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Schöpfungsverantwortung konkret

Umweltbeauftragter Christof Gawronski ruft auf, die Anliegen des Volksbegehrens zu prüfen – Vielfältige Initiativen im Bistum Würzburg engagieren sich seit langem für die Artenvielfalt

Würzburg (POW) Von Donnerstag, 31. Januar, bis Mittwoch, 13. Februar, haben die Bürger in Bayern Gelegenheit, sich für das „Volksbegehren Artenvielfalt“ in den Rathäusern einzutragen. Christof Gawronski, Umweltbeauftragter der Diözese Würzburg, ruft dazu auf, „dass möglichst viele unserer Gemeindemitglieder das Volksbegehren prüfen, für sich entscheiden, ob sie die Kernforderungen mittragen können, und gegebenenfalls aktiv werden“. Er begrüße den Anstoß der Bündnispartner und hoffe auf ein Ergebnis des demokratischen Meinungsbildungsprozesses, der weiteres Artensterben verhindert.

Im vergangenen Jahr hat sich nach Gawronskis Worten das Thema Artenvielfalt in der öffentlichen Diskussion gewandelt. „Bisher galt es als eines der ‚weichen‘ Umweltthemen und wurde deswegen eher nachgeordnet gegenüber den ‚harten‘ Themen Energie und Klima behandelt.“ Ein neuer Aspekt sei gewesen, dass es sich aber insbesondere bei Insekten auch um einen Wirtschaftsfaktor handele. „Das Aussterben vieler Arten verringert in massivem Maße die Bestäubung von Pflanzen und gefährdet die Lebensmittelsicherheit und auch landwirtschaftliche Betriebe“, betont der Umweltbeauftragte.

Für Christen sei das jedoch nicht der einzige Anlass, auf zusätzliche Anstrengungen im Artenschutz zu hoffen. Papst Franziskus betone in der Enzyklika „Laudato si‘“: „Doch es genügt nicht, an die verschiedenen Arten nur als eventuelle nutzbare ‚Ressourcen‘ zu denken und zu vergessen, dass sie einen Eigenwert besitzen. Jedes Jahr verschwinden Tausende Pflanzen- und Tierarten, die wir nicht mehr kennen können, die unsere Kinder nicht mehr sehen können, verloren für immer. Die weitaus größte Mehrheit stirbt aus Gründen aus, die mit irgendeinem menschlichen Tun zusammenhängen. Unseretwegen können bereits Tausende Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch uns ihre Botschaft vermitteln. Dazu haben wir kein Recht.“ (LS 33).

Im Bistum Würzburg selbst engagierten sich bereits seit längerem Gruppierungen, Einrichtungen und Pfarreien in vorbildlicher Weise, um etwas für die Artenvielfalt zu tun. Beispielsweise wurde die Pfarrei Güntersleben (Landkreis Würzburg ) für die Pflege ihres Kirchenwaldes „Heiligenhölzchen“ 2016 mit dem Bayerischen Biodiversitätspreis ausgezeichnet. Der Waldbeauftragte der Kirchenstiftung, Karl-Georg Schönmüller, achtet besonders auf Lebensräume für Käfer wie etwa Mulmmeiler, Biotopbäume und anderes Totholz. Heimische Baumarten wie Speierling, Wildbirne und Elsbeere wurden gepflanzt, da bei diesen auch mit einem besonders resistenten Umgang mit dem Klimawandel gerechnet wird.

Der Heimathof Simonshof, eine Caritas-Einrichtung für wohnsitzlose Männer in Bastheim (Landkreis Rhön-Grabfeld), kümmert sich intensiv um den Erhalt einer Mehlschwalbenkolonie. Der dortige Arbeitskreis Naturschutz aus Bewohnern und Mitarbeitenden kümmert sich unter der Anleitung von Daniel Scheffler darum, dass die Verschmutzungen, die anderswo möglicherweise zur Zerstörung der Nester führen würden, durch Wandsimse gesammelt und mit geringem Aufwand gereinigt werden können. Weitere Nistmöglichkeiten werden für Eulen oder Fledermäuse eingerichtet und gepflegt.

In Aschaffenburg ist das Martinushaus seit einiger Zeit Basisstation von Stadtbienenvölkern. Der erste Honig konnte bereits geerntet werden. Im Rahmen des Umweltmanagements wurde die Idee geboren, mit dem sonst ungenutzten Dach des Hauses einen weiteren Beitrag zu leisten – zusätzlich zu den Themen Energiesparen und umweltfreundliche Beschaffung. Dem Agenda-21-Arbeitskreis der Stadt Aschaffenburg war das gesamte Engagement die Verleihung des Agenda-21-Preises wert.

„In vielen kirchlichen Kindertagesstätten wird durch Waldtage, gemeinsam gebaute Insektenhotels und andere Maßnahmen ein wichtiger Beitrag zu Umweltbildung und Naturerfahrung – gerade unserer Jüngsten – geleistet“, erklärt der Umweltbeauftragte.

Neben diesen Beispielen gebe es viele Möglichkeiten, wie Pfarreien, Einrichtungen und Gruppierungen sich engagieren können. „So können die Außenanlagen etwa insekten-, vogel- oder igelfreundlich gestaltet werden. Nistmöglichkeiten für Fledermäuse oder Turmfalken können auf Kirchendächern angeboten werden. Bei der Bewirtschaftung oder Verpachtung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen können ökologische Überlegungen Teil der Entscheidungen sein“, regt Gawronski an. Auch Dachbegrünung, Blumenwiese statt Kurzrasen oder die Entsiegelung von Flächen seien an manchen Stellen denkbar. „Vielleicht kann das Volksbegehren auch einen Denkanstoß liefern, mit offenen Augen auf dem eigenen Gelände zu prüfen, was möglich wäre, damit das Artensterben gestoppt werden kann.“

mh (POW)

(0519/0137; E-Mail voraus)

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