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Margarete und der Bauernkrieg

Theaterstück „Das Margetshöchheimer Gelöbnis“ rückt Kirche und Bauernkrieg in den Mittelpunkt – Aufführungen zum 800. Jubiläum von Margetshöchheim – Manuskript galt als verschollen – Premiere am 8. Mai

Margetshöchheim (POW) Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Das Theaterstück „Das Margetshöchheimer Gelöbnis“ feiert am Freitag, 8. Mai, um 19.30 Uhr in der Margaretenhalle in Margetshöchheim seine Premiere. Eine zentrale Rolle spielt die Ortspatronin, die heilige Margarethe – im Stück verkörpert eine Figur namens Margarete die Eigenschaften der Heiligen. Es spielt zur Zeit der Bauernkriege im Jahr 1525, ein Rahmenprogramm im Innenhof der Margaretenhalle lässt die damalige Zeit lebendig werden. Die Neuinszenierung erfolgt im Rahmen des 800. Ortsjubiläums, das 2027 gefeiert wird. Die erste urkundliche Erwähnung von Margetshöchheim stammt aus dem Jahr 1227. Die Planung und Organisation liegt beim MainART-Kulturverein.

Das „Margetshöchheimer Gelöbnis“ wurde bereits 1952 von Hugo Werner an der damaligen Schule des Ortes entwickelt und bei der 725-Jahr-Feier aufgeführt. Danach galt das Werk als verschollen. Bis es von Brigitte Laudenbacher vom MainART-Kulturverein im Nachlass des damaligen Schulrektors Edgar Frischholz im Gemeindearchiv wiederentdeckt wurde, wie die Gemeinde auf ihrem Blog berichtet. Der Überlieferung nach sei Margetshöchheim dank der Hilfe der heiligen Margarethe im Bauernkrieg vergleichsweise verschont geblieben. Die Margarete im Stück verkörpere die Eigenschaften der Dorfpatronin: Standhaftigkeit, Glaubenstreue und Gewissen. „Sie steht als geistlicher Gegenpol zu Gewalt und Machtinteressen, sagt klar Nein zu Krieg – und am Ende wird sie für diese Einstellung belohnt“, schreibt der Kulturverein. Im Skript werde deutlich, dass die Kirche für alle Beteiligten geistliche Heimat war: Die aufständischen Bauern hätten sich auf das Evangelium berufen, die Obrigkeit habe die bestehende Ordnung als von Gott gegeben schützen wollen. Dabei sei es keine rein fiktive Geschichte, sondern beziehe sich auf zahlreiche regionale und historisch verbürgte Begebenheiten, ist im Blog der Gemeinde zu lesen: „Durch Auftritte historischer Persönlichkeiten wie Martin Luther und Florian Geyer entsteht ein lebendiges Bild der Zeit, das regionale Ereignisse mit überregionalen Entwicklungen verbindet.“

Unter der Regie von Carsten Steuwer, Künstlerischer Leiter des Inklusionstheaters am Theater Chambinzky in Würzburg, proben derzeit Laiendarstellerinnen und -darsteller aus dem Ort gemeinsam mit Schauspielerinnen und Schauspielern aus Würzburg. Hinter den Kulissen sei das Projekt weit fortgeschritten. Das Bühnenbild sei in inklusiver Zusammenarbeit mit der Schreinerei und dem Fachbereich „Kunst & Kultur“ der Mainfränkischen Werkstätten Würzburg entwickelt und gebaut worden. Das Projekt verbinde so künstlerische Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe. Die musikalische Gestaltung übernimmt ein Projektchor des örtlichen Sängervereins.

Bereits vor Beginn der Aufführung werde das Publikum im Innenhof der Margaretenhalle auf die Zeit des Bauernkriegs eingestimmt. Ein Rahmenprogramm führt in die Lebenswelt um 1525 ein. Essens- und Getränkestände sowie Akteurinnen und Akteure in historischen Rollen sorgen für eine besondere Atmosphäre. Puppenspieler, Wahrsager, Märchenerzähler, Gaukler und Handwerker lassen die Vergangenheit lebendig werden.

Vorstellungen sind am Samstag, 9. Mai, Freitag, 15. Mai, und Samstag, 16. Mai, jeweils um 19.30 Uhr sowie an den Sonntagen 10. und 17. Mai um 18.30 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es zum Stückpreis von 18 und 20 Euro, ermäßigt 15 Euro. Weitere Informationen zum Stück sowie einen Kartenvorverkauf gibt es im Internet unter https://mhh-geloebnis.de/. Das Stück soll 2027 im Rahmen der 800-Jahr-Feier in Margetshöchheim wieder aufgenommen werden.

(1926/0418; E-Mail voraus)

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