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„Wir brauchen Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen“

Pressekonferenz zum Jahresauftakt 2026
Bischof Jung ruft dazu auf, bei Kommunalwahlen und Pfarrgemeinderatswahlen Verantwortung zu übernehmen – Synodalität im Bistum Würzburg stärken – Dank an scheidenden DBK-Vorsitzenden Bätzing – Zwei große Wallfahrten in 2026 – Dank an alle Engagierten und Kirchensteuerzahler

Würzburg (POW) „Vor dem Hintergrund zunehmender Diskussionen über und Angriffe auf unsere Demokratie brauchen wir Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen.“ Das hat Bischof Dr. Franz Jung bei der Pressekonferenz des Bistums zum Jahresauftakt am Mittwoch, 28. Januar, im Würzburger Burkardushaus betont. Der ermutigende Zuspruch „Hab Mut, steh auf!“ – das Leitwort des 104. Deutschen Katholikentags und zugleich das Bistumsmotto für 2026 – ergehe „an uns als Kirche von Würzburg in unseren Gemeinden, Pastoralen Räumen, Ordensgemeinschaften und Verbänden. Überdies wollen wir als Kirche mit diesem Motto auch ein Wort der Ermutigung in unsere Gesellschaft senden.“ Nicht wenige Menschen verspürten angesichts der vielen Negativschlagzeilen ein Gefühl der Ohnmacht und der Lähmung. „Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Zeit ein solches Wort der Ermutigung dringend braucht, das uns das Evangelium schenkt und das wir im ,Christsein unter den Menschen‘ leben wollen.“

Im Blick auf die bayerischen Kommunalwahlen am 8. März bekomme der Satz „Hab Mut, steh auf!“ eine besondere Bedeutung. „Unsere Gesellschaft lebt von Menschen, die Mut haben und aufstehen, um für ihre politischen Positionen einzutreten, Mehrheiten zu organisieren und um tragfähige Lösungen zu ringen“, sagte der Bischof. Angesichts der großen wirtschaftlichen Herausforderungen, wie dem Umbruch in der Autoindustrie und dem damit verbundenen Verlust an Arbeitsplätzen in den regionalen Zulieferbetrieben, bedürfe es der gemeinsamen Anstrengung vieler Akteure, um den Menschen eine Zukunftsperspektive zu eröffnen. „Ich danke allen Frauen und Männern, die sich als politische Mandatsträgerinnen und Mandatsträger zum Wohl ihrer Mitmenschen engagieren.“ Zugleich warb Bischof Jung für die Pfarrgemeinderatswahlen am 1. März. „Auch hier suchen wir Menschen, die sich bereitfinden, in den pfarrlichen Gremien Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft von Kirche vor Ort mitzugestalten. Schon jetzt danke ich allen, die sich haben aufstellen lassen und die Freude daran haben, das Leben in unseren Kirchengemeinden durch ihr Engagement zu bereichern.“

Mutig und kraftvoll habe Papst Leo XIV. sein Pontifikat begonnen, fuhr Bischof Jung fort. Der Papst sei bemüht, das Erbe von Papst Franziskus weiterzuführen in der Zuwendung zu den Menschen am Rand. Andererseits scheine er die größte Herausforderung seiner Amtszeit in der „Wahrung der Einheit“ zu sehen. Der Dienst der Einheit sei der „genuine Auftrag“ des Bischofs von Rom, betonte der Bischof: „Er muss fragen, was voneinander trennt, und mutig nach neuen Wegen suchen, um Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Als Bischof weiß ich aus eigener Erfahrung, wie anstrengend es ist, die Einheit zu wahren und für Ausgleich und Versöhnung im Bistum zu sorgen. Umso größer ist mein Respekt vor Papst Leo, der seine Aufgabe mit großer Ruhe, aber auch mit innerer Entschiedenheit angeht.“

Der Ruf „Hab Mut, steh auf!“ ergehe auch an die Kirche in Deutschland bei ihrem Bemühen um die Stärkung der Synodalität, sagte Bischof Jung weiter. Mit der sechsten Synodalversammlung in Stuttgart finde der Synodale Weg seinen offiziellen Abschluss. „Mit ihm war die Kirche in Deutschland 2019 mutig aufgestanden, um über die Lehren nachzudenken, die aus dem Skandal des sexuellen Missbrauchs zu ziehen sind.“ Neben der Evaluation des Prozesses werde es einen Blick auf die Umsetzung der Beschlüsse in den Bistümern geben. Das Format der gemeinsamen Beratung solle ab November in der Synodalkonferenz von Bischöfen und Laien fortgeführt werden, „sofern Rom die gemeinsam erarbeitete Satzung genehmigen wird“. „Für das Bistum Würzburg haben wir uns dazu entschieden, den bisherigen Diözesanpastoralrat als Synodales Gremium weiterzuentwickeln. Die großen Zukunftsthemen des Bistums sollen hier künftig im Miteinander von Bistumsleitung und Vertretern der diözesanen Gremien erörtert werden“, sagte Bischof Jung. Derzeit werde an einem Satzungsentwurf gearbeitet, der es dann erlaube, im Spätjahr erstmals zu dieser neuen Form der Beratung zusammenzukommen.

Das Motto „Hab Mut, steh auf!“ passe auch gut zur Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 23. bis 26. Februar in Würzburg. Nach der Ankündigung von Bischof Dr. Georg Bätzing, das Amt des Vorsitzenden niederzulegen, seien nun andere gefragt, „mutig aufzustehen und sich zur Wahl zu stellen“. Bischof Jung dankte Bätzing für sein „unermüdliches Engagement“. Dessen Amtszeit sei geprägt gewesen von der Veröffentlichung der MHG-Studie im Jahr 2018 sowie dem Synodalen Weg. „Er hat es in dieser extrem herausfordernden Situation verstanden, den Gesprächsfaden innerhalb der Bischofskonferenz wie zum Zentralkomitee der deutschen Katholiken nie abreißen zu lassen, trotz aller bestehenden Spannungen.“ Bätzing habe sich mit „Tatkraft, Klugheit und Umsicht“ der Aufgabe gestellt, die Ursachen des Missbrauchs zu bekämpfen und der Kirche in ihrem Bemühen um Aufarbeitung neue Glaubwürdigkeit zu verschaffen, erklärte der Bischof. „Ich danke ihm aufrichtig dafür, in bedrängender Zeit sich der Verantwortung gestellt zu haben, die er erhobenen Hauptes jetzt auch wieder zurückgeben kann.“

Zum Abschluss kündigte Bischof Jung zwei Wallfahrten für das Jahr 2026 an. So fahren die Kirchenchöre vom 6. bis 12. September mit bis zu 500 Sängerinnen und Sängern nach Rom. Diese Wallfahrt sei auch ein Dank für das große Engagement der Kirchenchöre gerade nach dem Einschnitt der Corona-Pandemie, sagte der Bischof. Anlässlich des 800. Todestags des heiligen Franz von Assisi fährt der Bischof zudem in der zweiten Septemberhälfte mit 100 Pilgerinnen und Pilgern sowie Brüdern der Franziskaner-Minoriten nach Assisi, um dort die Wirkungsstätten des Heiligen zu besuchen.

Bischof Jung dankte allen Menschen im Bistum, die „sich auch von schwierigen Situationen nicht entmutigen lassen und sich weiter engagieren“, den Mitarbeitenden im Bischöflichen Ordinariat und im Diözesan-Caritasverband sowie den Kirchensteuerzahlern. „Ich weiß, dass das alles andere als selbstverständlich ist. Stehen wir also auf und gehen wir mutig in das nun vor uns liegende Jahr.“

sti (POW)

(0626/0128; E-Mail voraus)

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