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Jahresauftakt-Pressekonferenz 2020

„Sorgfältige Priorisierung erforderlich“

Gesamthaushalt des Bistums Würzburg für 2020 beläuft sich auf rund 223 Millionen Euro – Dank an alle Kirchensteuerzahler – Diözesanratsvorsitzender Wolf mahnt Fingerspitzengefühl bei Konsolidierung an

Würzburg (POW) Auf rund 223 Millionen Euro beläuft sich der Gesamthaushalt des Bistums Würzburg für das Jahr 2020. Die Bischöfliche Finanzkammer plant dabei mit einem Kirchensteuereinkommen von etwa 176 Millionen Euro. „Das bedeutet, wir kalkulieren in Abstimmung mit dem Diözesansteuerausschuss mit einer Minderung der Kirchensteuermittel in Höhe von einer Million Euro im Vergleich zum Vorjahreshaushalt. Ursachen für diesen von uns erwarteten Rückgang des Kirchensteueraufkommens sind die demografische Entwicklung, die Kirchenaustrittszahlen sowie die zurückhaltenderen Erwartungen betreffend die wirtschaftliche Entwicklung“, erklärte stellvertretender Finanzdirektor Andreas Hammer bei der Pressekonferenz zum Jahresauftakt am Mittwoch, 5. Februar. Insgesamt weist der Haushaltsplan der Diözese für 2020 einen Jahresfehlbetrag von rund zwölf Millionen Euro aus, der aus Rücklagen gedeckt werden kann. „Wir haben eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um einen ausgeglichenen Haushalt für die Diözese vorlegen zu können“, erklärte Hammer.

Für die Seelsorge als Hauptaufgabe der kirchlichen Arbeit in der Diözese Würzburg werden rund 112 Millionen Euro eingeplant, das entspricht über 50 Prozent der Aufwendungen. Rund 27 Millionen Euro werden für die Aufgaben und Ziele der Caritas bereitgestellt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diözese Würzburg bezeichnete Hammer als „wertvollste Ressource“. Im Jahr 2020 sind 127 Millionen Euro an Personalkosten eingeplant. Bei der Prognose der Personalausgaben wurde eine Tarif- und Abgabensteigerung von 2,5 Prozent eingerechnet. Weil auch zukünftig Löhne und Gehälter tarifbedingt steigen, werde geprüft, ob und wie freiwerdende Stellen zukünftig besetzt werden sollen. Neben den eigenen Personalausgaben gibt die Diözese im Rahmen ihrer Sachkosten- und Personalkostenzuschüsse an andere Rechtsträger, insbesondere die Caritas, weitere Mittel für Personal in Höhe von rund 17,7 Millionen Euro und an Kirchenstiftungen in Höhe von rund fünf Millionen Euro.

Der Haushalt der Diözese sieht – als weitere wesentliche Position neben den Personalkosten – für 2020 Aufwendungen im Bereich Bau in Höhe von rund 27,4 Millionen Euro vor (siehe eigener Bericht). Mit modernen und effektiven Controlling-Instrumenten würde dafür Sorge getragen, dass das zur Verfügung stehende Geld wirksam, sinnvoll und mit Bedacht eingesetzt werde. „Wir verstehen uns nicht als bürokratische Zentrale, sondern als Dienstleister für die haupt- und ehrenamtlich engagierten Menschen unserer Kirche in ganz Unterfranken.“

In den kommenden Jahren würden die Einnahmen aus Kirchensteuermitteln nach den entsprechenden Prognosen, belegt durch eine Studie der Universität Freiburg, spürbar zurückgehen. Hinzu komme, dass es in der aktuellen Niedrigzinslandschaft schwierig sei, Erträge aus Kapitalrücklagen und Ersparnissen zu erwirtschaften. „Die uns zur Verfügung gestellten Mittel müssen nachhaltig und mit Bedacht eingesetzt werden. Im Interesse einer langfristigen Haushaltssicherung ist eine sorgfältige Priorisierung kirchlicher Aufgaben und Leistungen zwingend erforderlich“, betonte Hammer. Bischof Dr. Franz Jung habe mit einer neuen Schwerpunktsetzung begonnen.

Entlastet wird laut Hammer der Haushalt der Diözese dadurch, dass, wie in den Vorjahren, der Bischöfliche Stuhl fünf Millionen Euro für die Ruhestandsversorgung der Geistlichen zuschießt, während der Zuschuss der Diözese dafür bei einer Million Euro liegt.

Wie auch Bischof Jung dankte Hammer allen Kirchensteuerzahlern im Bistum Würzburg. Er erklärte beispielhaft, wie 100 Euro Kirchensteuer für den Dienst am Menschen in der Diözese verwendet werden: „Rund 50 Euro gehen in die Seelsorge. Die Caritas erhält zwölf Euro, und für Bildung und Kultur sind 17 Euro vorgesehen. Für diözesane und gesamtkirchliche Aufgaben sind rund 21 Euro eingeplant.“

Der Haushalt des Bischöflichen Stuhls sieht für 2020 Aufwendungen in Höhe von 9,2 Millionen Euro vor. Davon entfallen fünf Millionen Euro auf die Emeritenanstalt als Pensionskasse der Priester. 2,5 Millionen Euro sind für die Instandhaltung und Abschreibung von Gebäuden und 500.000 Euro für die Renovierung der Kirche auf dem Volkersberg eingeplant. 900.000 Euro sind für Zinsaufwand und 300.000 Euro für sonstige betriebliche Kosten vorgesehen. Auf der Ertragsseite werden beim Bischöflichen Stuhl Kapitalerträge von rund sieben Millionen Euro sowie Miet-, Pacht- und sonstige Erträge von rund 4,6 Millionen Euro erwartet. „Wir rechnen hier mit einem bilanziellen Jahresüberschuss in Höhe von 2,4 Millionen Euro.“ Noch nicht berücksichtigt sei bei diesem Ergebnis die Entwicklung der Pensionsrückstellungen für die Geistlichen, die zurzeit noch zu großen Teilen im Bischöflichen Stuhl bilanziert werden. Diese sollen mit dem entsprechenden Anteil am Finanzvermögen in die Emeritenanstalt – die Pensionskasse der Geistlichen – übertragen werden.

„Fingerspitzengefühl und Transparenz“ mahnte Diözesanratsvorsitzender Dr. Michael Wolf bei den Maßnahmen zur Konsolidierung der Bistumsfinanzen an. Die Kirche sei kein Wirtschaftsbetrieb und müsse ihrer umfassenden Sendung getreu arbeiten. Das gelte auch für das Programm „Gemeinsam Kirche sein – Pastoral der Zukunft“. „Alles in allem muss dafür gesorgt werden, dass die Gemeinden nicht ausbluten und die Zahl der Kirchenaustritte nicht steigt.“ Im Blick auf die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs erwarte der Diözesanrat Aussagen, die den Opfern, aber auch den Ortskirchen gerecht werden, ohne die Gemeinden und deren Zusammenleben zu gefährden. Den „Synodalen Prozess“ verfolge das höchste Laiengremium des Bistums ebenfalls mit Interesse. „Die Kirche ist schon immer kontinuierlichen Anpassungen ausgesetzt. Eine intensive Beschäftigung mit den drängenden Fragen tut not. Änderungen der bisherigen Standards müssen die Kirche für die Zukunft fit machen“, sagte Wolf weiter. Es wäre fahrlässig, den Anforderungen der Gegenwart und der Diözese keine Beachtung zu schenken. „Es sind nicht die Traditionen und äußeren Formen, die die katholische Kirche ausmachen, sondern der Geist der Frohen Botschaft.“ Wie es auch bei der Amazonas-Synode versucht wurde, ließen sich lokale Probleme im Schulterschluss mit Rom lösen. „Ich bin mir sicher, dass unsere Kirche, auch hier in Würzburg, bunter und vielfältiger sein wird. Der Diözesanrat wird an der Erreichung dieses Zieles intensiv mitarbeiten.“

mh (POW)

(0620/0157; E-Mail voraus)

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