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POW-Serie: „12 Wege“ (7)

Rosen weisen den Weg

Der Theresienweg und die Flurkapelle Sankt Therese bei Zellingen – Fünf Stationen laden zu Besinnung und Gebet ein

Zellingen (POW) Inmitten von Wiesen und Feldern, auf einer kleinen Anhöhe außerhalb von Zellingen, ist die Flurkapelle Sankt Therese zu finden. Sie ist Ausgangspunkt für den Theresienweg. Auf einem Rundweg von etwas mehr als einem Kilometer Länge laden fünf Stationen zur Besinnung und zum Gebet ein. „Es gibt viele Verehrer der kleinen Therese“, sagt Franz-Josef Blaßdörfer, Vorsitzender des Fördervereins Flurkapelle Sankt Therese. Das zeigen auch die vielen Einträge im Gästebuch, das in der Kapelle ausliegt. Von Mai bis September lädt der Förderverein zudem einmal monatlich zur „Einkehr bei Therese“ ein, einem Gottesdienst mit kleinem Fest an der Flurkapelle. „In der Regel kommen 100 bis 150 Leute, auch aus den umliegenden Ortschaften“, erzählt Blaßdörfer.

Der Theresienweg beginnt gleich an der Abzweigung zur Flurkapelle. Hier findet sich die erste Station – eine schlichte Betonstele mit einem dreieckigen Aufsatz aus Teakholz in einem Meer aus weißen und pinkfarbenen Rosen. Die Stele trägt die Aufschrift „Gott“. In den Aufsatz ist eine Glaskugel eingesetzt, die das Sonnenlicht reflektiert. Von hier aus führt der ebene Weg in einem Rechteck vorbei an raschelndem Mais, Getreidefeldern und blühenden Wiesen. Nach wenigen Gehminuten ist die nächste Station zu sehen. Unter dem kreuzförmigen Aufsatz mit einer blauen Glaskugel ist das Wort „Glaube“ zu lesen. Dann biegt der Weg nach rechts ab, und schon steht man vor der „Hoffnung“, symbolisiert von einer Blume mit einer grünen Glaskugel. Im Schatten einer Baumgruppe leuchtet von weitem die „Liebe“ in Form einer roten Glaskugel in einem Herz. Ein Kreis, dessen Mitte goldgrün schimmert, steht schließlich für die „Ewigkeit“. An jeder Station lädt eine Betonbank zum Verweilen ein. Alles ist bewusst schlicht gehalten, um Raum für eigene Gedanken und Besinnung zu geben. Bei normalem Spaziertempo braucht man für den Rundweg etwa eine halbe Stunde. Er sei bewusst nicht länger, damit auch ältere Menschen ihn ohne Mühe gehen können, erklärt Blaßdörfer. Sonnenschutz und eine kleine Wasserflasche sind trotzdem empfehlenswert, vor allem, wenn die Sonne vom Himmel brennt.

Die Idee zum Theresienweg sei ihm im Urlaub in Berchtesgaden gekommen, erzählt Blaßdörfer. Dort habe es einen Besinnungsweg gegeben, und da sei ihm die Idee gekommen: „So etwas brauchen wir in Zellingen auch.“ Bereits im Jahr 2003 war die Flurkapelle eingeweiht worden und hatte sich zu einem beliebten Ziel für Gläubige, Wanderer und Interessierte entwickelt. Auch der Besinnungsweg sollte der heiligen Therese von Lisieux gewidmet sein. Der Zellinger Künstler Hermann Weisenberger entwarf in Zusammenarbeit mit dem Förderverein die einzelnen Stationen, die in Anlehnung an das Leben der heiligen Therese bewusst schlicht gehalten sind. 2011 wurde der Weg offiziell eröffnet. „Der in Franken einmalige Theresienweg ist eine sehr gute Ergänzung zur Flurkapelle Sankt Therese auf dem Zellinger Kirchberg“, schrieb die Main-Post damals.

Unbedingt sollte man die Flurkapelle besuchen. An den Außenmauern ranken Rosen bis unter das Dach. In der Kapelle verstreut die lebensgroße Darstellung der heiligen Therese mit der rechten Hand rote Rosenblätter, und auch aus der Bibel in ihrer linken Hand entspringen Rosen. „Ich will meinen Himmel damit verbringen, auf Erden Gutes zu tun. Es wird sein wie ein Rosenregen“, soll die Heilige einst gesagt haben. An den Wänden sind weitere Zitate zu lesen, wie „Warte mit dem Heiligwerden nicht bis morgen“. Rosen und Kerzen seien die Merkmale der heiligen Therese, erklärt Blaßdörfer. Wenn man in Frankreich einen Seitenaltar mit vielen Rosen und Kerzen sehe, dann sei er in der Regel Therese gewidmet. Wer mag, kann in Büchern über das Leben der Heiligen blättern, die auf einem Regalbrett stehen. In ein Gästebuch können Besucher ihre Gedanken und Anliegen schreiben. Oft geht es um Schutz für geliebte Menschen. „Beschütze meine Kinder und Freunde und Familie und zeige ihnen den Weg der Liebe“, ist da zu lesen, oder: „Beschütze und segne meine Tochter, damit sie ganz gesund wird.“

Vor der Kapelle laden Bänke und Tische zum Verweilen ein. Der Blick schweift über die sanft gewellte Landschaft. So ruhig und menschenleer wie an diesem Sommernachmittag ist es aber nicht immer. Vor Beginn der Sommerferien sei beispielsweise noch ein Kindergottesdienst mit anschließendem Picknick gefeiert worden, erzählt Blaßdörfer. Von Mai bis September wird einmal im Monat – jeweils freitags um 18 Uhr – ein Gottesdienst gefeiert, danach kann man bei Bratwürsten und Getränken zusammensitzen. Der Erlös trägt zum Unterhalt der Kapelle bei. Der nächste Termin für die „Einkehr bei Therese“ ist am Freitag, 13. September, mit Domdekan Prälat Günter Putz.

Stichwort: „Theresienweg“

Die Flurkapelle Sankt Therese befindet sich außerhalb von Zellingen in der Nähe des Schützenhauses. Auf der Umgehungsstraße Würzburg-Erlabrunn folgt man der Ausschilderung nach Zellingen und fährt im Kreisverkehr in Richtung Leinach-Billinghausen. Der Theresienweg ist für jede Altersgruppe sowie für Kinderwägen und Rollstuhlfahrer geeignet. Informationen zur Flurkapelle und zum Förderverein gibt es auf der Homepage der Pfarrei Sankt Georg in Zellingen (www.zellingen.pg-der-frankenapostel.de). Mehr über das Leben der heiligen Therese erfährt man auf der Homepage des Theresienwerks unter www.theresienwerk.de.

Broschüre „12 Wege“

Die Broschüre „12 Wege“ mit Beschreibungen aller zwölf Besinnungswege ist zum Preis von einem Euro erhältlich in Würzburg bei der Dom-Info, Domstraße 40, sowie der Liborius-Wagner-Bücherei, Kardinal-Döpfner-Platz 5. Sie kann auch beim Referat Geistliches Leben, Kilianeum-Haus der Jugend, Ottostraße 1, 97070 Würzburg, E-Mail rgl@bistum-wuerzburg.de, bestellt werden.

Kerstin Schmeiser-Weiß (POW)

(3719/0941; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet

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Zum Autor: Kerstin Schmeiser-Weiß (POW) (pow@bistum-wuerzburg.de)

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