Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

„Priesterweihe ist eine Lebensweihe“

Bischof Dr. Franz Jung weiht Diakon Frank Elsesser zum Priester – Festlicher Gottesdienst am Samstag, 8. Juni, im Kiliansdom – Neupriester auf Praktikumspfarrei angewiesen

Würzburg (POW) Bei einem festlichen Pontifikalgottesdienst am Samstag, 8. Juni, im Würzburger Kiliansdom hat Bischof Dr. Franz Jung den Diakon Frank Elsesser (32) aus der Pfarrei Sankt Katharina von Alexandrien in Ernstkirchen-Schöllkrippen zum Priester geweiht. „Lehre mich, Herr, deinen Weg, dass ich ihn gehe in Treue zu dir“: Unter diesen Satz habe Elsesser sein priesterliches Wirken gestellt. „Es war ein langer Weg und nicht immer ganz einfach. Ich freue mich, dass er heute zum Ziel führt“, sagte Bischof Jung vor rund 600 Menschen.

Die Apostel Petrus und Johannes stellte der Bischof in seiner Predigt als Leitfiguren für den priesterlichen Dienst vor. Die beiden Jünger stünden für die beiden Seiten des geistlichen Amtes, denn die Kirche sei eine Gesellschaft, die aus menschlichen und aus göttlichen Elementen bestehe: „Beides muss zusammenkommen.“ Dies machte Bischof Jung an mehreren Punkten deutlich. „Die Priesterweihe ist keine Beauftragung für eine bestimmte Zeit, sondern die Lebensweihe eines Menschen“, begann der Bischof seine Ausführungen. Petrus werde vom Herrn „mit Bedacht und mit Nachdruck“ zweimal aufgetragen, ihm zu folgen. „Er ist derjenige, der meinte, Nachfolge geschehe aus eigener Kraft und Anstrengung, und der lernen musste, dass er ein fehlbarer Mensch ist.“ Johannes wiederum, der im Abendmahlssaal den Mut gehabt habe, von Verrat zu sprechen, und als einziger der Apostel unter dem Kreuz geblieben sei, wisse, dass dem Priester die tägliche Umkehr aufgetragen sei. „Die lebenslange Treue und der Gehorsam, den Sie, Herr Elsesser, heute ablegen und geloben, ist nur zu leben in der täglichen Umkehr. Die Nachfolge von Petrus und die Umkehr von Johannes sind untrennbar.“

Der Priester werde geweiht für die Christusrepräsentation in der Kirche, fuhr Bischof Jung fort. Das amtliche Handeln des Priesters mache ihn jedoch nicht unhinterfragbar. Die Kirche habe immer sorgfältig unterschieden zwischen dem Amt und der Person des Amtsträgers: „Wenn der Priester amtlich handelt, dann handelt Christus durch ihn und in ihm.“ Die Unterscheidung zwischen Amt und Person enthebe den Amtsträger nicht davon, sich selbst immer tiefer Jesus Christus zu verbinden und sich selbst zu heiligen. Dem entspreche die Frage im Weiheritus: „Bist Du bereit, Dich Christus dem Herrn Tag für Tag enger zu verbinden, und so zum Heil der Menschen für Gott zu leben?“ Als nächstes betrachtete der Bischof die Gemeindeleitung, die dem Priester anvertraut sei. Wer mit einer Machtposition betraut sei, könne gerade in Zeiten der Schwäche die eigene Macht mit dem verwechseln, was Macht eigentlich bedeute, nämlich „andere befähigen, ihre Charismen zu entdecken, die Gemeinde ermutigen, ihren Glauben zu leben“. Daran erinnere Johannes, dem es nicht um Macht, sondern um Autorität gehe. „Es geht nicht um Dich, es geht um den Herrn, den es zu entdecken gilt in den Schwestern und Brüdern, den Ärmsten und Armen, für die Sie heute in der Weihe Verantwortung übernehmen“, gab Bischof Jung Elsesser mit auf den Weg. „Nicht Macht, sondern Autorität ist die Aufgabe in der Gemeindeleitung.“

Der priesterliche Dienst sei zugleich Aktion und Kontemplation, fuhr der Bischof fort: „Arbeit ohne Gebet führt schnell zum Burn-out, aber Beten ohne Arbeit wird schnell weltfremd und weltenthoben. Beides gehört zusammen.“ Im Tun kontemplativ zu leben, wie es der heilige Ingatius sage, führe zur eigentlichen Reife des geistlichen Lebens. „Es führt dazu, dass man alt wird, ohne vergreist zu sein, innerlich jung bleibt und trotzdem die Reife des Alters mit sich bringt. Dafür stehen die beiden Apostel Petrus und Johannes. Und das wünsche ich Ihnen heute für Ihren Dienst.“ Wenn man alles aufschreiben wolle, was Jesus getan habe, so könnte die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müsste, zitierte Bischof Jung aus dem letzten Satz des Johannesevangeliums. Damit sei nicht gemeint, dass Jesus viele, sondern dass er große Dinge getan habe, die sich dem menschlichen Begreifen entzögen. „Es geht eben nicht darum, vielerlei und vieles zu tun, sich zu verzetteln. Sondern es geht darum, viel zu tun und es aus dem rechten Geist zu tun“, sagte der Bischof.

Zu Beginn der Feier stellte Domvikar Regens Stefan Michelberger den Weihekandidaten vor und bat ihn, vor den Bischof zu treten. Der Diakon bekundete seine Bereitschaft zur Priesterweihe mit den Worten: „Hier bin ich.“ Michelberger versicherte sodann, dass der Kandidat für das Priesteramt geeignet sei und bestätigte dessen guten Leumund. Vor der Erteilung der Priesterweihe versprach dieser, seinen Dienst gegenüber dem Bischof und seinen Nachfolgern in Ehrfurcht und Gehorsam zu tun. Dabei erklärte er unter anderem, sich mit seinem ganzen Leben an Christus zu binden und aus dieser Beziehung zum Heil der Menschen zu leben.

Bei der Anrufung der Heiligen lag der Weihekandidat ausgestreckt am Boden und zeigte seine Bereitschaft, sich Gott ganz hinzugeben. Dann legten ihm Bischof Jung, Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, Weihbischof Ulrich Boom, Weihbischof em. Helmut Bauer sowie rund 50 Priester aus der ganzen Diözese Würzburg die Hände auf – seit urchristlicher Zeit Zeichen für die Beauftragung und Bevollmächtigung. Im Weihegebet bat Bischof Jung schließlich um den Geist Gottes für den Neupriester. Als „ausdeutende Zeichen“ der Weihehandlungen zog Pfarrer Dr. Christian Grebner, Leiter der Pfarreiengemeinschaft „Sankt Katharina Ernstkirchen – Sankt Josef Kleinkahl“, dem Geweihten die priesterlichen Gewänder an, salbte ihm Bischof Jung die Hände, überreichte Kelch und Hostienschale und umarmte ihn zum Friedensgruß.

Elsesser dankte allen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben, seiner Familie, Geschwistern und Freunden sowie allen, die an seiner Ausbildung beteiligt waren. Gottes Gnade habe ihn stets hoffnungsvoll bis zu diesem für ihn so wichtigen Tag geführt. „Ich bitte Sie weiterhin um Ihr Gebet und verspreche Ihnen auch meines. Nur im Gebet verbunden können wir in der Nachfolge Christi vorankommen, und nur so kann Berufung gelingen.“ Mit Bezug auf die Predigt sagte er, er wolle versuchen, „nicht herumzuarbeiten, sondern viel zu arbeiten“.

Verwandte, Freunde und Gläubige aus der Heimat- und Praktikumspfarrei des Weihekandidaten, Mitglieder des Domkapitels und Priester aus allen Teilen des Bistums nahmen an der Feier teil. Musikalisch umrahmten der Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Christian Schmid, das Bläserensemble am Würzburger Dom sowie Domorganist Professor Stefan Schmidt die Feier unter anderem mit Werken von Giovanni Pierluigi da Palestrina, Urban Loth, Tomas Luis de Victoria und Sigfried Karg-Elert. Am Pfingstsonntag, 9. Juni, feiert Neupriester Elsesser um 14 Uhr in Schöllkrippen Primiz. Primizprediger ist Pfarrvikar Dr. Simon Schrott.

Mit Wirkung vom 8. Juni ist Elsesser als Kaplan auf seine bisherige Praktikumsstelle, die Pfarrei Sankt Vitus in Veitshöchheim, angewiesen worden.

sti (POW)

(2419/0653; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet

Weitere Bilder

Zum Autor: sti (POW) (pow@bistum-wuerzburg.de)

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung