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Theologie zentral in der Innenstadt

Ab diesem Semester sind erstmals alle Lehrstühle der Katholisch-Theologischen Fakultät Würzburg in einem Gebäude vereint – Dekan Stuflesser: „Ich freue mich!“

Würzburg (POW) Kartons und Möbel werden von zahlreichen Helfern durch die Gegend transportiert. Dozenten räumen ihre Büros ein. Handwerker schließen letzte Geräte an oder erledigen den Feinschliff: In den neuen Räumen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg herrscht rege Betriebsamkeit. Pünktlich zum Vorlesungsbeginn am Montag, 14. Oktober, soll der Betrieb am Standort in der Bibrastraße 14 beginnen. Durch die enge Zusammenarbeit von Bistum, Erlöserschwestern und der Universität sei es gelungen, das Projekt in einer Umbauzeit von anderthalb Jahren zu vollenden. „Für die rund 700 Studierenden der Theologie haben wir jetzt wertige und für Dauernutzung ausgelegte Räume. Ich freue mich!“, sagt Dekan Professor Dr. Martin Stuflesser, Inhaber des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft. Das sei zukunftsweisend, denn in den vergangenen Jahren sei die Zahl der Volltheologen von rund 100 auf derzeit 140 Magister-Theologiae-Studierende gestiegen.

Barrierefrei zugänglich, vereint das Gebäude auf dem Gelände des Klosters der Würzburger Erlöserschwestern erstmals alle Lehrstühle der Katholischen Theologie unter einem Dach. Insgesamt rund 50 Büros, vier Seminarräume und eine zentrale theologische Bibliothek sind dort zu finden. Auf zehn Jahre läuft der Erbpachtvertrag zwischen Erlöserschwestern und Universität, mit Option auf Verlängerung.

„Für die großen Vorlesungen nutzen wir weiterhin die Säle in der Neuen Universität am Sanderring“, erläutert Stuflesser. Somit bleibe die Anbindung an die Gesamtuniversität gewährleistet. „Darüber hinaus stärkt der neue Standort der Fakultät die traditionsreiche Präsenz der Universität in der Würzburger Innenstadt. Juristische Fakultät, Institut für Musikforschung und Neue Universität sind in zum Teil direkter Umgebung.“ Und auch zur Domschule, dem Mentorat künftiger Religionslehrer, dem Zentrum für Theologiestudierende und Pastoralreferenten, dem Priesterseminar und Archiv und Bibliothek der Diözese Würzburg seien die Wege kurz. Das eröffne vielfältige Möglichkeiten der Vernetzung, zum Beispiel für Diskussionen und Kongresse zu Themen, für die die Theologie wichtige Anregungen geben könne. „Oder auch für eine Hausaufgabenbetreuung für Kinder von Geflüchteten, die hier auf dem Gelände der Erlöserschwestern leben.“

Der Zeitplan für die neue räumliche Organisation der Katholisch-Theologischen Fakultät wurde mehr oder weniger von außen vorgegeben. Das Gebäude am Paradeplatz 4, seit 2008 einer der beiden großen von insgesamt drei Standorten der Fakultät, hatte zwischenzeitlich den Eigentümer gewechselt und dieser hatte den Mietern zum 30. September 2019 gekündigt. Überlegungen für einen zentralen Standort der Theologie habe es ohnehin schon länger gegeben, unter anderem, weil bei der Akkreditierung des Magister-Studiengangs durch eine externe Gutachtergruppe moniert worden war, dass die vielen Standorte in der Stadt für die Studenten problematisch seien.

„Im Zuge des Ausbaus zur Campus-Universität sind zum Beispiel in Regensburg und Augsburg neue Fakultätsgebäude entstanden.“ Die Würzburger Fakultät formulierte vor rund zehn Jahren einen Beschluss, in dem sie forderte, an einem Standort im Innenstadtbereich zusammengeführt zu werden, der aber mit keiner Verschlechterung der bisherigen Situation verbunden sein dürfe. „Das war nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet, dass es keine belastbaren Pläne seitens der Universität für eine Alternative auf dem Hubland-Campus gab“, sagt Stuflesser. Zwischenzeitlich habe es Überlegungen gegeben, die Theologie im ehemaligen Haus Sankt Benedikt am Friedrich-Ebert-Ring unterzubringen, diese seien jedoch im Sande verlaufen.

Sein Dekan-Vorgänger Professor Dr. Heribert Hallermann hat nach Stuflessers Worten das Projekt in der Bibrastraße maßgeblich auf die Schiene gesetzt. Er selbst folgte 2015 im Amt nach und berichtet von viel Abstimmungsbedarf im Vorfeld der Umsetzung. Im Frühjahr 2018 begann dann unter der Leitung von Architekt Tilmann Christner von der SBW-Bauträger- und Verwaltungs-GmbH die Ertüchtigung der Räume in der Bibrastraße 14. „Die Zusammenarbeit aller Beteiligten war sehr gut. Die größte Herausforderung war zum einen die Statik, die für die neue Nutzung angepasst werden musste. Zum anderen war es nicht unbedingt leicht, bei der derzeitigen Auslastung im Baugewerbe die notwendigen Handwerker schnell herbeizubekommen.“ Rund 6,5 Millionen Euro wurden nach Christners Angaben investiert.

Bis zum Semesterstart werden auch die bislang noch offenen Stellen im neu angebauten gläsernen Treppenhaus verschlossen und alle 1600 Umzugskartons eingeräumt sein, zeigt sich Marco Weis, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft und Umzugsbeauftragter der Fakultät, zuversichtlich. Schon fertig einsortiert ist die theologische Gesamtbibliothek samt ihres Magazins im Keller. „Sie ist über den neuen Aufzug barrierefrei zugänglich. Und dank zentralen Zugangs wird weniger Aufsichtspersonal benötigt. Das ermöglicht deutlich großzügigere Öffnungszeiten als bei den verteilten bisherigen Bibliotheken.“

Auch Dekan Stuflesser freut sich auf die Synergien, die im gemeinsamen Gebäude möglich werden. „Hat man sonst die Kollegen vielleicht dreimal pro Semester bei Sitzungen getroffen, ist jetzt die Begegnung – auch über die Institutsgrenzen – quasi programmiert.“ Außerdem verstehe er das neue Fakultätsgebäude als „offenes Haus“. „Das Tor in der Bibrastraße wird offenstehen.“ Der Hof bis zur Mutterhauskirche sei mit seinen vielen Bäumen „eine herrliche grüne Oase mitten in der Stadt“ und ein Geheimtipp – „noch“. Zum Wintersemester gebe es nur eine kleine Zeremonie, die eigentliche Eröffnungsfeier findet dann in der Woche vom 20. bis 25. April 2020 zu Beginn des Sommersemesters 2020 statt. Dann feiert unter anderem Bischof Dr. Franz Jung einen Gottesdienst und es gibt einen offiziellen Festakt zur Einweihung.

mh (POW)

(4019/1046; E-Mail voraus)

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