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Pressekonferenz zum Jahresauftakt

Ziel ist ein ausgeglichener Haushalt

Gesamthaushalt des Bistums Würzburg für 2021 beläuft sich auf rund 197 Millionen Euro – Besondere Herausforderungen durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie – Generalvikar: Müssen uns auf die Ziele des Bistums konzentrieren – Diözesanratsvorsitzender Wolf: Finanzielle Absicherung ein absolutes Muss – MAV-Vorsitzende Weitz: Keine Konsolidierung auf Kosten der Beschäftigten

Würzburg (POW) Auf rund 197 Millionen Euro beläuft sich der Gesamthaushalt der Diözese Würzburg für das Jahr 2021. Die Hauptabteilung Finanzen und Immobilien plant mit Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 156 Millionen Euro. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie habe man mit einem Rückgang des Kirchensteuereinkommens um rund 20 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr kalkuliert, erklärte Bischöflicher Finanzdirektor Sven Kunkel bei der Pressekonferenz zum Jahresauftakt am Mittwoch, 3. Februar. Insgesamt weist der Haushaltsplan der Diözese für 2021 einen Jahresfehlbetrag von rund 10,5 Millionen Euro aus. Gemeinsam mit Bischof Dr. Franz Jung dankte Kunkel allen Kirchensteuerzahlern. „Sie unterstützen damit direkt die wichtigen Aufgaben der Kirche vor Ort, aber auch darüber hinaus, um Menschen in schwierigen Lebenssituationen und in der Not zu helfen“, sagte Kunkel.

„Die Planungen waren in diesem Jahr aufgrund der zu erwartenden erheblich geringeren Einnahmen als eine Auswirkung der Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung“, sagte Kunkel. Es sei gelungen, die Gesamtausgaben der Diözese im Vergleich zum Vorjahr um zirka 26 Millionen Euro zu senken. Basis dafür seien die Schwerpunktsetzungen der Bistumsleitung, die transparentere Darstellung der Kosten einzelner Aufgaben und die Beratung, Begleitung und regelmäßige Information aller Kostenverantwortlichen, erläuterte Kunkel. „Trotz eines gesamtwirtschaftlich schwierigen Umfelds werden wir gemeinsam das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts wie geplant erreichen.“

Rund 118,8 Millionen Euro sind für die Personalkosten für die 2419 Mitarbeitenden vorgesehen. Das sind zirka 60 Prozent der Ausgaben. „Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diözese Würzburg sind unser wertvollstes Kapital“, sagte Kunkel. Sie hätten ihren Beitrag geleistet, um sicherzustellen, dass die Diözese trotz geringerer Einnahmen ihre sozialen, caritativen und seelsorgerlichen Aufgaben weiter erfüllen werde.

Für die Aufgaben in den Pfarreien und Dekanaten sind rund 64 Millionen Euro eingeplant. Für weitere Aufgaben der Seelsorge – wie Jugend-, Krankenhaus-, Alten- oder Ehe- und Familienseelsorge – und die Arbeit der Jugend- und Erwachsenenverbände werden 22 Millionen Euro bereitgestellt. Die Caritas erhält für die Übernahme caritativer Aufgaben rund 21 Millionen Euro. Der Haushalt für den Bereich „Bildung und Kultur“ beträgt 33,5 Millionen Euro. Darin enthalten sind unter anderem die Tagungshäuser (8,9 Millionen Euro) sowie die kirchlichen Schulen und weitere Fortbildungseinrichtungen des Bistums. Konkrete Aussagen zu den einzelnen Tagungshäusern könnten derzeit noch nicht getroffen werden, erklärte Kunkel. Man sei jedoch zuversichtlich, bis zum Ende des Jahres Lösungen für alle betroffenen Häuser zu finden. (siehe auch Bericht „Herausforderungen bringen neue Perspektiven“)

Im vergangenen Jahr sei ein Baucontrolling eingeführt und die Umsetzung des Bau-Moratoriums optimiert worden, erläuterte Kunkel. So sind für 2021 im Bereich Bau für Notmaßnahmen und verbindlich zugesagte Bauvorhaben rund 13,8 Millionen Euro eingeplant. Im Vergleich zum Vorjahr sei dieser Haushaltsansatz um 13,3 Millionen Euro reduziert worden.

Der Haushalt des Bischöflichen Stuhls sieht für 2021 Aufwendungen in Höhe von 31,6 Millionen Euro vor. Davon entfallen 20,2 Millionen Euro auf die Zuführung zu den Pensionsrückstellungen. Für die Auszahlung der Pensionen an die Priester erhält die Emeritenanstalt acht Millionen Euro. 2,9 Millionen Euro sind für die Instandhaltung und Abschreibung von Gebäuden vorgesehen. Weitere Ausgaben sind Zuschüsse an das Domkapitel (170.000 Euro) und sonstige betriebliche Kosten (325.000 Euro). Auf der Ertragsseite rechnet Kunkel mit Kapitalerträgen in Höhe von 6,3 Millionen Euro, Miet-, Pacht- und sonstigen Erträgen in Höhe von fünf Millionen Euro, einem Verkaufserlös in Höhe von zwei Millionen Euro sowie sonstigen betrieblichen Erträgen (300.000 Euro).

Die Diözese stehe vor großen Herausforderungen, erklärte Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran. Der Rückgang der finanziellen Ressourcen sei früher als prognostiziert eingetroffen. „Wir müssen anhand von Schwerpunktsetzungen Aufgaben reduzieren und uns auf die Ziele des Bistums konzentrieren.“ Derzeit werde ein System für eine konsequente Nachverfolgung und Umsetzung von Sparmaßnahmen etabliert. Dabei sei sich die Diözese ihrer Verantwortung als kirchlicher und sozialer Arbeitgeber bewusst. „Alle Anstrengungen haben zum Ziel, unseren Haushalt auf eine solide Basis zu stellen. Gerade im Blick auf die kommende Generation müssen wir uns jetzt verschlanken, um gerade jungen Menschen eine Zukunftsperspektive in der Kirche aufzeigen zu können und für sie ein sicherer und verlässlicher Arbeitgeber zu sein“, erklärte Vorndran.

Um die finanzielle Situation des Bistums zu kontrollieren, habe Bischof Jung im vergangenen Jahr den Vermögensverwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls sowie den Diözesanvermögensverwaltungsrat eingeführt. „Ziele dabei sind die Schaffung von Transparenz und die Etablierung von Beratungs- und Kontrollgremien bei der Vermögensverwaltung. Das Vermögen des Bischöflichen Stuhls und das Vermögen der Diözese werden nun klar voneinander getrennt“, erläuterte Vorndran. Der Diözesanvermögensverwaltungsrat besteht aus fünf Mitgliedern, der Vermögensverwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls aus drei Mitgliedern. Sie müssen über nachgewiesene Kenntnisse und Erfahrungen auf den Gebieten des Finanz-, Steuer- oder Rechtswesens verfügen, sich durch persönliche Integrität auszeichnen und in unabhängiger Position zu Diözese, Bischöflichem Stuhl, Bischof, Generalvikar, Finanzdirektor oder Verwalter des Bischöflichen Stuhls stehen. Beide Gremien seien ausschließlich mit externen Mitgliedern besetzt worden, betonte Kunkel. Weitere Informationen gibt es unter https://finanzen.bistum-wuerzburg.de/.

Der Diözesanrat beobachte sehr genau die Bemühungen der Diözesanleitung, die Finanzen der Diözese wieder auszugleichen, sagte Diözesanratsvorsitzender Dr. Michael Wolf. „Hier sind weitere Anstrengungen notwendig, die sicherlich auch in Liebgewonnenes eingreifen werden.“ Wesentlich für den Diözesanrat sei, dass diese Bestrebungen einer klaren Strategie folgten und transparent seien. Diese Strategie müsse über allgemeine theologische Schwerpunktsetzungen hinausgehen und nachprüfbare, finanziell bewertete Schritte klar benennen. „Auch wenn die Diözese Würzburg kein Wirtschaftsunternehmen ist, ist die finanzielle Absicherung ein absolutes Muss.“ Der Schwerpunkt liege dabei auf der Sicherstellung der Präsenz der Kirche vor Ort, erklärte Wolf.

„Der diözesane Haushalt benötigt dringend eine solide Basis, damit alle Arbeitsplätze langfristig gesichert werden können“, erklärte Dorothea Weitz, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung (MAV) des Bischöflichen Ordinariats. Die Ursachen der finanziellen Schieflage seien nach Einschätzung der MAV nicht nur in der Corona-Pandemie zu suchen. Vielmehr sei seit vielen Jahren versäumt worden, finanziell nachhaltig zu handeln. „Zur Ursachensuche gehört auch, die Gründe für den Rückgang der Einnahmen zum Beispiel bei der Kirchensteuer genau zu analysieren, neue Konzepte zu entwickeln und verlorenes Vertrauen in der Gesellschaft zum Beispiel durch rückhaltlose Transparenz zurückzugewinnen.“ Die MAV werde sich konsequent dafür einsetzen, dass die notwendige Konsolidierung des Diözesanhaushalts nicht auf Kosten der Beschäftigten geschehe.

sti (POW)

(0621/0122; E-Mail voraus)

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