Passau/Würzburg (POW) Bei der Landesversammlung der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Bayern von Donnerstag bis Sonntag, 4. bis 7. Juni, in Passau sind Karolin Ott (21) vom Diözesanverband Würzburg und Alexandra Schmid (29) vom Diözesanverband Passau als ehrenamtliche Landesvorsitzende wiedergewählt worden. Die Amtsperiode dauert zwei Jahre. Verabschiedet wurden die Landesvorsitzenden Franz Wacker (Landkreis Straubing-Bogen) und Rafael Derfuß (Landkreis Forchheim). Damit seien derzeit vier der sechs möglichen Plätze im Landesvorsitz vakant, teilt die KLJB mit. Zudem stimmten die rund 60 Delegierten für die Beschlüsse „Organspende – Widerspruchslösung jetzt einführen“ und „Echt oder doch nicht? – Desinformation die Stirn bieten“. Das schreibt der Landesverband in einer Pressemitteilung.
Ott blickte voller Motivation auf die kommende Amtszeit und wolle sich insbesondere auf die politische Vertretungsarbeit des Verbands konzentrieren. „Junge Menschen auf dem Land haben konkrete Anliegen, und diese müssen gehört werden. Ich möchte dafür sorgen, dass die KLJB Bayern in politischen Debatten eine starke und unüberhörbare Stimme bleibt. Ob bei der Gestaltung des ländlichen Raums oder bei Fragen, die junge Menschen direkt betreffen: Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, und wir fordern, dass die Politik das auch ernst nimmt“, sagte sie. Ott ist seit 2022 Mitglied in der KLJB. Sie ist Mitbegründerin der Ortsgruppe Bergtheim und wurde 2023 Diözesanvorsitzende der KLJB Würzburg. 2025 wurde sie bei einer Nachwahl in den ehrenamtlichen Landesvorstand gewählt.
Schmid engagiert sich vor allem in der Bildungsarbeit und vertritt die KLJB Bayern im Dachverband Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Sie freue sich sehr über das Vertrauen der Delegierten. „Die KLJB ist für mich ein Ort, an dem junge Menschen Verantwortung übernehmen und das Leben im ländlichen Raum aktiv gestalten. Diese Stärke möchte ich auch künftig auf Landesebene unterstützen und weiterentwickeln.“ Schmid ist seit 2023 Landesvorsitzende.
Mit dem Beschluss „Organspende – Widerspruchslösung jetzt einführen“ beziehe die KLJB Bayern eine klare Position zur Einführung der Widerspruchslösung. Hierbei gelten alle Bürgerinnen und Bürger automatisch als Organspenderinnen beziehungsweise Organspender, sofern sie nicht aktiv widersprechen. „Organspende rettet Leben. Wir als KLJB setzen uns für eine solidarische Gesellschaft ein. Dafür ist die Widerspruchslösung ein konkreter Schritt, dieser Verantwortung gerecht zu werden“, erklärte Wacker.
Im Beschluss „Echt oder doch nicht? – Desinformation die Stirn bieten“ fordern die Delegierten die Bayern-Allianz gegen Desinformation auf, sich für strengere Vorgaben für Tech-Unternehmen, Maßnahmen zur Stärkung der Medienkompetenz und einen entschlosseneren Umgang mit Desinformation in digitalen Räumen einzusetzen. „Desinformation gefährdet demokratische Debatten und gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte Schmid. Junge Menschen bräuchten deshalb starke Medienkompetenz und die Fähigkeit, Informationen kritisch einzuordnen. „Gleichzeitig sehen wir digitale Plattformen stärker in der Verantwortung, gegen die Verbreitung von Falschinformationen vorzugehen.“
Bei einem Gottesdienst mit Weihbischof Florian Wörner (Bistum Augsburg) und einem Festabend unter dem Motto „Wetten, dass…?“ wurden Wacker und Derfuß verabschiedet. Beide hätten die KLJB Bayern „mit großem Engagement, Haltung und Herzblut geprägt“, sagte Landesgeschäftsführer Sebastian Petry: „Für Ihren Einsatz für junge Menschen und den Verband danken wir Ihnen von Herzen. Vergelts Gott.“ Wacker war seit 2020 Landesvorsitzender. Er habe durch zahlreiche Initiativen die politische Arbeit des Verbands geprägt. Insbesondere zivilgesellschaftliche Themen wie die Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit, der Umgang mit Hate Speech und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit lagen ihm am Herzen. Derfuß war seit 2023 im Landesvorstand. Er habe maßgeblich den spirituellen und landwirtschaftlichen Bereich des Verbands geprägt.
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