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Mehr Gottesdienstbesucher, weniger Katholiken, viele Ehrenamtliche

Deutsche Bischofskonferenz legt statistische Daten 2014 für die katholische Kirche in Deutschland vor – Zahl der Austritte hoch – Im Bistum Würzburg erstmals Zahlen zum ehrenamtlichen Engagement – Anstieg der Zahlen bei Gottesdienstbesuchern, Taufen, Erstkommunionen und Firmungen

Würzburg/Bonn (POW) Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat am Freitagmittag, 17. Juli, in Bonn die statistischen Daten 2014 für die katholische Kirche in Deutschland bekanntgegeben. Die Zahlen geben einen Überblick zur Katholikenzahl sowie zu Taufen, Erstkommunionen, Firmungen, Trauungen, Bestattungen, Ein- und Austritten und Wiederaufnahmen. Im Bistum Würzburg ist die Zahl der Katholiken um knapp 1,3 Prozent zurückgegangen. Angestiegen sind in Unterfranken die Zahlen der Besucher der katholischen Sonntagsgottesdienste ebenso wie die der Taufen, Erstkommunionen und Firmungen. Die Zahl der kirchlichen Beerdigungen ging im Bistum Würzburg deutlich zurück. Hoch ist die Zahl der Katholiken, die aus der Kirche ausgetreten sind.

Erstmals wurden im Bistum Würzburg auch Zahlen zum ehrenamtlichen Engagement veröffentlicht. Bischof Dr. Friedhelm Hofmann dankte allen Kindern und Jugendlichen, allen Frauen und Männern, die sich in Kirche und ihrer Caritas mit Herzblut ehrenamtlich einbringen. So engagieren sich allein in den Pfarrgemeinderäten und Kirchenverwaltungen über 7100 Frauen und Männer. Rund 5000 Frauen und Männer wirken beim Gottesdienst als Kommunionhelfer mit und sind meist auch als Lektoren tätig. Weiter gibt es knapp 1000 Gottesdienstbeauftragte. Zirka 13.000 Kinder und Jugendliche sind als Ministrantinnen und Ministranten aktiv, rund 8500 als Sternsinger. Etwa 8000 junge Menschen engagieren sich ehrenamtlich in der kirchlichen Jugendarbeit im Bistum Würzburg. 2100 Frauen und Männer sind ehrenamtlich in den 211 Katholischen Öffentlichen Büchereien im Bistum Würzburg tätig. Mehrere tausend Ehrenamtliche engagieren sich in verschiedenen sozialen Tätigkeitsfeldern bei der Caritas, beispielsweise in der Flüchtlingshilfe.

Nach DBK-Angaben lag die Zahl der Katholiken im Bistum Würzburg zum Jahresende 2014 bei 776.130. Rund 60 Prozent der Bevölkerung in Unterfranken sind demnach katholisch. Bundesweit sind 29,5 Prozent der Bevölkerung Katholiken (rund 24 Millionen). Während die Katholikenzahl im Bistum im Vergleich zum Vorjahr (2013: 786.265) zurückgegangen ist, stieg die durchschnittliche Zahl der Gottesdienstbesucher im Jahr 2014 um 1,3 Prozent. Den Sonntagsgottesdienst besuchten durchschnittlich rund 107.000 Katholiken (2013: 98.000), 13,8 Prozent aller katholischen Gläubigen im Kiliansbistum (2013: 12,5 Prozent).

Leicht angestiegen sind 2014 im Bistum Würzburg auch die Zahlen der Taufen, Erstkommunionen und Firmungen: 5455 Personen wurden 2014 getauft (2013: 5398), 6058 Kinder gingen zur Erstkommunion (2013: 6023) und 5795 Jugendliche wurden gefirmt (2013: 5735). Die Zahl der Trauungen blieb mit 1678 kirchlichen Eheschließungen nahezu gleich (2013: 1676). Deutlich zurückgegangen ist die Zahl der katholischen Bestattungen. Hier gab es 8437 (2013: 8897). Aus der katholischen Kirche ausgetreten sind im Bistum Würzburg im Jahr 2014 nach DBK-Angaben 5735 Katholiken (2013: 5163). Aufgrund technischer Schwierigkeiten im Meldewesen des Bischöflichen Ordinariats Würzburg dürfte die tatsächliche Zahl noch etwas höher liegen. Wiederaufnahmen gab es 132 (2013: 135) und Eintritte 39 (2013: 46). Im Bistum Würzburg werden zusätzlich auch die Zahlen der 20 Dekanate unter www.statistik.bistum-wuerzburg.de im Internet veröffentlicht.

Generalvikar Thomas Keßler zeigte sich bedrückt angesichts der hohen Zahl von Austritten. „Wer die Kirche verlässt, verlässt mehr als eine Organisation. Kirche ist für mich Volk Gottes.“ Von daher sei jeder Austritt ein Austritt zu viel. Gründe sieht er vor allem in der mangelhaften Kommunikation des Themas „Kirchensteuer auf Kapitalertragssteuer“. Es gehe hier nicht darum, dass die Kirche an den Sparstrumpf gehe, sondern um ein Stück mehr Steuergerechtigkeit. Weiter gebe es Menschen, die sagten: „Ich habe mit Glauben und Kirche nicht viel am Hut, warum soll ich dann dafür zahlen.“ Bei anderen Austritten stünden sicherlich auch persönliche schlechte Erfahrungen mit der Kirche dahinter. Nötig sei der lange Atem einer ehrlichen Bestandsaufnahme. „Wir dürfen uns mit dem, was passiert, nicht einfach zufrieden geben. Wir sind alle Säleute des Evangeliums. Manchmal gehen wir mit diesem Saatgut nicht gut um.“ Die kirchlichen Strukturen müssten einer missionarischen, evangelisierenden Kirche dienen.

In den rückläufigen Zahlen bei den kirchlichen Beerdigungen spiegelt sich nach den Worten des Generalvikars vielleicht ein gesellschaftlicher Wandel. „Manche Menschen sagen: Wir brauchen auch bei der Beerdigung keinen Seelsorger und regeln die Beisetzung selbst.“ Kirche sei aufgefordert, auch im Angesicht des Todes gut mit den Menschen umzugehen, die auf die Seelsorger zukämen.

Bundesweit gibt es bei der Sakramentenspendung im Vergleich zum Jahr 2013 leichte Zuwächse bei den Trauungen mit 44.158 (2013: 43.728) und Taufen mit 164.833 (2013: 164.664). Im vergangenen Jahr konnte die katholische Kirche in Deutschland 2809 Eintritte und 6314 Wiederaufnahmen verzeichnen. Die Zahl der Kirchenaustritte hat sich auf 217.716 erhöht (2013: 178.805). Der Gottesdienstbesuch ist mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 10,9 Prozent angestiegen. Die Gesamtzahl der Priester liegt bundesweit bei 12.219 (2013 12.336). Die Zahl der Pastoralreferenten und -assistenten ist auf 3171 (2013: 3140) ebenso wie die Zahl der Gemeindereferenten auf 4526 (2013: 4470) leicht gestiegen. Laut DBK waren im Bistum Würzburg im Jahr 2014 437 inkardinierte sowie 63 nicht im Bistum inkardinierte Weltpriester tätig, außerdem 73 Ordenspriester. Es gab 203 haupt- und nebenberufliche Ständige Diakone, 159 Pastoralreferenten/-innen und 138 Gemeindereferenten/-innen.

Hinweis: Die Eckdaten des Jahres 2014 sowie die „Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands, 1990 und 2014“ finden sich auf www.dbk.de in der Rubrik „Zahlen und Fakten". Auch steht die neue Arbeitshilfe „Katholische Kirche in Deutschland. Zahlen und Fakten 2014/2015“ (= Arbeitshilfen Nr. 275) mit umfangreichen statistischen Angaben zum kirchlichen Leben sowie zu kulturellem Einsatz, caritativer Arbeit und kirchlichen Finanzen zur Verfügung. Die Broschüre steht zum Download ebenfalls unter www.dbk.de bereit. Sie kann auf der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz in der Rubrik „Veröffentlichungen“ auch als Broschüre vorbestellt werden.

(3015/0724; E-Mail voraus)

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