Würzburg (POW) Mit einer Wort-Gottes-Feier und einer Feierstunde ist am Donnerstag, 23. Juli, Angelika Stauf, seit 2012 Rektorin der Privaten Katholischen Volksschule im Elisabethenheim Würzburg, in den Ruhestand verabschiedet worden. Bereits seit 1997 war sie dort Lehrerin, später wirkte sie zunächst als Konrektorin. Jürgen Engel, Leitender Schulamtsdirektor im Kirchendienst, gestaltete das gemeinsame Gebet mit den Schülerinnen und Schülern in der Hauskapelle und blickte im Anschluss im Kreis der Kolleginnen und Kollegen Staufs auch im Namen von Bischof Dr. Franz Jung und Ordinariatsrätin Dr. Christine Schrappe, Leiterin der Hauptabteilung Bildung und Kultur, auf Staufs vielseitiges und nachhaltiges Wirken.
Zentrale Themen ihrer Arbeit seien stets das Wohl der Kinder und ein tragfähiges pädagogisches Fundament gewesen. In ihrer Amtszeit wurde das neue Leitbild der Schule entwickelt, bei dem ihr ein Leitsatz besonders am Herzen gelegen habe: „Wie Angelika Stauf immer betonte, war ihr das ‚so soll Leben gelingen‘ im Sinne der Resilienzförderung sehr wichtig.“
Zahlreiche zukunftsweisende Projekte habe Stauf maßgeblich vorangetrieben. Das Modellprojekt „Innovative Ganztagsbildung“ lag ihr besonders am Herzen, was sich in einer sehr engen und fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Hort widerspiegele. Ebenso fielen in ihre Leitungszeit die intensiven Planungsphasen für einen möglichen Schulneubau sowie der Einzug moderner Medien im Unterricht. Schmunzelnd räumte Engel ein, dass die Digitalisierung mit digitalen Tafeln vorangebracht worden sei, „obwohl es so gar nicht Ihr Thema ist“. Das mache zugleich deutlich, dass Stauf sich immer den Herausforderungen der Zeit stellte.
Neben der pädagogischen Arbeit hob Engel Staufs ausgleichende und menschliche Art hervor. Sie habe auch bei schwierigen Themen immer versucht, einvernehmliche Lösungen zu finden, beschrieb Engel die Schulleiterin. Zudem habe sie sich „nie gern in den Mittelpunkt gestellt und viele auch so sein lassen, wie sie sind“. Besonderen Wert habe Stauf stets auf ein wohlwollendes und verbindendes Miteinander im Haus gelegt. „Die Zusammenarbeit mit den Maria-Stern-Schwestern hat sie immer sehr geschätzt und oft gesagt: ‚Die Schwestern sind die guten Seelen des Hauses.‘“
Für das Staatliche Schulamt hob Schulrat Dr. Frank Hörner hervor, Stauf habe spürbar nach der Maxime gehandelt: „Leitung ist nicht Herrschaft über Menschen, sondern Dienst an einer gemeinsamen Berufung.“ In diesem Sinne habe sie über die Jahre hinweg gute Führung ausgeübt. Das habe einen großen Einfluss auf alle Menschen gehabt, die an der Schule arbeiten.
Mit dem im Original lateinischen Sinnspruch „Gerne wird man sich einstmals erinnern“ würdigte Hausherr Simon Kuttenkeuler, Geschäftsführer des Vereins Elisabethenheim, die vielfältigen Verdienste der scheidenden Rektorin. Vielfältige Planungen für einen möglichen Schulneubau habe sie ebenso gemeistert wie die zahlreichen mit der Coronapandemie verbundenen Herausforderungen.
Konrektor Matthias Och hatte für Stauf neben einer auf sie umgedichteten Version von „Bella ciao“ eine kunstvolle Sägearbeit parat, die sich von der einen Seite „Angelika“ und von der anderen „Liesele ciao“ liest. Staufs Vornamen buchstabierte Och mit für sie typischen Eigenschaften wie „ausgleichend“, „nett“, „genau“ und „ehrlich“. Die Anfangsbuchstaben der Rückseite verband er mit guten Wünschen für den neuen Lebensabschnitt wie „Leichtigkeit“, „Innere Ruhe“ und „Entspannung“. Den „großen Dank“ der Elternschaft überbrachten Jasmin Krause-Bésbés und Katja Mark-Engert.
„Die gemeinsame Andacht und die wertschätzenden Worte bedeuten mir sehr viel“, dankte Stauf. Sie sei für die vielen gemeinsamen Jahre, das gute Miteinander im Team und das „Daheim-Gefühl“ im Elisabethenheim sehr dankbar. „Ihr liegt mir am Herzen“, betonte sie. Herz, Kompetenz und christliche Werte seien ihre ebenso wichtige Anliegen in der täglichen Arbeit wie insbesondere dem gesamten Lehrerkollegium. „Nicht Gleichklang, sondern Zusammenklang bringt voran“, gab sie ihrem Team mit auf den Weg.
mh (POW)
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