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Weihbischof besucht Baustelle in Likonde

Mbinga-Reise von Weihbischof Paul Reder
Besuch im Kleinen Seminar von Likonde – Wiederaufbau der Kapelle nach dem Brand von September 2025 macht große Fortschritte – Abstecher zum Projekt „Eine Kuh für Mbinga“ und nach Kigonsera

Likonde/Mkako/Kigonsera (POW) Ein Brand hat im vergangenen September die Kapelle des Kleinen Seminars in Likonde im tansanischen Partnerbistum Mbinga zerstört. Mittlerweile ist die Renovierung in vollem Gange. Weihbischof Paul Reder besichtigte am Dienstag, 5. August, die Baustelle. Er sei „erstaunt über den Fortschritt der Arbeiten“ gewesen, schreibt der Weihbischof. Zudem unterhielt er sich mit einer Kooperative im Rahmen des Partnerschaftsprojekts „Eine Kuh für Mbinga“ in Mkako und besuchte die Catechist Secondary School in Kigonsera, der ältesten Pfarrei des Bistums Mbinga.

Im Kleinen Seminar in Likonde leben und lernen Schüler aus mehreren Diözesen. Sie können sich dort unter anderem auch für die Aufnahme in ein Priesterseminar qualifizieren. Ausgelöst durch einen Kurzschluss, zerstörte am 29. September 2025 ein Feuer die komplette Sakristei sowie weite Teile des Kirchenschiffs, wie Dach und Wände. Dabei wurden auch alle liturgischen Geräte und Messgewänder zerstört. Das Bistum Würzburg gab für den Wiederaufbau 20.000 Euro aus dem Katastrophenfonds. Die schnelle Nothilfe aus Würzburg habe nach den Worten von Bischof John C. Ndimbo dazu motiviert, die Renovierung sofort anzugehen. Als Ausweichquartier dient derzeit ein Versammlungsraum.

In einer Ansprache vor den Schülern verglich Weihbischof Reder das Bemühen um Bildung mit der Arbeit in einer Goldschmiede. Es brauche „Zeit und Geduld, bis wir den Wert eines langen Entwicklungsprozesses wirklich ermessen können“, sagte er. Den Ausbildern und Lehrern sei „Wertvolles anvertraut“, das es mit Wertschätzung zu formen gelte. „Die Liebe, Schönes entstehen zu lassen, ist in der Goldschmiede die treibende Kraft, damit ein Werk gelingt.“ Das gelte so ähnlich auch für die Erziehung. Respektvoller Umgang und eine entsprechende Begleitung seien die Grundlagen für eine positive Entwicklung. Der Weihbischof hatte auch Geschenke mitgebracht: einen Messkelch aus dem Bestand des Priesterseminars Würzburg sowie zwei Fußbälle – letztere erhielten eindeutig den größeren Applaus, gab Bischof Ndimbo lachend zu.

Projekt „Eine Kuh für Mbinga“: Wie aus 20 mehr als 800 Kühe wurden

Eine Erfolgsgeschichte ist das Partnerschaftsprojekt „Eine Kuh für Mbinga“: Aus 20 Kühen im Jahr 1992 sind mittlerweile mehr als 800 geworden. Jedes erstgeborene Kalb einer gespendeten Kuh wird an eine andere bedürftige Familie weitergegeben. Neben Milch für die Kinder und den Verkauf liefern die Kühe auch Dünger für die Felder, erklärte Afrikareferent Burkhard Pechtl. Weihbischof Reder besuchte in Mkako eine Bauernkooperative mit 21 Familien, die vor drei Jahren im Rahmen des Projekts gegründet wurde und vor zwei Jahren die ersten zehn Kühe bekam. Das Projekt stehe sowohl für gesunde Ernährung wie auch für geteilte Liebe, sagte der Weihbischof. Er erinnerte an die Worte Gottes in der Heiligen Schrift: „Ich werde euch Zukunft und Hoffnung geben.“ Projekte wie dieses sorgten dafür, dass das keine leeren Worte blieben. „Ihr gebt als Hoffnungsträger und Zukunftsgestalter den Worten Gottes ein Gesicht und lasst sie lebendig werden.“

Kigonsera Catechist Secondary School: Die Katecheten von morgen ausbilden

Der Tag endete mit einem Abstecher nach Kigonsera, der ältesten Pfarrei im Bistum Mbinga. Die gesamte Anlage, die von den Missionsbenediktinern von Peramiho aufgebaut wurde, sei heute Standort der Kigonsera Catechist Secondary School. In den Abschlussklassen würden die Jungen und Mädchen auch zu Katechisten ausgebildet. Ähnlich wie Gemeindereferentinnen und -referenten trügen sie zum christlichen Leben in den Pfarreien bei, etwa durch Religionsunterricht oder Katechesen. Mitfinanziert werden sie über einen Entwicklungsfonds der Religionslehrer im Kirchendienst des Bistums Würzburg.

Das christliche Profil einer Schule zeige sich daran, dass neben der Chance auf eine erfolgreiche persönliche Entwicklung auch der Dienst an der Gesellschaft im Blick behalten werde, sagte Weihbischof Reder in seiner Ansprache vor der Schulgemeinschaft. „Die Welt und die Gesellschaft, die Ihr schon bald mitgestalten werdet, werden uns vor Herausforderungen stellen, die die Bündelung aller Kräfte brauchen, um eine menschenwürdige und lebenswerte Gesellschaft zu formen.“ Hierfür sei die Herzensbildung ein wesentlicher christlicher Beitrag. Afrikareferent Pechtl begleitet die Einrichtung seit mehreren Jahren und freute sich über die Fortschritte in Kigonsera, auch dank der Unterstützung durch Partnerschaftsinitiativen aus Schweinfurt und Gerolzhofen.

Die Anschaffung einer Kuh für das Projekt „Eine Kuh für Mbinga“ kostet zwischen 350 und 400 Euro. Wer das Projekt unterstützen möchte: Spendenkonto: Diözese Würzburg KdöR, IBAN DE40 7509 0300 0603 0000 01 bei der LIGA Bank Eg, Verwendungszweck „Cow-Projekt Mbinga“ + „Spenderadresse“.

(3326/0774; E-Mail voraus)

Weitere Bilder finden Sie hier:https://bistum-wuerzburg.px.media/share/17859384202xnbQymGbQUSN4

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