Würzburg (POW) Mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Festakt hat das Bischöfliche Ordinariat Würzburg am Freitag, 2. Oktober, das 50. Jubiläum der Ausbildung zur Kauffrau und zum Kaufmann für Büromanagement (ehemals Bürokaufleute) gefeiert. Rund 120 Personen, die in dieser Zeit Auszubildende waren, nahmen an der Veranstaltung teil. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat die Diözese 15 junge Männer und 170 junge Frauen für administrative Aufgaben qualifiziert und stellt damit die eigenständige Nachwuchssicherung sicher.
Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran betonte den unschätzbaren Wert der Verwaltungsarbeit im kirchlichen Alltag. In Anlehnung an ein Zitat von Kardinal Henry Newman („Ich bin an meinem Platz so notwendig wie ein Erzengel an seinem“) unterstrich er die Bedeutung der Büros in den Pfarreien des Bistums und Dienststellen des Bischöflichen Ordinariats: „Die Arbeit in unseren Büros geschieht nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Und doch ginge in der Kirche von Würzburg ohne Ihre Arbeit nichts.“
In zahlreichen Ansprachen wurde der Wandel der Büroarbeit seit den Anfängen im Jahr 1976 eindrucksvoll nachgezeichnet. Damals begann die Büroausbildung im Bistum mit drei Auszubildenden. Statt moderner IT-Infrastruktur prägten mechanische Schreibmaschinen, Tipp-Ex, Papierdurchschläge und Briefpost den Alltag. Auch der Bewerbungsmarkt habe sich drastisch verändert: Gab es früher rund 200 Bewerbungen auf vier Ausbildungsplätze, stehe heute der aktive Dialog und das Recruiting über Ausbildungsmessen, Social Media und Praktika im Vordergrund.
Stefan Göbel, Bereichsleiter Berufsausbildung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt, hob die langjährige und erfolgreiche Partnerschaft zwischen der Diözese und der IHK hervor. Die Symbiose aus fachlichen IHK-Standards und der christlichen Werteorientierung der Kirche bereite junge Menschen nicht nur optimal auf das Berufsleben vor, sondern stärke sie auch persönlich.
Auch die Mitarbeitervertretung (MAV) und die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) blickten auf Meilensteine der Ausbildungsarbeit zurück. Formate wie der seit 2008 veranstaltete „Azubitag“, der Begrüßungstag oder gemeinsame Sozialprojekte stärken laut MAV-Vorsitzender Dorothea Weitz das Gemeinschaftsgefühl und die Vernetzung der Auszubildenden untereinander. Die JAV betonte symbolisch die Notwendigkeit von „leichtem Gepäck“ für den Ausbildungsstart und überreichte der Ausbildungsleitung als Dankeschön ein kleines Präsente-Paket.
Trotz fortschreitender Digitalisierung, des Einsatzes neuer Kommunikationsmittel und Künstlicher Intelligenz stimmten alle Beteiligten darin überein, dass Ausbildung vor allem von den Menschen lebe, die Wissen weitergeben, Begleitung anbieten und Entwicklung ermöglichen. Die Nachwuchsförderung im Bischöflichen Ordinariat wird heute von Johanna Och (Leiterin der Abteilung Personalgewinnung und Ausbildung) sowie Annabell Bach (Ausbildungsleitung IHK-Berufe) verantwortet.
mh (POW)
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