Würzburg (POW) Die für 2027 prognostizierten Kirchensteuereinnahmen des Bistums Würzburg werden erstmals unter der Plansumme des Vorjahres liegen. „Wir wussten alle, dass dieser Moment kommt.“ Darauf hat Bischof Dr. Franz Jung bei der Herbstvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken am Samstag, 17. Oktober, hingewiesen. Das sei „kein Anlass zu Panik, aber zu konzentrierter Arbeit“. Für die Haushaltsplanung sei die Zusammenarbeit aller Bereiche der Diözese unabdingbar. Insbesondere müsse sich die Personalplanung der Realität anpassen. Der solide Vermögenshaushalt ermögliche zugleich die Fortführung großer Projekte.
Zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt werden der Betroffenenbeirat und er auf dem Würzburger Kiliansplatz am 31. Oktober den Gedenkort der Öffentlichkeit übergeben, kündigte Bischof Jung an. Das laufende Forschungsprojekt der Universität Würzburg zu zeitgeschichtlichen Hintergründen und Leitungskultur werde bis 2029 verlängert.
Wie Domkapitular Albin Krämer, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, erklärte, stünden im Bistum wichtige Schritte zur Weiterentwicklung der Pastoralen Räume sowie zur Durchführung der bischöflichen Visitationen an. Wie Krämer informierte, werde die regelmäßige Visitation des gesamten Bistums künftig gemeinsam von Bischof Jung und Weihbischof Paul Reder wahrgenommen. Ziel dieser Besuche sei es, der Situation der Menschen und der Kirche vor Ort mit Wertschätzung zu begegnen und gemeinsam die künftigen Entwicklungen abzustimmen. Die Visitationen werden sich über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren erstrecken und jährlich in zwei Blöcken stattfinden, voraussichtlich jeweils in der Fastenzeit sowie im Oktober. Der Auftakt erfolgt im Oktober 2027. Welche Pastoralen Räume zuerst besucht werden, gebe das Bistum im Januar 2027 bekannt. Vor der eigentlichen jeweils dreitägigen Visitation werde der jeweilige Dekan eine formale und kirchenrechtliche Vorvisitation durchführen, kündigte Krämer an.
Fortgesetzt wird nach den Worten des Domkapitulars auch die Weiterentwicklung der partizipativen Leitung in den Pastoralen Räumen. Das Konzept unterscheidet dabei drei wesentliche, eng miteinander verwobene Perspektiven: den geistlichen Dienst, die Seelsorge-Organisation und die Verwaltung. Diese Aufgabenbereiche werden von verschiedenen Verantwortungsträgerinnen und -trägern wahrgenommen, darunter die Pfarrer „in solidum“, das Pastoralteam, die Verwaltungsleitung, die Koordinatorinnen und Koordinatoren sowie der Rat im Pastoralen Raum. Um ein abgestimmtes Miteinander zu gewährleisten, setze sich die zentrale Koordinationsgruppe aus dem Moderator, der Koordinatorin beziehungsweise dem Koordinator, der Verwaltungsleitung sowie einer Delegation aus dem Rat im Pastoralen Raum zusammen. Als nächste Schritte stünden eine vertiefte Rollenklärung und das Erarbeiten konkreter Geschäftsverteilungen an, bevor die Entwürfe im Frühjahr 2027 im Diözesanrat und Priesterrat weiter beraten werden.
Über den aktuellen Stand des diözesanen Strategieprozesses informierte Ordinariatsrat Bernhard Lutz, Leiter der Stabsstelle Strategie. Sieben Arbeitsgruppen und sieben Untergruppen hätten in der zweiten Runde des diözesanen Strategieprozesses insgesamt 57 Vorschläge, Maßnahmen und Konzepte erarbeitet. Die übergreifende Zusammenarbeit habe unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt und vor zu engem Denken bewahrt. Der Strategieprozess habe dabei positiv als „Katalysator“ für die Entwicklung von Konzepten gewirkt.
Zu den Themen, mit denen sich die diözesanen Gremien zur Information und Beratung befasst haben, zählen die Schulträgerschaften der Diözese, die finanzielle Unterstützung der Ordensschulen, Senioreneinrichtungen, ein Konzept für Bürogebäude in der Würzburger Innenstadt und die Gemeindecaritas. Noch anstehende seien unter anderem Konzepte für Studentenwohnheime und Tagungshäuser sowie pastorale Standards. Die Beratungsabläufe seien inzwischen erprobt und weiterentwickelt. Mit der Neukonstituierung der Gremien könnten sich nun Routinen etablieren. Parallel zur laufenden Arbeit sei eine Zwischenphase vorgesehen, um den bisherigen Prozess zu überprüfen und bei Bedarf nachzujustieren.
Für Gemeindeteams und Gremien werden am Montag, 9. November, und am Mittwoch, 20. Januar 2027, jeweils von 19 bis 20.30 Uhr Videokonferenzen angeboten. Diese wollen praktische Anregungen geben, wie sich mithilfe der Zielbildkarten des Strategiepapiers Schwerpunkte und gemeinsame Ziele für die neue Amtszeit entwickeln lassen.
mh (POW)
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