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Würzburger Partnerkaffee verzeichnet Umsatzrekord

Acht Projekte in Tansania unterstützt – Geschäftsführer Jochen Hackstein stellt sich vor – Neues Angebot zur Müllvermeidung: Kaffee-Pfandeimer

Würzburg (POW) Einen neuen Umsatzrekord hat der Verein Würzburger Partnerkaffee aufgestellt: Insgesamt 72,5 Tonnen Röstkaffee wurden im Jahr 2019 verkauft. „Es war unser bislang umsatzstärkstes Jahr“, freute sich Vereinsvorsitzende Maria Leitner bei einer Pressekonferenz am Dienstag, 28. Januar, im Würzburger Kilianshaus. Das gute Ergebnis sei der „Verbreitung und Beliebtheit“ des Kaffees zu verdanken. Seit dem Umsatzeinbruch im Jahr 2018, als ein Großabnehmer überraschend abgesprungen war, sei noch kein neuer Großabnehmer dazugekommen. Mit insgesamt 50.597 Euro konnten im Jahr 2018 acht Projekte in Tansania unterstützt werden. Das Geld stammt aus den zusätzlich zum fairen Preis pro verkauftem Pfund erhobenen Solidaritätsbeiträgen in Höhe von jeweils 38 Cent.

Der Weltladen Würzburg finanzierte mit 8000 Euro eine Wasserversorgung für den Neubau der Krankenpflege- und Laborschule in Litembo. In Litembo gebe es ein „kleines, aber leistungsfähiges“ Krankenhaus, erzähle Leitner. Dort könnten sich auch die Kaffeebauern behandeln lassen, deren Krankenversicherung mit Hilfe des Solidaritätsbeitrags eingeführt wurde. Weitere jeweils 8000 Euro erhielten die Erlöserschwestern für die Möblierung eines Computerraums in der Schule in Chamazi, das Missionsärztliche Institut für die Durchführung einer Schistosomiasis-Studie in Mwanza und den Einsatz einer Endoskopie-Schwester am Bugando-Hospital sowie die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) für ein Musikprojekt, das sich mit den Themen Kinderrechte, Musik und Inklusion beschäftigt.

Mit 6000 Euro wurde ein Wasserprojekt der Missionsbenediktiner Münsterschwarzach am Krankenhaus in Peramiho unterstützt. 5097 Euro flossen auf Antrag des Zweigvereins Alzenau im Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) in die Renovierung der Mutter-Kind-Station im Ruanda Mission Hospital. Mit 5000 Euro wurde die Diözesankonferenz des Partnerverbands Uvikanjo aus Njombe mit fast 3000 Teilnehmern unterstützt. Ein Schwerpunkt sei die Vermittlung von unternehmerischem Know-how gewesen, erklärte Christina Lömmer für den Antragsteller Katholische junge Gemeinde (KjG). Mit 2500 Euro unterstützte der Verein Mwanza Würzburg den Verein Tuna Weza Sheltered Workshop, der in einer eigenen Schule Kindern mit Behinderung praktische Fähigkeiten wie Kochen, Gärtnern, das Schneiderhandwerk oder die Papierherstellung vermittelt.

Kaffee sei nach Erdöl das wichtigste Handelsgut auf der Welt, sagte Leitner. „Viele Menschen sind sehr reich geworden, aber leider nicht die Erzeuger.“ Der Weltmarktpreis für ein Pfund Kaffee liege aktuell bei 1,60 Dollar. „Aber nicht jeder Kaffeebauer bekommt diesen Weltmarktpreis.“ Die Produzenten bekämen meistens nur 50 Cent pro Pfund. Zwar sei ein Umdenken bei den Menschen spürbar. „Immer mehr Leute interessieren sich dafür, woher die Waren kommen“, hat Leitner beobachtet. Doch solange es auch Kaffee für 3,49 pro Pfund gebe, sei die Versuchung sehr groß, doch zum billigeren Produkt zu greifen.

Seit 1. November 2019 hat der Verein Würzburger Partnerkaffee einen neuen Geschäftsführer. Jochen Hackstein (53) übernahm das Amt von Klaus Veeh, der zum 1. Januar 2020 in Altersteilzeit ging. Die Einarbeitung habe ihm „großen Spaß“ gemacht, lobte Hackstein seinen Vorgänger: „Ich hätte mir auch vorstellen können, weitere 20 Jahre mit Klaus Veeh zu arbeiten.“ Hackstein ist in Glattbach bei Aschaffenburg aufgewachsen. Nach einer Lehre als Elektroniker absolvierte er die Ausbildung zum evangelischen Diakon in Rummelsberg bei Nürnberg sowie einen Master in „Nonprofit Management“ in Münster. Zwölf Jahre war er geschäftsführender Vorstand des Vereins „ora Kinderhilfe international“.

Eine Neuerung gibt es zudem im Ladencafé in der Semmelstraße: Aufgrund der vermehrten Anfragen nach unverpacktem Kaffee werden seit Oktober 2019 auch im umweltfreundlichen Kaffee-Pfandeimer in zwei verschiedenen Größen angeboten – eineinhalb beziehungsweise vier Kilogramm. Die Kunden können den Kaffee als Bohne oder gemahlen erwerben und den leeren Eimer wieder zurückbringen. Die Eimer werden von der Rösterei gereinigt und wieder befüllt. Gänzlich unverpackt könne Kaffee nicht verkauft werden, erklärte Leitner. Dabei würden unter anderem die Aromastoffe leiden.

Leitner gab zudem die Termine für das erste Halbjahr 2020 bekannt. So wird der Verein beim Kolping-Frauentag am 7. März im Kolpinghaus Würzburg den Kaffeeservice übernehmen. Weiter wird er beim Jubiläum 25 Jahre Fair-Handel GmbH in Münsterschwarzach am 22. und 23. Mai sowie bei den bayerischen Eine-Welt-Tagen mit Fair-Handels-Messe Bayern am 3. und 4. Juli in Augsburg präsent sein.

Dem Verein Würzburger Partnerkaffee gehören derzeit zwölf Mitglieder an: Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Diözesanverband Würzburg, Diözesan-Caritasverband, Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW), Diözese Würzburg, Evangelisch-Lutherisches Dekanat Würzburg, Initiative Eine Welt, Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB) Diözesanverband Würzburg, Erlöserschwestern Würzburg, Missionsbenediktiner Münsterschwarzach, Missionsärztliches Institut, Verein Mwanza und Stadt Würzburg.

Weitere Informationen zum Verein Würzburger Partnerkaffee gibt es im Internet unter www.wuepaka.de, auf Facebook unter www.facebook.com/wuerzburgerpartnerkaffee sowie auf Instagram unter www.instagram.com/wuerzburgerpartnerkaffee.

sti (POW)

(0520/0126; E-Mail voraus)

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