Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Wo Weihnachtspost aus aller Welt ankommt

Die Weihnachtspostfiliale Himmelstadt bearbeitet seit 1986 die Post für das Christkind – Rosemarie Schotte ist seit über 30 Jahren Leiterin

Himmelstadt (POW) Auch dieses Jahr stapeln sich in der Weihnachtspostfiliale im Himmelstädter Rathaus (Landkreis Main-Spessart), die gelben Postkisten mit dem Logo der deutschen Post. Darin die vielen Antwortbriefe des Christkindes, die darauf warten, verschickt zu werden. Auf den Umschlägen der Stempel der „Weihnachts-Postfiliale“. In einer Ecke finden sich neben geschmückten Christbäumen Weihnachtswichtel, die so aussehen, als ob sie gerade Plätzchen backen und Geschenke verpacken. In der Mitte ein langer Tisch mit sechs gelben Postkisten. Darin Briefe, die vorsortiert werden. Manche mit bunten, weihnachtlichen Zeichnungen, andere mit viel Text in geschwungener Schrift. Der Empfänger aber ist immer gleich: das Christkind und die Weihnachtspostfiliale in Himmelstadt.

„Wenn mich jemand fragt, warum da Weihnachtswichtel sind und keine Engel, sage ich immer: Die Engel müssen sich noch auf den Heiligen Abend vorbereiten“, sagt Rosemarie Schotte mit einem Lächeln. Die 85-Jährige leitet die Weihnachtspostfiliale in Himmelstadt schon mehr als 30 Jahre. In dieser Zeit hat sich viel verändert. Bei ihrer ersten Teilnahme 1993 war das Postamt des Christkindes noch im Keller des alten Rathauses. Den Briefen musste noch das Rückporto hinzugefügt werden. Doch schon damals hatte die Weihnachtspostfiliale eine große Popularität mit ungefähr 15.000 eingesendeten Briefen, erinnert sich Schotte.

Mittlerweile sind es zwischen 70.000 und 80.000 Briefe, die sie und ihr knapp 40-köpfiges Team in der Adventszeit erhalten. Dabei bearbeitet ihr Team den Großteil der Briefe und Schotte jene, die über materielle Wünsche hinausgehen und eine persönliche Antwort benötigen. Neben Schicksalen wie Tod oder schwerer Krankheit seien es auch die Sorgen um Krieg oder Einsamkeit, die in den Briefen beschrieben werden. „Es ist nicht so, dass ich denke: Jetzt schreibst du mal was Nettes und gut ist. Die Arbeit berührt mich und geht mir nahe“, sagt Schotte. Die Weihnachtspostfiliale erreichen auch Briefe aus Brasilien, China, Japan, Indien, Australien, den Philippinen und dem europäischen Ausland. Die Briefe aus den ärmeren Gegenden, wie zum Beispiel in Brasilien, behandeln vor allem die dort herrschende Armut. „Da geht es darum, den Kindern zu zeigen, dass sie gesehen werden und das Christkind über sie wacht.“

Für ihre ehrenamtliche Arbeit wurde Schotte bereits von Ministerpräsident Markus Söder ausgezeichnet. Dankbarkeit für ihre Arbeit verspüre sie aber auch, wenn sie nach Weihnachten Dankesbriefe erhalte. Vor allem wenn Eltern oder Großeltern davon berichten, wie sehr sich ein Kind über den Brief vom Christkind gefreut habe.

Obwohl es immer sehr anstrengend sei, bereite es ihr noch immer Freude, die Weihnachtspostfiliale im Auftrag des Christkindes zu leiten. „Wenn es Zeit für die Weihnachtspostfiliale ist, geht es mir immer gut. Ich finde es immer wieder schön, eine Antwort auf schwierige Themen zu geben, welche die Menschen vielleicht aufmuntert und ihnen Freude und Zuversicht schenkt“, sagt Schotte. Sie merke immer wieder, wie belohnend die Arbeit auch für ihre Mithelfer sei. Aufhören möchte Schotte noch nicht. „Solange ich noch dazu in der Lage bin, möchte ich es machen. Ich meine: Soll ich mich einfach nur vor den Fernseher hocken?“

Wenn sie die Briefe durchlese, müsse sie manchmal an Weihnachten in ihrer Kindheit denken. „Bei meinem Opa gab es immer einen Teller mit ein bisschen Schokolade, einem Apfel und einer Apfelsine. Ich weiß noch, wie ich unter dem Wohnzimmertisch saß und einfach nur diesen Teller angeschaut habe. Der Geruch der Apfelsinen liegt mir heute noch in der Nase.“

pdf (POW)

(0126/0010; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet