Würzburg (POW) Beim zehnten Katholischen Flüchtlingsgipfel hat Bischof Dr. Franz Jung die Flüchtlingshilfe als Einsatz für Grundrechte bezeichnet. Der Schutz Geflüchteter sei kein „gutmenschliches Hirngespinst“. Es gehe vielmehr um die Wahrung grundlegender Rechte, die Gläubige aus der gottgegebenen Würde des Menschen ableiteten, sagte Bischof Jung am Dienstag, 5. Mai, im Würzburger Burkardushaus. Gerade in der politischen Debatte um Asyl und Migration sei das für die Kirchen ein zentraler Punkt.
Der Bischof verwies auf die Arbeit kirchlicher Einrichtungen und vieler Ehrenamtlicher in Unterfranken. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag weit über professionelle Fachdienste hinaus. Als Beispiel nannte er die Flüchtlings- und Integrationsberatung der Caritas. Diese habe in Bayern im vergangenen Jahr ein sehr gutes Ergebnis in einer wissenschaftlichen Evaluation erhalten.
Auch die Gesundheitsversorgung in Asyleinrichtungen sei wichtig, sagte Bischof Jung. Im Ankerzentrum Geldersheim und in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft in der Veitshöchheimer Straße gebe es entsprechende Hilfsangebote. Das Institut medmissio und Ehrenamtliche setzten sich dort für das Recht auf Gesundheit ein. Zugleich hob der Bischof Projekte zur Integration hervor. Bei „Rad & Tat“ beispielsweise würden ausrangierte Fahrräder für Geflüchtete wieder fit gemacht. Katholische Flüchtlingshilfe sei oft praktischer Einsatz für die Grundrechte von Menschen, sagte Bischof Jung. Der Flüchtlingsgipfel biete eine wichtige Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung.
Auf Einladung des Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen und Vorsitzenden der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), kamen beim Flüchtlingsgipfel in Würzburg rund 150 Fachleute der kirchlichen Flüchtlingsarbeit unter dem Titel „Auf sicherem Grund? Menschenrechte und Flüchtlingsschutz – politische Entwicklungen und kirchliche Handlungsansätze“ zusammen.
„Auch unter schwierigen Bedingungen setzen wir uns für einen Flüchtlingsschutz ein, dessen Maßstab die Menschenwürde und die Menschenrechte sind!“, betonte Erzbischof Heße. Trotz vieler Schwierigkeiten und teils auch Anfeindungen engagierten sich weiterhin zahlreiche Menschen im Raum der Kirche für Schutzsuchende: Allein im Jahr 2025 wurden durch den Einsatz von über 5000 Hauptamtlichen und 34.000 Ehrenamtlichen mindestens 443.000 Geflüchtete unterstützt. Der Sonderbeauftragte ermutigte die Engagierten, weiter mit vereinten Kräften die Menschenwürde Schutzsuchender zu verteidigen.
mh (POW)
(2026/0451; E-Mail voraus)
Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet






