Würzburg (POW) Bei einem festlichen Pontifikalgottesdienst am Samstag, 23. Mai, im Würzburger Kiliansdom hat Bischof Dr. Franz Jung den Diakon Benedict Dürrlauf (33) aus der Pfarrei Sankt Andreas in Ochsenfurt zum Priester geweiht. Die Priesterweihe sei „das persönliche Pfingstfest“ für Dürrlauf, sagte Bischof Jung in seiner Begrüßung. Der Apostel Paulus habe im ersten Korintherbrief gesagt: „Wer sich an den Herrn bindet, der wird ein Geist mit ihm. Darum geht es am heutigen Tag, in der Weihe.“ Der Gottesdienst wurde live auf der Bistums-Homepage (livestreams.bistum-wuerzburg.de) sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg übertragen.
„Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ So tröstet der scheidende Jesus im Johannesevangelium seine Jünger. Die vielen Wohnungen böten „die Herausforderung, nach der eigenen Wohnung zu suchen“, sagte Bischof Jung in seiner Predigt. „Jeder kennt das aus dem eigenen Leben: Wo führt die Reise hin? Wo ist der Ort, wo ich nicht nur räumlich, sondern auch geistlich ankommen kann?“ Diese Suche sei anstrengend. Auch Dürrlauf habe einen langen Weg hinter sich gebracht: vom technischen Zeichner über den Maschinenbau und die Religionspädagogik bis zum Priesterseminar. „Ich habe immer bewundert, mit welcher Entschiedenheit Sie Ihren Weg gegangen sind, um zu merken: Das ist es noch nicht. Ich freue mich sehr, dass Sie angekommen sind bei sich und bei Gott“, sagte der Bischof. Das sei ein großer Schatz und ein Geschenk. Bei allen anstehenden Veränderungen sei die eine Bleibe eine Zuflucht in Zeiten der Not und der Bedrängnis. „Das wünsche ich Ihnen von Herzen.“
Jesus sage seinen Jüngern zu, zu kommen und sie zu holen „damit auch ihr dort seid, wo ich bin“. Im eigenen Suchen geführt zu werden vom Herrn, zu spüren, dass der Herr einem entgegenkommt und vom Herrn gefunden zu werden: „Das ist das Geheimnis der Berufung“, fuhr der Bischof fort. Viele Menschen seien heute auf der Suche. Aber nur wer selber gesucht habe und wisse, welche Herausforderung diese Suche sei, könne „anderen ein Wegweiser und Begleiter sein auf der Suche nach Sinn und Erfüllung“. Dürrlauf tue das jetzt schon mit dem „Night Prayer“ in Bad Kissingen.
Jesus bekenne, er sei „der Weg, die Wahrheit und das Leben“, fuhr Bischof Jung fort. Aber man müsse sich auch auf diesen Weg begeben und dem Sohn Gottes nachfolgen. Nur dann werde man selbst erfahren, dass in ihm das Leben ist. Das sei auch Dürrlauf wichtig, der sich das Primizwort gewählt habe: „Christus ist das Leben.“ In den Sakramenten begegne der Gläubige dieser Wahrheit immer wieder neu: In der Spendung der Taufe feiere man die Wahrheit, von Christus geliebt zu werden. In jeder heiligen Messe feiere man die Wahrheit, „dass nur der sein Leben gewinnt, der bereit ist, es für diesen Christus zu verlieren“. In der Beichte erfahre man, dass es eine Vergebung der Sünden gibt, und in der Krankensalbung, dass man gerade in Krankheit und Leid nicht von Gott verlassen sei, sondern teilhabe an den Leiden Christi. „Christus selbst wirkt in seiner Kirche durch den Dienst der Priester.“
Worte alleine genügten nicht, sagte Bischof Jung. „Es ist das Lebenszeugnis, an dem man ablesen kann, ob das wirklich stimmt und stimmig ist, was einer lebt und verkündet. Zeigen Sie den Menschen den Vater, indem Sie Christus zu Ihrer Lebensmitte machen. Dann wird alles gut.“ Es gehe darum, die größeren Werke, die Jesus verheiße, immer neu sichtbar zu machen. „Danke, dass Sie sich heute zur Verfügung stellen. Der Herr vollende das gute Werk, dass er in Ihnen begonnen hat.“
Zu Beginn der Feier stellte Subregens Domvikar Dr. Christian Lutz den Weihekandidaten vor und bat ihn, vor den Bischof zu treten. Der Diakon bekundete seine Bereitschaft zur Priesterweihe mit den Worten: „Hier bin ich.“ Der Subregens versicherte sodann, dass der Kandidat für das Priesteramt geeignet sei, und bestätigte dessen guten Leumund. Vor der Erteilung der Priesterweihe versprach Dürrlauf, seinen Dienst gegenüber dem Bischof und seinen Nachfolgern in Ehrfurcht und Gehorsam zu tun. Dabei erklärte er unter anderem, sich mit seinem ganzen Leben an Christus zu binden und aus dieser Beziehung zum Heil der Menschen zu leben.
Bei der Anrufung der Heiligen lag der Weihekandidat ausgestreckt am Boden und zeigte seine Bereitschaft, sich Gott ganz hinzugeben. Dann legten ihm Bischof Jung, Weihbischof Reder sowie mehr als 30 Priester aus der ganzen Diözese Würzburg die Hände auf – seit urchristlicher Zeit Zeichen für die Beauftragung und Bevollmächtigung. Im Weihegebet bat Bischof Jung schließlich um den Geist Gottes für den Neupriester. Als „ausdeutende Zeichen“ der Weihehandlungen zog Pfarrer Oswald Sternagel, Moderator des Pastoralen Raums Ochsenfurt, dem Geweihten das priesterliche Gewand an, salbte ihm Bischof Jung die Hände, überreichte Kelch und Hostienschale und umarmte ihn zum Friedensgruß.
Am Ende des Gottesdienstes dankte Dürrlauf seiner Familie, Freunden und allen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben „für Eure Unterstützung, viele Gespräche, fürs Mittragen und einfach für Euer Dasein“. Besonders dankte er Bischof Jung für das Vertrauen und die Bestärkung auf seinem Weg. Pfarrer Gerd Greier dankte er für die „offene und herzliche Art, mit der Du mich seit September 2024 begleitet hast. Du hast mir Vertrauen geschenkt, mich gefordert und gefördert und mich ganz selbstverständlich am priesterlichen und pastoralen Alltag teilnehmen lassen. Ich durfte bei Dir viel lernen, fachlich, menschlich und geistlich.“ Er sei überzeugt, das Gott Leben schenke, trage und immer wieder neu aufrichte, sagte Dürrlauf. „Ich möchte den Menschen mit offenem Herzen und der Hoffnung begegnen, dass Gott durch den Heiligen Geist mitten unter uns wirkt. Tragen soll mein Dienst nicht meine eigene Stärke, sondern der dreifaltige Gott, in dessen Vertrauen ich diesen Weg gehe und meinen Dienst für die Menschen gestalten möchte.“ Im Anschluss erteilte Dürrlauf den allgemeinen Primizsegen.
Verwandte, Freunde und Gläubige aus der Heimat- und Praktikumspfarrei des Weihekandidaten, Mitglieder des Domkapitels und Priester aus allen Teilen des Bistums nahmen an der Feier teil. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Würzburger Domchor und dem Bläserensemble am Würzburger Dom unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller mit „O magnum mysterium“ von Tomas Luis de Victoria, „Beati quorum via“ von Charles V. Stanford und „Fanfare“ von Jacques Nicolas Lemmens. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Klais-Orgel.
Die Primiz feiert der Neupriester am Pfingstsonntag, 24. Mai, um 13.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche Sankt Andreas in Ochsenfurt. Primizprediger ist Domvikar Christoph Wittmann (München). Um 17.30 Uhr folgt ein Abendlob, danach besteht die Möglichkeit, den Einzelprimizsegen zu empfangen. Die Nachprimiz in Kleinochsenfurt wird am Fronleichnamstag, Donnerstag, 4. Juni, um 9 Uhr in der Pfarrkirche Maria Schnee gefeiert. Am Sonntag, 7. Juni, feiert Dürrlauf um 10 Uhr in der Pfarrkirche Herz Jesu in Bad Kissingen eine Nachprimiz.
Mit Wirkung vom 23. Mai ist Dürrlauf als Kaplan im Pastoralen Raum Bad Kissingen angewiesen worden.
sti (POW)
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