Würzburg (POW) Mit einem musikalischen Abendgebet unter der Überschrift „Hope – Faith – Love“ (Hoffnung, Glaube, Liebe) hat die Mädchenkantorei am Würzburger Dom am Samstagabend, 4. Juli, einen tiefgründigen Akzent zum Auftakt der diesjährigen Kiliani-Wallfahrtswoche 2026 gesetzt. Rund 250 Personen nahmen an dem Gebet teil. Die spirituellen Impulse der von Domdekan Dr. Jürgen Vorndran geleiteten Feier kamen von Mitgliedern des Chores. Die neu gewählte Generaloberin der Erlöserschwestern, Schwester Tadea Mpanda aus Tansania, las das Evangelium auf Kisuaheli vor.
Unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth trugen die Sängerinnen neben Mia Makaroffs „Spes“ oder Ola Gjeilos „Ubi caritas et amor“ auch Lieder auf Suaheli vor. Unter anderem erklangen „Baba yetu“ von Christopher Tin und „Kein schöner Land/Sayari yetu“ von Oliver Gies. Das Programm haben die jungen Sängerinnen für ihre Begegnungsreise in das Partnerbistum Mbinga in Tansania in den Sommerferien vorbereitet. Als Kulturbotschafter will die Mädchenkantorei, begleitet von Domdekan Vorndran, dort in Konzerten, musikalischen Begegnungen, gemeinsamen Proben und Workshops in einen musikalischen und emotionalen Dialog treten und die gegenseitige Verbindung vertiefen.
Drei Chormitglieder erläuterten zwischen den Liedern die drei christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe mit Erfahrungen aus ihrem eigenen Alltag – geprägt von Abiturstress, persönlichen Krisen, aber vor allem von einer unerschütterlichen Chorgemeinschaft und der großen Vorfreude auf eine anstehende Reise nach Tansania.
Dass diese Gemeinschaft auch durch schwere Zeiten trägt, verdeutlichte Marie Häusler in ihrem Impuls zur Hoffnung. Hoffnung sei nichts, womit man geboren werde, man müsse diese erst aktivieren. Das gelte gerade für Phasen, in denen man nicht mehr weiterwisse. Wie greifbar diese Hoffnung durch Mitmenschen werden kann, symbolisierte der Plüschpinguin „Hazel“: Dieses Geschenk des Chores habe sie in einer dunklen Lebensphase daran erinnert, dass eine Gemeinschaft hinter ihr stehe, die den Glauben an sie nie aufgegeben hat. „Am Ende ist Hoffnung das Wertvollste, was man einander schenken kann“, betonte sie.
Theophanu Opel erklärte in ihrem Impuls zum Thema Glauben, dass sich das Gottesbild beim Aufwachsen verändere und entwickle. Neben kindliche Gewissheiten träten im Jugendalter unweigerlich Zweifel und Fragen. Die Antwort darauf lasse sich im Vertrauen auf Gottes Zusage „Ich bin da“ und ganz praktisch im gemeinsamen Erleben finden: Wenn der Chor singt, werde der Glaube durch die Musik unmittelbar spürbar und verbinde Menschen über Kontinente hinweg.
Marie Schulze schließlich beschrieb Liebe als einen komplexen Zustand, der durch Werte wie Zusammenhalt, Respekt und Wertschätzung sichtbar werde. Ob durch die Unterstützung der Familie während der Abiturphase, das Gefühl von Geborgenheit auf Chorfahrten oder kleine Gesten der Nächstenliebe im Alltag: Liebe sei das Fundament des Miteinanders. Sie erfordere jedoch auch Selbstliebe sowie Offenheit und Toleranz gegenüber dem Neuen.
Für die drei Glaubenszeugnisse wie für die musikalische Darbietung gab es großen Applaus.
mh (POW)
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