Mbinga (POW) Bereits zum dritten Mal hat das diözesane Krankenhaus von Litembo ein Aufklärungsprojekt zur Menstruationshygiene an Schulen im tansanischen Partnerbistum Mbinga durchgeführt. Vier Tage lang war das Team mit Projektleiterin Anna Mwenda, Dr. Janseline Timothy, Krankenpflegerin Lucy Nchimbi, Medizinstudentin Katharina Kaiser und einem Fahrer unterwegs zu Grund- und weiterführenden Schulen, heißt es in einem Bericht des Krankenhauses. Ziel des Projekts sei es, Kinder und Jugendliche altersgerecht über Pubertät, Menstruation, Fruchtbarkeit und Schwangerschaft aufzuklären. Im Gepäck hatte das Team sogenannte „Salama Pads“, wiederverwendbare Hygienebinden, die an die Mädchen verteilt wurden. Diese sollen es den Mädchen ermöglichen, auch während ihrer Periode zur Schule zu gehen und weniger Unterricht zu verpassen.
Erste Station war die Litumbandyosi Primary School. Die Kinder – Mädchen wie Jungen – versammelten sich auf dem Schulhof unter einem großen Mangobaum. Gemeinsam sangen sie das Lied „We have dreams“. Es soll den Kindern vermitteln, dass sie Träume haben dürfen und wie wichtig Bildung ist, um ihre Träume zu verwirklichen. Der Unterricht sei bewusst interaktiv gestaltet, scheibt Kaiser: „Die Kinder werden nicht einfach mit Informationen versorgt, sondern immer wieder gefragt, was sie bereits wissen, was sie glauben und welche Veränderungen sie an ihrem eigenen Körper beobachten.“ Dr. Timothy erklärte den Mädchen, wie die Pads richtig verwendet und nach dem Gebrauch gewaschen werden. An der Litumbandyosi Secondary School machte das Team eine erfreuliche Beobachtung: Im vergangenen Jahr waren an dieser Schule fünf Schülerinnen schwanger, diesmal war es nur eine. Das Team wertete es als ermutigendes Zeichen, dass zeige, wie wichtig kontinuierliche Aufklärung sein könne.
Am nächsten Tag ging es an die Luhagara Secondary und Primary School. Der Leiter der Secondary School sprach über das „sehr positive“ Feedback der Schülerinnen und Schüler in den vergangenen beiden Jahren. Projektleiterin Mwenda sang mit den Mädchen und Jungen das Lied „Don’t touch“, das persönliche Grenzen thematisiert. Es soll vermitteln, dass jeder Mensch selbst über seinen Körper bestimmen darf. Tags darauf in der Mabuni Primary School berichteten die Mädchen, welche Erleichterung die Pads für sie seien. Sie hätten während ihrer Periode weiter zur Schule gehen können und sich weniger geschämt. Allerdings erzählten einige auch, dass ihre Pads von den Eltern oder Geschwistern mitbenutzt werden. Das zeige, dass der Bedarf innerhalb einer Familie größer sein könne als die Anzahl der ausgegebenen Sets, notierte Kaiser. Auf dieser Tour besuchte das Team noch die Kingoli Primary School, die Paradiso Primary School und die Mkeso Primary School.
Das Projekt erreiche im nunmehr dritten Jahr immer mehr Kinder. „Besonders eindrücklich war für mich, wie offen die Kinder trotz eines teilweise schambesetzten Themas mitarbeiteten und wie selbstverständlich sie durch die spielerischen Elemente in die Aufklärung einbezogen wurden“, schreibt Kaiser.
Wer das Projekt mit einer Spende unterstützen möchte: Diözese Würzburg Weltkirche, IBAN: DE40 7509 0300 0603 0000 01 bei der LIGA Bank Regensburg, Stichwort: „Litembo Hospital – Hygienprojekt“. Für eine Spendenquittung eine E-Mail an weltkirche@bistum-wuerzburg.de senden mit Angabe der Höhe der Spende, Name und Adresse.
(4526/1030; E-Mail voraus)
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