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Theologe und Psychologe Dr. Peter Paul Flosdorf im Alter von 95 Jahren gestorben

Würzburg (POW) Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Theologe und Psychologe Dr. Peter Paul Flosdorf am Freitag, 18. August, im Alter von 95 Jahren in Würzburg gestorben.

Flosdorf war von 1953 bis 1992 als Leiter des heutigen Therapeutischen Heims Sankt Joseph (THSJ) im Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und zeitweise als Leiter der heutigen Erziehungs- und Familienberatung im SkF und der Fachakademie für Heilpädagogik/Heilpädagogisches Seminar im SkF tätig. Er habe die Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe im SkF Würzburg maßgeblich geprägt, schreibt der Verband in seinem Nachruf. Flosdorf wurde 1928 in Siegen (Westfalen) geboren. Von 1947 bis 1953 studierte er Philosophie, Theologie und Psychologie in Paderborn und München. 1953 begann er die Arbeit in der neu gegründeten heilpädagogisch-psychotherapeutischen Beobachtungsstation des SkF und übernahm nach kurzer Zeit die Leitung des Heims. 1955 gründete er die erste Erziehungsberatungsstelle in Würzburg, der Außenstellen in Bad Kissingen, Bad Neustadt, Hammelburg, Haßfurt und Kitzingen folgten. Mit der 1962 gegründeten Heimschulklasse legte er den Grundstein für die Einrichtung einer trägereigenen Erziehungshilfeschule, heute Elisabeth-Weber-Schule, Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, im SkF. 1967 gründete Flosdorf mit dem Bundesverband für Erziehungshilfe (AFET) das Heilpädagogische Seminar Würzburg und erstellte ein Konzept für die Ausbildung von Heilpädagoginnen und -pädagogen. Weitere Punkte seines Wirkens waren 1976 die endgültige Konzeption eines Aktivspielzentrums für Kinder sozial benachteiligter Familien, das heutige Kinderzentrum Spieli Zellerau im SkF, sowie 1980 der Kinder- und Jugendfarm. 1982 wurde das gemeinsam mit dem Bayerischen Sozialministerium entwickelte Überregionale Beratungs- und Behandlungszentrum (ÜBBZ) Würzburg im SkF gebaut. Darüber hinaus engagierte sich Flosdorf unter anderem für die 1972 vom Bundesministerium für Familie und Gesundheit beauftragte Konzeption und Umsetzung der Wanderausstellung „Heimerziehung im Wandel“ und die gleichnamige Filmreihe, veröffentlichte das Standardwerk „Theorie und Praxis stationärer Erziehungshilfe“ (1988) und wirkte an der bundesweiten Studie „Effekte erzieherischer Hilfe und ihre Hintergründe“ (2002) mit. 1993 ging Flosdorf in den Ruhestand. Für seine Verdienste erhielt er 1978 das Ehrenzeichen in Gold des Deutschen Caritasverbands, 1979 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 1989 das Verdienstkreuz 1. Klasse, 1993 den Silvesterorden, 1993 den Silbernen Brotteller des Deutschen Caritasverbands, 1994 den Bayerischen Verdienstorden und 2014 die Bayerische Verdienstmedaille für soziale Verdienste. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt. Am Freitag, 3. November, wird um 14.30 Uhr ein Gedenkgottesdienst in der Mutterhauskirche der Erlöserschwestern, Domerschulstraße 1 in Würzburg, gefeiert.

(3923/1043; E-Mail voraus)

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