Würzburg (POW) Der Beginn eines neuen Schuljahres ist für viele Kinder mit Aufregung verbunden. Für manche ist es der erste Schultag überhaupt, andere wechseln die Schule oder müssen sich an eine neue Klasse gewöhnen. Florian Oberle, Diözesanreferent für Schulpastoral im Bistum Würzburg, sieht darin eine besondere Chance: „Aller Anfang ist schwer und gleichzeitig wohnt jedem Anfang ein Zauber inne.“ In dieser Spannung beginne Schule für viele Kinder.
Eltern könnten ihren Kindern den Einstieg erleichtern, indem sie gemeinsam mit ihnen den Schulweg gehen und sich die neue Schule anschauen, empfiehlt Thorsten Kneuer, Diözesanreferent für Schulpastoral und Hochschulseelsorger im Bistum Würzburg. Auch ein Blick auf die Schulhomepage könne helfen, einen ersten Eindruck zu bekommen. Entscheidend sei, gemeinsam neugierig auf das zu sein, was kommt.
Gerade Schulanfänger seien beim Start meist nicht auf sich allein gestellt. Eltern, Großeltern, Lehrkräfte und Mitschüler begleiteten sie. Auch kleine Zeichen könnten dieses Gefühl der Gemeinschaft und Begleitung stärken. Bei einem Schulanfangsgottesdienst im vergangenen Jahr erhielten Erstklässler beispielsweise einen kleinen Engel als Reflektor für den Schulranzen. „Da ist noch jemand, der mitgeht. Ich bin begleitet und beschützt“, beschreibt Oberle den Gedanken dahinter.
Auch gemeinsame Aktionen könnten Kindern zeigen, dass sie Teil einer neuen Gemeinschaft sind. Oberle erinnert sich an einen Schulanfang unter dem Motto „Schule ist wie ein bunter Blumengarten“. Die Kinder bekamen einen Blumenstempel auf die Hand. Das habe Verbundenheit geschaffen und ihnen das Gefühl gegeben: „Ich habe etwas, was mich mit anderen verbindet.“
Hilfreich seien außerdem persönliche Rituale. Eine kleine Überraschung in der Brotdose könne ebenso dazugehören wie ein eigenes Ritual des Kindes. Für Oberle kann etwa ein kleines Kreuzzeichen auf der Hand ein persönliches „Pluszeichen“ sein: „Du bist gut, du schaffst das.“ Auch Lieblingsmusik auf dem Weg zur Schule könne helfen, sich zu regulieren und entspannter in den Tag zu starten. „Es darf auch leicht sein“, sagt der Schulseelsorger.
Besonders wichtig sei es, Ängste von Kindern ernst zu nehmen. Kneuer rät Eltern, Aussagen wie „Du brauchst doch keine Angst zu haben“ zu vermeiden. Stattdessen sollten sie nachfragen und zuhören. Hinter der Angst könnten ganz unterschiedliche Gründe stecken – etwa eine Schulaufgabe, Probleme mit Mitschülern, Leistungsdruck oder eine diffuse Unsicherheit, die das Kind selbst noch nicht benennen könne.
Eltern sollten deshalb Räume schaffen, in denen Kinder über ihre Gefühle sprechen können. Feste Zeiten für Gespräche könnten dabei helfen. Wenn ein Kind von sich aus das Gespräch suche, sollten Eltern nach Möglichkeit sofort Zeit zum Zuhören finden. „Das Allerwichtigste ist, es sehr ernst zu nehmen“, betont Kneuer.
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