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Im Gespräch

„Wir werden weiterhin neue Formate entwickeln“

Thomas Riebel, stellvertretender Leiter der Abteilung Schule und Hochschule, und Barbara Mack, Referentin für Religionsunterricht und Digitalität, über Chancen und Grenzen der digitalen Lehrerfortbildung

Würzburg (POW) Nicht nur in den Schulen ist der Präsenzunterricht aufgrund der Corona-Pandemie weitgehend dem Onlineunterricht gewichen. Auch die Fortbildungen für Religionslehrerinnen und Religionslehrer in der Diözese Würzburg können derzeit nur virtuell angeboten werden. Welche Erfahrungen sie mit Onlineschulungen gemacht haben und wo die Grenzen der Digitalisierung liegen, erklären Schulrat im Kirchendienst Thomas Riebel, stellvertretender Leiter der Abteilung Schule und Hochschule der Diözese Würzburg, und Religionslehrerin im Kirchendienst Diplom-Theologin Barbara Mack, in der Schulabteilung für den Bereich Religionsunterricht und Digitalität zuständig, im folgenden Interview.

POW: Welche Erfahrungen haben Sie während des Lockdowns mit digitalen Fortbildungen gemacht?

Thomas Riebel: Die neuen Onlineformate werden schulartübergreifend sehr gut angenommen. Am Diözesanen Studientag im Februar zum Thema „Als Gott ins Kino zurückkehrte“ beispielsweise haben rund 80 Personen teilgenommen, bei unserem neuen Format „Virtuelles Lehrerzimmer“ waren es rund 50. Die Rückmeldungen fallen zu einem hohen Teil positiv aus. Besonders geschätzt wird die größere Flexibilität, da man auch kurzfristig an einer Veranstaltung teilnehmen kann, sowie die Zeitersparnis durch die Teilnahme von zuhause aus, vor allem bei kürzeren Fortbildungen. Die gegenwärtigen Herausforderungen trafen uns zumindest theoretisch nicht unvorbereitet. Digitale Fortbildungsformate waren unabhängig von Corona ein wichtiges Anliegen – allerdings als Erweiterung zum bisherigen Präsenzangebot, nicht als Ersatz.

Barbara Mack: Es gab seit geraumer Zeit Überlegungen zum Themenbereich „Religionsunterricht und Digitalität“. So war eine Fortbildungswoche für Religionslehrkräfte der Diözese Würzburg zu diesem Thema geplant, die dann aufgrund der Pandemie abgesagt werden musste. Auch der RU-Kurier, die Zeitschrift für Religionsunterricht in der Diözese Würzburg, befasste sich in seiner Ausgabe von September 2020 mit dem Thema „Religionsunterricht digital“. Beides wurde lange vor Beginn der Pandemie geplant.

Riebel: Während des ersten Lockdowns fehlten uns noch die technischen und personellen Ressourcen, um adäquat reagieren zu können. Für das Schuljahr 2020/2021 konnten wir uns im Schulreferat technisch und personell besser auf die neue Situation einstellen. Mit Barbara Mack haben wir eine ausgewiesene Fachfrau für die Mitarbeit in der Abteilung Schule und Hochschule gewinnen können.

POW: Wo stoßen die digitalen Formate an ihre Grenzen?

Riebel: Kirchliche Lehrerfortbildung lebt wesentlich von der Begegnung, wir vermissen den direkten Kontakt und den informellen Austausch, den Präsenzveranstaltungen bieten. Wir fühlen uns auf der Grundlage des christlichen Menschenbilds einem ganzheitlichen Bildungsverständnis verpflichtet, das Menschen mit Kopf, Herz und Hand in den Blick nimmt. Daher stellt die Verlagerung der kirchlichen Fortbildungsangebote in den virtuellen Raum niemals einen Ersatz dar, sondern ist als Erweiterung unseres Angebots zu sehen. Das gilt analog auch für das Verhältnis von Distanz- und Präsenzunterricht an den Schulen.

Mack: Nicht alle Fortbildungen eignen sich als rein digitale Veranstaltungen. Themen, bei denen die Rolle der Lehrerpersönlichkeit im Blick ist, bei denen Haltungsfragen thematisiert werden oder der Kommunikationsaspekt im Mittelpunkt steht, sind eher weniger für Onlineformate geeignet. In den Rückmeldungen wurden vor allem Schwierigkeiten mit der technischen Umsetzung genannt. Deshalb bieten wir bei unseren Onlinefortbildungen zusätzliche technische Unterstützung an, so dass sich die Referenten auf die Inhalte fokussieren können. Auch psychologisch war für viele die Hürde hoch, sich auf völlig ungewohnte Formate einzulassen. Zumal nicht abzusehen war, wie lange wir uns auf strikte Kontaktbeschränkungen und die daraus resultierenden Folgen für die Weiterbildung einzustellen haben.

POW: Welche Rolle werden digitale Angebote künftig in der Lehrerfortbildung spielen?

Mack: Besonders geeignet für digitale Formate sind Themen, die sich ohnehin mit Digitalität beschäftigen, die stark der Informationsvermittlung dienen und deren Schwerpunkt auf der theologischen und religionspädagogischen Wissensvermittlung liegt. Neu entwickelt wurde etwa das „Virtuelle Lehrerzimmer“. Als niederschwelliges Angebot bietet es aktuelle Informationen zum digitalen Religionsunterricht, Apps und Kurzfilme. Darüber hinaus dient es dem Austausch unter den Lehrkräften. Wir bieten dieses Format seit Dezember 2020 monatlich an und freuen uns über den ständig wachsenden Zuspruch.

Riebel: Der Diözesane Studientag etwa musste aufgrund der Infektionslage in ein Onlineformat umstrukturiert werden. Das Mittel der Wahl sind hier Videokonferenzen mit vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten für die Teilnehmer. Größere Veranstaltungen wie der Studientag für die Förderschulen im März oder der Schulpastoraltag im April werden ebenfalls online angeboten. Dies ist aber nur für dieses Schuljahr gewissermaßen als „Notlösung“ geplant. Sobald die Möglichkeit wieder besteht, werden wir hier zum bewährten Präsenzmodell zurückkehren, vor allem damit wir Religionslehrkräfte uns als eine lebendige Weggemeinschaft erfahren dürfen.

Mack: Erfolgreiche Formate wie das „Virtuelle Lehrerzimmer“ werden selbstverständlich weitergeführt und geeignete Themen auch in Zukunft als Onlinefortbildungen angeboten. Und wir werden weiterhin neue Formate entwickeln und erproben.

sti (POW)

(0921/0220; E-Mail voraus)

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