Würzburg (POW) Mit 44 Leserinnen und Lesern hat das Würzburger katholische Sonntagsblatt Rom und den Vatikan erkundet. Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran, der sechs Jahre lang in Rom lebte und studierte, manövrierte mit seinen Sprach- und Ortskenntnissen die Gruppe um Reiseleiter und Sonntagsblatt-Redaktionsleiter Ralf Ruppert durch den Trubel der Stadt und gab viele praktische Tipps, etwa zum Bestellen eines Kaffees in den Pausen. Er öffnete der Gruppe auch manche Tür, die sonst verschlossen ist, etwa die zum Dikasterium für die Glaubenslehre gleich neben dem Petersplatz. Von dessen Dachterrasse hatten die Teilnehmer in der blauen Stunde einen einmaligen Blick auf die Peterskirche, heißt es in einem Bericht des Sonntagsblatts (www.sobla.de).
„Das Besondere an der Leserreise waren die Begegnungen“, lautet die Bilanz des Generalvikars. „Emotional sehr bewegend“ sei vor allem seine erste persönliche Begegnung mit Papst Leo XIV. nach der Generalaudienz gewesen. Vorndran begleitete im Mai die erste von drei Mitarbeiter-Wallfahrten der Diözese Würzburg. Anreisetag war der 8. Mai, am Abend besuchten die Pilger zum Abschluss noch einmal müde den Petersplatz, als über der Sixtinischen Kapelle plötzlich weißer Rauch aufstieg. Kurze Zeit später erlebten sie live mit, wie Papst Leo XIV. auf dem Balkon erschien.
Genau ein halbes Jahr später kam es auf Vermittlung des Würzburger Bischofs nun zum persönlichen Treffen: Generalvikar Vorndran als Herausgeber des Sonntagsblatts und Redaktionsleiter Ruppert stellten dem Heiligen Vater kurz das Würzburger katholische Sonntagsblatt vor. Die Kirchenzeitung feiert in diesem Jahr ihr 175-jähriges Bestehen und ist somit eine der ältesten noch existierenden Kirchenzeitungen weltweit. Papst Leo begegnete den Gästen aus Würzburg sehr präsent und konzentriert. Die Begrüßung auf Deutsch erwiderte er mit einem freundlichen „Guten Morgen! Ah, aus Würzburg“. Vorndran interpretiert das so, dass sich der Papst gut an seinen Besuch in Würzburg erinnert.
Ruppert und Vorndran hatten ihm zwei Ausgaben des Sonntagsblatts mit nach Rom gebracht: die erste Ausgabe des Jahres 2025, in dem die Geschichte der Kirchenzeitung seit 1850 beleuchtet wird, und eine Ausgabe aus dem Sommer, bei der Augustinerpater Markus Reis aus Münnerstadt auf dem Cover abgebildet ist. Papst Leo hatte in seiner Zeit als Generalprior des Augustinerordens Münnerstadt besucht. Vorndran sprach noch die Rede von Papst Leo XIV. an die Medienschaffenden an, in der er vier Tage nach seiner Wahl zu einer „Entwaffnung der Worte“ aufgerufen hatte. Als Erinnerung an die Begegnung erhielten beide einen Rosenkranz in einem Etui mit dem Papstwappen.
Vorndran erwähnt in seiner Bilanz auch die vielen Begegnungen und Glaubensgespräche innerhalb der Pilgergruppe. „Diese Gemeinschaft im Glauben hat den Funken überspringen lassen und allen spürbar gutgetan. Ich hatte den Eindruck, dass alle Pilgerinnen und Pilger menschlich bereichert und im Glauben gestärkt nach Hause zurückgekehrt sind. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Vorndran
Eine weitere interessante Begegnung hatte die Gruppe mit Prälat Peter Klasvogt, seit kurzem neuer Rektor im Campo Santo Teutonico. Er stellte die Geschichte des wenige Tage zuvor aufgestellten Altars von Lucas Cranach aus dem Naumburger Dom mit den neuen Tafeln von Michael Triegel vor. Im Dikasterium für die Glaubenslehre traf die Gruppe aus Würzburg schließlich Pfarrer Dr. Manfred Bauer, der seit mehr als zehn Jahren dort tätig ist. „Wir erhielten nicht nur Einblick in den vatikanischen Alltag, sondern durften am Ende auch von der Dachterrasse einen Panoramablick auf den Petersdom werfen“, sagt Vorndran.
Vor und nach der Leserreise des Sonntagsblatts besuchten zwei weitere Gruppen mit jeweils rund 50 Mitarbeitenden der Diözese Würzburg Rom. Nachdem Generalvikar Vorndran die Gruppe im Mai begleitet hatte, fuhren im Oktober Bischof Dr. Franz Jung und im November Weihbischof Paul Reder mit. Auf dem Programm standen auch Ausflüge nach Castel Gandolfo und zum Kloster Subiaco. „Bei den Reisen war zu spüren, dass die Gemeinschaft auch gut für die Dienstgemeinschaft war“, berichtet Johannes Weismantel, der mit seiner Agentur „Spiritel“ die Reisen organisierte. Er und seine Frau Cornelia begleiteten im Heiligen Jahr sieben Pilgergruppen mit insgesamt rund 330 Teilnehmern aus der Diözese Würzburg.
raru (Würzburger katholisches Sonntagsblatt)
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