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Mozart und die Schönheit des Glaubens

Bischof Dr. Franz Jung feiert Pontifikalgottesdienst zum Jubiläum „100 Jahre Mozartfest“ – „Die Kraft der Musik ebnet den Weg des Heiligen Geistes in die Herzen der Menschen“

Würzburg (POW) Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Mozartfest“ hat Bischof Dr. Franz Jung am Sonntagvormittag, 6. Juni, einen Pontifikalgottesdienst im Würzburger Kiliansdom gefeiert. Wolfgang Amadeus Mozart verstehe es in seiner Musik, „immer wieder die Schönheit des Glaubens zu Gehör zu bringen und den Menschen einzustimmen in den Dienst vor Gott“, sagte der Bischof in seiner Begrüßung. „Wir danken dem Herrn, dass er diesem Menschen dieses Genie ins Herz gelegt hat, die Melodie des Himmels aufzunehmen und den Menschen seiner Zeit, ja aller Zeiten zu Gehör zu bringen.“ Der Gottesdienst unter Coronavorgaben wurde live auf TV Mainfranken (Wiederholung um 21 Uhr) sowie auf der Bistumshomepage übertragen.

In seiner Predigt schlug der Bischof den Bogen vom Markusevangelium zur Macht der Musik. Im Evangelium werfen die Schriftgelehrten aus Jerusalem Jesus vor, von Beelzebul besessen zu sein und die Dämonen mit dem Anführer der Dämonen auszutreiben. Doch schon im Alten Testament spiele der junge König David mit der Harfe vor dem depressiven Saul, um dessen Gemüt aufzuhellen. „In der gesamten Kirchengeschichte ist es immer wieder die Kraft der Musik, die dazu hilft, die bösen Geister zu vertreiben und den Weg des Heiligen Geistes in die Herzen der Menschen zu ebnen“, erklärte Bischof Jung. Auch Mozart habe durch sein kirchenmusikalisches Schaffen dazu beigetragen, die Schönheit des Glaubens für die Menschen vernehmbar zu machen. Die fünf Stücke des Komponisten, die im Gottesdienst gespielt wurden, seien eine Einladung, über die bösen Geister im eigenen Leben nachzudenken, erklärte Bischof Jung – die Geister der Disharmonie, der Undankbarkeit, der Zerstreuung, des Unfriedens und der Weitschweifigkeit.

Das „Exsultate, jubilate“ etwa stimme in die himmlische Liturgie am Thron Gottes ein und führe den Menschen zu der Harmonie, in die er immer wieder zurückfinden müsse. Die Ungeister dagegen hätten Freude an Disharmonien, Konflikten und Streit. Jeder kenne solche Menschen, die immer nur das Schlechte sehen. „Wir wissen, wie schwer es ist, sich im Alltag davon nicht herunterziehen zu lassen, sondern das Herz zum Himmel zu erheben.“ Das „Gloria“ aus der „Großen Messe“, das eigentlich eine halbe Stunde dauere, unterstreiche, dass „der Dank an Gott nie genügend formuliert und gesungen werden kann“, erklärte Bischof Jung. „Der Heilige Geist lehrt uns, dem Herrn den großen Dank täglich neu abzustatten.“ Dem gegenüber stünden die Geister der Undankbarkeit.

„Der Mensch ist nie allein, er steht immer in der Gemeinschaft der Glaubenden“, fuhr Bischof Jung fort. Diese Gemeinschaft werde angeführt von Maria, der ersten Glaubenden, die Frieden gebe und die Leidenschaften stille. Darauf weise das „Tu virginum corona“ aus „Exsultate, jubilate“ bei der Gabenbereitung hin. „Ihr Herz war ganz geöffnet, so dass der Heilige Geist über sie kommen konnte und sie Gott in die Welt hineingetragen hat.“ Dem stehe der Geist der Zerstreuung gegenüber, der die Menschen jage und hetze. „Er verhindert, dass der Mensch einmal zu sich kommt und die Ruhe im eigenen Herzen findet, um sich ganz dem Herrn zu öffnen.“

Im „Agnus Dei“ aus der „Krönungsmesse“ lege der Mensch noch einmal seine Unwürdigkeit vor Gott und freue sich zugleich darüber, dass Gott ihm entgegenkommt. „Doch die Ungeister sehen nur Unversöhnlichkeit. Sie sind die ewig Nachtragenden, die gegen den anderen immer etwas in der Hinterhand haben und nicht annehmen können, dass Gott ihnen vergibt“, erklärte Bischof Jung. Eine besondere Herausforderung sei für Mozart die „Epistelsonate“ gewesen. Denn Erzbischof Colloredo, „ein aufgeklärter und jedem Prunk abholder Kirchenfürst“, habe verfügt, dass eine heilige Messe nur 45 Minuten dauern dürfe – und so habe Mozart die „Epistelsonate“ auf maximal vier Minuten „eindampfen“ müssen. „In der Konzentration liegt die Perfektion und Vollendung“, sagte Bischof Jung. Dem entgegen stehe der weitschweifige Ungeist der Langeweile, der nie auf den Punkt komme.

„Wie viel Mozart braucht der Mensch?“, fragte Bischof Jung zum Ende seiner Predigt. „Es braucht genau so viel Mozart, wie es gilt, die bösen Geister im Leben zu vertreiben. Wenn die Musik uns hilft, noch einmal unser Herz so zu Gott zu erheben, dass der Heilige Geist wirkt, dann wird alles gut, und dann hat Mozart seine eigentliche Mission und Sendung erfüllt.“

Unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Christian Schmid begleiteten Anja Tschamler (Sopran), die Domkapelle und Domorganist Professor Stefan Schmidt den Gottesdienst.

sti (POW)

(2321/0527; E-Mail voraus)

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