) sowie Weihbischof Ulrich Boom. Als Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft nahmen Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm, Universitätspräsident Professor Dr. Alfred Forchel, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Landrat Eberhard Nuß (Würzburg), die evangelisch-lutherische Dekanin Dr. Edda Weise sowie Lucia Stamm und Ralf Sauer vom Vorstand des Diözesanrats der Katholiken teil.

In seiner Predigt betonte Bischof Hofmann, die grundsätzlichen Fragen „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?“ beschäftigten die Menschen zu allen Zeiten. „Das war vor 50 Jahren, als ich mein ‚Adsum‘ sprach, genauso wie heute in dieser Stunde des Dankens.“ Damals, in den 1960er Jahren, habe die Kirche scheinbar gefestigt dagestanden. Die Erfahrungen der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft und die Folgen des Zweiten Weltkriegs hätten noch die ethischen Fragen des Wirtschaftswunders geprägt. Im Zweiten Vatikanischen Konzil habe sich die Kirche den gesellschaftlichen Fragen gestellt und weitgehend positive Resonanz erfahren.

Heute sei die Welt, nicht zuletzt dank der Digitalisierung, zu einem „global village“ geworden. Neben einer virtuellen Allgegenwart scheine sich eine virtuelle Allwissenheit einzustellen. „Und man glaubt, mit diesen neuen Erkenntnissen das bisher Gültige, die Erfahrung und die Prägung durch die Menschheitsgeschichte bis hin zur Heilsgeschichte Gottes, überliefert in den biblischen Botschaften, aushebeln zu können. Wird aber aufgrund der Informationsflut und der kaum zu verarbeitenden Datenmenge die sogenannte virtuell aufgetischte Wirklichkeit nicht immer undurchdringlicher und unüberschaubarer?“, fragte der Bischof. Auch die sexuellen Übergriffe in der Kirche erschwerten die heutige Situation erheblich. Papst Franziskus spreche in seinem Brief „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ davon, „dass wir nicht nur in einer Zeit der Veränderungen leben, sondern vielmehr in einer Zeitenwende, die neue und alte Fragen aufwirft, angesichts derer eine Auseinandersetzung berechtigt und notwendig ist“.

Die Grundsatzfragen der Menschheit seien hochaktuell. Gott müsse nicht er-, sondern gefunden werden. „Dazu bedient er sich der Kirche und ruft Menschen in die Nachfolge Christi.“ Schon die Begegnung des Mose mit Gott im brennenden Dornbusch mache deutlich: Jede Berufung ist einmalig und verläuft einzigartig. „Innerhalb der vielen Berufungen gibt es auch die Berufung zum Priester, für die ich heute besonders danken möchte. Nicht aus eigenem Vermögen heraus wird man berufen, sondern aus dem Willen Gottes“, hob Bischof Hofmann hervor. Christus wolle durch die Geweihten in die jetzige Zeit und an diesem konkreten Ort wirken. „Hierin liegt die große Herausforderung an den Weihekandidaten. Das eigene ‚Adsum – hier bin ich‘ zu sprechen, setzt voraus, dass ich mich ganz und gar der Liebe Christi anvertraue – ohne zu wissen, was auf mich zukommt.“

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Die Situation der Priester verglich Bischof Hofmann mit der der Jünger im schlingernden Boot aus dem Matthäusevangelium. „Erst als Petrus den über das Wasser kommenden Herrn erkannte und der Herr ihm erlaubte, zu ihm zu kommen, da konnte Petrus – entgegen allen physikalischen Gesetzen – über das Wasser gehen. Jesus ruft den verängstigten Jüngern zu: ‚Habt Vertrauen, fürchtet euch nicht!‘“ Entscheidend sei, sich immer wieder neu auf Christus auszurichten. „In dem Augenblick, als Petrus Jesus einen Moment aus dem Blick verlor und seine Situation nach menschlichem Denken als unmöglich einstufte, begann er unterzugehen.“ Jesus habe ihn aufgefangen und gesagt: „Du Kleingläubiger, warum hast Du gezweifelt?“ Der diesjährige Leitsatz der Kiliani-Wallfahrtswoche ist laut Bischof Hofmann Ansporn für ein überzeugendes Leben aus dem Glauben: „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

Er selbst habe in den vergangenen 50 Jahren erfahren, dass Christus der Herr ist, der jeden persönlich im Blick habe. „Hier in Würzburg habe ich durch die irischen Wandermönche Kilian, Kolonat und Totnan gelernt, dass ihr Aufbruch zur Missionierung des Festlands nicht geprägt war durch hellenistisch-römische Wissenschaft, sondern durch die Erfahrungen der frühen Wüstenmönche, die Gott in allem fanden.“ Ausdrücklich dankte Bischof Hofmann allen, die seinen Lebensweg als Priester und Bischof begleitet und gestützt haben – in Köln, Düsseldorf und Würzburg.

Bei der anschließenden Begegnung auf dem Kiliansplatz nutzten viele Menschen die Gelegenheit, Bischof Hofmann persönlich zum Goldenen Priesterjubiläum zu gratulieren und auch mit seinem Nachfolger Bischof Jung ins Gespräch zu kommen.

mh (POW)

(2819/0762; E-Mail voraus)

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