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Schöpfungsverantwortung neu fruchtbar werden lassen

Bistum Würzburg sieht „Handlungsempfehlungen zu Ökologie und zu nachhaltiger Entwicklung“ als Chance – Papier der Deutschen Bischofskonferenz greift Anregung von Papst Franziskus auf

Würzburg (POW) Als positives Zeichen haben Vertreter des Bistums Würzburg die von der Deutschen Bischofskonferenz bei der jüngsten Herbstvollversammlung in Kraft gesetzten „Handlungsempfehlungen zu Ökologie und zu nachhaltiger Entwicklung“ bewertet. Die zehn Handlungsempfehlungen berühren Angelegenheiten der Pastoral, des diözesanen Verwaltungshandelns und des gesellschaftspolitischen Engagements. So regen die Bischöfe beispielsweise an, Schöpfungsspiritualität noch bewusster in Verkündigung und Liturgie zu verorten, kirchliche Traditionen wie das Fasten im Hinblick auf die Schöpfungsverantwortung neu fruchtbar werden zu lassen, in kirchlichen Institutionen und auf Kirchenland nachhaltig zu wirtschaften, Mobilität umweltfreundlich zu gestalten und gesellschaftspolitische Verantwortung für die Armen und für die bedrohte Schöpfung wahrzunehmen.

„Die Handlungsempfehlungen geben uns in der Diözese einen Rahmen, wie wir zukünftig handeln können. Als Generalvikar ist es mir dabei natürlich ein besonderes Anliegen, auch auf die Möglichkeiten des Bischöflichen Ordinariates zu schauen“, sagte Generalvikar Thomas Keßler. Sowohl die Frage nach dem nachhaltigen Einkauf als auch nach der Nutzung der diözesanen Gebäude werde das Bistum in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen. Als konkreten Schritt zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen kündigte der Generalvikar das Projekt LIMIT25 zur Energiedatenerfassung an. Dieses werde Anfang 2019 offiziell gestartet.

An der Erarbeitung der Handlungsempfehlungen waren neben Vertretern der Diözesanleitungen auch diözesane Umweltbeauftragte sowie Referenten für Weltkirche und Mission beteiligt, betonte Domkapitular Christoph Warmuth von der Hauptabteilung Seelsorge. „Diese Zusammenarbeit sollte für die Zukunft richtungsweisend sein. Als Missionsreferent bin ich über unsere Partner in der Einen Welt oder auch die kirchlichen Hilfswerke immer wieder mit den dramatischen Auswirkungen unseres Wohlstandes auf der Südhalbkugel konfrontiert. Wir müssen uns als Kirche fragen, was wir ändern können, und diese Potenziale ausschöpfen“, hob Warmuth hervor.

In ganz ähnlicher Richtung argumentierte Alexander Sitter vom Referat Mission-Entwicklung-Frieden. „Auch weltkirchlich gilt es zu handeln, um die Um- oder, wie Dom Erwin Kräutler sie nennt, die Mitwelt zu entlasten.“ Die Kirche sei weltweit aufgefordert, die Schöpfung in den Blick zu nehmen. Ein wichtiger Gedanke der Enzyklika „Laudato si‘„ von Papst Franziskus, die den Anstoß für die Umwelt aufgreift, dass „alles mit allem zusammenhängt“, ähnlich wie beim Flügelschlag des Schmetterlings im Amazonasregelwald, welcher andernorts einen Tornado auslöst (Schmetterlingseffekt).“ Der Amazonasregenwald in Brasilien und das Kongobecken in Afrika seien die „Lunge der Welt“ und litten an „Lungenentzündung“, erklärte Sitter. „Jegliches Bemühen unserer Schwesterkirchen, besonders im brasilianischen Partnerbistum Óbidos, gilt es ins Wort zu fassen, um ihre Anliegen mitzutragen. Gleichzeitig schärfen wir unsere Sensibilität dafür, wo Wald oder die letzten Urwälder in unserem Umfeld bedroht sind, damit wir für deren Erhalt einstehen.“

„Mit den Handlungsempfehlungen liegt zum ersten Mal eine gemeinsame Grundlage vor, die das Handeln der Bistümer betrifft. Bisherige Papiere betonten vor allem auch die Verantwortung von Politik, Wirtschaft und des Einzelnen. Das kirchliche Handeln war da zwar indirekt mit einbezogen, aber nicht das Vordergründige“, erklärte Christof Gawronski, Umweltbeauftragter des Bistums Würzburg. Er freue sich auf die Umsetzung der Forderungen und hoffe auf breite Wirkung. „Das Papier betont, dass Umwelt- und Klimaschutz Querschnittsaufgabe sind und in allen Entscheidungen eine Rolle spielt – egal ob es Grundsatzerwägungen für die Diözese sind oder eine einfache Kaufentscheidung in einem Büro.“

Die deutschen Bischöfe hatten sich bereits bei ihrer Herbstvollversammlung 2017 bei einem Studientag mit der Mitverantwortung der Kirche für die Bewahrung der Schöpfung befasst. In der Nacharbeit des Studientages hat eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Weihbischof Rolf Lohmann (Münster) die konkreten Handlungsempfehlungen formuliert. Diese wurden bei der Herbstvollversammlung 2018 verabschiedet.

mh (POW)

(0219/0046; E-Mail voraus)

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