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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Pressestelle Bistum Würzburg - Nachrichten</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de</link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Mon, 11 May 2026 08:29:21 +0200</pubDate><lastBuildDate>Mon, 11 May 2026 08:29:21 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/im-gespraech/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-72105</guid><pubDate>Mon, 27 Apr 2026 14:12:30 +0200</pubDate><title>90 Minuten Wissen, Spaß und ein bisschen Papst</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/90-minuten-wissen-spass-und-ein-bisschen-papst/</link><description>Quizmaster Kevin Dardis bringt beim Katholikentag Würzburg, Frankenwissen und Kirchenfragen an einen Tisch</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Unter dem Motto „Am Anfang war die Frage! Irisch – fränkisch – himmlisch“ findet beim 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg am Freitag, 15. Mai, um 20 Uhr im „Standard“, Oberthürstraße 11a, ein Kneipenquiz statt. Im folgenden Interview erzählt Quizmaster Kevin „Big Kevin“ Dardis, wie es dazu kam und was die Besonderheiten des Abends sind.</p><p><em>POW: Herr Dardis, Sie sind wie die Frankenapostel Ire. Was außer dieser Tatsache verbindet Sie mit Würzburg und hat Sie auf die Idee gebracht, für den Katholikentag ein Kneipenquiz zu gestalten? </em></p><p>Kevin Dardis: 2007 habe ich zum ersten Mal ein Quiz in Würzburg moderiert. In den folgenden zehn Jahren bin ich einmal im Monat von Nürnberg aus dorthin gereist, um das Wissen der Quizteilnehmer auf die Probe zu stellen. In dieser Zeit habe ich in Würzburg einige wunderbare Menschen kennengelernt und ich habe sehr schöne Erinnerungen an diese Abende. Die Idee für das Quiz während des&nbsp;Katholikentags kam von einem Mann, der ein regelmäßiger Gast bei diesen Quizzen war. Es freut mich sehr zu wissen, dass fast zehn Jahre nach meinem letzten Quiz dort so viele Menschen in Würzburg schöne Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit haben.</p><p><em>POW: Was unterscheidet die Vorbereitung auf das Katholikentagsquiz von der auf andere Quizabende? </em></p><p>Dardis: Meine Vorbereitung auf das Quiz am Katholikentag ist aufgrund der Themen, zu denen ich Fragen stellen werde, etwas anders. Die Runden werden nicht in Kategorien wie Sport, Musik oder Film unterteilt sein. Stattdessen wird es eine bunte Mischung aus Fragen geben. Es wird natürlich Fragen zum Katholizismus geben, aber auch Fragen zu Würzburg und Franken sowie einige Quizfragen zum Allgemeinwissen. Es soll eine unterhaltsame Veranstaltung werden, die Fragen werden nicht allzu schwierig sein.</p><p><em>POW: Können Sie kurz den geplanten Ablauf skizzieren?</em></p><p>Dardis: Ich werde das Quiz in vier Runden unterteilen. In jeder Runde gibt es acht Fragen, eine Mischung aus Multiple-Choice- und offenen Fragen. Ich stelle die ersten acht Fragen, sammle dann die Antwortbögen ein, korrigiere sie und gebe anschließend die Antworten bekannt sowie die Punktzahl, die jedes Team erzielt hat. Wer daran denkt, am Quiz teilzunehmen, muss nichts mitbringen. Stifte, Papier und alles andere wird bereitgestellt.</p><p><em>POW: Muss man katholisch sozialisiert sein, um möglichst viele Punkte einzuheimsen? </em></p><p>Dardis: Es wird natürlich einige Fragen zum Katholizismus geben. Ein oder zwei Fragen werden frühere Katholikentage thematisieren, eine Frage dreht sich um Kirchenmusik. Es wird – wie könnte es anders sein – natürlich mindestens eine Frage zum Papst geben. Aber im Allgemeinen ist es ein Quiz für alle. Es ist von Vorteil, etwas über die katholische Kirche und ihre Traditionen zu wissen. Aber es wird auch genügend Quizfragen zum Allgemeinwissen geben.</p><p><em>POW: Laut Programm dauert das Quiz nur 90 Minuten. Ist das für Ihre Verhältnisse, bei denen ein Quizabend leicht über drei Stunden hinausgeht, nicht Sprint statt der gewohnten Langstrecke?</em></p><p>Dardis: 90 Minuten sind eine angenehme Dauer für ein Quiz. Während des Katholikentags in Würzburg finden so viele wirklich interessante Veranstaltungen statt. Da passt ein kompaktes, 90-minütiges Quiz gut in den Zeitplan. Wer kommt, kann in diesem Zeitraum sein Wissen testen und dann den Rest des Abends bei einer der anderen interessanten Veranstaltungen genießen.</p><p><em><strong>Zur Person</strong></em></p><p>Kevin Dardis, wurde 1971 in Dublin/Irland geboren. Er lebt seit über 20 Jahren in Franken und ist hauptberuflich Quizmaster. Nach eigenen Angaben ist er der erste Mensch in Deutschland, der diesen Beruf ausübt. Pro Jahr bereitet er bis zu 150 Quizze vor und moderiert sie. Bislang hat er etwa 2800 Quizabende vorbereitet und moderiert. Außerdem ist er irischer Volksmusiker. Sein Programm „Irische Lieder und Geschichten“, das er in Kulturzentren und in Kirchen aufführt, ist eine Mischung aus traditionellen irischen Volksliedern und den Geschichten, die dahinterstecken.</p><p><em>Hinweis: Für die Teilnahme am Kneipenquiz ist ein Katholikentagsticket erforderlich.</em></p><p class="text-right">Interview: Markus Hauck (POW)</p><p>(1826/0403; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72027</guid><pubDate>Wed, 22 Apr 2026 14:53:43 +0200</pubDate><title>Frieden, Versöhnung, Miteinander</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/frieden-versoehnung-miteinander/</link><description>Welche ökumenischen Akzente der Katholikentag setzen will – Interview mit Professor Dr. Petro Müller, Ökumenereferent des Bistums Würzburg</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Der Katholikentag versteht sich als Ort der Begegnung – auch über Konfessionsgrenzen hinweg. Domvikar Professor Dr. Petro Müller, Ökumenereferent des Bistums Würzburg, erklärt im folgenden Interview, warum gemeinsame Gottesdienste, Friedensthemen und geistliche Angebote ein wichtiges Signal für die Einheit der Christen sind.</p><p><em>POW: Wenn man in der Katholikentags-App das Stichwort „Ökumene“ eingibt, erscheinen 68 Veranstaltungen. Ist das angesichts von über 900 Programmpunkten viel oder wenig für eine Großveranstaltung, die „katholisch“ im Titel trägt?</em></p><p>Ökumenereferent Domvikar Professor Dr. Petro Müller: Wenn man das ökumenische Engagement sowohl bei den vorigen Katholiken- als auch bei den evangelischen Kirchentagen dazu in den Blick nimmt, scheint es mir diesmal etwas mehr ökumenische Angebote zu geben. Ich habe mich vor allem darüber gefreut, dass im Programm der Freitag ganz bewusst mit „Ökumenischer Tag“ betitelt wird. Das wurde meines Wissens vom jüngsten evangelischen Kirchentag in Hannover übernommen. Damit wird das Ökumenische deutlich benannt. Am Freitag sind tatsächlich die meisten ökumenischen Veranstaltungen gelistet, wie beispielsweise der „Ökumenische Frauengottesdienst“ oder der zentrale ökumenische Gottesdienst, die beide im Dom gefeiert werden.</p><p><em>POW: Warum ist es in Ihren Augen wichtig, dass der Katholikentag auch die anderen Kirchen in den Blick nimmt?</em></p><p>Müller: Weil wir ohne einander nicht mehr sein können. Ökumenische Zusammenarbeit ist deshalb wichtig, damit das in der Gesellschaft oft reduzierte Thema „Kirche“ wieder bewusster wird. Kirche also im Sinne von „Wir gehören zu Jesus Christus!“. Auch ein ökumenisches Wir-Gefühl kann auf Katholikentagen gestärkt werden ‒ ebenso wie auf evangelischen Kirchentagen. Wir sind keine verstreuten Konfessionen, sondern wir gehören in dem „einen Christus“ sichtbar zusammen. Das wird man zum Beispiel auf der Kirchenmeile erfahren können.&nbsp;</p><p><em>POW: Welche Akzente erhoffen Sie sich von der Großveranstaltung in Würzburg?</em></p><p>Müller: Das Thema „Frieden“ ‒ so scheint es mir ‒ nimmt einen breiteren Raum ein als auf bisherigen kirchlichen Großveranstaltungen. Wir benötigen den Frieden einerseits für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der sehr fragil geworden ist, andererseits aber auch für Aussöhnungen weltweit. Die derzeitigen Kriege und Konflikte sind unerträglich und insgesamt der Menschheit unwürdig. Kirchen können gemeinsam und in die Gesellschaft hinein aktiv Frieden fördern. Ich möchte mal als Beispiel das Friedensgebet der in Würzburg vertretenen „Nagelkreuzgemeinschaft“ aufgreifen. Im Zweiten Weltkrieg, nach der Zerstörung von Coventry und Würzburg, suchte man Versöhnungswege. Die Gemeinschaft, 1974 gegründet, betet seit über 50 Jahren ihr ökumenisches Friedensgebet in der „Liturgie der Versöhnung“. So ist Versöhnung gelungen und wäre ein Vorbild für heute, wie man Frieden schließen und sich versöhnen kann.</p><p><em>POW: Auf dem Gelände der Erlöserschwestern gibt es ein „Ökumenisches Kloster“. Was erwartet die Besucherinnen und Besucher dort?</em></p><p>Müller: Das „Ökumenische Kloster“ greift über Konfessionsgrenzen hinweg unterschiedliche Ansätze von Spiritualität der Ordensgemeinschaften auf. Man teilt sozusagen die Schätze der jeweiligen Traditionen und erlebt darin eine „Ökumene im Kleinen“, die aber große Auswirkungen haben kann. Dort wird es nämlich auch Gespräche geben mit Ordensleuten, die ihre geistlichen Erfahrungen in die Zivilgesellschaft einbringen können und wollen. Außerdem laden sie zu Gebeten und Impulsen ein, die wirklich ein reicher Schatz aus der jeweiligen Ordensspiritualität sind und so kennengelernt, aufgegriffen und geteilt werden können.&nbsp;</p><p><em>POW: Auf welche Veranstaltung freuen Sie als Ökumenereferent des Bistums sich am meisten?</em></p><p>Müller: Ich freue mich einmal auf den zentralen ökumenischen Gottesdienst im Dom, weil dieser eben multilateral sein wird. Die Kirchen und Gemeinschaften aus der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) in Deutschland haben ihn vorbereitet und ich kenne einige der Liturgen persönlich. Die ökumenische „Community“ wird sichtbar sein. Die Kirchen gemeinsam rufen sozusagen allen das Motto des Katholikentags zu: „Hab Mut, steh auf!“ Christen packen das gemeinsam an. Außerdem freue ich mich auf den Empfang der AcK am Freitagabend. Dort werde ich wieder viele ökumenische Freunde und Bekannte treffen können. Nicht nur solche, die derzeit aktiv sind, sondern auch manche, die sich früher für die Einheit der Christen engagierten.&nbsp;</p><p><em>POW: Was wäre aus Ihrer Sicht wünschenswert für die nächsten Kirchen- oder Katholikentage?</em></p><p>Müller: Auf solchen Großveranstaltungen gab es früher immer ein „Ökumenisches Zentrum“. Das war mehr als nur ein „Ökumenetag“. Über die Zeitspanne aller Tage hinweg wurde von unterschiedlichsten ökumenischen „Playern“ die Ökumene noch mehr in den Fokus gestellt und man brachte Ideen und Beispiele gelungener Ökumene mit. Das verdeutlichte jedes Mal die Tatsache, dass die Ökumene in nahezu allen Kirchen zu deren Wesensaufgaben gehört. Dieses Bewusstsein gehört geschärft. Wichtig scheint es mir, möglichst alle Kirchen zu diesen Tagen einzuladen und sie zu beteiligen. Man möchte rufen: „Habt Mut! Steht auf! Ladet alle ein!“</p><p class="text-right"><em>Interview: Markus Hauck (POW)</em></p><p>(1826/0389; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet&nbsp;</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71376</guid><pubDate>Tue, 24 Mar 2026 14:25:32 +0100</pubDate><title>Das passende Programm für jeden Geschmack</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/das-passende-programm-fuer-jeden-geschmack/</link><description>So findet beim Katholikentag jeder ansprechende Angebote – Bistumsbüro für den Katholikentag hat Beispiele für die Gestaltung veröffentlicht – Drei Muster-Ersteller im Gespräch</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg</strong> (POW) Rund 900 Veranstaltungen bietet der 104. Deutsche Katholikentag vom 13. bis zum 17.&nbsp;Mai in Würzburg. Wer sich angesichts der Fülle überfordert sieht, für den gibt es jetzt Abhilfe. Das Team aus dem Bistumsbüro für die Großveranstaltung hat Beispielprogramme für Zielgruppen zusammengestellt, von der Familie über Jugendliche und Studierende bis hin zu Erwachsenen Ü50 und Senioren.</p><p>„Wir wollen damit eine Orientierung geben und zugleich anregen, sich selbst einen passenden ‚Fahrplan‘ für den Katholikentag zusammenzustellen“, sagt Dominik Großmann, Referent für die Ausrichtung des Katholikentags in der Hauptabteilung Seelsorge. Damit die Vorschläge möglichst realistisch für die jeweilige Zielgruppe sind, sprachen Großmann und Domkapitular Albin Krämer, Bischofsvikar für den Katholikentag, jeweils Vertreterinnen und Vertreter aus den verschiedenen Altersstufen und Lebenssituationen an. Darunter waren die Familie Emmerich aus Bessenbach, die 16-jährige Marta Lutz aus Hammelburg und die 50-jährige Ilka Seichter aus Bad Kissingen. Im Interview haben sie unter anderem über ihre persönlichen Schwerpunkte und ihre bisherige Katholikentagserfahrung gesprochen.</p><p>Wer – von den Beispielen inspiriert – selbst anderen ein ansprechendes Programm für den Katholikentag vorstellen möchte, findet unter <a href="https://katholikentag.bistum-wuerzburg.de/programm" target="_blank" class="external-link">https://katholikentag.bistum-wuerzburg.de/programm</a> auch eine Vorlage, in die er seine Vorschläge einfügen und dann zum Beispiel via Social Media weitergeben kann.</p><p><strong>Marta Lutz (16), Schülerin aus Hammelburg (Beispielprogramm „Jugendliche“)</strong></p><p><em>POW: Hast Du schon einen Katholikentag besucht? Wenn ja, wie oft?</em></p><p>Marta Lutz: Ich war tatsächlich noch nie auf einem Katholikentag, finde aber cool, dass der nächste direkt erreichbar in unserer Nähe stattfindet.</p><p><em>POW: Was ist beim Besuch des Katholikentags Dein Hauptaugenmerk?</em></p><p>Lutz: Eigentlich kann ich mich gar nicht richtig entscheiden, weil viele Dinge interessant sind. Ich finde die politischen Diskussionen wie um die Wehrpflicht wichtig sowie etwas Entspannendes, zum Beispiel die Eselwanderung oder auch Stockbrot am Lagerfeuer. Cool finde ich auch die Idee, Bibelgeschichten in Minecraft nachzubauen. Mal was ganz anderes zu machen, wie die Zen-Kampfkunst, ist auch toll. Und das Beste ist, dass man dort viele Menschen trifft, denen ähnliche Werte wichtig sind.</p><p><em>POW: Worauf achtest Du bei der Planung Deines Programms besonders? </em></p><p>Lutz: Ich achte besonders darauf, dass ich möglichst viel in kurzer Zeit erleben kann.</p><p><em>POW: Was ist Dein Highlight, auf das Du Dich am meisten freust? </em></p><p>Lutz: Mein Highlight ist gar kein spezieller Programmpunkt, sondern einfach nur, dass man die Kirche (die vor Ort manchmal etwas grau, angestaubt und eintönig wirkt) als bunt, tolerant und vielfältig erleben kann.</p><p><strong>Markus und Jutta Emmerich aus Bessenbach (Beispielprogramm „Familie“)</strong></p><p><em>POW: Haben Sie schon einen Katholikentag besucht? Wenn ja, wie oft? </em></p><p>Markus Emmerich: Jutta und ich waren mit unseren Kindern schon bei mehreren Katholikentagen, beispielsweise in Münster, Stuttgart und Erfurt. Ich war meist auf der Kirchenmeile beim Stand des Bundesverbands des Familienbunds der Katholiken (FDK) als Helfer dabei. In der Zeit vor oder nach meinem Helferdienst besuchten wir immer die verschiedenen Stände der Bistümer auf der Kirchenmeile oder ließen uns durch die verschiedenen Möglichkeiten von Veranstaltungen, zum Beispiel Gottesdienste, durch die Städte treiben.</p><p><em>POW: Worauf achten Sie bei der Planung Ihres Programms besonders? </em></p><p>Emmerich: Unser Interesse galt auch immer den verschiedenen Angeboten aus der Jugendarbeit, wie den Pfadfindern oder Ministranten. Wir haben unseren Kindern immer die Vielfalt der Kirche zeigen wollen. Wo sieht man denn im Alltag noch Ordensleute, Priester – und Jugendliche, die offen ihren Glauben leben. Highlights waren Gesprächsrunden mit hochrangigen Politikern wie dem Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler oder der Bundestagspräsidentin.&nbsp;</p><p><em>POW: Was ist Ihr Highlight, auf das Sie sich am meisten freuen? </em></p><p>Emmerich: Auch in Würzburg werden wir wieder am Eröffnungsgottesdienst auf dem Residenzplatz und den Großkonzerten am Abend teilnehmen. Als „Highlight“ freue ich mich auf den „Abend der Begegnung“ am Mittwochabend (hier sind Jutta und ich für unser Dekanat als Botschafter und Helfer eingeteilt) und auf die vielen tollen Begegnungen während der vier Tage in Würzburg.&nbsp;</p><p><strong>Ilka Seichter (50), Sozialpädagogin aus Bad Kissingen (Beispielprogramm „Best Ager II“)</strong></p><p><em>POW: Haben Sie schon einen Katholikentag besucht? Wenn ja, wie oft? </em></p><p>Ilka Seichter: Ich war 1994 in Dresden und 2012 in Mannheim. Ich bin keine regelmäßige Katholikentagsteilnehmende und auch sonst mittlerweile eher „kirchenfern“.</p><p><em>POW: Was ist beim Besuch des Katholikentags Ihr Hauptaugenmerk? </em></p><p>Seichter: Ich will Kirche außerhalb von Gottesdiensten erleben können, Menschen treffen („Abend der Begegnung“), diskutieren (Werkstätten), kreativ werden (Mitmachangebote). Ich knüpfe durch manche Angebote an meine Vergangenheit an („Abend der Begegnung“ durch die Dekanate vorbereitet) und folge meinen aktuellen beruflichen und privaten Interessen (sensitiver Stadtrundgang, Ausstellungen).</p><p><em>POW: Worauf achten Sie bei der Planung Ihres Programms besonders? </em></p><p>Seichter: Ich habe ausgewählt, was mich spontan angesprochen hat. Ich erinnere mich, dass ich mich in Mannheim ohne Plan habe treiben lassen. Leider war ich für manch Interessantes zu spät dran, hatte nichts konkret geplant und wusste irgendwann gar nicht mehr, was ich noch tun kann. Die vielen Angebote haben mich überfordert. &nbsp;Diesmal wollte ich für mich interessante Inhalte filtern – hierbei habe ich einiges aus dem kreativen Bereich gewählt, was zu meinem Hobby passt oder Angebote mit und von Menschen mit Behinderung – meinem aktuellen Betätigungsfeld. Auch der Austausch zwischen den Religionen interessiert mich.</p><p><em>POW: Was ist Ihr Highlight, auf das Sie sich am meisten freuen?</em></p><p>Seichter: Es sind verschiedene kreative Angebote: Lego, Holztäfelchen, gemeinsames Singen, Kabarett. Ich kann nicht nur eines nennen.</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>Interview: Markus Hauck (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(1326/0302; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen</u></i></b><i>: Fotos abrufbar im Internet </i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71360</guid><pubDate>Tue, 24 Mar 2026 11:07:26 +0100</pubDate><title>„Als Kirche ohne Räume unterwegs sein“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/als-kirche-ohne-raeume-unterwegs-sein/</link><description>Wie „Kirche am Hubland“ das gemeinschaftliche Leben im neuen Würzburger Stadtteil mitgestaltet – Interview mit Hochschulpfarrer Burkhard Hose</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Der Würzburger Stadtteil Hubland auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne steckt noch mitten in der Entwicklungsphase. Mit „Kirche am Hubland“ wagt ein Verein den Versuch, durch verschiedene Angebote und Kooperationen das Zusammenleben im neuen Stadtteil mitzugestalten. Burkhard Hose, katholischer Hochschulpfarrer aus Würzburg und Mitbegründer des Vereins, erzählt von Herausforderungen und Chancen des ökumenischen Kirchenprojekts.</p><p><em>POW: Wie kamen Sie zu dem Projekt „Kirche am Hubland“?</em></p><p>Burkhard Hose: Vor vier Jahren haben meine Kollegin Elisabeth Wöhrle und ich einen Auftrag bekommen. Als katholische Hochschulgemeinde sollten wir in diesem neuen Stadtteil Hubland, wo auch viele Menschen von der Universität wohnen, herausfinden: Was heißt es, Kirche in einem Gebiet zu sein, in dem es keinen Kirchenbau gibt? Wo wir auch keine Gemeinderäume haben? Sozusagen als Kirche ohne Räume unterwegs zu sein.</p><p><em>POW: Was sind die Herausforderungen im neuen Stadtteil?</em></p><p>Hose: In einer Zeit, in der die Relevanz von Kirche in der Gesellschaft immer weiter abnimmt, haben wir am Hubland ein paar Haltungen gelernt, die für die Kirche interessant sein können. Während wir in der Katholischen Hochschulgemeinde oft Gastgeber sind, läuft es da oben ganz anders. Wir sind oft eher zu Gast, zum Beispiel in der Stadtteilbücherei. Das heißt, wir bestimmen auch nicht die Regeln als Kirche, sondern passen uns ein Stück an. Oder wir machen manche Dinge einfach mit. In dieser Umgebung, wo es zwar umliegende Gemeinden gibt, aber auf dem neuen Stadtteil selber keine Kirche gegründet wurde, ist es interessant zu sehen, wer dort sonst noch unterwegs ist. Es ist ein intensives Zusammenarbeiten mit verschiedenen christlichen Konfessionen. Daraus ist schließlich ein Verein geworden, der sich „Kirche am Hubland“ nennt. Die Menschen, die da oben wohnen, sagen immer wieder: „Wir wollen mit den Kirchenstrukturen nicht so viel zu tun haben, sondern wir wollen als Menschen, die hier oben leben und sich an der christlichen Botschaft orientieren, etwas zusammen machen.“ Das ist, finde ich, schon herausfordernd. Es war auch ein langer Weg bis hin zum Verein, weil wir uns erst mal institutionell dem Gebiet angenähert haben. Wir haben den Kontakt mit der evangelischen Seite gesucht. Und dann haben wir gemerkt, irgendwie passen die herkömmlichen Strukturen nicht richtig. Es müssen neue Strukturen her.</p><p><em>POW: Was ist das Besondere an dem Stadtteil?</em></p><p>Hose: Ich finde das Hubland spannend, weil dort viele Menschen unterwegs sind, die etwas Neues ausprobieren wollen. Angefangen bei der Stadtteilbücherei als dritter Ort, die eine Art Wohnzimmer am Hubland ist, in dem sich Menschen treffen. Ich sage manchmal, das ist so wie die Gemeindezentren oder Kirchengemeindehäuser früher. Diese Funktion übernimmt am Hubland ein Stück die Stadtteilbücherei. Es gibt Wohnprojekte mit Menschen, die gemeinschaftliches Wohnen und Mehrgenerationenwohnen ausprobieren. Da haben wir einige kennengelernt. Für mich ist das eine spannende Entdeckungsreise. &nbsp;Und da ist ganz viel Leben. Wir schauen darauf: Wo gibt es Berührungspunkte zwischen einer christlichen Haltung und dem, was Menschen da oben machen?</p><p><em>POW: Was kann Kirche von „Kirche am Hubland“ lernen?</em></p><p>Hose: Ich glaube, das eine ist die schmerzliche Erfahrung, in einem Bereich unterwegs zu sein, wo einen niemand braucht und niemand vermisst – auf den ersten Blick. Die Leute leben ganz gut ohne Kirche. Deshalb geht es weniger darum, etwas anzubieten, sondern mehr um das Entdecken. Warum probieren Menschen das Leben am Hubland aus? Das gemeinschaftliche Wohnen? Da steckt eine Haltung dahinter. Warum gibt es eine Stadtbücherei ohne christlichen Anspruch, die aber sehr viel Gemeinschaftsstiftendes tut? Ich finde, der Hauptlerneffekt ist eigentlich folgender: Wir sind da oben nicht missionarisch im herkömmlichen Sinn unterwegs, dass wir Leuten etwas bringen, was sie nicht haben, sondern wir sind entdeckend unterwegs. Und das ist eine sehr, sehr interessante Lernerfahrung für uns.</p><p class="text-right"><em>Das Interview führte Judith Reinders (POW)</em></p><p>(1326/0292; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-71359</guid><pubDate>Tue, 24 Mar 2026 10:57:34 +0100</pubDate><title>„Ergänzung der pastoralen Arbeit“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/ergaenzung-der-pastoralen-arbeit/</link><description>Würzburg (POW) Pfarrer Sven Johannsen ist Pfarradministrator der Pfarreiengemeinschaft Würzburg Ost im Pastoralen Raum Würzburg Süd-Ost, zu dem auch der Stadtteil „Hubland“ gehört. Mit POW sprach er über das Projekt „Kirche am Hubland“.</description><content:encoded><![CDATA[<p><em>POW: Wie ist der Stadtteil Hubland in die kirchliche Zuständigkeit im Pastoralen Raum Würzburg Süd-Ost eingebunden?</em></p><p>Pfarrer Sven Johannsen: Das Hubland gehört kirchenrechtlich zur Pfarrei Sankt Barbara im Stadtteil Frauenland. Sie ist Teil des Pastoralen Raumes Würzburg Süd-Ost. Die Pfarrkirche Sankt Barbara liegt jedoch am Rande des Stadtteils. Viele Gottesdienstbesucherinnen und -besucher aus dem Hubland orientieren sich daher an anderen kirchlichen Orten in der Nähe, insbesondere an der Klosterkirche Mariannhill und Unsere Liebe Frau (ULF), die ebenfalls im Frauenland liegen. Auch die Pfarrei Sankt Nikolaus in Gerbrunn wird besucht.</p><p>Die Pfarreien des Pastoralen Raumes Würzburg Süd-Ost verstehen ihren Beitrag zur Seelsorge insbesondere in der Feier von Gottesdiensten sowie in einer kontinuierlichen Präsenz im Stadtteil, die perspektivisch stärker räumlich verankert werden soll.</p><p><em>POW: Welche Angebote werden von den Bewohnern des Hublands genutzt?</em></p><p>Johannsen: In der Kirche Unsere Liebe Frau finden Tauffeiern statt. In den vergangenen Jahren wurden neun Kinder aus dem Hubland dort getauft. In diesem Jahr gehen zwölf Kinder aus der Pfarrei Sankt Barbara zur Erstkommunion, die ebenfalls in Unsere Liebe Frau gefeiert wird. Die meisten dieser Kinder wohnen im Bereich Hubland sowie in angrenzenden Straßen, die sich sozialräumlich ebenfalls am Hubland orientieren.</p><p>Einzelne Familien aus dem Hubland engagieren sich im Gemeindeleben der Pfarrgemeinden in Würzburg Ost. Einige Eltern wirken in der Kinderkirche mit, Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil nehmen an Jugendgruppen teil. Stark nachgefragt werden zudem die Kindertageseinrichtungen der Gemeinden, darunter Sankt Barbara, Sankt Alfons, Sankt Nikolaus und Unsere Liebe Frau.</p><p>Parallel sind Ehrenamtliche und Bewohner des Stadtteils in Kontakt mit den Gemeinden des Pastoralen Raumes, um zusätzliche Angebote für das Hubland zu entwickeln. In diesem Zusammenhang wird auch über mögliche Räume für Veranstaltungen im Stadtteil gesprochen. Ein weiterer Ansatz ist ein neu gestalteter Begrüßungsbrief für Neuzugezogene, mit dem Kontakte zu neu eingezogenen Familien hergestellt werden sollen.</p><p><em>POW: Wie beurteilen Sie den Ansatz des Projekts „Kirche am Hubland&quot;?</em></p><p>Johannsen: Menschen aus dem Hubland besuchen teilweise Gottesdienste der umliegenden Gemeinden, engagieren sich in Gruppen und nehmen an kirchlichen Angeboten teil. Neben den Aktivitäten der Pfarreien gibt es im Stadtteil aber auch andere seelsorgliche Angebote, etwa durch die Arbeit der „Kirche am Hubland“. Die „Kirche am Hubland“ ergänzt die pastorale Arbeit vor Ort. Dadurch entsteht eine pastorale Vielfalt.</p><p class="text-right"><em>Das Interview führte Judith Reinders (POW)</em></p><p>(1326/0293; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70853</guid><pubDate>Thu, 26 Feb 2026 17:20:56 +0100</pubDate><title>„Würzburg ist eine tolle Location“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/wuerzburg-ist-eine-tolle-location/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung blickt auf die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Würzburg</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Von Montag, 23. Februar, bis Donnerstag, 26. Februar, hat die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Würzburg getagt. Neben der Wahl des neuen Vorsitzenden stand unter anderem auch ein Pressegespräch zum Thema „Dialog zwischen Christen und Muslimen“ auf dem Programm. Im Interview zieht Bischof Dr. Franz Jung ein Fazit der vergangenen Tage.</p><p><em>POW: Welche Themen wurden bei der Frühjahrsvollversammlung beraten?</em></p><p>Bischof Dr. Franz Jung: Jenseits der Wahl des neuen Vorsitzenden war ein ganz großer Punkt der Studientag zum Thema christlich-islamischer Dialog. Dazu gibt es eine Arbeitshilfe: Wie gestaltet sich dieser Dialog? Wer sind die Akteure? Was sind die momentanen Konflikte? Ein großes Thema war Gewalt und Islam. Wie geht man differenziert mit diesem Thema um? Wie äußern sich die offiziellen Vertreter – oder auch nicht, was ja auch eine Belastung ist, wenn man miteinander ins Gespräch kommen will. Ich war in der Arbeitsgruppe mit Dr. Timo Güzelmansur, Leiter der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle (CIBEDO) der DBK. Er gab Einblick in die sehr differenzierte Arbeit, die dort gemacht wird, um den Kontakt herzustellen, Gespräche zu führen und einen Modus zu entwickeln, wie man mit Problemen gut umgehen kann.</p><p>Es gab zwei weitere große Themen. Da war zum einen die Frage nach einer diakonischen Pastoral. Das ist ja mein Leib- und Magenthema: caritative Pastoral, pastorale Caritas. Dazu gibt es eine sehr gute Arbeitshilfe, die nicht nur theoretisiert, sondern aus zwei ganz konkreten Feldern Rückschlüsse zu ziehen versucht. Und es gibt ein Papier, das auch unser Bistum aufgreift, nämlich zur Ehrenamtsförderung. Wir haben jetzt eine eigene Stelle für Ehrenamtsförderung eingerichtet. Denn vieles wird an den Gemeinden hängen und an dem, was die Christinnen und Christen vor Ort in Gang setzen.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/291-weltfrauentag-weltweite-frauenbewegung/embed?context=external&amp;token=wV8dUoUHLsjh5RI1Rt1awA" style="border: 0" border="0" height="380" width="100%"></iframe></p><p><em>POW: Es geht dabei auch um Wertschätzung für das Ehrenamt?</em></p><p>Bischof Jung: Es ist vor allem eine Ermutigung. Und es geht um die Frage: Was sind die Rahmenbedingungen, um Menschen dafür zu gewinnen, ehrenamtlich tätig zu sein? Also sie zu schätzen, ihnen Begleitung zu geben, aber natürlich auch, sie in Entscheidungen mit einzubinden. Es geht um das Thema Synodalität. Jemand macht etwas, wenn er oder sie sagt: Ich darf mitgestalten und bin nicht nur derjenige, der Jobs erledigt, die kein anderer macht. Ich möchte gerne auch meinen Anteil beitragen. Es geht darum, diese Menschen auch ernst zu nehmen.</p><p><em>POW: Das Bistum Würzburg war Gastgeber dieser Vollversammlung. Welches Fazit ziehen Sie?</em></p><p>Bischof Jung: Es war super. Ich habe viele Rückmeldungen bekommen. Alle haben sich hier sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt. Ich glaube, wir haben das Beste gegeben, angefangen von der tollen Dommusik über die Verpflegung bis hin zum Bistumsabend. Es war ein wunderbarer Abend, und wir haben uns noch mal als Bistum präsentiert. Aber es war auch sehr schön, dass die Vollversammlung jetzt einmal im Herzen der Stadt war. Viele haben gesagt, sie würden Würzburg immer nur von Himmelspforten her kennen. Und jetzt war in der Mittagspause mal Zeit, um Kirchen anzuschauen, am Main spazieren zu gehen oder in der Stadt etwas zu besorgen. Und das war eigentlich sehr, sehr schön.</p><p><em>POW: War das schon ein Vorgeschmack auf den Deutschen Katholikentag im Mai?</em></p><p>Bischof Jung: Natürlich haben wir die Werbetrommel gerührt und ich hoffe, dass möglichst viele zum Katholikentag kommen. Würzburg ist wirklich eine tolle Location. Wir haben jetzt als Bistum und als Gastgeber gezeigt, was wir können. Und das hat allen Spaß gemacht, auch meinem Team.</p><p class="text-right"><em>Interview: Anna-Lena Ils (Hörfunkredaktion)</em></p><p>(1026/0228; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70817</guid><pubDate>Tue, 24 Feb 2026 13:51:55 +0100</pubDate><title>„Das Ergebnis ist sehr erfreulich“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/das-ergebnis-ist-sehr-erfreulich/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung gratuliert dem neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz zur Wahl </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Zu den ersten Gratulanten des neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz hat auch Bischof Dr. Franz Jung gehört. Was ihn mit Bischof Dr. Heiner Wilmer verbindet, wie er ihn einschätzt und wie die Bischöfe bislang den Tagungsort Würzburg erlebt haben, schildert er im folgenden Interview.</p><p><em>POW: Wie haben Sie die heutige Wahl des neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz erlebt?</em></p><p>Bischof Dr. Franz Jung: Das ist eine spannende Sache. Wir haben uns erst mal eine Stunde lang&nbsp; Gedanken gemacht: Was sind die Herausforderungen, vor denen wir stehen? Dann sind wir zur Wahl geschritten, und das Ergebnis ist sehr erfreulich. Es ist von vielen mitgetragen worden. Ich freue mich auch. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an Heiner Wilmer als neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.</p><p><em>POW: Was macht den neuen Vorsitzenden in Ihren Augen aus?</em></p><p>Bischof Jung: Heiner Wilmer ist Ordensmann. Er war einige Jahre in Rom als Vorsitzender seiner Ordensgemeinschaft und hat da gute Erfahrungen sammeln können. Ich kenne ihn noch aus meiner Zeit in Speyer. Er war ja da auch der Ordensobere der Herz-Jesu-Priester. Da haben wir uns öfters mal getroffen, hatten also auch dienstlich miteinander zu tun. Von daher verbindet uns schon viel über lange Zeit. Ich schätze ihn. Er ist jemand, der gut zuhört, der auch ein großes Bistum zu leiten hat und, wie ich glaube, auch aus der Erfahrung des Synodalen Weges Menschen zusammenbringen kann. Er kann das, was begonnen worden ist, in einem guten Sinn weiterführen in die Zukunft.</p><p><em>POW: Wie kommt Würzburg bisher als Tagungsort bei den Bischöfen an?</em></p><p>Bischof Jung: Die Leute sind auf jeden Fall sehr, sehr angetan von der großen Gastfreundschaft, von der guten Kirchenmusik und von den schönen Gottesdiensten, die wir miteinander gefeiert haben. Und ich glaube, wir sind gute Gastgeber.&nbsp;</p><p class="text-right">Interview: Anna-Lena Ils (Hörfunkredaktion)</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/XTWMVGWtvKk?si=dKWy9Qci2TS5MNtQ" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p><p>(0926/0216; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70135</guid><pubDate>Sun, 25 Jan 2026 16:06:17 +0100</pubDate><title>„Das Licht ist eine unserer zentralen Botschaften“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/das-licht-ist-eine-unserer-zentralen-botschaften/</link><description>Interview mit Ludger Hinse über seine Kunstausstellung im Würzburger Exerzitienhaus Himmelspforten</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Würzburg </strong>(POW) Unter der Überschrift „Licht des Glaubens“ sind aus Anlass des 100. Jubiläums des Exerzitienhauses Himmelspforten in Würzburg bis zum Sonntag, 15. März, Kunstobjekte von Ludger Hinse ausgestellt. Was den Künstler mit Würzburg verbindet und was ihn zu den gezeigten Objekten inspiriert hat, erklärt er im folgenden Interview.</p><p><em>POW: Was hat Sie inspiriert, diese bewegten Objekte zu schaffen?</em></p><p>Ludger Hinse: Es geht um zweierlei: Zum einen darum, dass wir uns als Kirche bewegen müssen. Und zum anderen darum, dass das Licht eben eine unserer zentralen Botschaften ist. Im Matthäusevangelium heißt es: „Ihr seid das Licht der Welt.“</p><p><em>POW: Wie kam der Kontakt mit dem Exerzitienhaus Himmelspforten zustande?</em></p><p>Hinse: Dr. Bernd Hausner, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Freunde des Exerzitienhauses, schätzt meine Kunst sehr. Vor zwei Jahren hat er mich angefragt. Ich kannte das Haus und habe gern zugesagt.</p><p><em>POW: Mit Würzburg hatten Sie künstlerisch aber schon zuvor mehrfach Berührung, nicht wahr?</em></p><p>Hinse: Vor zehn Jahren gab es ein großes Projekt mit „Lichtkreuzen“ in den Kirchen der Würzburger Innenstadt. In der Graf-zu-Bentheim-Schule hängt ein großes Mobile von mir im Eingangsbereich. Und nicht zuletzt hat die örtliche Sektion der Ritter vom Heiligen Grab ein von mir gestaltetes Vortragekreuz.</p><p><em>Begleitend zur Ausstellung gibt es jeweils an den Samstagen 31. Januar, 7., 14. und 21. Februar sowie am 7. März um 17.30 Uhr Gottesdienste mit besonderer musikalischer Gestaltung. Eine Begegnung bei Wein und Brot schließt sich an. Am Sonntag, 1. März, um 10 Uhr wird ein Jahreszeiten-Gottesdienst gefeiert, im Anschluss daran gibt es einen Brunch. Am Sonntag, 15. März, um 10 Uhr gestaltet Ludger Hinse die Abschlussveranstaltung. Für den Brunch am 1. März sowie für das Kulinarium am 14.&nbsp;Februar um 19 Uhr ist eine Anmeldung erforderlich unter <a href="http://himmelspforten.net" target="_blank" rel="noreferrer">himmelspforten.net</a>.</em></p><p class="western text-right"><span style="line-height:100%"><i>Interview: Markus Hauck (POW)</i></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%">(0526/0111; E-Mail voraus)</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen</b></u></i><i>: Fotos abrufbar im Internet</i></span></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-70078</guid><pubDate>Thu, 22 Jan 2026 14:30:23 +0100</pubDate><title>„Wer sich für Tansania interessiert, bekommt sehr aktuelle Informationen“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/wer-sich-fuer-tansania-interessiert-bekommt-sehr-aktuelle-informationen/</link><description>Afrikareferent Burkhard Pechtl über den Informations- und Diskussionsabend „Quo Vadis, Tansania?“ am Montag, 26. Januar, in Würzburg</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Unter dem Titel „Quo Vadis, Tansania?“ steht ein Informations- und Diskussionsabend am Montag, 26. Januar, von 19.30 bis 21.30 Uhr im Café Dom@ain im Kilianeum, Ottostraße 1 in Würzburg. Auf Einladung der Diözesanstelle Weltkirche des Bistums Würzburg, des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Würzburg und des Vereins Mwanza diskutieren drei Experten, die alle aus Tansania stammen, über die gesellschaftliche und politische Entwicklung in Tansania. Der Eintritt ist frei. Afrikareferent Burkhard Pechtl erklärt die Hintergründe der Veranstaltung.</p><p><em>POW: Herr Pechtl, worum geht es bei diesem Diskussionsabend?</em></p><p>Burkhard Pechtl: Tansania galt als ein Paradebeispiel für eine friedliche gesellschaftliche Entwicklung. Gewaltsame Konflikte zwischen den Ethnien oder Religionsgemeinschaften waren kaum vorstellbar. Die Scheinwahl im Oktober 2025, der landesweite Protest dagegen sowie das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte waren in dieser Form neu und auch für viele Tansanier erschreckend. Wir wollen der Frage nachgehen, wie Kommunikation und Zusammenarbeit vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung möglich sind. Ist ein offener Austausch noch möglich, wenn die staatliche Überwachung kritische Stimmen im Blick hat? Wie verhalten sich unsere Partner in dieser schwierigen Situation?</p><p><em>POW: Welche Experten konnten Sie für die Veranstaltung gewinnen?</em></p><p>Pechtl: Stephen Makinya vom Vorstand des Würzburger Vereins Tushikane, Asumpta Lattus, Leiterin der Abteilung Afrika bei der Deutschen Welle, und Pfarrer Dr. Emmanuel Kileo, Studienleiter bei Mission EineWelt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Makinya lebt seit mehr als 30 Jahren in Deutschland. Er ist bei einer unterfränkischen Firma für den Handel mit Ostafrika zuständig und deshalb rund die Hälfte des Jahres vor Ort. Er ist sehr nahe an der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes dran. Kileo war zuvor als stellvertretender Präsident des Stefano Moshi Memorial University College in Tansania unter anderem für akademische Angelegenheiten zuständig. Lattus hat bei der Main-Post volontiert. Sie arbeitet seit 15 Jahren als Redakteurin bei der Deutschen Welle und wird sich mit der Berichterstattung aus ihrem Heimatland auseinandersetzen: Wieweit ist freier Journalismus möglich? Welche verlässlichen Informationen gibt es?</p><p><em>POW: An wen richtet sich dieser Abend?</em></p><p>Pechtl: In Unterfranken pflegen neben der katholischen Diözese auch das evangelisch-lutherische Dekanat und die Stadt Würzburg partnerschaftliche Beziehungen nach Tansania. Um unsere Partner verstehen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie die Rahmenbedingungen aussehen. In den Medien gibt es aber kaum Berichterstattung über die Ereignisse in Tansania. Wer sich für Tansania interessiert, bekommt sehr aktuelle Informationen zur Situation im Land. Nach den Impulsen diskutieren wir gemeinsam, was das für unsere Partnerschaften bedeutet.</p><p class="text-right"><em>Interview: Kerstin Schmeiser-Weiß (POW)</em></p><p>(0526/0101; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Weltkirche</category><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69492</guid><pubDate>Fri, 19 Dec 2025 11:51:14 +0100</pubDate><title>„Auf das Wesentliche an Weihnachten konzentrieren“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/auf-das-wesentliche-an-weihnachten-konzentrieren/</link><description>Karmelitenpater Dr. Ulrich Dobhan über Weihnachten im Karmelitenkloster Würzburg</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Viele Menschen feiern Weihnachten im Kreis ihrer Familie. Doch wie gestaltet sich das Weihnachtsfest in einem Kloster? Im POW-Interview erzählt Pater Dr. Ulrich Dobhan (81), Prior des Würzburger Karmelitenklosters, vom Heiligen Abend im Kloster und was das Weihnachtsfest für ihn bedeutet.</p><p><em>POW: Pater Dobhan, wie gestalten Sie im Kloster den Heiligen Abend?</em></p><p>Pater Dr. Ulrich Dobhan: Am Heiligen Abend feiern wir eine kleine Vesper mit dem Weihnachtsevangelium um unsere Krippe herum. Dann erzählt jeder davon, wie Weihnachten daheim gefeiert wurde oder was ihm zu der Weihnachtsgeschichte einfällt. Wir sind sieben Ordensbrüder, einer davon kommt aus dem Kongo, einer aus Indien und einer hat einen kroatischen Hintergrund. Die Geschichten und Bräuche sind also recht vielfältig. Die Weihnachtslieder sind zum Beispiel etwas lebendiger und emotionaler. Wir singen aber auch die Klassiker wie „Stille Nacht“. In der Kirche und im Essenssaal stehen Christbäume, die von unserem Küster geschmückt werden. Es herrscht einfach eine feierliche Stimmung. Es ist aber auch wichtig, dass jeder von uns nach dem Abendessen Zeit für sich und ein bisschen Ruhe hat. Nach den Feiertagen besuchen manche ihre Familie, um dort noch einmal zu feiern.</p><p><em>POW: Wie haben Sie in Ihrer Kindheit Weihnachten gefeiert?</em></p><p>Dobhan: Wir sind natürlich in die Christmette gegangen. Damals mussten wir zwei Kilometer durch den Schnee stapfen, um in die Kirche zu gehen. Zuhause haben wir mit der Familie den Rosenkranz gebetet, während meine Mutter im guten Zimmer die Geschenke vorbereitet hat. Meine Schwester und ich haben Klavier gespielt und es wurde gemeinsam gesungen. Und dann gab es die Bescherung. Viel Geschenke gab es damals nicht, es war ja die Nachkriegszeit. Aber handgestrickte Strümpfe oder Pullover waren immer nützlich. Meine Mutter hat immer viele Plätzchen gebacken, fast 20 Sorten. Die Nuss- und Kokosmakronen waren meine liebsten.</p><p><em>POW: Gibt es im Kloster auch eine kleine Bescherung?</em></p><p>Dobhan: Es gibt eine Kleinigkeit für jeden. Aber wir schenken uns nicht viel, weil wir das auch nicht wollen. Wir brauchen nichts, und ich glaube, die meisten Menschen brauchen eigentlich auch nichts. Es scheint mir eher wie eine Last oder ein Zwang, sich etwas schenken zu müssen. Wir machen das bewusst anders und ich bin froh, dass es so ist. Wir sitzen zusammen, essen etwas Leckeres, trinken einen Wein oder ein Bier, und das reicht auch. Ich würde mir wünschen, dass sich die Menschen wieder auf das Wesentliche an Weihnachten konzentrieren. Ich gönne es aber auch allen, die sich etwas schenken wollen.</p><p><em>POW: Was ist für Sie das Wesentliche an Weihnachten?</em></p><p>Dobhan: Das ist natürlich das Weihnachtsgeschehen. Dass Gott Mensch geworden ist und ich zu Gott „Du“ sagen kann. Gott hat sich verletzlich gemacht. Er liegt in seiner Krippe, friert und weint. Man kann sich ihm nähern und muss keine Angst haben. Viele können sich das nicht vorstellen. Aber das ist vielleicht auch gut so. Wenn man sich vorstellen könnte, dass Gott Mensch geworden ist, dann wäre es vergänglich wie alles, was ich mir vorstellen kann.</p><p class="text-right">Interview: Paul Frigger (POW)</p><p>(0126/0011; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Advent und Weihnachten</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-69088</guid><pubDate>Wed, 03 Dec 2025 15:27:06 +0100</pubDate><title>Nikolaus statt Santa Claus </title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/nikolaus-statt-santa-claus/</link><description>Nikolausaktion der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) am 6. Dezember in Aschaffenburg – Fair gehandelte Schokonikoläuse zum Gedenken an den heiligen Nikolaus</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aschaffenburg/Würzburg</strong> (POW) Am 6. Dezember gedenken viele des heiligen Nikolaus. Vor allem Kinder freuen sich an dem Tag über Schokolade. Doch die meisten Schokonikoläuse aus dem Supermarkt sind eigentlich Weihnachtsmänner. Die Figur des Weihnachtsmannes steht für Konsum und hat wenig mit dem Bischof Nikolaus von Myra zu tun. Die Aktion „Nikolaus statt Santa Claus“ möchte darauf aufmerksam machen. Leo Pfeiffer von der Diözesanleitung der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) in Würzburg verkleidet sich seit vier Jahren als Nikolaus und verschenkt am Nikolaustag fair gehandelte Schokonikoläuse.</p><p><em>POW: Was steckt hinter der Aktion „Nikolaus statt Santa Claus“? </em></p><p>Leo Pfeiffer: Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass der Nikolaus im Vergleich zum Weihnachtsmann ein echter Bischof war. Er hat viel Menschlichkeit gezeigt. Man würde ihm wahrscheinlich auch einige Wunder nachsagen. Der Weihnachtsmann ist eine Werbeperson, scheint aber deutlich bekannter zu sein. Daher sind wir zu Nikolaus am 6. Dezember in den Städten Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt unterwegs. Nicht gleichzeitig, sondern jährlich rotierend, und verteilen fair gehandelte Nikoläuse an Kinder.</p><p><em>POW: Was unterscheidet die fair gehandelten Nikoläuse von Nikoläusen, die man im Supermarkt kaufen kann? </em></p><p>Pfeiffer: Bei diesen Nikoläusen wird besonders auf die Produktion geachtet, da sie unter fairen Bedingungen hergestellt werden. Vor allem bei der Schokolade muss man darauf achten, wo sie herkommt und ob die Leute vor Ort für ihre Arbeit gerecht bezahlt werden. Daher kosten die Nikoläuse auch ein bisschen mehr. Aber dadurch, dass wir sie über unsere Stiftung kaufen, werden sie für die Kinder frei zur Verfügung gestellt.</p><p><em>POW: Was macht Ihnen Spaß daran, Nikolaus zu sein? </em></p><p>Pfeiffer: Normalerweise würde ich mich wahrscheinlich nicht verkleiden, aber ich habe mich einmal überreden lassen, das zu machen. Ich war erstmal ein bisschen skeptisch, aber es hat viel Spaß gemacht, weil man die Reaktionen der Kinder sieht, die total glücklich darüber sind. Auch viele Erwachsene freuen sich, weil sie den Nikolaus als Figur sehr schätzen. Das Besondere sind natürlich die funkelnden Augen der Kinder, wenn sie den Nikolaus geschenkt bekommen.</p><p><em>POW: Wo kann man den Nikolaus heuer treffen, um fair gehandelte Nikoläuse zu bekommen? </em></p><p>Pfeiffer: Wir sind am Samstag, 6. Dezember, ab 16 Uhr in der Aschaffenburger Innenstadt unterwegs. Wir verteilen 250 Schokonikoläuse. Für alle, die uns begegnen: Ihr könnt gerne auf uns zukommen! Ob klein oder groß, wir lassen gerne einen Nikolaus da und freuen uns, Euch zu sehen.</p><p class="text-right"><em>Das Interview führte Judith Reinders (Radioredaktion)</em></p><p>(5025/1264; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Aschaffenburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68743</guid><pubDate>Mon, 17 Nov 2025 16:12:10 +0100</pubDate><title>„Der Einsatz lohnt sich“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/der-einsatz-lohnt-sich/</link><description>Warum der gebürtige Schweinfurter Frank Weber sich seit 40 Jahren in Bolivien für Straßenkinder engagiert</description><content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Schweinfurt/Cochabamba</strong> (POW) Aus einem Studienjahr in Bolivien ist für Frank Weber aus Schweinfurt eine Lebensaufgabe geworden: Was vor 40 Jahren mit einem Haus für Straßenkinder begann, entwickelte sich zu einem Sozialwerk mit Schwerpunkt schulische Ausbildung und Familienhilfe. Wie es dazu kam, welche Hindernisse es zu überwinden gab und was er für die Zukunft plant, erzählt er im folgenden Interview.</p><p><em>POW: Herr Weber, wie kam es dazu, dass Sie sich um Straßenkinder in Bolivien kümmern?</em></p><p>Frank Weber: Ich habe Anfang der 1980er Jahre in Würzburg Theologie studiert, unter anderem mit dem heutigen Domvikar Professor Dr. Petro Müller. Im Rahmen meines Studiums kam ich dann 1985 nach Bolivien, nach Cochabamba. Ich wollte eigentlich Priester werden, aber der liebe Gott hat wohl anderes vorgehabt. Ich habe die Straßenkinder der Stadt kennengelernt.</p><p><em>POW: Was müssen wir uns unter dem Begriff „Straßenkinder“ vorstellen?</em></p><p>Weber: Es sind die Kinder, die auf der Straße leben und wohnen. Sie verbringen ihre Zeit losgelöst von Familien.</p><p><em>POW: Sind das Waisenkinder? </em></p><p>Weber: Die wenigsten. Viele laufen von zu Hause weg, weil es dort viel familiäre Gewalt gibt. Oder aber sie gehen auf die Straße, um für ihre Familie Geld zu verdienen. Weil aber die Familie oft weit weg von der Stadt wohnt, fahren sie nicht immer nach Hause, sondern bleiben in der Stadt, schließen sich anderen Gruppen an und werden dann zu Straßenbewohnern. Sie wohnen meistens in Gruppen zusammen. Sie schlafen in den Straßen und den Parks auf Parkbänken und Pappkartons. Sie leben von dem, was andere wegwerfen, oder sie betteln. Andere stehlen oder organisieren Überfälle. Das ist ganz verschieden und kommt auf das Alter an. Viele von ihnen nehmen Drogen, um den Hunger zu vergessen. Bolivien ist bekannt als Land der Drogenproduktion. Daher werden Drogen verhältnismäßig billig verkauft. Kinder werden als Drogenkuriere eingesetzt und für ihre Dienste mit Drogen entlohnt. Das schafft Abhängigkeiten. Übrigens: Wenn die Heranwachsenden Geld haben und davon etwas zu essen kaufen, kommt der Hunger bald wieder. Wenn sie aber etwas Kokainsulfat oder Kokain konsumieren, spüren sie weder Schmerzen noch Kälte noch Hunger.</p><p><em>POW: Wie sind Sie zu diesen Kindern gekommen? Wie haben Sie denn einen Draht zu ihnen gefunden?</em></p><p>Weber: Die warten ja nicht unbedingt darauf, dass irgendjemand aus Deutschland kommt (<em>lacht</em>). Ich bin täglich von meiner Wohnung zur theologischen Fakultät gelaufen. Da musste ich an einem Boulevard entlang. Dort war eine Wiese, auf der morgens immer Kinder lagen. Ich habe sie gesehen, aber bin an ihnen vorbeigegangen. Ich dachte mir aber: Was könnte ich groß tun? Ich spreche deren Sprache nicht. Ich habe selbst kaum Geld, bin ja Student.</p><p><em>POW: Offensichtlich haben Sie sich aber damit nicht zufriedengegeben.</em></p><p>Weber: Eines Tages habe ich die Kinder dann doch mal angesprochen. Ich bin auf sie zugegangen, habe gefragt: Habt Ihr Hunger? Die guckten mich an, als wäre ich ein bisschen doof, und haben gesagt: Klar haben wir Hunger! Wir essen Abfall und Reste. Und Du fragst uns, ob wir Hunger hätten. Zufällig hatte ich Brot im Rucksack. Das Brot habe ich diesen Kindern nicht einfach nur gegeben und bin dann weiter. Das wäre ja das Naheliegende gewesen. Ich habe mich dazugesetzt, das Brot ausgepackt und habe es aufgeteilt. Von dem Tag an blieb ich dann Tag und Nacht etwa vier Monate auf der Straße und habe mit den Kindern das Leben geteilt.</p><p><em>POW: Das war vermutlich ein hartes Leben.</em></p><p>Weber: Ich habe gesehen, welche Probleme die Straßenkinder haben: mit der Polizei, die sie ausnimmt, mit Anwohnern, die sie beschimpfen, mit den Gaststättenbesitzern, die sich um ihre Kundschaft sorgen, wenn Kinder kommen und am Tisch betteln. Da habe ich gemerkt, dass es nicht genug ist, mit diesen Kindern auf der Straße die Nächte und ein bisschen Essen zu teilen, sondern dass Kinder ein Zuhause brauchen, wenn sie denn eine Chance im Leben haben sollen.</p><p><em>POW: Was war Ihre Konsequenz aus dieser Erkenntnis?</em></p><p>Weber: Ich habe mit meinen Ersparnissen ein Haus gekauft, genauer gesagt eine Ruine ‒ ohne Strom- oder Wasseranschluss. Es gab keine Fenster und Türen, keine Fußböden. Das Dach war undicht. Die ersten zwei Jahre haben wir unter diesen schlechten Bedingungen gelebt. Aus Deutschland bekam ich anfangs nur gute Ratschläge. Es wurde mir oft gesagt, dass man alles anders machen müsste. Aber ich war doch vor Ort, mitten im Geschehen. Ich habe versucht, alles aufrechtzuhalten. Das ist gelungen. Dann habe ich gemerkt, dass auch ein Dach überm Kopf und einigermaßen regelmäßige Mahlzeiten nicht wirklich genug sind.</p><p><em>POW: Was meinen Sie damit genau?</em></p><p>Weber: Wenn Kinder tatsächlich eine Chance für die Zukunft haben sollen, dann braucht es schulische Ausbildung. So habe ich zweieinhalb Jahre später, 1988, die erste und bis heute die einzige Privatschule in Bolivien gegründet, die Kinder aus sozial schwachen Familien aufnimmt, kostenfrei ist und sie zum Abitur führt. Aus den ersten 40, 50 Kindern in der Schule ist inzwischen eine Schule mit rund 600&nbsp;Schülern und Schülerinnen geworden, die von 43 Lehrern unterrichtet werden</p><p><em>POW: Wie finanzieren Sie das Projekt?</em></p><p>Weber: Wir sind bis heute unabhängig von staatlichen und kirchlichen Institutionen. Ich habe einen treuen Freundeskreis, in Deutschland wie auch in Bolivien. In Schweinfurt wurde der Verein „Straßenkinder-Hilfe“ gegründet. Das ist ein wichtiges Standbein. Petro Müller ist übrigens eines der Gründungsmitglieder. Daneben machen wir Theaterstücke, Musikstücke, Musiktheater ‒ sowohl in Deutschland und den Nachbarländern als auch in Bolivien selber. Zudem habe ich zahlreiche Bücher geschrieben, die sich bislang gut verkaufen. Das erste Buch war eine Vaterunser-Interpretation, also noch sehr nah an meiner Theologiezeit dran. Dann habe ich aber auch Kinderbücher verfasst, die die Probleme von Familien und Kindern in kindgerechter Sprache aufgreifen.</p><p><em>POW: Hätten Sie bei Ihrer ersten Begegnung mit den Straßenkindern gedacht, dass sich daraus etwas Derartiges entwickelt?</em></p><p>Weber: (<em>schüttelt den Kopf)</em> Nein. Kaum hatte ich den Kontakt aufgenommen, dachten die Kinder, ich sei ein Journalist, der nur kommt, um sie auszuhorchen, oder gar ein von der Polizei eingesetzter Spitzel. Irgendwie hat sich aber das gegenseitige Vertrauen ziemlich schnell aufgebaut. Ich habe den gleichen Fraß zu mir genommen wie sie. Das hat wirklich Überwindung gekostet und ich will das auch im Nachhinein nicht idealisieren. Ganz ehrlich: Ich wollte das nicht noch einmal in dieser krassen Weise machen. Den Kindern wurde schnell klar, dass es mir ernst war mit meiner Hilfe und Sorge um sie. Anfangs waren sie sehr misstrauisch und nannten mir erfundene statt ihrer richtigen Namen. Das hat sich aber dann gegeben. Sieben Kinder schlossen sich mir anfangs an, daraus wurden 13, später 23, für die ich der Erziehungsberechtigte war.</p><p><em>POW: Geht das so einfach?</em></p><p>Weber: Das war eine komplizierte Angelegenheit. Jedenfalls habe ich 25 Kinder großgezogen. Viele von ihnen sind heute verheiratet und haben selbst Kinder – und so habe ich 29 Enkelkinder. Manche tragen meinen Namen. Es gibt inzwischen so viele Franks in Bolivien (<em>schmunzelt</em>). Daran sieht man, dass da wirklich Familie gewachsen ist. Einer meiner Jungs, der mit fünf Jahren zu mir kam, ist heute an meiner Schule Schulsozialarbeiter. Er studierte an der Katholischen Hochschule in Cochabamba Sozialpädagogik. Es zeigt sich: Der Einsatz hat sich immer gelohnt und lohnt sich weiterhin. Wie oft habe ich gehört: Welch ein Aufwand. Straßenkinder bleiben Straßenkinder. Aber genau so ist es eben nicht. Jeder hat eine zweite und, wenn es sein muss, eine dritte oder vierte Chance verdient, solange er sich selbst müht und Einsatz bringt.</p><p><em>Nähere Informationen im Internet unter <a href="http://strassenkinderhilfe.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">strassenkinderhilfe.de</a>. Spendenkonto: Straßenkinderhilfe e. V., Sparkasse Schweinfurt, IBAN DE35 7935 0101 0000 0233 33, BIC BYLADEM1KSW.</em></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i><span style="font-size:10.0pt"><span style="color:black">Interview: Markus Hauck (POW)</span></span></i></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><span style="font-size:10.0pt"><span style="color:black">(4725/1194; E-Mail voraus)</span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u><span style="font-size:10.0pt"><span style="color:black">Hinweis für Redaktionen</span></span></u></i></b><i><span style="font-size:10.0pt"><span style="color:black">: Fotos abrufbar im Internet </span></span></i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Weltkirche</category><category>Im Gespräch</category><category>Berichte</category><category>Schweinfurt</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68360</guid><pubDate>Tue, 28 Oct 2025 12:57:54 +0100</pubDate><title>Nachdenken über Themen wie Heimat und Gott</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/nachdenken-ueber-themen-wie-heimat-und-gott/</link><description>Pastoralreferent Dr. Thorsten Kapperer über die Hintergründe des Schlagergottesdiensts am Sonntag, 18. Januar 2026, in Gemünden</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gemünden </strong>(POW) Am Sonntag, 18. Januar 2026, lädt Pastoralreferent Dr. Thorsten Kapperer um 18&nbsp;Uhr in der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul in Gemünden zu einem Schlagergottesdienst unter dem Motto „Über den Wolken“ ein. Wie er auf diese Idee gekommen ist und was die Gläubigen bei der Feier erwartet, erläutert er im folgenden Interview.</p><p><em>POW: Herr Dr. Kapperer, Sie planen im Januar einen Schlagergottesdienst. Was dürfen die Besucherinnen und Besucher erwarten?</em></p><p>Dr. Thorsten Kapperer: Wir beginnen den Gottesdienst (wie immer) mit dem Kreuzzeichen und singen dann gemeinsam bekannte deutsche Schlager. Da ich privat auch Alleinunterhalter bin, begleite ich die Lieder mit Gesang und Keyboard. Die Leute haben ein Liedheft vor sich und sind eingeladen, mitzusingen. Zwischen den Liedern klopfe ich die Texte der Schlager nach deren religiösem Inhalt ab. Beim Lied „Über den Wolken“ könnte sich zum Beispiel die Frage stellen, wo wir Gott erleben: ganz weit weg über den Wolken oder doch ganz nah bei uns? Dazu wird zwischen den Liedern eine biblische Lesung vorgetragen und es gibt immer wieder Momente der Stille beziehungsweise zum Nachdenken über den eigenen Glauben. Fürbitten, ein Vaterunser und ein Segen runden den Gottesdienst ab.</p><p><em>POW: Ich könnte mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die Schlager für zu banal und oberflächlich halten, um diese in einem geweihten Raum zu spielen. Was halten Sie dem entgegen?</em></p><p>Kapperer: Ja, tatsächlich geht es im deutschen Schlager sehr oft um Liebe und Herzschmerz. Wenn man sich so manchen Text aber mal genauer durchliest, tauchen dort zahlreiche religiöse Fragen auf. In Udo Jürgens „Griechischer Wein“ etwa wird die Frage nach Heimat thematisiert. Da kann man dann sehr schnell darüber ins Nachdenken geraten, was für mich Heimat bedeutet und welche Rolle Gott dabei spielt. Ich finde es immer spannend, Facetten des Religiösen in der heutigen Zeit zu suchen und darüber nachzudenken. Zudem ist es unser Auftrag als Kirche, uns mit dem zu beschäftigen, was die Menschen heute beschäftigt. Und da gehört für mich der deutsche Schlager absolut dazu. Ich erlebe das immer wieder, wenn ich als Alleinunterhalter an Fasching, auf Festen oder bei Geburtstagen spiele, wie gerne so viele Leute gerade wohl bekannte Lieder des deutschen Schlagers singen. Und schließlich: Da ich hier im Raum Gemünden schon seit einigen Jahren als Alleinunterhalter unterwegs bin, verbinden mich doch einige Leute hier in der Gegend auch mit dieser Musik. Das ist mir sehr wichtig, sonst kann so ein Gottesdienst schnell lächerlich und schlechterdings anbiedernd werden. Dafür ist mir die Sache Jesu zu wichtig.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/270-von-udo-jurgens-bis-zum-amen-erster-schlagergottesdienst-im-bistum-wurzburg/embed?context=external" style="border: 0" border="0" height="380" width="100%"></iframe></p><p><em>POW: Welche Hoffnung verbinden Sie als Seelsorger mit diesem Angebot?</em></p><p>Kapperer: Ich will einfach versuchen, mit einem neuen gottesdienstlichen Angebot Menschen mit unserem Gott des Lebens auf kreative Weise in Kontakt zu bringen. Und sie dazu anzuregen, mittels bekannter Schlagermelodien und -texte über sich, ihr Leben und ihren Glauben nachzudenken. Damit wäre für mich schon ganz viel gewonnen.</p><p><em>POW: Die GEMA dürfte bei dem Angebot hellhörig werden. Wie gehen Sie mit den anfallenden Gebühren um?</em></p><p>Kapperer: Da es sich um einen Gottesdienst handelt, sind alle Lieder, die wir singen, bei der GEMA weder melde- noch vergütungspflichtig. Das ist durch den Rahmenvertrag zwischen dem Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und der GEMA so geregelt beziehungsweise abgegolten. Ich habe mich dazu im Vorfeld in der Rechtsabteilung des Bistums Würzburg erkundigt, um hier nichts falsch zu machen.</p><p class="text-right">Interview: Markus Hauck (POW)</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/7lxFVbH78kQ?si=mTqhmac8VGN7TCMd" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p><p>(4425/1118; E-Mail voraus)</p><p><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68186</guid><pubDate>Mon, 20 Oct 2025 13:55:37 +0200</pubDate><title>„Die Hoffnung auf die Auferstehung weitergeben“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/die-hoffnung-auf-die-auferstehung-weitergeben/</link><description>Drei ehrenamtliche Begräbnisleiterinnen und Begräbnisleiter aus der Pfarrei Sankt Margareta in Kahl am Main erzählen von ihrem Dienst</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kahl am Main</strong> (POW) Mit Allerheiligen beginnt der Trauermonat November. Viele Menschen gehen auf den Friedhof, um ihrer Verstorbenen zu gedenken. Damit ein Begräbnis ein würdevoller Abschied sein kann, werden Ehrenamtliche aus dem Bistum zu Begräbnisleiterinnen und Begräbnisleitern ausgebildet. Christine Hieke, Beate Nase und Bardo Diehl engagieren sich seit 2024 ehrenamtlich als Begräbnisleiter in ihrer Gemeinde Sankt Margareta in Kahl am Main. Ihre Ausbildung haben sie beim Liturgiereferat des Bistums&nbsp;Würzburg gemacht. Im Gespräch erzählen sie von ihrem Ehrenamt und den Herausforderungen, die der Beerdigungsdienst mit sich bringt.</p><p><em>POW: Wie sind Sie dazu gekommen, sich ehrenamtlich in der Kirche zu engagieren – und dann gerade als Begräbnisleiter?</em></p><p>Bardo Diehl: Nach einem Gottesdienst sprach mich unser Ortspfarrer an, ob ich für den Dienst eines Beerdigungsleiters bereit wäre. Ich bat um Bedenkzeit, um mir klar zu werden, ob ich mir diesen Dienst zutraue und ob meine Tätigkeit den Menschen in meiner Gemeinde guttut.</p><p>Christine Hieke: Mein Ehrenamt hat vor 20 Jahren als Kommunionmutter angefangen. Danach engagierte ich mich unter anderem im Familiengottesdienstteam, im Pfarrgemeinderat und als Gottesdienstbeauftragte mit dem Schwerpunkt Ökumene. Auf Anfrage unseres Pfarrers wurde ich schließlich auch Begräbnisleiterin.</p><p>Beate Nase: Auch ich habe vor 20 Jahren als Kommunionmutter begonnen und mich im Anschluss weiter engagiert. Nach dem Weggang unserer Gemeindereferentin habe ich die Koordination des Krankenkommunionteams übernommen und bin auch als Gottesdienstbeauftragte schwerpunktmäßig in der Seniorenpastoral tätig. In diesem Zusammenhang haben mich Angehörige immer wieder gefragt, ob ich auch die Beisetzung ihrer Verstorbenen übernehmen könne, was ich leider lange Zeit verneinen musste. Als nach längerer Pause wieder ein Ausbildungskurs für Begräbnisleiter im Bistum angeboten wurde, war dieser Weg für mich offen.</p><p><em>POW: Sie haben die Ausbildung zu ehrenamtlichen Begräbnisleitern im Bistum Würzburg gemacht. Wie genau läuft das ab?</em></p><p>Nase: Die Ausbildung erstreckt sich auf ungefähr ein Jahr und findet an den Wochenenden statt. Die Dozenten machen die Teilnehmenden mit verschiedenen Themenbereichen vertraut. Trotz der unterschiedlichen Schwerpunkte waren sie immer für die vielfältigen Fragen der Teilnehmenden offen. Besonders wichtig waren zu jeder Zeit der Umgang mit Tod und Trauer, die eigene spirituelle Haltung und der Halt im Glauben.</p><p>Diehl: Die Ausbildung in Würzburg hat mich in meiner Entscheidung bestärkt. Die Referenten gaben wichtige Impulse und Gedanken mit auf den Weg. Sehr bereichernd war für mich der offene und persönliche Austausch unter den Teilnehmenden. Mit welcher Ernsthaftigkeit alle um ihren Glauben ringen und wie versucht wird, einander zuzuhören. Wir haben vielfältige Gottesvorstellungen und&nbsp;-beziehungen. Und gleichzeitig war spürbar, dass wir uns von dem einen Gott gemeinsam getragen wissen.</p><p><em>POW: Wie muss man sich Ihre Rolle bei einer Beerdigung konkret vorstellen?</em></p><p>Nase: Im Vorfeld führen wir ein Gespräch mit den Angehörigen, um bei der Beisetzung deren Wünsche und Vorstellungen – soweit möglich – umsetzen zu können. Dabei bieten wir auch an, dass sich die Angehörigen selbst in die Gestaltung einbringen können. Die Leitung der Liturgie liegt dann in unserer Hand. Wir arbeiten dabei eng mit dem Bestattungsinstitut zusammen.</p><p>Diehl: Die Trauerfeier darf die Feier der Angehörigen sein. Sie dürfen in ihrer Weise Abschied nehmen. Ich sehe meine Aufgabe darin, sie dabei zu unterstützen. Darum gilt es, eine Sprache zu wählen, die sie verstehen und nachvollziehen können. Angehörige erzählen charakteristische Geschichten, zeigen bedeutsame Gegenstände oder beschreiben manchmal ihre Vorstellungen von einem Jenseits in eigenen Metaphern. An diese Alltagserfahrungen lässt sich oft gut anknüpfen. Mir fällt dazu ein Beispiel ein. Eine Mutter, die stets voller Leidenschaft Kuchen gebacken und großzügig verteilt hatte, ist gestorben. Ihre Tochter brachte Kuchen in die Trauerkapelle mit. Das Verkosten vergegenwärtigte die Verstorbene ganz intensiv: „Er schmeckt genauso, wie ihn Deine Mutter gebacken hatte.“</p><p><em>POW: Was gehört für Sie zur Vorbereitung – sowohl organisatorisch als auch innerlich?</em></p><p>Hieke: Zunächst ein intensives Gespräch mit den Angehörigen, für das wir uns viel Zeit nehmen. Wir geben der Familie Raum, ihren Verstorbenen für uns greifbar zu machen. Manchmal fragen wir gezielt nach typischen Eigenschaften, Hobbys und Anekdoten der Verstorbenen. Wenn die für die Trauerfeier ausgewählten Lieder schon bekannt sind, hören wir sie uns vor der Planung der Beisetzung an. Oft ergänzen sie noch das Bild, das wir bis dahin durch die Erzählungen der Angehörigen bekommen haben. Mit diesen Gedanken gehen wir, wenn möglich, einige Tage schwanger, damit sie reifen können und uns eine passende Bibelstelle einfällt. Wichtig ist uns, dass die Angehörigen würdig Abschied nehmen und Trost im Glauben an die Auferstehung finden können.</p><p><em>POW: Wie schaffen Sie es, die notwendige Distanz zu wahren?</em></p><p>Diehl: Ich bin sehr dankbar, dass wir mehrere Begräbnisleiter in einem Team sind. Damit stehen wir nicht unter Druck, jede Beerdigung übernehmen zu müssen. So kann ich mir genügend Zeit nehmen, um mich immer wieder neu auf die Hinterbliebenen einstellen zu können.</p><p>Nase: Während der Trauerfeier und der Beisetzung steht die Verantwortung im Vordergrund, die schon im Tragen des liturgischen Gewandes eine gewisse Distanz herstellt. Beim Trauergespräch oder am Grab ist die Distanz deutlich geringer, da entsteht, wenn sie nicht bereits vorher bestand, eine Beziehung, die berührt.</p><p><em>POW: Hat sich durch Ihre Arbeit Ihr Blick auf Leben und Tod verändert?</em></p><p>Hieke: Definitiv, ich bin mir meiner eigenen Sterblichkeit und der meiner Lieben viel bewusster geworden.</p><p>Nase: Ein wenig. Bereits durch die Seniorenpastoral und durch persönliche Verluste wurde mein Bewusstsein für die Sterblichkeit immer wieder konkretisiert. Zum einen führt das zu einem deutlich rationaleren Umgang mit dem Sterbeprozess. Zum anderen vertieft es meine Demut und meine Dankbarkeit für das Leben.</p><p><em>POW: Welche Rolle spielt Ihr persönlicher Glaube in dieser Aufgabe?</em></p><p>Hieke: Ich glaube, dass es meine Bestimmung ist, meinen Mitmenschen Freude zu schenken, auch in dieser schweren Lebensphase. Ich glaube fest an ein Leben nach dem Tod und versuche, diese Hoffnung auf die Auferstehung auch weiterzugeben.</p><p>Nase: Im Trauergespräch, bei der Trauerfeier und Beisetzung versuche ich, den Trost, den mir persönlich der Glaube schenkt, den Angehörigen zu vermitteln. Manchmal nur als Grundrauschen, aber immer in dem Bestreben, diese tröstliche Glaubensgewissheit zu teilen.</p><p><em>POW: Was würden Sie anderen ans Herz legen, die sich ebenfalls in diesem Bereich engagieren möchten?</em></p><p>Diehl: Als erstes würde ich raten, sich mit ganzem Herzen auf Gott und die Menschen einzulassen. Auch möchte ich sowohl mir treu sein als auch authentisch und glaubwürdig die Liturgie feiern können. Dazu nutze ich zur Vorbereitung die Methoden zur Betrachtung von Texten und Reflexion der Gespräche, wie ich sie aus Exerzitien gewohnt bin. Immer wieder erstaunt es mich, wie Bibelstellen, Lieder und Gebete durch den Bezug auf die konkreten Lebenssituationen der Verstorbenen neu verständlich werden und näher an mich herankommen. Die große Offenheit, die spürbare Aufrichtigkeit und das geschenkte Vertrauen, die vor allem die Angehörigen entgegenbringen, wirken sich auf mein geistliches Leben aus.</p><p class="text-right">Das Interview führte Judith Reinders (POW)</p><p>(4325/1083; E-Mail voraus)</p><p><strong><em>Hinweis für Redaktionen: </em></strong><em>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68126</guid><pubDate>Thu, 16 Oct 2025 13:51:08 +0200</pubDate><title>Ein Abschied in Würde</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/ein-abschied-in-wuerde/</link><description>Schweinfurt gedenkt bei einer Trauerfeier Verstorbenen ohne Angehörige – Nächster Termin am 21. Oktober in der Trauerhalle des Schweinfurter Friedhofs – Blumenspenden willkommen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schweinfurt </strong>(POW) Es gibt Menschen, die alleine sterben: ohne Angehörige, ohne Freunde, ohne jemanden, der sich um das Begräbnis kümmert. In Schweinfurt gibt es deshalb eine Trauerfeier für Menschen, die keine Angehörigen haben. Joachim Werb ist Diakon in der Gemeinde Sankt Anton in der Pfarrei Heilig Geist in Schweinfurt. Er hat die Trauerfeiern initiiert. In Zusammenarbeit mit dem evangelischen Dekanat und dem Friedhofsamt möchte er Verstorbenen, die keine bekannten Angehörigen haben oder deren Identität unbekannt ist, einen würdevollen Abschied ermöglichen. In Unterfranken sind die Trauerfeiern bisher einzigartig.</p><p><em>POW: Was ist die Idee hinter der Trauerfeier für Menschen ohne Angehörige?</em></p><p>Joachim Werb: Die Trauerfeier für Menschen ohne Angehörige ist eine würdevolle Form, Abschied zu nehmen. Gerade für Menschen, die man vielleicht nur flüchtig gekannt hat. Menschen, die keine Angehörigen haben, die aber trotzdem einen gut gestalteten Abschied in Schweinfurt haben sollen. Die Idee ist aus der zunehmenden Situation entstanden, dass immer mehr Menschen diese Erde ohne Abschied, ohne Angehörige und ohne Trauerfeier verlassen.</p><p><em>POW: Wann wurden die Trauerfeiern ins Leben gerufen?</em></p><p>Werb: Die erste Trauerfeier für Menschen ohne Angehörige hat im April 2024 stattgefunden. Die Impulse kamen eigentlich aus der City Kirche in Halle. Dort wurde in Zusammenarbeit mit den Bestattern und dem dortigen Friedhofsamt eine monatliche Form gefunden, Menschen ohne Angehörige sehr stilvoll beizusetzen. Diese Idee hat mich fasziniert, weil wir als Seelsorger viel am Friedhof sind und die familiären Abschiedsfeiern kennen und gestalten. Aber was ist mit den Menschen, die so etwas nicht haben? Gehören die nicht zu unserem Zuständigkeitsbereich oder gehören sie doch dazu?</p><p><em>POW: Für wen werden die Gedenkfeiern ausgerichtet?</em></p><p>Werb: Jährlich sterben zirka 30 bis 40 Personen, deren Begräbnis nicht von Angehörigen finanziert wird. Denen möchten wir ein würdevolles Gedenken mit der entsprechenden Feier ermöglichen. Aus der Bevölkerung nehmen im Schnitt zwischen 70 und 100 Personen an den Trauerfeiern teil. Das ist eine überraschend hohe Zahl. Und ich merke auch bei den Gesprächen, die im Anschluss stattfinden, dass es vielen ein Anliegen ist. Sie empfinden es als eine Art Weckruf: „Den hätten wir fast vergessen“ oder „Der war auch mal in unserem Leben und ist ein Stück mitgegangen.“ Wir versuchen, die Feier möglichst nicht in den klassischen Riten zu vollziehen, sondern so, dass auch ein atheistisch orientierter Mensch oder jemand, der nicht an Gott geglaubt hat, nicht vereinnahmt wird. Wir wollen Respekt, Würde und der Trauer einen Namen geben.</p><p><em>POW: Wie läuft eine Trauerfeier für Menschen ohne Angehörige ab?</em></p><p>Werb: Ein ganz wichtiges Element ist Musik. Es werden meist weltliche Lieder wie „Sound of Silence“ oder „Angels“ gesungen und dabei auf der Gitarre und Keyboard begleitet. In diesem Jahr wird der Song „Still“ von Jupiter Jones gesungen. Es gibt einen Impuls oder eine thematische Auslegung. Allerdings keine theologische Deutung, sondern wir versuchen, die Lebensgeschichte der Menschen in den Blick zu nehmen.</p><p><em>POW: Was berührt Sie an den Trauerfeiern am meisten?</em></p><p>Werb: Der wohl stärkste Moment ist das Verlesen der Namen, die auf den Urnen stehen. Die werden in guter Zusammenarbeit mit den Bestattern sehr feierlich und optisch ansprechend präsentiert. Ich bin immer wieder überrascht, was für ein Blumenmeer hinterher da liegt. Die Leute sind eingeladen, Blumen oder ein Erinnerungsstück abzulegen. Wir hatten beispielsweise vergangenes Jahr jemanden dabei, der im Schachclub war. Der Schachclub hat extra ein Abschiedsbuch für den Menschen gestaltet und es vorne hingelegt. Das war ein sehr ergreifender Moment.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/231-trauerfeier-fur-menschen-ohne-angehorige/embed?context=external&amp;token=QZ5m_-urXnTzWxVc0Hqn4Q" style="border: 0" border="0" height="390" width="100%"></iframe></p><p><em>POW: Was macht die Trauerfeiern in Schweinfurt so besonders?</em></p><p>Werb: Das Besondere ist für mich immer, dass wir als Seelsorger ein Terrain betreten, das uns eigentlich fremd ist. Wir müssen aufpassen, dass wir bei solchen Veranstaltungen in Sprache, in Riten und im Auftreten einen Raum eröffnen, wo die Menschen gut mit ihrer Trauer und ihren Fragen umgehen können. Es ist wichtig, dass wir Respekt haben, auch vor Menschen, die große Distanz zur Kirche haben. Die Rückmeldungen sind oft hinterher: „Das haben wir gar nicht gedacht, dass Kirche so was auch macht“ oder „Warum macht ihr das?“ Meine Antwort lautet: Weil uns diese Menschen auch wertvoll sind. Mir ist es deshalb wichtig, dass wir hier in der Stadt ein Zeichen setzen, dass die Sterbekultur, die wir hier anbieten, für alle Menschen offen ist.</p><p><em>Die nächste Trauerfeier für Menschen ohne Angehörige findet am Dienstag, 21. Oktober, um 10 Uhr in der Trauerhalle des Schweinfurter Friedhofs statt. Zum Abschluss zieht die Trauergemeinde zu einer neu hergerichteten Grabstätte, wo die Urnen beigesetzt werden.</em></p><p class="text-right"><em>Das Interview führte Judith Reinders (POW)</em></p><p>(4325/1074; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Schweinfurt</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-68060</guid><pubDate>Tue, 14 Oct 2025 14:00:42 +0200</pubDate><title>„Kirche muss lernen, ihre eigenen Signale zu hören“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/kirche-muss-lernen-ihre-eigenen-signale-zu-hoeren/</link><description>Professor Martin Stuflesser über das Erbe des Konzils, die Kunst des Zuhörens und warum Synodalität mehr ist als ein Organisationsmodell</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Vor 60 Jahren ist das Zweite Vatikanische Konzil zu Ende gegangen, vor 50 Jahren die Würzburger Synode. Warum beide Ereignisse nach wie vor aktuell sind und welche Anregungen die katholische Kirche daraus ziehen kann, erläutert Professor Dr. Martin Stuflesser, Inhaber des Würzburger Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft, im folgenden Interview.</p><p><em>POW: Herr Professor Stuflesser, Sie haben bei der Herbstvollversammlung des Diözesanrats aus Anlass von 50 Jahren Würzburger Synode und 60 Jahren Zweites Vatikanisches Konzil einen Blick zurück nach vorn geworfen. Was war das Anliegen Ihres Vortrags?</em></p><p>Professor Dr. Martin Stuflesser: Ich vermute, dass der Diözesanrat mich auch deshalb eingeladen hat, weil ich aktuell an einem Forschungsprojekt mit dem Titel „Vatikan II – Event and Mandat“ mitwirke. Es geht darum, die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils noch einmal aus internationaler Perspektive neu zu kommentieren und ihre Hintergründe zu beleuchten. Dabei macht der Titel „Event und Mandat“, also Ereignis und Erbe/Auftrag, deutlich, worum es mir auch in meinem Vortrag ging, nämlich zu zeigen: Was bleibt von diesen Impulsen sowohl des Zweiten Vatikanischen Konzils als auch dann der Würzburger Synode? Die Zeichen der Zeit, von denen das Konzil spricht, sind ja heute unbestreitbar andere als in den 1960er Jahren. Und dennoch, denke ich, gibt es in diesen Texten viel zu finden, was auch für unsere heutige Zeit spannende Impulse für das Christsein bietet.</p><p><em>POW: Welche Impulse meinen Sie? </em></p><p>Stuflesser: Zunächst bleibt natürlich für einen Christenmenschen das berühmte: „in der Welt, und nicht von der Welt“ (Joh 17,18). Hilfreich finde ich hier den Begriff der „Haltung“. Der findet sich etwa in dem Dokument „Nostra Aetate“: In diesem geht es ja nicht einfach nur um das „Verhältnis“ zu den nichtchristlichen Religionen, wie die deutsche Übersetzung aus meiner Sicht eigentlich falsch übersetzt, sondern, wenn man das lateinische „habitudo“ ernst nimmt, um eine ganz neue Haltung. Und diese Haltung ist zunächst einmal positiv: Sie ist positiv zu anderen Religionen, sie ist positiv auch zur Welt. Denken Sie an die Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“, aber auch andere Dokumente des Konzils. Die Haltung ist positiv, sie ist wertschätzend. Was nicht heißt, dass sie deshalb unkritisch sein muss. Eine positiv wertschätzende Haltung schließt mit ein, dass eben da, wo besagte Zeichen der Zeit es erforderlich erscheinen lassen, die Kirche den Auftrag hat, prophetisch ihre Stimme zu erheben. Wie das etwa Papst Leo unlängst getan hat angesichts der Deportation von Einwanderern durch die Trump-Administration in den USA. Klar ist: Kirche hat als Zeichen und Werkzeug einen Auftrag. Und der ist zunächst einmal, dienlich zu sein. Ich gestehe ganz offen, dass ich von daher den früheren Claim, der im Bistum Würzburg verwendet wurde, „Kirche für die Menschen“, durchaus sehr passend fand.</p><p><em>POW: Sie haben betont, dass viel von dem, was die Kirche aktuell als Antwort aus dem Umfeld zurückbekomme, nur eine Spiegelung der ursprünglichen Botschaft sei. Wie ist das zu verstehen? </em></p><p>Stuflesser: Ich habe mich dabei auf den Film „Contact“ bezogen, ein Science-Fiction-Film von 1997, in dem unter anderem Jodie Foster mitspielt, den ich einfach erhellend fand. Er liefert uns ein Modell, wie die sehr komplizierten Kommunikations- und Transformationsprozesse vielleicht besser verstanden werden können. In Kurzfassung geht es in dem Film darum, dass in einer nicht zu fernen Zukunft die Menschheit zum ersten Mal ein Signal von Außerirdischen erhält. Es dauert einige Zeit, bis es Wissenschaftlern gelingt, dieses Signal zu entschlüsseln. Als sie es entschlüsselt haben, sehen sie ein Video, einen Film, der Adolf Hitler zeigt. Natürlich sind die Wissenschaftler zunächst alle zutiefst bestürzt und fragen sich, was das soll. Bis es einem der Wissenschaftler dämmert, dass 1936 bei der Olympiade in Berlin&nbsp; zum ersten Mal TV-Signale auch über Funkwellen übertragen wurden. Dieses allererste Signal einer solchen Fernsehübertragung haben diese Außerirdischen in diesem Film empfangen und schicken es als Zeichen „Eure Botschaft ist angekommen“ zurück an die Menschen.</p><p>Was ich damit sagen will: Natürlich sind Glaubensgemeinschaften häufig unglücklich, wenn sie Antwortbotschaften von der Gesellschaft erhalten, die kritisch sind, die nicht positiv sind. Aber vielleicht bemerken wir oftmals gar nicht, dass es sich dabei eigentlich um unsere eigenen ursprünglichen Botschaften handelt, die wir nur zurückgespiegelt bekommen, teilweise zeitlich versetzt, teilweise sehr unmittelbar. Ich glaube, wenn wir die Kommunikationsprozesse einmal so deuten, dass das, was da teilweise auf uns einprasselt, eigentlich Reaktionen sind auf entsprechende, teilweise auch verunglückte Kommunikation unsererseits oder Sachverhalte, die zu Recht kritikwürdig sind, dann würde das sicher die Situation insgesamt entspannen. Ich glaube, positiv ausgedrückt, wir sollten einfach genauer überlegen und darauf achten: Welche Signale senden wir als Kirche eigentlich aus?</p><p><em>POW: Mehr Synodalität wagen und diese als geistlichen Weg zu verstehen, lautet ihre Anregung. Wie könnte das in der kirchlichen Praxis aussehen?</em></p><p>Stuflesser: Ich habe mich dabei vor allem auf die Erfahrungen von Konzil und Würzburger Synode und das Abschlussdokument zur Weltsynode vom vergangenen Jahr bezogen. Wie dort Synodalität beschrieben wird, um einen Konsens zu erreichen. Also das Miteinander-eine-Frage-bearbeiten, aufeinander zu hören, die Argumente des anderen auch wirklich verstehen zu wollen, sich dafür Zeit zu lassen. Auch einmal Phasen der Stille und Beratungspausen bewusst einzuplanen.</p><p>Das alles sind nun Dinge – man sehe es mir bitte nach –, die eigentlich Standard wissenschaftlicher Kommunikation sind, wie ich sie etwa an der Uni erlebe, oder auch eigentlich Standard der mitteleuropäischen Höflichkeit. Andererseits erleben wir, dass solche Regeln guter Kommunikation und der Konsensfindung auch in Staat und Gesellschaft zunehmend abhanden zu kommen scheinen.</p><p>Das Spannende ist ja, wenn es wirklich um die Suche nach einem Konsens geht: Wie gehen wir damit um, wenn wir diesen nicht erreichen oder wenn wir ihn zumindest nicht auf Anhieb erreichen? Ich habe in meinem Vortrag verschiedene Modelle dargelegt, wie das vielleicht doch gelingen kann. Ich habe klar dafür plädiert, dass wir eigentlich mehr Theologie brauchen und nicht weniger, dass wir hier mehr theologischen Sachverstand mit einbeziehen sollten und dass gerade unsere Fakultät, so wie ich sie erlebe, wirklich jederzeit bereit ist, bei diesen unsere Kirche bedrängenden Fragen und Prozessen positiv mitzuwirken und sich einzubringen.</p><p><em>POW: Das heißt, Sie plädieren für ein größeres Miteinander aller Getauften und Gefirmten?</em></p><p>Stuflesser: Synode als geistliches Ereignis kann man nicht so verstehen, als ob da quasi jetzt ein Zusatzmodul an eine Synode angeschraubt wird, oder als ob ein Mensch, der vorher irgendwie anders war, auf einmal „geistlich“ wird. Wir alle sind durch unsere Taufe und Firmung als Christenmenschen geistlich. Wir alle sind Geistträgerinnen und -träger und leben aus diesem Geist Gottes. Hoffentlich!</p><p><em>POW: Sie haben angeregt, bei geistlichen Prozessen auch besondere Räume zu nutzen.</em></p><p>Stuflesser: Karl Lehmann hat sehr schön gesagt, dass gerade weil die Würzburger Synode hier bei uns im Dom getagt hat, diese geistliche Dimension dadurch, dass ganz nüchtern beraten wurde, aber dann auch gemeinsam Gottesdienst gefeiert wurde, Bibelarbeiten stattfanden, Meditationen, geistliche Konzerte, beides ganz stark miteinander verschränkt war. Er sagt sehr schön, dass diese nüchterne Beratung von Sachfragen und dieser Vollzug des Glaubens, also der gefeierte Glaube in der Liturgie, für ihn ganz eng zusammengehört haben und dass sie sich gegenseitig befruchtet haben. Was mir dabei&nbsp; im Nachhinein auch aufgefallen ist und vielleicht auch bedenkenswert wäre: In welchen Räumlichkeiten tagt man? Ich denke schon, dass ein Zweites Vatikanisches Konzil, das im Petersdom tagt, und eine Synode, die bei uns hier im Dom gleichzeitig tagt und Gottesdienst feiert – auch das war ja im Rom beim Konzil so – einen anderen Rahmen bieten, als wenn ich in einer Messehalle tage oder in einem Multifunktionsraum.</p><p><em>POW: Wie sieht in Ihren Augen ein gutes, zukunftsweisendes Verhältnis von Kirche und Welt aus? </em></p><p>Stuflesser: Zunächst einmal war es nicht meine Aufgabe, hier meine Meinung kundzutun, sondern erst einmal darauf zu gucken, wie das etwa zum Beispiel das Konzil gesehen hat oder auch die Würzburger Synode. Interessant finde ich, dass das Modell, das ich vorgestellt habe, das eines „differenzierten Konsens“ ist. Dass man also genauer schaut: In welchen Punkten kann man zustimmen, in welchen gibt es noch einen Dissens, also verschiedene Meinungen? Es geht hierbei nicht um irgendeine vermeintlich „christliche Politik“. Aber es muss um so was gehen wie eine Politik im übertragenen Sinn, die ich eben aus christlichem Geist versuche, zu verwirklichen.</p><p>Interessant erscheinen mir hier zwei Aspekte im Kontext des Dokuments „Unsere Hoffnung“: In IV,2 wird darauf abgehoben, dass Kirche stets wach zu sein hat, und zwar gerade die Kirche in Deutschland aufgrund unserer Schuldgeschichte während der Zeit des Nationalsozialismus. Wenn wir zum Beispiel Tendenzen wahrnehmen, dass aktuell Menschenrechte missachtet werden oder politische Macht missbraucht wird. Gerade die aktuellen Vorgänge in den USA, aber auch in anderen Ländern, sollten uns auch bei uns sehr wachsam sein lassen.</p><p>Das andere ist: Wir erleben auch im Christentum im Moment in gewissen Bereichen – Stichwort USA – wieder eine Radikalisierung, die einhergeht mit Gewalt, mit Aggression, mit Verweigerung von Dialog. Da wird auch teilweise das Wort Empathie als „zu woke“ verunglimpft. Interessant ist, dass auch das Dokument „Unsere Hoffnung“ (I, 2) in seiner Option für die Armen dafür plädiert, dass wir immer sensibel bleiben müssen, dass wir empathisch bleiben müssen für die Armen, für die Ausgestoßenen, für die Geächteten. Dass es immer darum geht, wie wir ein Leben aus der Hoffnung gewinnen, und zwar gerade für die, die am Rand stehen.</p><p><em>POW: Als Liturgiewissenschaftler haben Sie gegenüber dem Diözesanrat erklärt: Zeige mir, wie Du Gottesdienst feierst, und ich erkenne Dein Kirchenbild dahinter. Was meinen Sie damit?</em></p><p>Stuflesser: Wir hatten vor ein paar Jahren hier eine große Tagung in Würzburg, wo wir uns im Rahmen der aktuellen Debatten um Kirchenreformen darüber ausgetauscht haben, wie das Verhältnis von Liturgie und Ekklesiologie ist, also von gefeiertem Glauben und den Kirchenbildern, die in dieser Feier des Glaubens, im Gottesdienst, in der Liturgie verdeutlicht werden. Um ein ganz banales Beispiel zu nehmen: Wenn Sie durch verschiedene Würzburger Innenstadtkirchen gehen, dann werden Sie sehen, dass dort sehr unterschiedliche Anordnungen der Gottesdienstgemeinde vorhanden sind, es ein sehr unterschiedliches Zueinander etwa von Altar und Ambo als sogenannten Handlungsorten gibt. Verschieden ist zudem, wie sich Gemeinde um diese Handlungsorte oder ihnen gegenüber versammelt. Das alles bestimmt aber Bilder von Kirche.</p><p>Wir haben auch vor ein paar Jahren im Auftrag der Bischofskonferenz eine größere Tagung durchgeführt mit dem Titel „Gottesdienst und Macht“, wo es um Klerikalismus in der Liturgie ging. Wenn man solchen Klerikalismus in der Liturgie vermeiden will, hat das natürlich Auswirkungen auf den Raum und auch auf die konkrete Gestalt der gottesdienstlichen Feier.</p><p>Ohne jetzt irgendwelche Schleichwerbung betreiben zu wollen: Wenn Sie sich etwa die umgestaltete Mutterhauskirche in Würzburg anschauen in ihrem Aufbau, in ihrer Gestaltung, dann ist das ein Bild, so hat es neulich noch einmal die australische Liturgiewissenschaftlerin Carmel Pilcher in einem sehr schönen, auch international durchaus breit rezipierten Artikel betont, wie vielleicht Kirche wirklich synodal Liturgie feiern kann – auf Augenhöhe, mit klarer Unterscheidung der verschiedenen Aufgaben und Dienste, aber zunächst einmal das Miteinander betonend. Das Kirchenrecht spricht nicht umsonst von der „vera aequalitas“, von der grundlegenden Gleichheit aller Getauften. Ich glaube, wir wären sehr viel weiter, was eine einer synodalen Kirche angemessene Feier der Liturgie betrifft, wenn es gelingen würde, stärker auch in unseren liturgischen Räumen und in unseren liturgischen Feiern deutlich werden zu lassen, dass sich hier wirklich zunächst einmal Gottes Volk als Gemeinschaft der Getauften versammelt und in dieser Versammlung zum gottesdienstlichen Geschehen, wo wir Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi feiern, es natürlich auch verschiedene Aufgaben und Dienste braucht: liturgische Leitung, Predigt, musikalische Gestaltung, Vortrag von Lesungen und Gebet und so weiter.</p><p class="text-right">Interview: Markus Hauck (POW)</p><p>(4225/1059; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67938</guid><pubDate>Wed, 08 Oct 2025 08:40:38 +0200</pubDate><title>„Der Dom war für mich Ort geistlicher und musikalischer Erkenntnis“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/der-dom-war-fuer-mich-ort-geistlicher-und-musikalischer-erkenntnis/</link><description>Was für den international gefeierten Tenor Clemens Bieber das Domkonzert in Würzburg so besonders macht und was ihn mit dem namensgleichen Domkapitular verbindet</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Unter der Überschrift „Lobgesang“ steht das Herbstkonzert der Würzburger Dommusik am Sonntag, 19. Oktober, um 16 Uhr im Würzburger Kiliansdom. Der international gefeierte Tenor Clemens Bieber ist als Solist zu hören. Was ihn mit dem Kiliansdom verbindet und zu welchen Werken er eine besondere Beziehung hat, erklärt er in folgendem Interview.</p><p><em>POW: Herr Bieber, am 19. Oktober kehren Sie für das Herbstkonzert der Würzburger Dommusik zurück in den Kiliansdom, den Ort, an dem Ihre Gesangskarriere begann. Man könnte sagen, in gewisser Weise schließt sich ein Kreis. Welche Gedanken gehen Ihnen dabei durch den Kopf?</em></p><p>Clemens Bieber: Ja, mit diesem Konzert schließt sich für mich ein Kreis, der 1964 mit dem Eintritt in die Würzburger Domsingknaben begann. Der Wunsch zu singen zeigte sich bereits früh. Bei den Domsingknaben mitzuwirken war mein größtes Ziel. Unter Domkapellmeister Franz Fleckenstein erhielten wir Knaben eine fundierte musikalische Ausbildung und eine intensive Einführung in die Welt der Kirchenmusik. Neben den Gottesdiensten,waren die Pueri-Cantores-Treffen in Rom besondere Erlebnisse, die Einweihung des Würzburger Domes am 7. Mai 1967 der Höhepunkt meiner Sängerknabenzeit. In diesen Jahren wurde die Grundlage meiner musikalischen Arbeit gelegt, dankenswerterweise ermöglicht durch Bischof Josef Stangl und das Domkapitel. Sehr stark geprägt im Verlauf der Jahre hat mich natürlich das Singen unter Domkapellmeister Professor Siegfried Koesler, ab 1971 als Tenor im Domchor. Viele wunderbare Werke der Kirchenmusik in Gottesdiensten und Konzerten bereicherten mein musikalisches Wissen, der Würzburger Dom war für mich der Ort geistlicher und musikalischer Erkenntnis. Daher ist das Singen im Würzburger Dom für mich ein tiefes Empfinden voller Dankbarkeit und Einzigartigkeit, hier erfüllt sich für mich seit Beginn meines Singens die Verbindung von Geistlichkeit und Musik.</p><p><em>POW: Was ist für Sie der wesentliche Unterschied zwischen dem Singen in weltlichen Gebäuden wie der Komischen Oper in Berlin und dem Bayreuther Festspielhaus und einem sakralen Gebäude wie dem Dom?</em></p><p>Bieber: Neben der Deutschen Oper Berlin durfte ich in vielen Opernhäusern und Konzertsälen, darunter 21 Jahre in Bayreuth, auftreten und singen, die Prägungen und die Erfahrungen aus der Würzburger Dommusik klingen bis heute immer wieder mit.</p><p><em>POW: Wie haben Sie gemeinsam mit Domkapellmeister Alexander Rüth und Domkantor Julian Beutmiller das Konzertprogramm festgelegt? Den Abschluss beim Konzert bildet eine Vertonung von Psalm 150, die der Komponist und Präsident der Würzburger Hochschule für Musik Bertold Hummel geschaffen hat. Mit ihm und dem Stück sind Sie in gewisser Weise ja mehrfach verbunden, richtig?</em></p><p>Bieber: Das Programm dieses Konzertes zeigt die Vielfalt der musikalischen Möglichkeiten der Würzburger Dommusik. Die Musik von Bertold Hummel mit seiner Festmesse zur Eröffnung des Domes war für mich ein Weg zur neuen Musik, sein „Schrein der Märtyrer“ mit den Worten unseres Bischofs Dr.&nbsp;Paul-Werner Scheele die Vollendung seines musikalischen Wirkens am Dom. Dass ich bei beiden Werken mitwirken durfte, erfüllt mich heute noch mit sehr großer Freude. Mendelssohns Lobgesang ist für mich eine der besten Lobpreisungen der Kirchenmusik. Ich danke Domkapellmeister Alexander Rüth für die Aufführung dieser großartigen Musik sehr herzlich. Dieses Werk und der Komponist sind mir immer besonders am Herzen gelegen, seine Oratorien und Symphonien beeindrucken mich stets aufs Neue.</p><p><em>POW: Richard Wagner hatte für die Uraufführung von Felix Mendelssohn Bartholdys „Lobgesang“ anlässlich der Feiern zum 400. Jubiläum der Buchdruckerkunst nur Spott übrig. Wenig Begeisterung zeigte auch Adolf Bernhard Marx, bedeutender Musiktheoretiker des 19. Jahrhunderts. Die Kritik lautete, Mendelssohn habe sich vermeintlich an Beethovens Neunter Sinfonie orientiert. Wie beurteilen Sie diese Einschätzung?</em></p><p>Bieber: Die Kritik seiner Zeitgenossen und späterer Musikkenner, besonders Richard Wagners, kann ich nur aus der Zeit und den gesellschaftlichen Umständen verstehen. Teilen kann ich sie nicht!</p><p><em>POW: „Intende voci“, eine Tenorarie mit Chor von Franz Schubert, ist letztlich die Vertonung eines flehentlichen Gebets, in dem der Betende sich direkt an Gott wendet und um dessen Aufmerksamkeit und Beistand bittet. Muss man in Ihren Augen gläubig sein, um kirchenmusikalische Stücke wie dieses überzeugend vorzutragen?</em></p><p>Bieber: Franz Schubert mit „Intende voci“ passt ideal zu Mendelssohn und Hummel, zeigt das Werk doch die tiefe Gläubigkeit dieses Komponisten in seiner Zeit. Viele Messen von Franz Schubert hat die Dommusik aufgeführt, bei etlichen durfte ich mitwirken. Dieses flehende Gebet an Gott mit Schuberts Musik führt die Dommusik zum ersten Mal auf, ein Werk großer Frömmigkeit. Alle drei Komponisten waren tief im Glauben ihrer Zeit verwurzelt und verkünden in ihrer Musik den Geist Gottes. Erfreuen wir uns am Erklingen dieser wunderbaren Werke.</p><p><em>POW: Es gibt einen Würzburger Domkapitular, der den gleichen Namen wie Sie trägt. Kennen Sie ihn und gab oder gibt es mitunter Verwechslungen zwischen Ihnen?</em></p><p>Bieber: Ich kenne ihn seit Mitte der 1980er Jahre und habe ihn auch schon einige Male getroffen. Durch meinen Wegzug 1986 nach Saarbrücken ans Staatstheater trennten sich aber unsere Würzburger Wege und die möglichen Verwechslungen wurden sehr gering. Ich freue mich aber immer, wenn ich in Würzburg bin, ihn zufällig zu sehen.</p><p class="text-right">Interview: Markus Hauck (POW)</p><p><em>Konzertkarten für das Domkonzert am 19. Oktober um 16 Uhr sind zum Stückpreis von 35, 29, 16 und zehn Euro bei der Dominfo, Domstraße 40 in Würzburg, allen bekannten Vorverkaufsstellen, online unter&nbsp;<a href="http://reservix.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">reservix.de</a>&nbsp;sowie an der Konzertkasse erhältlich.</em></p><p>(4125/1022; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67573</guid><pubDate>Fri, 19 Sep 2025 11:55:43 +0200</pubDate><title>„Kirche mitten im Leben der Menschen“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/kirche-mitten-im-leben-der-menschen/</link><description>Interview mit Christian Hohm, Leiter der Abteilung Diakonische Pastoral des Bistums Würzburg</description><content:encoded><![CDATA[<p><b><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Würzburg</span></span></b><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif"></span></span>(POW) Pastoralreferent Christian Hohm (52) ist seit Juni 2025 Leiter der Abteilung Diakonische Pastoral der Hauptabteilung Seelsorge des Bistums Würzburg.&nbsp;Warum es wichtig ist, dass die Kirche in diesem Feld tätig ist, und welche aktuellen Herausforderungen er sieht, erläutert er im folgenden Gespräch.</p><p><em>POW: Herr Hohm, Sie sind seit wenigen Monaten für die Diakonische Pastoral im Bistum Würzburg verantwortlich. Was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff?</em></p><p>Pastoralreferent Christian Hohm: Diakonische Pastoral bedeutet, dass wir als Kirche ganz bewusst für die Menschen da sind, die Unterstützung, Begleitung und Zuwendung brauchen. Es geht um das konkrete Handeln aus dem Glauben heraus – um Zuhören, um Beistand in Krisen, um Beratung in schwierigen Lebenssituationen. Dafür braucht es Hauptamtliche und Ehrenamtliche, die fachlich gut ausgebildet sind und mit Herz, Glauben und einer guten Vorbereitung und Begleitung als Seelsorgerinnen und Seelsorger ihren Dienst tun. Gemeinsam können wir so das Gesicht einer dienenden und zugewandten Kirche zeigen.</p><p><em>POW: Für welche Bereiche genau sind Sie zuständig?</em></p><p>Hohm: Für die Krankenhausseelsorge, Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Seelsorge für Menschen mit Behinderungen, Gefängnisseelsorge, Polizeiseelsorge, Notfallseelsorge, Telefonseelsorge und auch für unsere beiden Angebote „Gesprächsladen“ in Schweinfurt und Würzburg. Ich kann das alles nicht selber machen, sondern versuche, die Bedingungen für die zuständigen Kolleginnen und Kollegen so zu gestalten, dass sie gut arbeiten können.</p><p><em>POW: Warum ist es wichtig, dass Kirche in diesem Feld präsent ist?</em></p><p>Hohm: Die Kirche hat den Auftrag Jesu, für die Menschen da zu sein, besonders für die Schwachen, Kranken, Einsamen oder Benachteiligten. Gerade in einer Gesellschaft, die eher leistungsorientiert ist, braucht es Orte und Menschen, die ohne Bedingungen zuhören, trösten und begleiten. Kirche darf hier nicht fehlen, weil sie Hoffnung, Glauben und den Blick auf die Würde jedes Menschen mitbringt.</p><p><em>POW: Welche aktuellen Herausforderungen nehmen Sie in der Diakonischen Pastoral wahr?</em></p><p>Hohm: Eine große Herausforderung ist, dass die Bedürfnisse der Menschen vielfältiger und komplexer werden: Krankheit, Armut, Einsamkeit oder auch seelische Belastungen nehmen zu. Gleichzeitig haben wir weniger Hauptamtliche, die sich um all diese Aufgaben kümmern können. Deshalb ist es entscheidend, dass wir gut ausgebildete Ehrenamtliche gewinnen und begleiten, die zusammen mit den Hauptamtlichen Seelsorge gestalten. Gemeinsam geht’s besser. Da, wo Seelsorge aus finanziellen Gründen nicht mehr hauptamtlich gewährleistet werden kann, hoffe ich, dass Menschen für sich den biblischen Auftrag bewahren oder entdecken, einander beizustehen, sich zuzuhören, füreinander da zu sein.</p><p><em>POW: Stellen Sie sich vor, Sie könnten zehn Jahre in die Zukunft reisen. Was würden Sie dann gerne über die Diakonische Pastoral des Bistums Würzburg sagen können?</em></p><p>Hohm: Ich würde mir wünschen, sagen zu können: Die Diakonische Pastoral ist ein selbstverständlicher Teil unseres kirchlichen Lebens und unsere Kirche wird zusammen mit anderen Einrichtungen wahrgenommen als Ort der Nähe, der Hilfe und der Hoffnung – mitten im Leben der Menschen.</p><p class="text-right">Interview: Markus Hauck (POW)</p><p>(3925/0971; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67521</guid><pubDate>Wed, 17 Sep 2025 14:50:53 +0200</pubDate><title>„Umweltschutz ist Querschnittsaufgabe“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/umweltschutz-ist-querschnittsaufgabe/</link><description>„Diözesaner Schöpfungstag“ unter dem Motto „Schöpfung retten – Handeln für das gemeinsame Haus“ findet am 4. Oktober statt – Impulsvortrag, Infostände und Workshops – Anmeldung bis 25. September möglich</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Am Samstag, 4. Oktober, findet von 9.30 bis 16 Uhr der erste „Diözesane Schöpfungstag“ im Bistum Würzburg statt. Der Umweltbeauftragte des Bistums, Christof Gawronski, und der Klimaschutzmanager des Bistums, Maximilian Braun, von der Fachstelle Schöpfungsverantwortung und Klimaschutz stellen die Idee und das Konzept vor.</p><p><em>POW: Was verbirgt sich hinter dem „Diözesanen Schöpfungstag“?</em></p><p>Christof Gawronski: Der Tag richtet sich an Engagierte und Interessierte aus Einrichtungen und Gemeinden unseres Bistums. Er bietet Information, Vernetzung und Stärkung. Neben einem Vortrag als Impuls gibt es Workshops, Infostände, einen Gottesdienst, und das diözesane Klimaschutzkonzept wird vorgestellt. Organisiert wird der Tag von einem Team aus verschiedenen Bereichen. Vertreten sind unter anderem die Domschule, die Diözesanstelle Weltkirche, Verbände sowie die Jugend. Uns war wichtig, möglichst viele Sichtweisen einzubringen, die sich an dem Tag widerspiegeln sollen. Den Impulsvortrag wird Hans-Josef Fell aus Hammelburg halten, ehemaliger Bundestagsabgeordneter, Präsident der „Energy Watch Group“ und „Botschafter für 100 Prozent erneuerbare Energien“. Das Ziel war es, die zehn Handlungsempfehlungen zur „Schöpfungsverantwortung als kirchlicher Auftrag“ der Deutschen Bischofskonferenz mit einzubringen. Die Empfehlungen zeigen Arbeitshilfen für die Diözesen auf. Unsere Idee war, dass es am „Diözesanen Schöpfungstag“ zu jedem Punkt mindestens ein Angebot gibt.</p><p><em>POW: Warum wurde der Tag ins Leben gerufen?</em></p><p>Gawronski: Anlass sind zehn Jahre Umwelt- und Sozialenzyklika „Laudato Si‘“ von Papst Franziskus und 800 Jahre Sonnengesang des heiligen Franziskus. Zudem wünschen sich viele Haupt- und Ehrenamtliche qualifizierte, möglichst passgenaue Informationen und „Best Practice“-Beispiele. Wir wollen Menschen zusammenbringen, die schon ein Problem gelöst haben oder noch davorstehen. Ein großes Thema sind beispielsweise Kirchenheizungen. Es wird immer deutlicher, dass die Warmluftheizungen der Vergangenheit in den meisten Fällen Gebäudeprobleme hervorrufen und teuer sind. Die Alternative, nicht den Raum zu heizen, sondern die Personen, beispielsweise mit Sitzheizungen, ist eine neue Denkweise. Der Austausch mit Gemeinden, die das bereits umgesetzt haben, ist dabei hilfreich.</p><p><em>POW: Was beinhaltet das neue Klimaschutzkonzept für das Bistum?</em></p><p>Maximilian Braun: Der Kernpunkt des Klimaschutzkonzeptes ist nach der Potentialanalyse die Treibhausgasbilanz, die erstmal einen Ist-Zustand erörtert. Dann wird ein Soll-Zustand definiert. Anhand dieser Abweichung entsteht ein Maßnahmenkatalog mit Prioritäten und Zeitplan. Das Ziel ist die Treibhausgasneutralität im Bistum bis spätestens 2040. Die Maßnahmen betreffen drei Bereiche: Gebäude – das ist der größte Hebel –, Mobilität und Beschaffung. Die beiden letzten Punkte haben nicht so einen großen Anteil an der Treibhausgasbilanz des Bistums, trotzdem sind sie ebenfalls wichtig, weil darauf fast jede Person, die im Bistum aktiv ist, einen größeren Einfluss nehmen kann als auf die Gebäude.</p><p><em>POW: Welche konkreten Maßnahmen sind im Klimaschutzkonzept vorgesehen?</em></p><p>Braun: Bei Gebäuden gibt es beispielsweise den Klimafonds für die Kirchenstiftungen. Damit wird versucht, Maßnahmen, die zur Klimaneutralität beitragen sollen, stärker zu unterstützen. Andere Maßnahmen sind eine Photovoltaik-Strategie, energetische Sanierungen und Wärmekonzepte für Kirchen. Bei Mobilität ist eine Maßnahme der Aufbau einer E-Ladeinfrastruktur. In jedem Maßnahmensteckbrief ist definiert, wer das initiieren soll, welche Zielgruppe angesprochen wird, welche Priorität die Maßnahme hat und wie sie finanziert werden soll.</p><p><em>POW: Wie sollen Kirchengemeinden und Einrichtungen in die Umsetzung eingebunden werden?</em></p><p>Braun: Das oberste Ziel beim Klimaschutzkonzept war, alle, die über umweltrelevante Fragen entscheiden, im Blick zu haben. Spätestens wenn es um Einkaufsentscheidungen, Mobilität oder die Bedienung der Heizung im Gruppenraum geht, sind es fast alle. Das Konzept wurde in über zehn Workshops mit verschiedenen repräsentativen Gruppen des Bistums zum Beispiel aus Kirchenverwaltungen, Verwaltungsreferenten, Seelsorger oder Bau und Liegenschaften erarbeitet. Es geht darum, nicht nur die Bedürfnisse der verschiedenen Akteure zu erfragen, sondern auch schon erste Ideen mit ins Klimaschutzkonzept aufzunehmen. So ist es an alle Personen im Bistum gerichtet.</p><p><em>POW: Welche Möglichkeiten gibt es für Engagierte, sich langfristig einzubringen?</em></p><p>Gawronski: Das Thema Umweltschutz ist eine Querschnittsaufgabe. Verbesserung wäre in allen Bereichen nötig und möglich. Egal, ob in der Kirchenverwaltung, im Festausschuss oder als Gottesdienstbeauftragte. Wer sich speziell für Klimaschutz einsetzen möchte, könnte eine Umweltgruppe ins Leben rufen oder die Rolle eines Umweltbeauftragten übernehmen. Das gibt es in manchen Gemeinden teilweise schon sehr lange, beispielsweise in Sankt Johannes in Kitzingen oder in Herz Jesu in Aschaffenburg. Die Auswirkungen sind sehr unterschiedlich. Manchmal werden Maßnahmen wie eine Photovoltaikanlage für das Kirchendach angeregt. In anderen Gemeinden wird ein Erntedankfest besonders gestaltet oder eine Aktion mit den Firmlingen gestartet. Man ist beim Thema Schöpfungsverantwortung nie auf eine Sache festgelegt.</p><p><em>POW: Was würden Sie Kirchengemeinden empfehlen, die mehr für den Klimaschutz tun möchten?</em></p><p>Gawronski: Die Champions League wäre, ein strukturiertes Umweltmanagement zu betreiben. Die Abläufe müssten durchleuchtet werden um zu sehen, was schon da ist. Fortschritte müssten kontrolliert und Verbesserungen umgesetzt werden. Auch beim Thema Mobilität kann darauf geachtet werden, ob ein Ausflug mit dem Zug oder Bus geplant werden kann. In stadtnahen Bereichen könnte versucht werden, Gottesdienstzeiten an den Buszeiten auszurichten, damit die Leute nicht mit den Autos kommen müssen, oder eine Unterstellmöglichkeit für Fahrräder anzubieten. Auch die Beschaffung ist eine große Sache. Ob man für das Pfarrfest oder das Zeltlager im Weltladen einkauft oder woanders, macht einen Unterschied. Daran merkt man, dass die ökologischen und sozialen Fragen meistens zusammenhängen.</p><p><em>POW: Was erhoffen Sie sich als Ergebnis des Schöpfungstags?</em></p><p>Gawronski: Motivierte und informierte Engagierte, die Sachen mit nach Hause nehmen in ihre Einrichtungen und Gemeinden. Die Dinge weiterdenken und in der gesamten Breite von Gottesdiensten, Veranstaltungsgestaltung bis hin zu Renovierungsmaßnahmen umsetzen.</p><p>Braun: Dass die Leute, die vor Ort sind, als Multiplikatoren in der breiten Masse fungieren. Dass sie das Klimaschutzkonzept und die Informationen aus den Workshops in ihren Gruppierungen kommunizieren, damit die Reichweite von Klimaschutz größer wird.</p><p><em>POW: Wie möchten Sie die Impulse des Tages auch darüber hinaus ins Bistum tragen?</em></p><p>Gawronski: Wir möchten darauf achten, dass sich der Informationsstand und das Wissen im gesamten Bistum weiterentwickeln, damit es nach Möglichkeit immer, wenn eine umweltrelevante Entscheidung anfällt, jemanden gibt, der sagt: Moment, sollten wir es nicht vielleicht anders machen?</p><p>Braun: Es gibt immer auch die Möglichkeit, sich an die Klimaschutz-E-Mail-Adresse oder direkt an uns zu wenden, wenn man Vorschläge und Ideen hat. Es gibt jederzeit die Möglichkeit, sich einzubringen und das Ziel zu unterstützen.</p><p><em>Der „Diözesane Schöpfungstag“ findet am Samstag, 4. Oktober, im Würzburger Kilianeum, Ottostraße 1, statt. Beginn ist um 9.30 Uhr mit einem Stehkaffee. Nach dem Impulsvortrag zum Thema „Kirche im Handeln – Was nötig und was möglich ist“ wird um 11 Uhr das Klimaschutzkonzept des Bistums Würzburg vorgestellt. Ab 11.30 Uhr gibt es ein „Info-Karussell“ mit Infoständen, Materialtischen und Infotafeln. Nach dem Mittagessen starten acht Workshops und Mini-Exkursionen zu den Themen: „Umwelt- und Klimaschutz im kirchlichen Bauen“, „Wie Bildung für nachhaltige Entwicklung und Erlebnispädagogik zu nachhaltigem Handeln führen kann“, „Wasser im Klimawandel“, „Klimaschutzkonzept“, „Verschiedene Zugänge zur sozial-ökologischen Transformation“, „Konsumkritischer Rundgang“, „Pfarrgärten, Kirchenumgriffe, Friedhöfe…“ sowie „Schöpfungsspiritualität in der Liturgie“. Die Teilnahme kostet pro Person inklusive Tagungsverpflegung zehn Euro. Anmeldung bis Donnerstag, 25. September, sowie nähere Informationen im Internet unter <a href="http://www.domschule-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.domschule-wuerzburg.de</a>.</em></p><p class="text-right"><em>Das Interview führte Judith Reinders (POW)</em></p><p>(3925/0955; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Umwelt</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-66802</guid><pubDate>Wed, 23 Jul 2025 12:18:12 +0200</pubDate><title>Psychisch-emotionale Verletzungen im Blick</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/psychisch-emotionale-verletzungen-im-blick/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung ernennt Beauftragten für Missbrauch geistlicher Autorität sowie zwei Ansprechpersonen – Dr. Jürgen Lohmayer erläutert, welche konkreten Hilfen Betroffene erwarten dürfen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Dr. Franz Jung hat zum 1. Juli 2025 den Theologen Dr. Jürgen Lohmayer (62), Leiter der Abteilung Glaube und Leben in der Hauptabteilung Seelsorge und Referent für Weltanschauungsfragen, auch zum Beauftragten für Missbrauch geistlicher Autorität für das Bistum Würzburg ernannt. Als Ansprechpersonen für Missbrauch geistlicher Autorität im Bistum Würzburg ernannte er den Diplom-Pädagogen Richard Hübner (65), langjähriger Mitarbeiter der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG), und Katharina Schmelter (68), Diplom-Theologin und -Pädagogin, langjährige Mitarbeiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Bistums. Sie alle sind über die Homepage geistlicher-missbrauch-wuerzburg.de erreichbar. Im folgenden Interview erläutert Lohmayer die Hintergründe und stellt vor, welche Hilfe Betroffene erwarten können.</p><p><em>POW: Was ist unter dem Stichwort „geistlicher Missbrauch“ zu verstehen?</em></p><p>Dr. Jürgen Lohmayer: Um übergriffige Verhaltensweisen und missbräuchliche Strukturen in der Kirche zu beschreiben, werden verschiedene Begriffe verwendet, wie geistlicher Missbrauch, spirituelle Gewalt, Missbrauch des Gewissens, religiöse Manipulation. All diesen Umschreibungen liegt der Versuch zugrunde, ein soziales Miteinander zu beschreiben, durch das spirituelle, psychosoziale und physische Rechte Einzelner oder ganzer Gruppen missachtet, ausdrücklich verletzt, unterdrückt oder ausgeschaltet werden. In Fällen von geistlichem oder spirituellem Machtmissbrauch geht es darum, dass Täterinnen und Täter ihr geistliches Amt und die damit verbundenen institutionellen beziehungsweise strukturellen Machtfunktionen dazu missbrauchen, anderen die eigenen speziell religiösen Auffassungen, die eigenen Werte oder Überzeugungen aufzudrängen und sie zu bestimmten Verhaltensweisen und Handlungen zu nötigen oder gar zu zwingen suchen.</p><p><em>POW: Welche Folgen kann derartiger Missbrauch für die Betroffenen haben?</em></p><p>Lohmayer: Insbesondere psychisch-emotionale Verletzungen sind da zu nennen wie Selbstzweifel, Minderwertigkeitsgefühle, emotionale Leere. Betroffene verlieren oft nicht nur den eigenen Glauben, sondern grundsätzlicher die Fähigkeit, sich und anderen Menschen zu vertrauen. Je länger die spirituelle Autonomie und Würde des Einzelnen ignoriert und missachtet wurde und je intensiver die Abhängigkeit war, desto gravierender können die Folgen sein. Dann können die psychischen Verletzungen auch Auswirkungen auf der körperlichen Ebene und beim Sozialverhalten zeitigen, wie zum Beispiel Schlafstörungen, Bluthochdruck, Depression und Vereinsamung.</p><p><em>POW: Sexualisierte Gewalt ist seit 2010 ein Thema in der katholischen Kirche. Warum hat es beim geistlichen Missbrauch länger gedauert?</em></p><p>Lohmayer: Ich glaube, da kommen letztlich einige Entwicklungen zusammen: Das Thema des sexuellen Missbrauchs hat ja 2010 mit voller Wucht eingeschlagen und erst mal über Jahre die öffentliche Debatte bestimmt. Dann kommt in einem größeren historischen Kontext den Fragen der persönlichen Lebensführung – im Verhältnis zur Gesellschaft innerkirchlich vielleicht etwas verspätet – generell heute ein höherer Stellenwert zu als früher. Das eröffnet dann aber auch eine sensiblere Wahrnehmung für grenzverletzendes Verhalten physischer und psychischer Art. So tritt das Bewusstwerden der ambivalenten Dynamiken im Kontext von Religion und Weltanschauung nun auch in der katholischen Kirche stärker hervor, nämlich das Rechtfertigen körperlicher und emotionaler Übergriffe durch religiöse Begründungen. Und schließlich: Die Betroffenen gehen in die Öffentlichkeit. Sie trauen sich.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/222-bistum-wurzburg-hat-ansprechpersonen-fur-geistlichen-missbrauch/embed?context=external&amp;token=v8-Qm6W4e6Hx-8RZuQA3Hg" style="border: 0" border="0" height="255" width="100%"></iframe></p><p><em>POW: Welche konkreten Hilfen dürfen Betroffene erwarten?</em></p><p>Lohmayer: Das Gespräch mit den Ansprechpersonen wird oft der erste Ort sein, an dem Betroffene von ihren Erfahrungen berichten und sich Hilfe bei der Bewertung sowie konkrete Unterstützung erhoffen. Hier sollen sie einen geschützten Raum erleben, an dem sie mit fachlich kompetenten und beraterisch geschulten Menschen&nbsp;vertraulich über das Erlebte und über das erlittene Leid sprechen können. Die Ansprechpersonen helfen bei der (ersten) Einordnung des Erlebten, erläutern mögliche weitere Schritte und unterstützen die Betroffenen, damit diese eine freie und eigenständige Entscheidung über weitere Konsequenzen treffen können. Gerade für belastende Situationen kann es hilfreich sein, über zusätzliche Dienste der psycho-sozialen Versorgung aufzuklären oder weitere geistliche Begleitung anzubieten. Wird der geschützte Beratungsrahmen verlassen und die Betroffenen wünschen strukturelle Konsequenzen und/oder personelle Maßnahmen, muss ich gestehen, betreten wir gewissermaßen Niemandsland, denn anders als in Fällen sexualisierter Gewalt sind Übergriffe im geistlichen Bereich weder strafrechtlich noch kirchenrechtlich bisher ein Straftatbestand. Dass Missbrauch und Missstände abzustellen sind, versteht sich von selbst. Welche Konflikt- und Lösungsversuche sich im Einzelfall als hilfreich erweisen und welche Interventionen geboten erscheinen, sich aber auch haben durchsetzen lassen – dazu fragen Sie mich am besten in einigen Monaten.</p><p class="text-right"><em>Interview: Markus Hauck (POW)</em></p><p>(3125/0800; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-66702</guid><pubDate>Wed, 16 Jul 2025 15:35:39 +0200</pubDate><title>Ein Vaterunser im Luftschutzbunker</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/ein-vaterunser-im-luftschutzbunker/</link><description>Ein 19-Jähriger aus Unterfranken berichtet von seinem Freiwilligendienst in Jerusalem</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jerusalem/Würzburg</strong> (POW) Der Würzburger Fabian Zimmermann (19) hat von August 2024 bis Mai 2025 für zehn Monate in Jerusalem gelebt. Gemeinsam mit 16 Theologiestudierenden aus Deutschland, die am Förderprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) teilgenommen haben, lebte er im Studienhaus „Beit Josef“ am Rande der Jerusalemer Altstadt. Auf dem Klostergelände der Benediktinerabtei Dormitio verrichtete Zimmermann seinen Freiwilligendienst. In die Zeit seines Aufenthalts fiel auch der iranische Raketenangriff vom 1. Oktober 2024. Wie er die Bedrohung und das Leben in Jerusalem erlebt hat, berichtet er im Interview.</p><p><em>POW: Was hat Sie dazu bewogen, ein Jahr in Jerusalem zu verbringen?</em></p><p>Fabian Zimmermann: Für mich war schon nach dem Abitur klar, dass ich ein Jahr Auszeit nehmen will, bevor ich mit dem Studium beginne. Mein Vater pflegt schon viele Jahre eine gute Freundschaft mit dem Abt der Dominikaner in Jerusalem. Dadurch hatte ich das Privileg, einen Freiwilligendienst im Heiligen Land zu machen. Eigentlich läuft das über den DVHL, den Deutschen Verein vom Heiligen Land. Aber aufgrund einer Reisewarnung der Bundesregierung durfte man keinen offiziellen Freiwilligendienst in Israel leisten. Deshalb wurde es eher zu einem Volontariat und einer privaten Beschäftigung des Klosters für mich, wobei meine Aufgaben identisch zu den Freiwilligendiensten waren.</p><p><em>POW: Welche Aufgaben waren das?</em></p><p>Zimmermann: Die ersten acht Monate habe ich im Theologischen Studienjahr gearbeitet. Das ist ein Förderprogramm des DAAD. Dort durfte ich den Professoren und dem wissenschaftlichen Assistenten aushelfen. Wir hatten beispielsweise wöchentliche Exkursionen, manchmal sogar über ein bis zwei Wochen. Ich habe mitgeholfen, das Studienprogramm auf die Beine zu stellen.</p><p><em>POW: In welchem Stadtteil haben Sie gewohnt und wie würden Sie Ihre Wohnsituation beschreiben?</em></p><p>Zimmermann: Ich habe auf dem Berg Zion gelebt, das ist südlich an der Altstadtmauer. Auf dem Berg Zion wird auch das Pfingstfest verortet und dort befindet sich das Davidsgrab. Es ist wunderschön, da man in direkter Nähe zur Altstadt ist. Da, wo andere zum Urlaub machen hinfliegen, konnte ich jeden Morgen aufstehen und leben. Es war eher ruhig, außer samstagabends. Da ist die Shabbat-Nacht und es wird immer sehr laut, weil die Juden in der Nacht auf dem Berg das Ende des Ruhetags feiern.</p><p><em>POW: Wie haben Sie das Zusammenleben der verschiedenen Religionen wahrgenommen? </em></p><p>Zimmermann: Es war etwas Besonderes, die drei monotheistischen Weltreligionen so intensiv zu spüren. Hier in Deutschland hat man das eigentlich gar nicht. In Jerusalem nimmt man alle drei Religionen im selben Maße wahr. Die Altstadt ist geviertelt in das Jüdische Viertel, das Muslimische, Christliche und Armenische Viertel, das ein Teil des Christlichen Viertels ist, aber eigenständig von den Armeniern verwaltet wird. Die Altstadt zeigt, dass interreligiöser Austausch wunderbar funktionieren kann, was man sich in anderen Ländern wünschen würde.</p><p><em>POW: Welche Unterschiede haben Sie im Umgang der Religionen untereinander in Jerusalem im Vergleich zu Deutschland wahrgenommen?</em></p><p>Zimmermann: Die Stadt prägt das Leben und die Gesellschaft. Jerusalem ist eine Art Keimzelle und von großer Bedeutung. Jeder Glaube wird respektiert. Die Menschen begegnen sich auf Augenhöhe. Jedoch gibt es auch Ausnahmen, an denen man merkt, dass die eine Religion mit der anderen Religion doch Meinungsverschiedenheiten hat. Es gab zum Beispiel Vorfälle, in denen ein Mönch sein Kreuz offen getragen und ein orthodoxer Jude ihm hinterhergepfiffen oder ihn beschimpft hat. Aber das waren wirklich Einzelfälle. Generell funktionieren das Zusammenleben und das Ausleben der eigenen Religion in Jerusalem sehr gut.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/186-jerusalem-hautnah-ein-19-jahriger-aus-unterfranken-im-gesprach-uber-seine-zeit-im-heiligen-land/embed?context=external" style="border: 0" border="0" height="100" width="100%"></iframe></p><p><em>POW: Nach dem Angriff am 1. Oktober 2024 mussten Sie aus Israel ausreisen. Wie lief das ab?</em></p><p>Zimmermann: Nach dem Angriff, als der Iran Israel bombardiert hat, haben wir vom Auswärtigen Amt die Aufforderung bekommen, dass wir Israel so schnell wie möglich verlassen sollen. Wir sind am 7. und 8.&nbsp;Oktober nach Rom geflogen. Das internationale Studienhaus des Benediktinerordens befindet sich in Rom, im Kloster Sant'Anselmo. Daher wurde das theologische Studienjahr aus Jerusalem nach Rom verlegt. Dort mussten wir ein ganz neues Konzept auf die Beine stellen. Außerdem wussten wir nicht, wann und ob wir überhaupt zurück nach Jerusalem kehren werden. Glücklicherweise durften die Studierenden Ende Dezember wieder zurück. Ich durfte schon Anfang Dezember zurückkehren, weil ich von der Abtei angewiesen wurde, die Weihnachtsaktion vorzubereiten.</p><p><em>POW: Wie haben Sie vor Ort in Jerusalem das Kriegsgeschehen erlebt?</em></p><p>Zimmermann: Das erste Mal in Kontakt mit dem Kriegsgeschehen gekommen sind wir am 1. Oktober. Schon zwei Tage vorher hatten die Medien angekündigt, dass ein Angriff des Irans unmittelbar bevorsteht. Wir hatten noch Gespräche mit dem DAAD, dem Auswärtigen Amt sowie der Botschaft. Dabei wurde leider schon entschieden, dass wir ausreisen müssen. Am 1. Oktober klingelten dann über die Handys überall Warnsignale und wir mussten uns sofort in den Schutzbunker begeben. Der Bunker war bei uns im Haus. Die Infrastruktur ist schon lange so gut ausgebaut, dass es in jedem öffentlichen Gebäude einen Schutzbunker gibt. Die Bunker sind überall ausgeschildert und es gibt auch Apps, die einem zeigen, wo der nächste Bunker ist. Im Bunker mussten wir an diesem Tag eineinhalb bis zwei Stunden verweilen, denn im Internet wurde angekündigt, dass es mehrere Wellen geben soll. Wir saßen dort und haben die Abschussraketen vom Iron Dome, dem Abwehrsystem der Israelis, gehört, wie es die Bomben des Irans abgefangen hat. Das war eine wirklich beklemmende Situation. Wir haben uns an die Hände genommen und zusammen das Vaterunser gebetet. Nach zwei Stunden gab es endlich Entwarnung. Obwohl es keinen Luftalarm mehr gab, hat man sich trotzdem noch gefürchtet. Viele sind länger im Bunker geblieben. Es gab sogar vereinzelt Studierende, die im Bunker übernachtet haben.</p><p><em>POW: Woher weiß man, dass ein Angriff vorbei ist?</em></p><p>Zimmermann: Der 1. Oktober war eine Ausnahme. Normalerweise gibt es ein Signal, das man von einer App bekommt. Die muss man sich selbst auf sein Handy downloaden. Das wurde in den letzten zwei bis drei Monaten, als ich dort war, zum Alltag. Das Signal zeigt an, dass es in ein bis zwei Minuten eventuell einen Alarm geben könnte. Es werden Raketen auf dem Radar angezeigt, die teilweise noch außerhalb von Israel sind. Dann wird berechnet, wo sie zirka einschlagen könnten. Wenn man sich in diesem Bereich aufhält, wird man benachrichtigt, dass innerhalb der nächsten zehn Minuten Bombeneinschläge passieren könnten oder Trümmerteile der abgeschossenen Raketen das Gebiet treffen könnten. Danach gibt es ein zweites Signal, nachdem die Vorwarnung vorbei ist. Dann hat man 90 Sekunden Zeit, um in den Bunker zu rennen, und anschließend muss man zehn Minuten dort verweilen. Wenn nach zehn Minuten nichts passiert ist, was bei mir zum Glück immer der Fall war, durfte man wieder rauskommen und der Alltag ging weiter. Egal, ob man eben beim Essen war, beim Schreiben einer E-Mail oder in einem Gespräch mit jemandem – es ging einfach ganz normal weiter.</p><p><em>POW: Gab es Momente, in denen Sie überlegt haben, den Freiwilligendienst abzubrechen?</em></p><p>Zimmermann: Als wir nach Rom ausgereist sind und alle mit der Situation überfordert waren, gab es nicht viele Aufgaben für mich und ich habe mich nicht so integriert gefühlt. Da habe ich kurzzeitig überlegt, ob ich vielleicht abbrechen soll, weil ich mich eigentlich für Jerusalem beworben habe. Zum Glück habe ich nach wenigen Wochen das Angebot bekommen, schon früher zurück nach Jerusalem zu reisen. Dann bin ich auf eigene Faust nach Israel zurückgeflogen und habe den Mönchen im Kloster geholfen, die Weihnachtsaktion 2024 vorzubereiten. Die Dormitio-Abtei sammelt in Verbindung mit einer Spendenaktion für soziale Projekte und Einrichtungen in Bethlehem jährlich Namen, die auf einer Schriftrolle festgehalten werden. Im vergangenen Jahr waren es über 110.000 Namen. An Heiligabend sind wir mit den Mönchen und zirka 70 Pilgern um halb eins nachts vom Berg Zion nach Bethlehem zur Geburtskirche Jesu gewandert.</p><p><em>POW: Was haben Sie aus dem Jahr in Jerusalem für sich mitgenommen?</em></p><p>Zimmermann: Ich würde sagen, ich habe an Reife dazugewonnen und bin über mich hinausgewachsen. Ich hätte niemals gedacht, dass ich mal in so eine Situation kommen werde, wie mit fremden Menschen in einem Schutzbunker zu sitzen. Spirituell habe ich mitgenommen, das, was wir in der Bibel lesen, bestimmten Orten zuordnen zu können. Ich habe jetzt einen Ort vor Augen, wenn ich in der Bibel lese, beispielsweise Golgotha oder den Ölberg. Ich würde jedem ans Herz legen, Jerusalem einmal zu besuchen, gerade den jungen Menschen. Jerusalem ist eine einzigartige Stadt. Vor allem die Freundschaften, die ich zum Kloster aufgebaut habe, und die Kontakte, die ich in Jerusalem geknüpft habe, zeigen mir, welche wichtige Rolle dieses Jahr in Jerusalem in meinem Leben spielt. Ich werde auf jeden Fall noch öfter nach Jerusalem zurückkehren. Ich habe den Mönchen angeboten, eines Tages nochmal die Weihnachtsaktion mit der Schriftrolle vorzubereiten und wieder zusammen nach Bethlehem zu tragen.</p><p class="text-right"><em>Das Interview führte Judith Reinders (POW)</em></p><p>(3025/0776; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-66357</guid><pubDate>Tue, 01 Jul 2025 20:43:01 +0200</pubDate><title>Den Menschen helfen, mit der Belastung klarzukommen</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/den-menschen-helfen-mit-der-belastung-klarzukommen/</link><description>Mellrichstadts Pfarrer Thomas Menzel über die Stimmung in Mellrichstadt nach der Bluttat – Gesprächsangebot für Mitarbeitende der betroffenen Firma</description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Mellrichstadt </strong>(POW) Mit einem Messer hat am Dienstagmorgen, 1. Juli, in Mellrichstadt laut Polizei ein 21-Jähriger drei Personen angegriffen. Dabei wurde eine Frau getötet, zwei weitere Männer wurden schwer verletzt in Kliniken gebracht. Thomas Menzel, Teampfarrer im Pastoralen Raum Mellrichstadt, war als Seelsorger vor Ort. Im folgenden Interview spricht er über die aktuelle Lage in der Kleinstadt, die Arbeit der Seelsorger und geplante Angebote für die Menschen.</p><p><em>POW: Wie ist die Reaktion der Menschen in Mellrichstadt auf die Bluttat von heute Morgen? </em></p><p>Pfarrer Thomas Menzel: Es herrscht natürlich eine sehr betroffene Stimmung, eine Mischung zwischen Ratlosigkeit, Hilflosigkeit und Schock. Am Wochenende erst fand hier das Streutalfestival statt, mit rundum guter Stimmung, die Zeitungen sind heute voll davon. Und nun, zwei Tage später, dieses schreckliche Ereignis. &nbsp;</p><p><em>POW: Wie waren Sie als Seelsorger gefordert? </em></p><p>Menzel: Ich war als Notfallseelsorger, richtig gesagt: als Mitarbeiter in der Psychosozialen Notfallversorgung für Betroffene (PSNV-B), etwa 25 Minuten nach der Tat vor Ort. Zunächst mit meinem evangelischen Kollegen Pfarrer Andreas Werner und unserer Pastoralreferentin im Ruhestand Iris Will-Reusch. Als klar war, dass alle Mitarbeitenden des Überlandwerks in ein eigens eingerichtetes Betreuungszentrum evakuiert werden, haben wir weitere Kolleginnen und Kollegen nachalarmiert. Schlussendlich war die PSNV dann mit zehn Personen sowohl für Betroffene als auch für Einsatzkräfte vor Ort.</p><p><em>POW: Wie haben Sie den Menschen helfen können?</em></p><p>Menzel: Es ging dann erst einmal um die akute Erstversorgung. Das heißt da sein, zuhören und helfen, irgendwie mit der Belastung klarzukommen. In dieser Situation gibt es kein Rezept oder keinen Handlungsleitfaden. Da muss man schauen, was einem das Bauchgefühl sagt und was gerade erforderlich ist. Ich selbst wurde dann gebeten, zwei Polizeibeamte beim Besuch der Angehörigen eines der Schwerverletzten zu begleiten.</p><p><em>POW: Mit welchen Angeboten reagiert die Kirche auf die schreckliche Tat? </em></p><p>Menzel: In Absprache mit den Verantwortlichen des Überlandwerks wird es morgen Vormittag in der Oskar-Herbig-Halle ein Gesprächsangebot geben, zu dem die Mitarbeitenden freiwillig kommen können. Mitarbeiter der Trauma-Ambulanz aus Würzburg und auch wir als ortsansässige Seelsorgerinnen und Seelsorger sind mit dabei. Ansonsten sind wir alle in Rufbereitschaft. Die Strukturen beim Einsatz in einer solchen Großschadenslage sind da sehr gut, und wir sind alle vernetzt, sodass wir schnell handeln können. Zudem werden die Angehörigen der Geschädigten eigens durch Seelsorgerinnen und Seelsorger begleitet.</p><p><em>POW: Ist ein Gottesdienst für die Opfer geplant?&nbsp;</em></p><p>Menzel: Was ein öffentliches Gedenken in einer Andacht oder in einem Gottesdienst angeht, sind wir zunächst sehr vorsichtig. Da können jetzt keine Schnellschüsse gemacht werden. Wir werden mit den Verantwortlichen des Überlandwerks und auch der Stadt im Gespräch bleiben und gemeinsam überlegen, wie der Weg gut weitergehen kann.&nbsp;</p><p class="text-right">Interview: Markus Hauck (POW)</p><p>(2725/0689; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Rhön-Grabfeld</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65865</guid><pubDate>Tue, 03 Jun 2025 11:07:26 +0200</pubDate><title>Als Pilger unter Pilgern</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/als-pilger-unter-pilgern/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung lief zwei Tage lang mit Bad Königshöfer Männerwallfahrt aus Vierzehnheiligen zurück – „Da konnte ich dann nicht mehr zurück“</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vierzehnheiligen/Bad Königshofen</strong> (POW) Bischof Dr. Franz Jung ist am Samstag, 31. Mai, und Sonntag, 1. Juni, mit der Bad Königshöfer Männerwallfahrt von Vierzehnheiligen zurück nach Bad Königshofen gepilgert. Wie er dazu gekommen ist und ob es bald eine Wiederholung gibt, erklärt er im folgenden Interview.</p><p><em>POW: Herr Bischof, Sie sind bei der Bad Königshöfer Männerwallfahrt von Vierzehnheiligen nach Bad Königshofen mit zurückgelaufen. Warum haben Sie diese Strapaze von fast 60 Kilometern auf sich genommen?</em></p><p>Bischof Dr. Franz Jung: Als Bischof eines Wallfahrtsbistums ist es mir ein Anliegen, das Wallfahrtswesen nicht nur ideell zu unterstützen oder dadurch, dass ich eine heilige Messe am Zielort der Wallfahrt zelebriere. Vielmehr will ich als einfacher Pilger mitlaufen, der sich mit den anderen Wallfahrern auf den gemeinsamen Weg macht. Nachdem ich an der Kreuzbergwallfahrt teilgenommen hatte, sprach mich Pfarrer Tobias Fuchs an, ob ich nicht auch mal an der Bad Königshöfer Wallfahrt teilnehmen würde. Und Fredi Breunig hat mir beim Frühschoppen in Wargolshausen nochmal ans Herz gelegt, ihn und die Wallfahrer nach Vierzehnheiligen zu begleiten. Da konnte ich dann nicht mehr zurück (lächelt). Jenseits dessen ist jede Wallfahrt eine wunderbare Gelegenheit, mit Menschen unkompliziert über ihr Leben, ihre Sorgen und Hoffnungen ins Gespräch zu kommen. Natürlich auch von ihren Anliegen und Wünschen an den Bischof oder das Bistum zu hören – gerade in diesem Heiligen Jahr, das uns unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ einlädt, uns gemeinsam auf den Weg zu machen.</p><p><em>POW: Was macht für Sie das Besondere dieser Wallfahrt aus?</em></p><p>Bischof Jung: Die Bad Königshöfer Männerwallfahrt ist eine Kriegsheimkehrer-Wallfahrt. Dieses Jahr feiern die Wallfahrer das 80. Jubiläum. Seit 1946 machen sich die Bad Königshöfer Männer ununterbrochen auf den Weg zu den 14 Nothelfern. Eine sehr berührende Tatsache! Viele erzählten mir unterwegs von ihren Großvätern und den dramatischen Umständen ihrer Heimkehr aus dem Krieg. Aber auch von dem Grauen, das sie erlebt, und dem Trauma, das eine ganze Generation davongetragen hat. Es war 1946 das überwältigende Gefühl der Dankbarkeit, mit dem Beistand der Nothelfer dieser furchtbaren Katastrophe auf wundersame Weise entronnen zu sein, wo Millionen andere im Krieg ihr Leben lassen mussten. Oder noch schlimmer: nach gesunder Heimkehr in den letzten Kriegstagen durch fanatische SS-Männer erschossen wurden. Angesichts der schrecklichen Bilder vom Krieg, die uns täglich erreichen, ist diese Wallfahrt und damit der Ausdruck tief empfundener Dankbarkeit für Gottes gutes Geleit nicht hoch genug zu schätzen.</p><p><em>POW: Wie haben die Mitpilger auf Sie als einfachen Teilnehmer reagiert?</em></p><p>Bischof Jung: Viele Wallfahrer waren natürlich zunächst überrascht, dass ein Bischof mitläuft. Das hatte es noch nie gegeben. Für die Wallfahrer war es ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung ihrer Tradition, die dankenswerterweise durch die Gläubigen vor Ort lebendig gehalten wird! Als „Bischof zum Anfassen“ und als Pilger unter Pilgern war es ein sehr schönes Miteinander. Natürlich durften die obligatorischen Erinnerungsbilder mit den einzelnen Ortsgruppen nicht fehlen, von Bad Königshofen über Wülfershausen und Heustreu und die anderen.</p><p><em>POW: Werden Sie nochmals an der Vierzehnheiligenwallfahrt teilnehmen?</em></p><p>Bischof Jung: Im nächsten Jahr haben wir in der Zeit nach Christi Himmelfahrt den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg. Da geht es sicher nicht. Und außerdem möchte ich natürlich auch bei anderen Gruppen noch gerne in der Wallfahrt mitlaufen. Kurz: Die Bad Königshöfer Männer müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen, aber ausgeschlossen ist eine zweite Teilnahme nicht.</p><p class="text-right"><em>Interview: Markus Hauck (POW)</em></p><p>(2325/0578; E-Mail voraus)</p><p><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong><em>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65473</guid><pubDate>Wed, 14 May 2025 15:34:58 +0200</pubDate><title>„Die Vorfreude ist einfach spürbar“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/die-vorfreude-ist-einfach-spuerbar/</link><description>Dominik Großmann, Referent für den Katholikentag 2026, über die Vorbereitungen zum 104. Deutschen Katholikentag 2026 in Würzburg</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) In genau einem Jahr startet in Würzburg der 104. Deutsche Katholikentag 2026. Die Vorbereitungen für das große Glaubensfest vom 13. bis 17. Mai 2026 laufen auf Hochtouren. Im Interview spricht Dominik Großmann, Referent für den Katholikentag 2026 im Bistum Würzburg, über die laufenden Planungen und die Stimmung ein Jahr vor dem Großereignis.</p><p><em>POW: Vom 13. bis 17. Mai 2026 findet in Würzburg der 104. Deutsche Katholikentag statt. Wie ist denn die Stimmung ein Jahr davor?</em></p><p>Dominik Großmann: Die Sache nimmt schon ganz schön Fahrt auf. Jetzt, wo der evangelische Kirchentag vorbei ist, liegt der Fokus voll auf dem Katholikentag. Auch im Bistum ist schon ganz schön viel los. Es gibt eine Menge Leute, die Ideen haben, wie sie das Leitwort aufgreifen, sei es in Gottesdiensten, bei Wallfahrten oder Exerzitien. Es ist einfach spürbar, dass Vorfreude da ist und die Leute wirklich Lust auf dieses Großereignis haben.</p><p><em>POW: Was hat sich denn schon getan und was hat die Geschäftsstelle schon getan?</em></p><p>Großmann: Ein großes Aufgabenfeld der Geschäftsstelle war die Begleitung der inhaltlichen Planung. Was natürlich alle interessiert: Wo findet in Würzburg was statt? Die Planung der Orte ist auf der Zielgeraden. Anfang Juli ist ein Treffen, bei dem das finalisiert werden soll. Dann steht auch fest, welche Kirchen, welche Veranstaltungsorte, welche Außenflächen während des Katholikentags bespielt werden.</p><p>Alle Gruppen und Personen, die sich inhaltlich einbringen wollen, mussten sich schon bewerben. Jetzt liegen die Bewerbungen bei den Arbeitskreisen. Diese haben die schwierige Aufgabe, aus den mehr als 600 Bewerbungen ein rundes Programm für den Katholikentag auszuwählen. Bis zu den Sommerferien sollen alle Gruppen, die sich beworben haben, eine Zu- oder Absage erhalten. Bis das Programm endgültig steht, wird es aber noch bis zum Jahresende dauern.</p><p><em>POW: Für welche Programmpunkte kann man sich noch bewerben?</em></p><p>Großmann: Für alle kulturellen Beiträge, also Musik, Theater, Tanz, läuft das Bewerbungsverfahren noch bis Dienstag, 24. Juni. Auch für die Stände auf der Kirchenmeile kann man sich noch anmelden, und zwar bis 17. September. Auf der Kirchenmeile präsentieren sich Gruppen und Organisationen, die zeigen wollen, welche Vielfalt die katholische Kirche zu bieten hat.</p><p><em>POW: Der Vorverkauf der Tickets hat auch schon begonnen?</em></p><p>Großmann: Genau. Seit dem Kirchentag ist es möglich, Tickets für den Katholikentag zu kaufen. Unter katholikentag.de gibt es die Möglichkeit, Onlinetickets zu kaufen. Ab Herbst oder Winter wird es auch möglich sein, Tickets in Präsenz zu kaufen, da laufen die Vorbereitungen noch. Für alle, die Interesse an einer Dauerkarte haben, gibt es bis 15. März 2026 einen Frühbucherrabatt.</p><p><em>POW: Welche Aufgaben stehen jetzt noch an?</em></p><p>Großmann: Zum einen ist Werbung ein ganz großes Stichwort. Bestimmt ist die Werbelinie dem einen oder anderen schon mal über den Weg gelaufen. Das wird jetzt natürlich noch mal Fahrt aufnehmen. Wir wollen möglichst viele Menschen begeistern und motivieren, am Katholikentag teilzunehmen. Wir planen, auch noch einmal in die Pfarreien vor Ort zu kommen. Wenn Interesse besteht und ein passender Rahmen da ist – eine Pfarrversammlung, ein Gottesdienst oder ein Pfarrfest – kann man sich gerne bei uns melden und wir schauen, was möglich ist.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/172-countdown-zum-katholikentag/embed?context=external" style="border: 0" border="0" height="100" width="100%"></iframe></p><p><em>POW: Sind noch ein paar Events auf dem Weg zum Katholikentag geplant?</em></p><p>Großmann: Wir wollen Veranstaltungen nutzen, die es ohnehin gibt. Im Juli ist zum Beispiel der Tag der Franken in Haßfurt. Dort machen zwei Botschafterinnen einen Stand zum Katholikentag. Bei der Mainfranken Messe im Herbst in Würzburg wird das Bistum gemeinsam mit der Caritas mit dem Thema Katholikentag vertreten sein. Anfang September bekommen wir Besuch aus Berlin. Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken möchte das Bistum und die Menschen kennenlernen. Er ist auf einer Radtour von Aschaffenburg nach Würzburg unterwegs, besucht an verschiedenen Stationen Menschen, die hier aktiv sind, und hört, welche Themen es vor Ort gibt, die wir dann bestenfalls mit auf den Katholikentag nehmen.</p><p><em>POW: Und wie fühlen Sie sich ein Jahr vor dem Katholikentag? </em></p><p>Großmann: Die Vorfreude ist auf jeden Fall da. Ich glaube, wir sind zeitlich auch ganz gut im Plan. Da dürfte nicht allzu viel schiefgehen. Trotzdem ist es natürlich eine Menge Arbeit. Gleichzeitig kommen auch immer unerwartet Dinge dazu. Von daher bleibt es interessant und spannend. Aber ich bin sehr guter Dinge, dass wir eine tolle Veranstaltung hinkriegen.</p><p class="text-right"><em>Das Interview führte Anna-Lena Ils (Radioredaktion)</em></p><p>(2125/0495; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65363</guid><pubDate>Fri, 09 May 2025 15:44:57 +0200</pubDate><title>„Wir waren alle baff“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/wir-waren-alle-baff/</link><description>Pater Lukas Schmidkunz, Provinzial der deutschen Augustinerprovinz, zur Wahl von Papst Leo XIV. – „Ich glaube, dass er zu differenzieren weiß, was wo auf der Welt gebraucht wird“</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Pater Lukas Schmidkunz ist Provinzial der deutschen Augustinerprovinz mit Sitz in Würzburg. Wie er den neuen Papst Leo XIV. erlebt hat, was es für den Orden bedeutet, dass ein Augustiner Papst geworden ist, und welche Erwartungen er hat, erzählt er im POW-Interview.</p><p><em>POW: Haben Sie den neuen Papst schon einmal persönlich getroffen?</em></p><p>Pater Lukas Schmidkunz: Ja, einige Male. Das letzte Mal 2019 im Rahmen des Generalkapitels in Rom. Er ist ein nahbarer Mensch. Er ist ein Bruder geblieben, auch in seiner Zeit als Generalprior war das deutlich zu spüren. Ich habe ihn so erlebt, in meiner Zeit im Kloster in Germershausen in Niedersachsen, dass er interessiert war an dem, was wir tun und was wir arbeiten, wie es uns geht und wie wir in der Region, in der wir tätig sind, unterwegs sind und wirken.</p><p><em>POW: Wie war es am Donnerstagabend hier im Kloster?</em></p><p>Schmidkunz: Nachdem der weiße Rauch aufgestiegen war, haben wir uns langsam vor dem Fernseher zusammengefunden und darauf gewartet, wer der neue Papst wird. Wir haben nicht damit gerechnet, was dann gekommen ist. Als der Kardinalprotodiakon auf die Loggia trat und zuerst den Kardinalsnamen des neuen Papstes aussprach, waren wir alle überrascht, erstaunt, baff. Es ist schon etwas Besonderes, wenn einer aus den eigenen Reihen als Papst gewählt wird. Dann kamen die ersten Rückmeldungen, nicht nur von der Presse, sondern von Freundinnen und Freunden, Bekannten, Menschen, die zu uns in die Kirche kommen. Die Handys standen nicht mehr still. Unser Generalprior in Rom, Alejandro Moral Antón, hat die Gratulation überbracht.</p><p><em>POW: Es geht das Gerücht, dass Papst Leo XIV. schon einmal in Würzburg war.</em></p><p>Schmidkunz: Ja, mehrfach. Er hatte zwei Amtszeiten als Generalprior, und es gehört zu den Aufgaben eines Generalpriors, dass er die Provinzen weltweit visitiert. Er war zu zwei Visitationen in Deutschland und unter anderem auch in Würzburg. Wenn ich es richtig weiß, hat er 2007 im Rahmen der Visitation den Augustinusweg in Messelhausen eingeweiht, und 2012 war er noch einmal zu einem eher privaten Besuch mit dem Generalrat hier im Fränkischen. Und ich habe ihn, wie schon gesagt, bei einer Visitation erlebt, als ich Leiter der Bildungsstätte in Germershausen war. Er hat sich da als Seelsorger gezeigt und war sehr an unserer Seelsorge interessiert.</p><p><em>POW: Welche Erwartungen haben Sie an den neuen Papst?</em></p><p>Schmidkunz: Es werden immer so schnell so viele Erwartungen an einen neuen Papst geäußert. Ich denke, er ist einer, der für Verständigung steht. Ich glaube, er ist ein wirklich sehr auf die Seelsorge ausgerichteter Mensch. Er war ja lange Zeit Bischof und hat sich um Gemeinden gekümmert, Gemeinden gegründet und seine Gemeinden auch in unwegsamen Gebieten besucht. Es gibt Fotos von ihm, wie er auf seinem Maultier in seiner Diözese unterwegs ist. Meine Erwartungen sind eigentlich die, dass er die aufgeschlossene und den Menschen zugewandte Art, die ich bei ihm kennengelernt habe, behält und auch weiterführt, dass er schaut, was Menschen brauchen.</p><p>Er hat einen weltweit agierenden Orden geleitet und dabei auch sicherlich erfahren, dass in den verschiedenen Regionen dieser Welt die Menschen verschiedene Probleme und Ansprüche haben und dass es verschiedene Herausforderungen gibt. Ich glaube, dass er diese Verschiedenheit kennt und wahrnimmt und nicht einer ist, der alles über einen Kamm schert, sondern dass er zu differenzieren weiß, was wo auf dieser Welt gebraucht wird. Und das ist in Afrika nun mal anders als in Europa, in Deutschland anders als in Spanien, in Südamerika anders als in Nordamerika, und in Asien noch mal ganz anders. Von daher denke ich, dass er diese Unterschiede respektiert, wahrnimmt, und katholisch nicht so versteht, dass alle immer das Gleiche tun müssen.</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/tIYV19ys9sY?si=987heCDjcoDGihBa" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p><p><em>POW: Was bedeutet es, dass ein Augustiner Papst ist?</em></p><p>Schmidkunz: Er ist von seinem Werden her grundlegend augustinisch geprägt. Augustinus war kein systematischer Theologe, sondern er hat auch auf die Herausforderungen seiner Zeit reagiert. Er hat in seinen Schriften auch auf das reagiert, was die Menschen an ihn herangetragen haben. Und dann hat er sich hingesetzt, hat nachgedacht und darüber etwas geschrieben, um zum einen Lehre zu verdeutlichen, aber auch zum anderen, um sich als Seelsorger den Menschen zuzuwenden. Ich denke, bei Augustinus sind die Briefe, die er geschrieben hat, viel wichtiger als die großen dicken Werke über den Gottesstaat oder die Trinität. Da, wo er den Menschen zugewandt ist, findet man bei Augustinus viel Authentisches. Und ich denke, aus diesem theologischen Schatz kann auch Leo XIV. sicherlich schöpfen und wird es, hoffe ich, auch tun.</p><p class="text-right"><em>Das Interview führte Anna-Lena Ils (Radioredaktion)</em></p><p>(2025/0478; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Würzburg</category><category>Papst Leo XIV</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64823</guid><pubDate>Tue, 15 Apr 2025 15:26:23 +0200</pubDate><title>„Als Partner eine gute Lösung finden“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/als-partner-eine-gute-loesung-finden/</link><description>Interview mit Kaolacks Bischof Martin Boucar Tine zum Stand der Partnerschaft mit der KLB Würzburg</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg/Kaolack </strong>(POW) Die Partnerschaft zwischen der Diözese Kaolack im westafrikanischen Senegal und der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) im Bistum Würzburg besteht seit mehr als vier Jahrzehnten. Im folgenden Interview schildert Martin Boucar Tine (58), Bischof von Kaolack, wie die Situation in seinem Bistum aussieht und wie er die Partnerschaft beurteilt.</p><p><em>POW: Herr Bischof Tine, seit 1981 besteht die Partnerschaft zwischen der KLB im Bistum Würzburg und Ihrem Bistum. Wie beurteilen Sie das Miteinander?</em></p><p>Bischof Martin Boucar Tine: Es ist mir eine Freude, Ihre Fragen zu beantworten. Ich danke Ihnen für Ihr Interesse an der Partnerschaft, die wir seit Jahren mit der KLB Würzburg pflegen. Ich danke der KLB Würzburg und allen ihren Mitgliedern für die Jahr für Jahr unternommenen Anstrengungen, diese Partnerschaft lebendig zu halten. Mein herzlicher Dank gilt auch der Diözese Würzburg, die keine Mühen scheut, um die Aktionen der KLB Würzburg zu unterstützen.</p><p><em>POW: Welche Probleme bereiten Ihnen in der Diözese Kaolack besondere Sorgen?</em></p><p>Bischof Tine: Es ist klar, dass eine der größten Sorgen eines Bischofs die Verkündigung der Frohen Botschaft in seiner Diözese ist. Meine Diözese ist sehr ländlich, mit großen Entfernungen, die manchmal auf schwer befahrbaren Wegen zurückgelegt werden müssen, und wir haben nicht immer die Mittel, um das adäquat zu bewerkstelligen. Auch das priesterliche Personal ist noch nicht ausreichend, wir stehen vor Herausforderungen in der Berufungspastoral. Nebenbei bemerkt schätzen wir die Unterstützung der KLB Würzburg für die Ausbildung im Kleinen Seminar sehr.&nbsp; Über die eigentliche Seelsorge hinaus gibt es viele Aspekte, die mit der Pastoral verbunden sind: die Entwicklung jedes Menschen und der Menschen in ihrer Gesamtheit.&nbsp;</p><p>Weiter beschäftigt uns die Frage der Trinkwasserversorgung im nördlichen Teil der Diözese. Wir versuchen, Abhilfe zu schaffen, indem wir Regenwasser auffangen und anschließend filtern, aber wir finden keine Organisation, die sich für diese Region interessiert. Ein weiteres Problem, das mich beschäftigt, ist die MARCS in Kaolack, die Partnerorganisation der KLB im Senegal, die es nicht schafft, ein nachhaltiges Projekt durchzuführen. Es geht aber auch um die wirtschaftliche Autonomie von Kirchengemeinden. Dann beschäftigen uns die Schulen in ländlichen Gebieten, die defizitär sind, weil die Eltern nicht in der Lage sind, das Schulgeld zu bezahlen.&nbsp; Und nicht zuletzt geht es um Jugendliche, die aufgrund mangelnder Berufsausbildung und vieler andere Probleme arbeitslos sind.</p><p><em>POW: Was sind die Stärken der Partnerschaft mit der KLB Würzburg?</em></p><p>Bischof Tine: Ich denke, eine der Stärken ist die Langlebigkeit der Partnerschaft. Wenn ich mich nicht irre, besteht diese Partnerschaft seit über 40 Jahren. In dieser Zeit haben sich freundschaftliche und brüderliche Beziehungen entwickelt, was ich für fundamental halte. Ich war 2021 mit einigen Mitgliedern der Diözese zu Besuch in Deutschland, und wir wurden wie Brüder aufgenommen. Das ist es, was wir auch versuchen, die Mitglieder der KLB Würzburg spüren zu lassen, wenn sie nach Kaolack kommen. Wir können zahlreiche Ergebnisse dieser langjährigen Partnerschaft festhalten: Die vielen Priester, die im Kleinen Seminar ausgebildet wurden, die Wiederherstellung von Dämmen, die die Landwirtschaft ermöglichen oder die Unterstützung unserer Berufsbildungszentren. Da ist zum einen Claire Amitié, wo Ausbildung für Mädchen und junge Frauen geboten wird. Derzeit besuchen 280 Schülerinnnen diese Einrichtung. Sie erhalten dort eine dreijährige Ausbildung in Modeschneiderei, Gastronomie und Kinderpflege. In Ndiébel und Keur Babou Diouf gibt es landwirtschaftliche Berufsbildungszentren für junge Landwirte und Landwirtinnen, die dort zum Beispiel im Bereich ökologischer Landbau geschult werden. Ndiébel hat sich auf Tierhaltung spezialisiert, Keur Babou Diouf auf Ackerbau.</p><p><em>POW: Was erwarten Sie sich von der Partnerschaft mit der KLB Würzburg in der Zukunft?</em></p><p>Bischof Tine: Ich will keine Richtung vorgeben, da es sich um eine Partnerschaft handelt und alles gemeinsam besprochen werden sollte, indem man einander zuhört und die Realitäten und tatsächlichen Bedürfnisse analysiert. Wenn ich jedoch eine Idee in den Raum stellen darf: Da die MARCS heute rückläufig ist, könnten wir vielleicht an eine neue Generation von Landwirten denken, die in unseren Zentren ausgebildet werden und ihnen die Möglichkeit eröffnen, ein Start-up zu gründen. Vielleicht könnten wir auch Gemeinden in den Blick nehmen, die etwas für ihre eigene Selbstversorgung tun möchten. Das sind nur Vorschläge. Aber das Wichtigste ist, dass wir uns als Partner austauschen und gemeinsam eine gute Lösung finden.</p><p>Das Interview führte Walter Sauter (Katholische Landvolkbewegung)</p><p>(1625/0386; E-Mail voraus)</p><p>Hinweis für Redaktionen: Foto abrufbar im Internet</p><p></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Weltkirche</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-64073</guid><pubDate>Fri, 07 Mar 2025 12:01:34 +0100</pubDate><title>„Das ist Potenzial für die Zukunft“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/das-ist-potenzial-fuer-die-zukunft/</link><description>Was Ordinariatsrätin Dr. Christine Schrappe, erste Frau an der Spitze einer Hauptabteilung des Bistums Würzburg, über Frauen in kirchlichen Führungspositionen denkt</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Was Frauen in Führungspositionen beim Bistum Würzburg betrifft, ist Ordinariatsrätin Dr. Christine Schrappe Vorreiterin. Seit Mai 2020 steht sie an der Spitze der Hauptabteilung Bildung und Kultur. Im folgenden Interview erklärt sie unter anderem, welche Herausforderungen sie für sich sieht und wie in ihren Augen die ideale Verteilung von Frauen und Männern für verantwortungsvolle Positionen aussieht.</p><p><em>POW: Sie sind die erste Frau im Bistum Würzburg, die Leiterin einer Hauptabteilung ist. Was machen Frauen vielleicht anders als Männer?</em></p><p>Ordinariatsrätin Dr. Christine Schrappe: Ich sehe keine rollentypischen Unterschiede im Leitungsstil von Frauen und Männern. Es geht immer um Qualifikation, um personale, soziale und fachliche Kompetenzen. Frauen wie Männer in Leitungsfunktion müssen in der Lage sein, situativ zu leiten, mit unterschiedlichen Typen von Mitarbeitenden umzugehen, ohne die strategischen Rahmenbedingungen außen vor zu lassen. Durchsetzungsstarke Frauen und entscheidungsschwache Männer findet man in allen Unternehmen.</p><p><em>POW: Mit welchen speziellen Herausforderungen sehen Sie als Frau sich in Ihrer Aufgabe konfrontiert?</em></p><p>Schrappe: Erlauben Sie mir eine Gegenfrage: Ist es für Priester und Abteilungsleiter eine Herausforderung, eine Frau als Vorgesetzte zu haben? Hier entwickelt sich vieles zum Guten, weil es immer weniger Thema ist. Gewöhnungsbedürftig war es, am Anfang die einzige Frau in Leitungsgremien wie Allgemeiner Geistlicher Rat oder Ordinariatskonferenz zu sein. Dies hat sich inzwischen Gott sei Dank geändert.</p><p><em>POW: Wie sieht Ihre persönliche Idealvorstellung für den Anteil von Frauen in Führungspositionen des Bistums aus?</em></p><p>Schrappe: Erfreulicherweise haben wir inzwischen einen großen Anteil von Frauen auf den verschiedenen Führungsebenen. Das ist Potenzial für die Zukunft. Personal- und Haushaltsverantwortung wird jetzt schon von vielen Kolleginnen kompetent ausgeübt. Ich wünsche mir, dass es in Zukunft keine Rolle spielt, ob eine Frau oder ein Mann eine Führungsposition übernimmt. Für Frauen und Männer ist es wichtig, dass unser Bistum familienfreundliche Leitungsmodelle anbietet und attraktive Laufbahnentwicklung ermöglicht. Nur so bleiben wir als Arbeitgeber interessant.</p><p class="text-right">Interview: Markus Hauck (POW)</p><p>(1125/0249; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63911</guid><pubDate>Wed, 26 Feb 2025 10:28:23 +0100</pubDate><title>„Ein Begleiter für den Glaubensalltag“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/ein-begleiter-fuer-den-glaubensalltag/</link><description>Johannes Schenkel, Leiter der Onlineredaktion des Bistums Würzburg, über die neue App „Kilian“ für das Smartphone</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Mit der App „Kilian” stellt das Bistum Würzburg einen neuen Zugang zu Glaubensinhalten zur Verfügung. „Kilian” soll ein Begleiter auf dem Smartphone sein. Wie der namensgebende Frankenapostel soll die App Katholikinnen und Katholiken hilfreich zur Seite stehen. Sie bietet neben Impulsen und Informationen zum Kirchenjahr auch Gottesdienstzeiten mit Erinnerungsfunktion, Kontakte, Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie Benachrichtigungen aus der Region. Johannes Schenkel, Leiter der Onlineredaktion des Medienhauses des Bistums Würzburg und zuständig für die App, beantwortet in folgendem Interview Fragen zum neuen Angebot.</p><p><em>POW: Wie unterstützt die App „Kilian“ konkret die Gläubigen in Unterfranken und darüber hinaus im Alltag und im Glaubensleben – und welche Funktionen kommen nach Ihren Erfahrungen dabei besonders gut an?</em></p><p>Johannes Schenkel: „Kilian“ sehen wir als einen wertvollen digitalen Begleiter, der Gläubige in ihrem Glaubensalltag unterstützt. Glaubensimpulse in Form von Texten, Audio- und Videobeiträgen sollen gerade in hektischen Zeiten einen Moment der Besinnung bieten. Außerdem erleichtert die übersichtliche Darstellung von Gottesdienstzeiten und Pfarreiinformationen den Zugang zu den örtlichen Angeboten. Aktuell sind die Kolleginnen und Kollegen in der Seelsorge noch im Entdeckermodus, was die App betrifft, und gemeinsam müssen wir noch kräftig Werbung machen, damit viele künftig „Kilian“ an ihrer Seite haben.</p><p>###GALERIE###</p><p><em>POW: Die App bietet neben Impulsen auch praktische Informationen wie Gottesdienstzeiten, Fragen und Antworten zu kirchlichen Themen und ein Verzeichnis von Hilfs- und Beratungsangeboten. Wie stellen Sie sicher, dass diese Inhalte für die Zielgruppe der Gläubigen relevant, ansprechend und stets aktuell bleiben?</em></p><p>Schenkel: Aktuell stammen noch viele Inhalte aus dem Medienhaus des Bistums. Schritt für Schritt sollen aber die Kolleginnen und Kollegen aus der Seelsorge vor Ort sowie in den Fachbereichen unserer Kirche die App als Werkzeug für ihre Botschaften und Angebote entdecken. Wir legen generell großen Wert auf eine Aufbereitung, die sowohl informativ als auch ansprechend ist. Zudem fließt das Feedback der Gläubigen in die redaktionelle Arbeit ein, sodass „Kilian“ möglichst den Bedürfnissen unserer Zielgruppe entspricht.</p><p><em>POW: Über Push-Nachrichten können Bistum, Pastorale Räume und themenbezogene Seelsorgeangebote direkt mit den Gläubigen kommunizieren. Wie planen Sie, diese Funktion so zu nutzen, dass wichtige Informationen und Impulse gezielt bei den Gläubigen ankommen?</em></p><p>Schenkel: Push-Nachrichten bieten die Möglichkeit, aktiv zu informieren – sei es über besondere Ereignisse, Impulse zu Festzeiten oder aktuelle Themen aus dem Gemeindeleben. Weil sie nicht regelmäßig auf eigene Faust Internetseiten oder Social-Media-Profile ansteuern müssen, bleiben die Abonnenten stets gut informiert und fühlen sich hoffentlich auch direkt angesprochen.</p><p><em>POW: „Kilian“ soll künftig einen alternativen Kanal zu der bestehenden Internetseite und den Social-Media-Kanälen des Bistums darstellen. Wie möchten Sie die verschiedenen Plattformen miteinander verknüpfen, um eine konsistente und zielgruppengerechte Ansprache der Gläubigen zu gewährleisten?</em></p><p>Schenkel: Unser Anliegen ist es, den jeweiligen Kanal möglichst eigenständig und für bestimmte Inhalte zu nutzen. Während unsere Internetseite und Social-Media-Kanäle vor allem allgemeine Informationen und Nachrichten bereitstellen, bietet „Kilian“ Material für den Glaubensalltag und regionale Informationen. Selbstverständlich gibt es dabei auch Überschneidungen, um möglichst viele Menschen erreichen. „Kilian“ stellt aber auch bewusst eine Alternative zu Social Media dar. Einige Inhalte wollen wir lieber in der App anbieten und damit mehr relevante Reichweite haben als in den großen Netzwerken. Aus letzteren werden wir uns auch etwas zurückziehen, um freien Alternativen wie Mastodon, Pixelfed oder PeerTube mehr Raum zu geben.</p><p><em>POW: Wie sehen Sie die Rolle der Digitalisierung – konkret durch Projekte wie „Kilian“ – in der Öffentlichkeitsarbeit des Bistums Würzburg? Welche Impulse erhoffen Sie sich, um mehr Menschen zu erreichen und zu begleiten?</em></p><p>Schenkel: Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten, Glaubensinhalte auf zeitgemäße Weise zu vermitteln. Mit „Kilian“ wollen wir verstärkt aktuelle Kommunikationswege nutzen und Inhalte wortwörtlich „griffbereit“ anbieten. Unser Ziel ist es, eine Brücke zwischen traditioneller Glaubensvermittlung und aktueller Medienwelt zu schlagen, sodass alle Interessierten gleichermaßen von den vielfältigen Angeboten des Bistums profitieren. Eine eigene App ist dafür ein sinnvoller Baustein.</p><p class="text-right">Interview: Markus Hauck (POW)</p><p>(0925/0233; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63593</guid><pubDate>Fri, 07 Feb 2025 11:40:38 +0100</pubDate><title>Romantik ohne Pflichtgefühl</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/romantik-ohne-pflichtgefuehl/</link><description>Wie Paare dem Druck vom Valentinstag entkommen – Ein Interview mit Georg Ruhsert von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung Würzburg</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Am Valentinstag, der am 14. Februar gefeiert wird, geht es häufig um Blumen, Schokolade und teure Geschenke. Warum Paare Liebe nicht auf ein Datum reduzieren sollten und auf welche Weise sie sich sonst noch Wertschätzung zeigen können, erzählt Georg Ruhsert, stellvertretender Leiter der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) Würzburg.</p><p><em>POW: Herr Ruhsert, brauchen Paare den Valentinstag?</em></p><p>Georg Ruhsert: Der Valentinstag ist inzwischen ein sehr besonderer Tag. Es ist ein Datum, an dem schon fast erwartet wird, dass etwas besonders Liebevolles oder Bedeutsames in einer Beziehung passiert. Vielleicht kommt man daher nicht drum herum, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Grundsätzlich würde ich aber sagen, dass sich Paare immer wieder vergewissern müssen: „Wir sind miteinander verbunden.“ Paare müssen sich immer wieder zeigen, dass sie sich lieben. Sie brauchen entsprechende Gesten und Zeichen. Aber bitte nicht nur am Valentinstag. Das sollte ein Dauerthema in einer Beziehung sein.</p><p><em>POW: Wie können Paare sich gegenseitig Wertschätzung zukommen lassen, ohne dass es dabei nur um Konsum geht?</em></p><p>Ruhsert: Ich würde noch grundsätzlicher rangehen: Liebe ist immer ein Geschenk. Liebe passt nicht zu einer Gegenleistung, die ich erwarte. Wenn Liebe erkauft wird oder ich sie mir erst verdienen muss, dann wird es schräg. Liebe hat daher grundsätzlich mit Schenken zu tun. Das kann auch materiell sein, wie der Blumenstrauß mit 50 Rosen, muss es aber nicht. In der materiellen Welt, in der wir leben, sind andere Dinge viel kostbarer, die nicht in einem Wert festzumachen sind.</p><p><em>POW: Welche Geschenkideen gibt es für den Valentinstag, ohne viel Geld auszugeben?</em></p><p>Ruhsert: Das kostbarste Geschenk ist Zeit. Sich Zeit füreinander zu nehmen und sie bewusst miteinander zu verbringen. Dabei sollte man sich sagen: „Es geht hier um dich.“ Das heißt auch, sich ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn ich meinem Partner zuhöre, dann darf ich nicht durch das Handy oder andere Dinge abgelenkt werden. Diese wertvolle Zeit in dieser Qualität ist eine ganz hohe Form der Zuneigung. Natürlich gibt es auch viele Dinge, die die Liebe im Kleineren ausdrücken können. Zum Beispiel liebevolle Worte, sich gegenseitig Komplimente machen oder kleine Gesten. Ich tue etwas für den anderen und überrasche ihn damit. Ich bringe meiner Partnerin ihren Kaffee, berühre sie im Vorbeigehen. Oder ich habe mir Gedanken gemacht und es gibt etwas zu essen, wo ich weiß, das schmeckt dem Partner besonders gut. Gerade in schwierigen Zeiten wird die Liebe besonders deutlich. Ich gebe meine Unterstützung, wenn mein Partner sie braucht. Ich zeige ihm oder ihr: Ich bin für Dich da. Ich helfe, wenn es schwierig ist. Und vielleicht auch nur, indem ich einfach da bin und manche Situation zusammen mit ihm oder ihr aushalte. Unterstützung zeigt sich für mich auch, indem ich dieses „Wir“ im Blick habe.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/132-zum-valentinstag-tipps-fur-eine-gute-partnerschaft/embed?context=external&amp;theme=default" style="border: 0" frameborder="0" height="100" width="100%"></iframe></p><p><em>POW: Wie können Paare mit Kindern die Zeit zu zweit umsetzen?</em></p><p>Ruhsert: Zeit zu zweit ist für Eltern nicht leicht. Ich glaube, gerade wenn die Kinder noch kleiner sind, müssen Paare ihre Zeit anders gewichten. Auch die Zeit mit der Familie ist Zeit für das „Wir“. Trotzdem braucht es noch eine Zeit zu zweit. Es ist schwer, das immer durchzuhalten, weil Kinder natürlich vorgehen, wenn es wirklich mal brennt. Trotzdem sollten sich Paare mit Kindern einen Termin reservieren, nur für sich als Paar, und sich diesen auch freikämpfen. Vielleicht können sie eine Kinderbetreuung organisieren oder, wenn vorhanden, Großeltern, Eltern oder Freunde mit einspannen. Ich glaube, das ist sehr wertvoll.</p><p><em>POW: Kann es Druck in einer Beziehung erzeugen, wenn der Valentinstag groß gefeiert wird?</em></p><p>Ruhsert: Ja, dieser Druck kann entstehen, wenn Erwartungen von außen zu groß werden. Das passiert immer da, wo man sich von anderen abhängig macht. Der Valentinstag kann Druck machen, wenn es das einzige Datum im Jahr ist, an dem liebevolle Gesten Platz in einer Beziehung haben. Ich glaube, wenn das alltäglich ist, dann kann es passieren, dass man den Valentinstag völlig vergisst und sagt: „Wir haben immer Valentinstag.“</p><p><em>POW: Wie können sich Paare gegen diesen gesellschaftlichen Druck wappnen?</em></p><p>Ruhsert: Paare müssen immer wieder schauen: „Was ist unseres?“ Und das geht nur, indem man gut in Kommunikation ist. Es gibt kein Thema, über das Paare nicht miteinander sprechen können. Und es sollte auch keine Tabus geben. Es ist eine Chance, dass man gemeinsam über diesen Druck spricht und merkt: „Wir brauchen das nicht. Aber vielleicht brauchen wir etwas anderes.“ Das kann ein Weg sein, nicht zu sehr auf andere zu schauen. Wenn man in Kontakt ist, braucht es den Blick auf das Außen nicht so sehr.</p><p><em>POW: Welchen Rat würden Sie Paaren mit auf den Weg geben, denen es schwerfällt, sich im Alltag Zeit füreinander zu nehmen?</em></p><p>Ruhsert: Wenn der Alltag so voll ist und wenig Zeitfenster da sind, um sich im Blick zu haben, ist es wichtig, immer wieder Zeichen zu setzen, dass man einander etwas bedeutet. Es kann Zeit sein, die ich mit dem Partner verbringe. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, wenn man keine Zeit zusammen hat. Ich kann durch ein Bild, das ich meinem Partner per Handy schicke, durch ein paar Zeilen, die ich schreibe, oder durch einen klassischen Liebesbrief zeigen: „Ich denke an dich, ich bin bei dir.“ Das sorgt auch für ein Gefühl, dass man verbunden ist. Es ist natürlich kein Ersatz für intensiv zu zweit erlebte Zeit. Aber es signalisiert: „Ich bin mit Dir verbunden.“ Und wenn ich eine entsprechende Antwort kriege, ist das schön. Aber bitte nicht unter Druck setzen lassen.</p><p><em>POW: Können Rituale dabei helfen?</em></p><p>Ruhsert: Rituale sind gut, um Zuneigung zu zeigen. Selbst kleine Dinge, die sich im Alltag etabliert haben, können schon helfen. Zum Beispiel ein gemeinsames Frühstück an einem bestimmten Tag, bei dem man über alles spricht, was ansteht. Und nebenbei beginnt man den Tag miteinander. Manche Paare nehmen sich auch einen Abend Zeit und schauen Filme oder eine Serie zusammen. Andere Paare machen Musik an und tanzen zusammen durchs Wohnzimmer. Wieder andere gehen zusammen spazieren und halten sich dabei an der Hand. Manche setzen sich auf den Balkon und schauen abends mal eine halbe Stunde in den Sternenhimmel. Es gibt Paare, die spielen gerne zusammen. Spielen löst unheimlich. Es gibt Regeln, die vorgegeben sind, es hilft zu entspannen und Spaß miteinander zu haben. Eine andere Idee ist, etwas Neues miteinander auszuprobieren. Ich kenne Paare, die einmal im Jahr etwas zusammen unternehmen, was sie noch nie vorher gemacht haben. Noch ein kleiner Tipp: Eine der konkretesten Maßnahmen, um dem Gegenüber tiefe Wertschätzung zu zeigen, ist einfach zu sagen, was genau ich an ihm oder ihr liebe. Das ist manchmal ganz schwer in Worte zu fassen. Es sind kleine Dinge wie: „Du bist so hilfsbereit“, „Du bist fantasievoll“, oder „Du bist so ein fröhlicher Mensch. Wenn Du lachst, muss ich einfach mitlachen.“ Um solche Dinge geht es im Leben. Das ist Wertschätzung. Das ist Liebe.</p><p class="text-right">Das Interview führte Judith Reinders (POW)</p><p>(0725/0177; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-63539</guid><pubDate>Tue, 04 Feb 2025 16:31:33 +0100</pubDate><title>„Bei uns kann jeder mitsingen“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/bei-uns-kann-jeder-mitsingen/</link><description>Erstes Stimmencasting für die Chöre der Dommusik – Domkantor Julian Beutmiller und Domsingknabe Raphael Hock erzählen, warum es sich lohnt, mitzumachen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Die Dommusik Würzburg veranstaltet erstmals ein Stimmencasting für ihre Chöre. Bis Montag, 10. Februar, können sich Interessierte per E-Mail an info@wuerzburger-dommusik.de unter Angabe eines selbst ausgewählten Lieds bewerben und dieses am Samstagnachmittag, 15. Februar, vor einer Jury präsentieren. Domkantor Julian Beutmiller und Raphael Hock (11), Sänger bei den Domsingknaben, erzählen im Interview, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet und warum es sich lohnt, bei der Dommusik mitzusingen.</p><p><em>POW: Herr Beutmiller, wie kam es zu der Idee mit dem Stimmencasting?</em></p><p>Julian Beutmiller: Die Idee dahinter ist, dass wir neue Stimmen für unsere Dommusik gewinnen wollen. Man kennt Castings wie „The Voice of Germany“, die eher in Richtung Pop gehen. Natürlich ist unser Format damit nicht zu vergleichen. Wir möchten zeigen, dass wir in der Dommusik vieles bieten können, dass wir offen sind und nach neuen Talenten suchen.</p><p><em>POW: Kann man sich eigentlich mit jedem Lied bewerben, also auch Volksmusik oder Rocksongs?</em></p><p>Beutmiller: Wenn man einen unserer Chöre gehört hat, weiß man, dass unser Schwerpunkt die geistliche Musik ist. Aber wir geben auch tolle Konzerte – national und international – mit ganz verschiedenen Programmen, von zeitgenössischer Musik über Gospels bis hin zu klassischer alter Kirchenmusik und gregorianischem Choral. Von daher kann man tatsächlich jedes Lied mitbringen, das man möchte, denn es geht um den Stimmeindruck. Die Jury besteht aus Domkapellmeister Alexander Rüth als Vorsitzendem, einer Stimmbildnerin aus unserem Team und mir. Wir hören uns die Stimme an und geben ein Feedback, eine Einschätzung ab. Daraus ergibt sich hoffentlich ein Mitsingen in einem unserer vielen Chöre.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/131-chor-talente-gesucht/embed?context=external&amp;theme=default" style="border: 0" frameborder="0" height="100" width="100%"></iframe></p><p><em>POW: Raphael, wie lange singst Du schon bei der Dommusik und was macht Dir daran besonders Spaß?</em></p><p>Raphael Hock: Ich bin schon seit zweieinhalb Jahren bei der Dommusik. Es gab eine Durchsage in der Schule, und als ich das gehört habe, hatte ich sofort Lust, mitzusingen, weil ich Singen schon mein ganzes Leben lang sehr mag. Es ist schön, weil man auf tolle Reisen gehen kann und weil man viele neue Leute kennen lernt, die man sonst vielleicht nicht kennen gelernt hätte. Die Leute, die dort arbeiten, sind auch nett. Ich singe sehr gerne Lieder, die hohe Stellen haben, denn ich singe auch im Sopran. Wenn ich so etwas singen darf, fühle ich mich einfach frei.</p><p>Beutmiller: Wir haben vieles zu bieten. Neben den Domsingknaben, die ich leite, gibt es unter anderem auch eine sehr große Mädchenkantorei, einen Domchor, Eltern-Kind-Singen und musikalische Früherziehung. Wir bilden alle Altersklassen ab, das heißt, bei uns kann jeder mitsingen. Es gibt keine Altersbeschränkung, und von daher kann sich jeder für das Stimmencasting bewerben, auch Erwachsene.</p><p><em>POW: Raphael, kannst Du uns noch von einem besonders schönen Erlebnis erzählen?</em></p><p>Hock: Ich war auf einer Reise nach Südtirol dabei. Wir haben richtig viel gesungen und es hat richtig Spaß gemacht. Beim Konzert „Nine Lessons and Carols“ habe ich auch einen Text gelesen. Das war mein erster großer Auftritt. Es hat mir gefallen, dass die Lieder so unterschiedlich waren, es aber auch einen Zusammenhang gab, weil es um Weihnachten und die Weihnachtsgeschichte ging.</p><p class="text-right"><em>Interview: Kerstin Schmeiser-Weiß (POW)</em></p><p>(0625/0164; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Würzburg</category></item></channel></rss>