Berlin/Würzburg/Zell am Main (POW) Die Sternsinger Linus Schaab (10), Sonja Klafke (11), Paula Klafke (8) und Marie Nenner (11) aus der Pfarrei Sankt Laurentius in Zell am Main im Landkreis Würzburg haben am Donnerstag, 5. Januar, das Bistum Würzburg im Bundeskanzleramt in Berlin beim traditionellen Empfang der Bundeskanzlerin zur 54. Aktion Dreikönigssingen vertreten. „Das war eine sehr gelungene Veranstaltung mit einer klaren Botschaft“, sagte Betreuer Carsten Klafke (43).
Die 108 als Kaspar, Melchior und Balthasar verkleideten Kinder aus den 27 deutschen Diözesen brachten der Bundeskanzlerin neben dem Segen und fröhlichen Liedern auch eine Forderung mit: mehr Einsatz für die Schwächsten dieser Welt. Sie pochten mit ihren Sternen auf den Boden und traten mit einem eigens geschriebenen Rap bei der mächtigsten Frau Deutschlands für Kinderrechte weltweit ein. Die Bundeskanzlerin zeigte sich beeindruckt und erfreut über den königlichen Besuch und dessen „knackige Botschaft“ – und schwärmte angesichts glänzender Gewänder und Sternen von einem „leuchtenden Beispiel“ für den Einsatz für andere.
Zum 29. Mal brachten die Sternsinger nicht nur Gottes Segen ins Bundeskanzleramt, sondern auch das diesjährige Motto „Klopft an Türen, pocht auf Rechte“. Zum Beispiel auf genügend Nahrung, gute Bildung, medizinische Versorgung für Kinder weltweit. „Das bleibt unser Ziel“, versprach die Bundeskanzlerin den Sternsingern. Aber das schaffe eine Regierung nicht alleine. „Wir brauchen dazu Freiwillige wie euch“, sagte Merkel zu den Jungen und Mädchen. Sie vertraten in Berlin die 500.000 Sternsinger, die derzeit bundesweit den Segen in die Häuser bringen und Spenden für Kinder in Not sammeln. So auch von der Bundeskanzlerin, die mit ihrer Gabe die Sternsinger beim Bau einer Küche für unterernährte Kinder im nicaraguanischen Matagalpa unterstützt. Das mittelamerikanische Land steht beim diesjährigen Dreikönigssingen als Beispielland im Mittelpunkt.
„In Nicaragua leidet mehr als die Hälfte der Kinder unter körperlicher Gewalt. Hier und in vielen anderen Ländern werden die Rechte von Kindern massiv missachtet“, stellte Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, beim Empfang fest. Das Kindermissionswerk trägt die Aktion gemeinsam mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). „Wir müssen uns gemeinsam dafür stark machen, dass mehr Kinder weltweit zu ihren Rechten kommen“, mahnte Krämer.
Er gab der Kanzlerin auch den Wunsch mit, dass Deutschland als eines der ersten Länder die neue Beschwerdeklausel der UN-Kinderrechtskonvention umsetze. Mit dieser können Kinder die Verletzung ihrer Rechte anzeigen. „Um Recht und Gerechtigkeit durchzusetzen braucht man Mut und Ausdauer. Manchmal muss man für sein Recht kämpfen und manchmal muss man frech sein. Seid also mutig und hartnäckig, und – wenn es sein muss – kämpferisch und frech“, ermutigte BDKJ-Bundespräses Pfarrer Simon Rapp die Kinder. Gemeinsam mit Prälat Krämer feierte er vor dem Empfang mit den Sternsingern eine Messe.
Die Würzburger Gruppe war bereits am Morgen des Vortags mit dem ICE von Würzburg aus angereist und hatte die Fahrt genutzt, um unterwegs zu sammeln. „Die Leute nahmen das durchweg positiv auf, auch wenn die Gruppe aus dem Bistum Fulda im gleichen Zug unterwegs war und ebenfalls gesungen und gesammelt hat“, berichtete Klafke schmunzelnd. Neben dem offiziellen Programm nutzte die Zeller Gruppe den Berlinaufenthalt auch zum Besuch der gläsernen Reichstagskuppel und des Brandenburger Tors.
Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Knapp 772 Millionen Euro wurden seither gesammelt, mehr als 60.800 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 53. Aktion zum Jahresbeginn 2011 hatten die Mädchen und Jungen aus 11.622 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 41,8 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Rehabilitation sowie Nothilfe.
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