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Professor Karlheinz Müller gestorben

Jahrzehntelang an der Universität Würzburg gelehrt – Einzigartiges Forschungsprojekt zu jüdischen Grabsteinen – In der Gesellschaft für jüdisch-christliche Zusammenarbeit engagiert

Würzburg (POW)Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Würzburg und Unterfranken trauert um Professor em. Dr. Dr. Karlheinz Müller. Müller, verheiratet und Vater von vier Kindern, starb am Dienstag, 18. Februar, im Alter von 83 Jahren in Würzburg. „Über viele Jahre prägte er maßgeblich die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit als deren katholischer Vorsitzender. Das konkrete Zusammenleben von Juden und Christen als gute Nachbarn war ihm ein Herzensanliegen. Als Ideengeber des Jüdischen Museums ‚Shalom Europa‘ war er für viele Ehrenamtliche ein kundiger Lehrer und Mentor“, teilt der Verein auf Facebook mit. „Dankbar werden wir seine Arbeit fortsetzen.“

Als Inhaber des Lehrstuhls für Biblische Einleitung und Biblische Hilfswissenschaften an der katholisch-theologischen Fakultät der Würzburger Julius-Maximilians-Universität prägte der Theologe und Judaist zwischen 1972 und 2004 Priester, Pastoralreferenten und Religionslehrer. International bekannt wurde Müller durch seine Forschungen zu mehr als 1400 mittelalterlichen jüdischen Grabsteinen, die 1987 bei Bauarbeiten in Würzburg entdeckt wurden. Diese sind heute im jüdischen Gemeindezentrum „Shalom Europa“ zu finden. Die Erforschung wurde 2012 offiziell abgeschlossen. „Nirgendwo auf der Welt sind so viele jüdische Grabsteine aus dem Mittelalter erhalten. Das zeigt: Würzburg war ein renommierter Studienort mit einer führenden jüdischen Gemeinde“, zog Müller damals bei der Vorstellung der 2100 Seiten umfassenden Dokumentation ein Resümee der Forschungen.

Müller brachte sich außerdem in der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Würzburg und Unterfranken ein. Er stammte aus Nürnberg und studierte in Bamberg, Würzburg und Heidelberg Theologie und später auch Judaistik. Er war Leiter des 2006 im „Shalom Europa“ eröffneten Museums. Für seine Verdienste um das Judentum in Unterfranken wurde ihm neben dem Bayerischen Verdienstorden auch das Verdienstkreuz am Bande verliehen, die Würzburger Universität zeichnete ihn mit der „Bene Merenti“-Medaille in Gold aus.

Zudem wirkte Müller 2006 bei den Ausgrabungen unter der Würzburger Marienkapelle mit. „Die Ausgrabungen bezeugen erstmals für das Jahr 1349 den Brand der Synagoge und wahrscheinlich des ganzen Judenviertels, den wir aus den historischen Chroniken kennen. Dazu kommt, dass jetzt ein Stück ältesten Judentums hier in der Stadt sichtbar ist: ein Teil des Mauerwerks der alten Synagoge, an deren Stelle später die Marienkapelle gebaut wurde“, konstatierte er damals. 2013 war er darüber hinaus Mitglied einer von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann eingesetzten externen Untersuchungskommission zur Prüfung der erhobenen Vorwürfe über rechtsradikale Umtriebe im Priesterseminar Würzburg.

(0920/0231; E-Mail voraus)

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