Litembo (POW) Rund eine Woche hat ein Team des Krankenhauses von Litembo mit der Mobilen Klinik Krankenstationen und Gesundheitseinrichtungen im Partnerbistum Mbinga (Tansania) besucht. Die Tour vom 29. Juni bis 4. Juli führte diesmal in den Norden. Insgesamt wurden 1155 Patientinnen und Patienten in Matiri, Kigonsera, Ruanda, Lituhi, Lundu und Lundumato behandelt. „Eine hochwertige medizinische Versorgung ist in den ländlichen Regionen für viele Menschen nur schwer erreichbar“, schreibt „weltwärts“-Freiwillige Luise Merklin. Ein Besuch im Litembo Hospital bedeute lange Anfahrtswege, Transportkosten, oftmals den Verdienstausfall eines ganzen Tages und hohe Behandlungskosten. In den Gesundheitszentren vor Ort werde häufig nur eine grundlegende medizinische Versorgung angeboten. Deshalb bringe die Mobile Klinik etwa alle vier Monate Fachärzte direkt zu den Menschen.
Internist Dr. Innocent Issangya nahm zum ersten Mal an der Tour teil und wurde von 351 Patienten aufgesucht. In Kigonsera stellte sich ein älterer Mann mit linksseitiger Lähmung und extrem hohem Blutdruck vor. Es bestand der Verdacht auf Schlaganfall. Der Arzt verschrieb blutdrucksenkende Medikamente und überwies den Mann nach Peramiho in das Krankenhaus der Missionsbenediktiner. „Leider konnte der Mann nicht sofort nach Peramiho gehen, da die Familie die Kosten für Transport und Behandlung zunächst nicht aufbringen konnte“, schreibt Merklin. Die Familie werde Angehörige, Frauen und Nachbarn um Geld bitten, um die Untersuchung zu bezahlen.
In Lundu wurde ein zweijähriges Kind mit Zerebralparese vorgestellt. Das ist eine Bewegungsstörung aufgrund einer frühkindlichen Hirnschädigung. Die Mutter wurde beraten, welche Therapiemöglichkeiten es gibt. Besonders bewegend sei der Fall eines 14-jährigen Mädchens mit Verdacht auf Knochentumor gewesen. Die Erkrankung konnte dank der Mobilen Klinik frühzeitig entdeckt werden, und das Kind wurde für weiterführende Untersuchungen überwiesen.
Mehrere Patienten waren mit Helicobacter-pylori-Bakterien infiziert, die Magen-Darm-Symptome verursachen. Da sie häufig Medikamente einnehmen, meist gegen Bluthochdruck, erklärte Issangya ihnen, wie wichtig es sei, Medikamente mit abgekochtem Wasser einzunehmen.
Radiologe Clarence Bertram Chaula führte insgesamt 263 Ultraschalluntersuchungen durch. Gynäkologe Dr. Paul Katenga war bereits zum sechsten Mal dabei und kannte viele der insgesamt 214 Patientinnen. Er behandelte unter anderem mehrere Frauen mit gutartigen Tumoren der Gebärmutter. Katenda überwies sie zur operativen Entfernung in das Krankenhaus in Litembo.
Augenarzt Dr. Daniel Kirumbi untersuchte in den sechs Tagen insgesamt 159 Männer und Frauen. Diese kamen unter anderem wegen einer Sehverschlechterung oder Augenentzündungen. Kleinere Behandlungen, wie die Entfernung einer Bindehautzyste, führte er vor Ort durch.
Zu Zahnarzt Dr. Joachim Henjewele kam unter anderem ein 67-jähriger Mann mit stark abgenutzten Zähnen. Er sehe das vor allem bei älteren Menschen, es könne aber unter anderem auch durch Zähneknirschen oder harte Lebensmittel entstehen. Der Patient erhielt eine Zahnreinigung und -versiegelung sowie Beratung. Insgesamt behandelte Henjewele 168 Männer und Frauen.
Diözesane Gesundheitsabteilung (Diocesan Health Department)
Das Team der Diözesanen Gesundheitsabteilung ist für die 18 Gesundheitseinrichtungen der Diözese Mbinga verantwortlich: drei Krankenhäuser (Litembo, Lituhi am Nyassa-See und Ruanda), sechs Gesundheitsstationen (Health Centers) und neun Krankenstationen (Dispensaries). Auf dem Gelände der Diözese in der Stadt Mbinga gibt es neben einer Krankenstation eine zentrale Apotheke, die für die Versorgung aller diözesanen Gesundheitseinrichtungen mit medizinischen Produkten zuständig ist. Weitere Informationen gibt es bei der Diözesanstelle Weltkirche.
Die Verantwortlichen in Mbinga danken den zahlreichen Spendern, ohne deren Unterstützung solche Touren durch die entlegenen Gebiete der Partnerdiözese nicht möglich wären, und bitten, diese Arbeit weiterhin zu unterstützen. Spendenkonto: Empfänger „Diözese Würzburg Weltkirche“, Liga Bank, IBAN DE40 7509 0300 0603 0000 01, BIC GENODEF1M05, Verwendungszweck „Litembo Hospital“.
(3026/0719; E-Mail voraus)
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