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Zeugnisse des Widerstands

Hans Kufner und das Senioren-Forum Diözese Würzburg geben Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus in Unterfranken heraus – „Uns rufet die Stunde“

Würzburg (POW) Vom Widerstand der Katholiken Unterfrankens in der Zeit des Nationalsozialismus berichtet das im Würzburger Echter-Verlag erschienene Buch „Uns rufet die Stunde“. Das von Hans Kufner in Zusammenarbeit mit dem Senioren-Forum Diözese Würzburg herausgegebene Werk lässt Zeitzeugen zu Wort kommen und zeigt den Widerstand von Katholischer Jugend und Klerus sowie von fränkischen Männern und Frauen auf. Am Donnerstag, 29. September, wurde es im Sankt-Burkardus-Haus vor zahlreichen Zeitzeugen und Gästen im Beisein von Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele in Würzburg präsentiert.

Als wertvollen Beitrag über den Widerstand aus christlicher Überzeugung in Franken wertete der langjährige Altenseelsorger der Diözese, Pfarrer Walter Holzheimer, das Buch. „Es möge eine kleine Hilfe sein, die Geschichte unserer fränkischen Heimat in einer unheilvollen Zeit besser zu verstehen und zu bewältigen.“ Die Idee zu diesem Buch habe der frühere Echter-Mitarbeiter Hans Kufner gehabt. Diözesanreferentin Theresia Hörning vom Senioren-Forum habe den Impuls aufgenommen und Senioren eingeladen, aus der Zeit des Widerstands gegen das NS-Regime ihre persönlichen Erlebnisse niederzuschreiben. Kufner habe schließlich die persönlichen Bekenntnisse gesichtet und ausgewählt. Herausgekommen sei ein Gemeinschaftswerk von Hans Kufner, Senioren-Forum und Echter-Verlag.

Echter-Verlagsleiter Thomas Häußner betonte, in dem Buch kämen Frauen und Männer zu Wort, die nicht bereit waren, ihr katholisch geprägtes Weltbild völlig einer Ideologie unterzuordnen, die human-christliche Werte für Schwäche hielt. „Die beschriebenen Fälle mögen nicht so spektakulär sein, wie es die Aktionen bekannter Widerständler sind. Nichts desto trotz war deren Handeln nicht weniger lauter und weniger mutig als das der großen Vorbilder.“ Die im Buch aufgeführten Zeugnisse sollten zeigen, dass auch in diesen dunklen Zeiten nicht jeder mit allem einverstanden gewesen sei. Manch einer habe den Mut gehabt, in Wort und Tat gegen Ungerechtigkeit, Willkür und Dummheit aufzubegehren und einen eigenen Standpunkt zu vertreten – auch auf die Gefahr von persönlichen Nachteilen hin.

Vor den Gästen der Buchpräsentation las Herausgeber Kufner aus den Zeugnissen des Widerstands. Ihre Erinnerungen schildern Senioren aus Frickenhausen am Main, Gemünden, Altbessingen, Langenprozelten, Mömlingen, Wolkshausen, Burgwallbach, Kleinwallstadt, Bastheim, Mömbris, Dettelbach, Würzburg, Erbshausen und Glattbach. Der frühere Main-Post-Chefredakteur Dieter W. Rockenmaier berichtet vom Kampf der Nationalsozialisten gegen den Katholizismus in Unterfranken. Weiter erinnert das Buch an den Juden Berthold Löb, an Karlstadts Pfarrer Paul Steinert, an den Justitiar der Diözese Würzburg, Dr. Dr. Georg Angermaier, an den Kolitzheimer Reichstagsabgeordneten Franz Herbert, an Dr. Franz Sperr aus Karlstadt und an viele weitere Frauen und Männer, die Widerstand leisteten. „Wir stehen für Christus den Herrn bereit“ ist schließlich die Abhandlung über die Katholische Jugend im Widerstand überschrieben. Oskar Neisinger, Kaplan Fritz Bauer und Ludwig Altenhöfer waren dabei die führenden Köpfe.

Hans Kufner (Hrsg.): Uns rufet die Stunde. Unterfrankens Katholiken im Widerstand. 106 Seiten mit 21 schwarz-weiß Abbildungen. 9,90 Euro. Echter Verlag, Würzburg 2005. ISBN 3-429-02732-2.

bs (POW)

(4005/1246; E-Mail voraus)

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